Bericht ueber die Drusen auf dem Golan in der NZZ


Monika Bolliger hat die Drusen auf dem Golan besucht und berichtet in der NZZ von dort, aehnlich unbedarft wie Birgit Svensson 2008 in der Welt.

Natuerlich bezeichnen sich die Drusen auf dem Golan einer Journalistin gegenueber als Syrer. In Israel entsteht ihnen dadurch kein Nachteil. Sollte der Golan jedoch eines Tages wieder von Syrien kontrolliert werden, dann wird es allen ans Leder gehen, die sich unuebersehbar mit Israel arrangiert haben.

In einer Sache herrscht unter den Bewohnern des Golan aber Einigkeit. Niemand mag Israels Luftangriffe gutheissen.

Dito. Natuerlich kann niemand oeffentlich irgendetwas an Israel gutheissen.

Viele in Majdal Shams haben sich auf die Seite des Regimes von Bashar al-Asad gestellt, obwohl sie mit dessen Korruption und Unterdrückung vertraut sind. «Es ist schon seltsam, wie die Leute die Politik des Regimes gegen die eigenen Leute vergessen», sagt Samah, eine Mutter dreier Kinder, die im Jahr 2000 in Damaskus studiert hat. «Von zehn Geschwistern sind nur ich und ein Bruder gegen Asad.» Selbst jene Schwester, die mit ihr zusammen in Damaskus studierte und mit dem Polizeistaat Erfahrungen machte, sei für Asad.

Frau Bolliger gibt sich keine Muehe, diesen Widerspruch aufzuklaeren. Dabei muesste sie nach einer plausiblen Erklaerung nicht lange suchen.

Unter den Rebellen setzen sich die sunnitischen Islamisten (Salafisten) durch. Sollten solche Kraefte an die Macht kommen, dann wird es den Minderheiten in Syrien schlecht ergehen, noch schlechter als unter Assad. Betroffen sind vor allem die Aleviten (als Hausmacht der Assaddynastie), aber auch die Christen und Drusen.

Die Illusion, dass nur der Diktator gestuerzt werden muesse, damit Demokratie, Friede und Buergerrechte ausbraechen, sollte nach den Erfahrungen im Irak, Aegypten und Lybien eigentlich widerlegt sein.

Ein Bonmot eines alten Freundes meines Vaters, der lange in Portugal und Brasilien gelebt hatte: In Brasilien sagt man: ‘OK, das war ungut, aber es haette ja noch schlimmer kommen koennen.’ In Portugal sagt man: ‘Das war schon schlimm, aber wartet nur, es wird noch viel schlimmer kommen.’

Ode an ein altes Haus


Wir sind an diesem Wochenende umgezogen, in unsere eigene Wohnung. Die Kartons sind fast alle ausgepackt. Die Wohnung wird langsam zum Zuhause, und dem Garten werden wir uns auch noch widmen, vorlaeufig ist er wuest und leer.

Ich bin immer noch dankbar, dass wir die Zeit zwischen dem Verlassen unserer vorigen Wohnung und dem Bezug der neuen so gut ueberbruecken konnten.

Das Uebergangshaus steht in einem alten Stadtviertel nicht weit vom Konservatorium und Theater. Als wir den Mietvertrag unterschrieben und beim Einzug lernten wir den Mann kennen, der es zum grossen Teil mit eigenen Haenden gebaut und in ihm fuenf Kinder grossgezogen hatte. Als Witwer verliess er das Haus und zog in eine Nachbarstadt. Dann verkaufte er das Haus an einen seiner Soehne. Der wollte eigentlich mit seiner Frau und den drei Buben in diesem Sommer beziehen. Deswegen bekamen wir es fuer ein paar Monate.

Das Haus ist alt und muesste dringend renoviert werden. Aber es hat viel Charme und eine gute Substanz. Vor allem spuert man, dass es mit viel Liebe und Sinn fuer’s Detail gebaut wurde. Der kleine Balkon im Obergeschoss ist z.B. ideal um Bettzeug zu lueften.

Eingang mit Fahne

Hier der Eingang vom Hof mit Fahne, weil kurz vor dem Unabhaengigkeitstag aufgenommen.

Hof mit Sitzecke und Waeschestaender

Das ist eine Ecke des Hofs, mit unserem Balkontisch und Stuehlen. Es war sehr schoen, hier in der Fruehlingssonne zu sitzen.

Gitter vom Hof auf den Weg mit Faehnchen

Blick ueber Mauer und Ziergitter zu den Nachbarn. Im mittleren Haus uebrigens eine sehr nette, arabische Familie aus Nazareth.

Dem Kater hat es auch gut gefallen.

Dem Kater hat es auch gut gefallen.

Die Kueche ist sehr eng und klein, aber etwas zum Naschen findet man(n) immer.

Die Kueche ist sehr eng und klein, aber etwas zum Naschen findet man(n) immer.

Blick von der Kueche

Blick aus der Kueche auf buegelnde Tochter

Kartonberg in der Essnische

Kartonberg in der Essnische

Was vom Wohnraum uebrig blieb

Was vom Wohnraum uebrig blieb

unteres Badezimmer

unteres Badezimmer

Unter der Treppe hatte ich die Kartons beiseitegeraeumt, damit im Fall von Raketenalarm ein halbwegs geschuetztes Fleckchen existiert. Zum Glueck haben wir es nicht gebraucht.

Unter der Treppe hatte ich die Kartons beiseitegeraeumt, damit im Fall von Raketenalarm ein halbwegs geschuetztes Fleckchen existiert. Zum Glueck haben wir es nicht gebraucht.

oberer Flur mit Waeschekorb

oberer Flur mit Waeschekorb

Maedchenzimmer 1 mit dem typischen Durcheinander

Maedchenzimmer 1 mit dem typischen Durcheinander

Maedchenzimmer 2 mit Durcheinander

Maedchenzimmer 2 mit Durcheinander

Schlafzimmer der Eltern

Schlafzimmer der Eltern

Oberes Badezimmer

Oberes Badezimmer

Das vierte Zimmer diente als Speicher fuer leere Kartons und andere Sachen, die wir gerade nicht brauchten.

Das vierte Zimmer diente als Speicher fuer leere Kartons und andere Sachen, die wir gerade nicht brauchten.

Blick in den Garten hinten.Der Olivenbaum und die Palme leben noch und dem Zitronenbaum sind dieses Fruehjahr neue Triebe gewachsen. Dieses verwahrloste Gaertchen bot ideale Bedingungen fuer eine Katzenmutter. Wir haben natuerlich gefuettert und Wasser hingestellt. Die Jungen wurden zwei Tage vor unserem Umzug von der Mutter in die Selbstaendigkeit vertrieben.

Blick in den Garten nach hinten mit jungen Katzen.  Der Olivenbaum und die Palme leben noch und dem Zitronenbaum sind dieses Fruehjahr neue Triebe gewachsen. Das verwahrloste Gaertchen bot ideale Bedingungen fuer eine Katzenmutter. Wir haben natuerlich gefuettert und Wasser hingestellt. Die Jungen wurden zwei Tage vor unserem Umzug von der Mutter in die Selbstaendigkeit vertrieben.

Nahaufnahme

Nahaufnahme

Im vorderen Hof versuchte ich mit Blumentoepfen einen Ersatzgarten zu schaffen. Leider verwackelt

Im vorderen Hof versuchte ich mit Blumentoepfen einen Ersatzgarten zu schaffen. Leider verwackelt

“Neues” von der Arabischen Liga


Wohl wegen dem 1. Mai Feiertag, haben die deutschsprachigen Medien das Thema noch nicht aufgenommen.

Am vergangenen Montag befand sich eine Delegation der Arabischen Liga in Washington. Dabei traf sie auch mit Aussenminister John Kerry zusammen. In der anschliessenden Pressekonferenz gab der Sprecher der Delegation, der Premierminister Qatars, Scheich Hamad Bin Jassem Al Thani, kund, dass die Arabische Liga auch kleinere Gebietstaeusche zwischen den Palaestinensern und Israel akzeptieren koennte.

Das wird nun von der israelischen Opposition und den links tendierenden Medien als grosser Fortschritt, geradezu als Durchbruch auf dem Weg zu einem umfassenden Frieden gehandelt, dem nur Netanyahu wieder einmal im Weg stehen koennte.

Dabei handelt es sich nur um eine nette Geste gegenueber Kerry, der nicht ganz und gar mit leeren Haenden dastellen sollte. Vom tuerkischen Premierminister Erdogan hatte Kerry sich ja schon eine Demuetigung eingefangen, als er diesen bat, den Gazastreifen im Mai nicht zu besuchen, worauf Erdogan mit einer klaren Absage reagierte.

1) Weder der Sprecher noch die Delegation der Arabischen Liga sind in irgendeiner Weise befugt, Entscheidungen fuer die Liga zu treffen. Abstimmungen koennen nur waehrend eines Gipfels der Arabischen Liga stattfinden, wobei jeder der 22 Mitgliedsstaaten eine Stimme hat. Witzigerweise ist jedoch das Abstimmungsergebnis nur fuer diejenigen Staaten bindend, die dafuer gestimmt haben. Mit anderen Worten, die Arabische Liga hat keinen Mechanismus ueberhaupt bindende Entscheidungen zu treffen.

2) Theoretisch hat ja auch die PA schon Gebietstausch akzeptiert, waehrend Hamas offen sagt, dass sie Israel in keinen Grenzen akzeptieren will.

3) Wohlweislich ausgespart in allen Darstellungen dieses “Friedensplans” ist die Frage nach dem sog. Rueckkehrrecht fuer ehemalige Fluechtlinge aus dem Mandatsgebiet und deren Nachkommen. Bei der UNRWA sind etwa 5 Millionen “Fluechtlinge” registriert (4,966,664 im Jahr 2010). 2013 hatte die juedische Bevoelkerung in Israel gerade die 6 Millionen Marke ueberschritten, waehrend 1.658 Millionen arabischer Israelis gezaehlt wurden. Das “Rueckkehrrecht” koennte daher in Kuerze die Mehrheitsverhaeltnisse so veraendern, dass Israel ein weiterer arabischer Staat wuerde, vor allem wenn man die ca. 2.4 Millionen Palaestinenser im Westjordanland und die ca. 1.4 Millionen Bewohner des Gazastreifens noch dazurechnet.

Ein gutes Zeichen sei dieser Bluff dennoch, meint Barry Rubin.

I believe that the Arab states of the Persian Gulf would like to see the Arab-Israeli conflict decline and even end. Bahrain, Kuwait, Oman, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates no longer profit from this battle. They are frightened of Iran and revolutionary Islamists, and the Shia Muslim challenge in general. Such governments view Israel as a positive strategic factor given these real and big threats. You might add Algeria, Morocco, and Jordan to the list of moderates. Iraq doesn’t care anymore, while the Kurds in Iraq and Syria are almost pro-Israel.
(…)
What it does show once again, however, is that the strategic picture in the region has changed dramatically. The Arab-Israeli conflict is a minor issue compared to the Islamist threat at home and from neighbors, the Iranian threat abroad, and the Shia challenge to these predominantly Sunni Muslim, conservative or nationalist, monarchical or dictatorial regimes.

Ich glaube, dass die Arabischen Staaten im persischen Golf den Arabisch-Israelischen Konflikt gern schwinden und sogar verschwinden saehen. Bahrain, Kuwait, Oman, Saudiarbien und die Vereinten Emirate profitieren nicht mehr von dieser Schlacht. Sie haben Angst vor dem Iran und revolutionaeren Islamisten und ueberhaupt vor der schiitischen Herausforderung. Solche Regierungen sehen Israel als positiven, strategischen Faktor gegenueber diesen echten und ernsten Bedrohungen. Man koennte Algerien, Marokko und Jordanien dieser Liste der Moderaten hinzufuegen. Dem Irak ist das inzwischen egal, waehrend die Kurden im Irak und in Syrien fast pro-israelisch sind.
(…)
Was das jedoch zeigt, ist wieder einmal, dass sich die stratische Landkarte in der Region dramatisch veraendert hat. Der Arabisch-Israelische Konflikt ist vernachlaessigbar gegenueber der islamistischen Bedrohung innerhalb der Staaten und durch die Nachbarstaaten, die iranische Bedrohung und die schiitische Herausforderung, der diese ueberwiegend sunnitischen konservativen oder nationalistischen Monarchien und Diktaturen gegenueberstehen.
(uebersetzung von mir)

NZZ: Joerg Bischoff mit den alten Tricks


Joerg Bischoff ist in diesem Blog bereits fuer die antiisraelischen und antijuedischen Tendenzen in seinen Texten behandelt worden. 

Auch wenn es jetzt um Syrien geht, kann er es nicht lassen.

Nach den Aufstaendischen in Syrien faellt ihm ausschliesslich Israel ein, das “starken Druck” auf die USA ausuebe.

Fuer mein Teil erinnere ich mich an starken Druck aus Grossbritannien und aus Frankreich. Selbst der US Verteidigungsminister scheint Druck ausueben zu wollen.

Aber das ist nicht relevant, wenn es darum geht, wieder einmal Israel als Kriegstreiber in der Region darzustellen.

Die vorsichtigen Formeln, mit denen Präsident Obama seine Informationen umschrieb, zeigen, dass auch Washington falsche oder falsch interpretierte Berichte fürchtet. 

behauptet Joerg Bischoff. Mir scheint, dass die schwammingen Formulierungen vor allem zeigen, dass die USA nicht das geringste Interesse daran haben, in Syrien einzugreifen. Diese Haltung ist aus meiner Sicht vernuenftig. Das einzige Problem fuer Obama ist, dass er selbst unbedachterweise den Einsatz von chemischen Waffen als “rote Linie” definiert hat und sich damit selbst eingeengt hat.

Im Nahen Osten macht es sich nicht gut, erst zu drohen und nachher zu kuschen. Obama stellt Theodore Roosevelts Rat “Speak softly and carry a big stick” auf den Kopf: “Poltere drohend und habe nichts in der Hinterhand.”

In diesem Fall ist die Berichterstattung in der FAZ von deutlich hoeherem Niveau als in der NZZ.

Der “Friedenspartner” erhoeht die Forderungen


Waehrend seines Besuches in Ramallah im Maerz diesen Jahres hat Praesdent Obama den laengst nicht mehr demokratisch legitimierten PA Vorsitzenden Mahmud Abbas aufgefordert, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstiech zurueckzukehren.

Hier nach Kraeften abgeschwaecht in BBC, und hier weniger verschaemt in der Times of Israel.

Nach dem ueblichen Prinzip pal. Vorgehensweise, verlangt Abbas daher im Gespraech John Kerry nicht nur  - wie seit 2009 – einen kompletten Baustopp innerhalb aller Siedlungen und in Ostjerusalem, sondern er legt noch darauf:

Abbas verlangte zudem die Freilassung der palästinensischen Häftlinge in israelischen Gefängnissen.

In der NZZ steht nichts davon, aber laut der Jerusalem Post, hat Abbas noch eine dritte Bedingung vorgebracht, bevor er ueberhaupt zu Verhandlungen bereit sei:

that Israel hand control over parts of Area C in the West Bank to his authority.

Man koennte fast den Eindruck bekommen, dass Abbas nach Vorwaenden sucht, ueberhaupt nicht verhandeln zu muessen. Aber das kann nicht sein. Schliesslich wissen wir ja dank Arnold Hottinger, dass Netanyahu das Hindernis fuer den Frieden ist.

Reality Check


Das Palestinian Center for Policy and Survey Research (PSR) hat Mitte Dezember 2012 die 46. Umfrage durchgefuehrt und die Ergebnisse am 13. Januar 2013 veroeffentlicht. Das sind die aktuellsten palaestinensischen Meinungsdaten, die uns zur Verfuegung stehen.

Ich schlage vor, dass wir uns dessen Ergebnisse naeher ansehen.

Im Dezember standen die befragten Palaestinenser noch unter dem Eindruck des Krieges zwischen dem Gazastreifen und Israel.
Sie sind ueberzeugt, dass Hamas in diesem Konflikt ueber Israel gesiegt hat.

26) Im letzten Krieg zwischen Hamas und Israel, wer war nach Ihrer Ansicht der Gewinner?
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
Hamas 80.9; 75.2; 84.4 
Israel 3.3; 2.9; 3.5
Keine der beiden Seiten 12.5; 16.9; 9.8

Dabei ist den Befragten auch klar, wer Hamas aufgeruestet hat:

31) Wer von den folgenden Parteien gab Hamas Ihrer Meinung nach die Faehigkeit, Israel gegenueberzutreten und waehrend des ganzen letzten Krieges weiter Raketen abzufeuern?
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
Iran 38.9; 40.8; 37.7 
Hamas selber 29.3; 29.2; 29.3
Aegypten 20.1; 17.4; 21.7

Wenn dieser Krieg ein Erfolg war, dann sind die angewendeten Methoden natuerlich richtig:

30) Angesichts des Kriegsausgangs zwischen Hamas / anderen Widerstandsgruppen und Israel, welche Methode ist Ihrer Meing nach die beste, um die israelische Besatzung zu beenden und einen pal. Staat zu bauen? Hamas’ Methode oder Abbas Methode?
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
Hamas 55.6; 66.1; 59.6
(addiert aus “sicher Hamas” und “Hamas”)
Abbas 31.8; 21.4; 27.9
(addiert aus “sicher Abbas” und “Abbas”)

Sollten demnaechst Wahlen durchgefuehrt werden, dann bekaeme Hamas unter Haniyyah  die Haelfte aller der Stimmen und  wenn Marwan Barghouti als Dritter im Rennen waere, sogar die relative Mehrheit.

16) Wenn neue Praesidentschaftswahlen durchgefuehrt wuerden und Fata Mahmud Abbas nomierte und Hamas Ismail Haniyyah, wem wuerden Sie Ihre Stimme geben?
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
Haniyyah 45.0; 51.9; 47.7
Abbas 45.1; 43.8; 44.6

17) Und wenn die Abstimmung zwischen Marwan Barghouti, Ismail Haniyyah und Mahmud Abbas waere, wen wuerden Sie waehlen?
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
Haniyyah 42.5; 42.2; 42.3
Barghouti 24.2; 36.5; 29.3
Abbas 30.7; 21.4; 26.9

Kurz vor der Umfrage durch PSR hatte Hamas deutlich vermittelt, wie sie zu Israel steht:

“We are not giving up any inch of Palestine. It will remain Islamic and Arab for us and nobody else. Jihad and armed resistance is the only way,” Mashaal said, referring to holy war. “We cannot recognize Israel’s legitimacy.”

Vor diesem Hintergrund dokumentierter nicht-Friedfertigkeit und nicht-Kompromissbereitschaft, sollte es nicht wunder nehmen, dass eine Mehrheit der Palaetinenser die Parameter fuer die sogenannte Zwei-Staaten-Loseung ablehnt:

Unter 32) werden diese Parameter folgendermassen  zusammengefasst:

1) Israels Abzug aus dem gesamten Gazastreifen und Raeumung der Siedlungen (was 2005 schon passiert ist), in der Westbank zieht Israel ab und raeumt die meisten Siedlungen, mit Ausnahme weniger Siedlungen auf weniger als 3% der Westbank, die durch Gebiete in derselben Groesse abgegolten werden.

2) Ein unabhanegiger Staat Palaestina wird in den Gebieten in der Westbank und im Gazastreifen errichtet. Er verfuegt ueber keine Armee, aber eine starke Sicherheitstruppe und internationale, mulitnational Trupppen sichern die Sicherheit des Staates.

3) Ostjerusalem wird die Hauptstadt Palaestinas, die arabischen Viertel kommen unter pal. Souveraeinitaet, juedische Viertel unter israelische, die Altstadt kommt zu Palaestina, mit Ausnahme des juedischen Virtels und der Klagemauer, die zu Israel gehoeren.

4) Hinsichtlich der Fluechtlingsfrage: Beide Seiten stimmen ueberein, dass die Loesung auf den Un Resolutionen 194 und 242 beruhen wird und auf dem arabischen Friedensplan. Die Fluechtlinge bekommen 5 Optionen zur Auswahl: im Staat Palaestina, ohne jede Einschraenkung, dauerndes Aufenthaltsrecht in Gastlaendern, dritten Laendern und Israel unterliegt der Entscheidung der betreffenden Staaten. Die Anzhl der Fluechtlinge, die nach Israel zurueckkehren koennen, wird auf Durchschnitt der Fluechtlinge in Drittlaender wei Australien, Kanada, Europa und anderen beruhen. Alle Fluechtlinge haben das Recht auf Entschaedigung fuer ihren Fluechlingsstatus und Verlust an Eigentum.

5) Wenn alle Vereinbarungen voll umgesetzt sein werden, bedeutet das das Ende des Konflikts und keine Seite kann weitere Forderungen erheben.

6) Der Staat Paelestina hat Souveraenitaet ueber sein Land, Wasser und die Lufthoheit. Israel darf jedoch den Luftraum fuer Trainingsfluege nutzen und hat zwei Fruehwarhnstaionen im Westjordanland fuer 15 Jahre lang. Die multinationalen Truppen bleiben zeitlich unbefristet und in ihre Verantwortung faellt es, die Umsetzung des Abkommens zu kontrollieren und die Grenzen und Kuesten samt der Greanuebergaenge des Staates Palaestina zu ueberwachen.

Zu 1) gibt es im Gazastreifen eine Mehrheit – schliesslich ist der Gazastreifen bereits vollstaendig geraeumt und judenrein, aber nicht in der Westbank.
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
53.2; 67.3; 44.6
(addiert aus “stimme voll zu” und “stimme zu”)

Zu 2) – keine eigene Armee, aber starke Sicherheitskraeft – gibt es eine klare Ablehnung:
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
70.8; 68.3; 72.2
(addiert aus “stimme ueberhaupt nicht zu” und “stimme nicht zu”)

Zu 3) – nicht ganz Jerusalem kommt unter pal. Souveraenitaet
ist die Ablehnung nicht weniger eindeutig:
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
69.7; 71.4; 68.6
(addiert aus “stimme ueberhaupt nicht zu” und “stimme nicht zu”)

Zu 4) Fluechtlinge haben 5 Optionen faellt die Ablehnung nicht ganz so deutlich aus. Im Gazastreifen liesse sich dafuer sogar eine knappe Mehrheit finden.
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
56.2; 48.1; 61.2
(addiert aus “stimme ueberhaupt nicht zu” und “stimme nicht zu”)

Zu 5) Ein Ende des Konflikts kaeme durch:
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
58.9; 70.7; 51.7
(addiert aus “stimme voll zu” und “stimme zu”)

Zu 6) Souveraener Staat mit Sicherheitsvereinbarungen ist die Ablehnung wieder klar. Im Gazastreifen faende sich dafuer wieder eine Mehrheit, dort hat man schon erlebt, wie leicht “Polizei” zur Armee wird, und wie schnell internationale Beobachter das Weite suchen.
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
53.2; 36.2; 63.5
(addiert aus “stimme ueberhaupt nicht zu” und “stimme nicht zu”)

7) Gesamtpaket aller 6 Punkte – ueberwiegend Ablehnung:
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
55.8; 46.7; 61.4
(addiert aus “stimme ueberhaupt nicht zu” und “stimme nicht zu”)

Israel wird unterstellt, dass es keinen Frieden, sondern stattdessen Expansion und Vertreibung anstrebt:

41) Was meinen Sie ist Israels langfristiges Ziel?
Ausdehnung der israelischen Grenzen, um das gesamte Gebiet zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer und Vertreibung seiner arabischen Buerger.
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
60.5; 53.5; 64.8.

Zur Frage 44-5), ob die Palaestinenser wieder zu einer bewaffneten Intifada und Konfrontationen greifen sollten, ist man geteilter Meinung. Im Gazastreifen sind die Menschen trotz des “Siegs” derzeit wohl etwas kriegsmuede.
Insgesamt; Gazastreifen; West Bank
Dafuer 50.8; 43.8; 62.2;
Dagegen 48.5; 55.2; 37.5

Klarer Fall, Netanyahu blockiert die 2-Staatenloesung und es geht ausschliesslich um Land, nicht wahr?!

Glaubenssaetze der Nahostberichterstattung


Anlaesslich einer Ehrung von Arnold Hottinger, einem ehemaligen Nahostkorrespondenten der NZZ fuehren Rainer Stadler und Martin Woker in der NZZ ein Gespraech mit ihm.

Dabei gibt Herr Hottinger folgende Saetze zum Besten:

Solange Netanyahu da ist, wird sich nichts bewegen. Es geht in diesem Konflikt einzig und allein um Land. Das muss man immer wieder betonen.

Beide Aussagen – Netanyahu ist fuer den Stillstand veranwortlich – und – es geht ausschliesslich um Land – werden apodiktisch gesetzt. Herr Stadler und Herr Woker *wissen* das genauso wie Herr Hottinger.

Es fiele schwer, Belege dafuer zu finden:

So bewegte sich auch nichts, als Ehud Barak, Ariel Sharon, Ehud Olmert, Zippi Livni Regierungschefs waren. Der gemeinsame Faktor war nicht die israelische Politik, sondern die Ablehnung von jedem israelischen Vorschlag ohne Gegenvorschlag durch die Palaestinenser. So geschehen in Camp David II, so geschehen in Annapolis.

Wenn es in diesem Konflikt ausschliesslich um Land ginge, warum ist dann das sogenannte “Rueckkehrrecht” fuer ehemalige palaestinensische Fluechtlinge nach Israel nicht verhandelbar? Warum muss jedes palaestinensische Gebiet “judenrein” sein? Wenn es nur um das Land ginge, warum koennte der Staat Palaestina keine juedische Minderheit ertragen?

Offensichtlich handelt sich um Glaubenssaetze der Nahostberichterstattung, die nicht hinterfragt werden koennen, weil daduech das ganze Glaubensbekenntnis ins Rutschen geriete.

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