Tekes Tee - Bilder von der japanischen Party

Februar 24, 2007

Es hat sehr lange gedauert, bis ich die Fotos vom Geburtstag der Grossen entwickeln liess. Das liegt auch daran, dass das Fotogeschaeft in unserem Viertel geschlossen hat. Ich wuensche dem Inhaber, dass er einen wohlverdienten, fruehen Ruhestand ohne finanzielle Engpaesse geniessen kann.

Hier spielen wir Kagome-Kagome

Und hier ueben wir Staebchen essen, bevor es ernst wird.


Diskussion mit Herrn Reinhard Meier von der NZZ - die Vorgeschichte

Februar 22, 2007

In der NZZ-Online vom 17. Februar erschien dieser Kommetar: Will Olmert wirklich verhandeln?

Die im Titel und im Text enthaltene Unterstellung, dass Israel fuer die mangelnden Resultate des Dreiergespraechs Condoleezza Rice, Ehud Olmert und Mahmud Abbas in Jerusalem verantwortlich sei, hat mich so erbittert, dass ich dem Verfasser, den ich an den Initialen erkennen konnte (aber leider nicht die richtige Schreibart erinnerte) ein kurzes, sarkastisches Mail schrieb:

Ach Herr Meyer,

Das war ja wieder mal eine Glanzleistung, wie Sie ganz richtig beschreiben, dass eigentlich keine Partei in der Lage ist, irgendetwas zu bewegen, aber dann doch ausschliesslich Olmert in der Vernatwortung sehen! Natuerlich kann es niemandes Optimismus daempfen, dass Hamas und Fatah in Mekka ein Abkommen geschlossen habe, indem die Anerkennung Israels nicht vorkommt. Das ist ja schliesslich ganz normal, nicht wahr. Der Optimismus kann nur gedaempft werden, wenn sich Olmert nicht in der Lage sieht, mit diesen Partnern die kritischsten Punkte zu verhandeln.

Mit freundlichen Gruessen

Zu meiner freudigen Ueberraschung bekam ich Antwort, im Ton deutlich sachlicher als mein Mail:

Sehr geehrte Frau Bracha,

Danke für Ihr Mail. Ich freue mich natürlich, wenn die NZZ-Kommentare auch in Israel gelesen werden - auch wenn Sie persönlich mit meiner Meinung offenbar nicht einverstanden sind.
Ich nehme aber an, dass Sie mir zustimmen, dass es auch in Israel selber sehr verschiedene Meinungen gibt über Olmerts Bereitschaft, mit Abbas wirklich konkret über die Grenzen eines palästinensischen Staates und über den künftigen Status von Jerusalem zu verhandeln. Wenn ich manche Kommentare etwa in “Haaretz” lese, dann fühle ich mich in meiner kritischen Meinung gegenüber Olmerts Politik in dieser Frage durchaus bestätigt.

Dabei will ich natürlich die Problematik auf palästinensischer Seite nicht ausblenden - auf die ideologische Sturheit der Hamas-Führung (übrgens gibt es auch da Nuancen, wenn man gewillt ist, genau hinzuhören) habe ich ja in meinem Kommentar ausdrücklich hingewiesen. Aber wenn Olmert es ernst meinen würde mit wirklichen Verhandlungen: Warum macht er den Palästinensern nicht einmal ein sehr konkretes Angebot, mit genau definierten Grenzen - dann läge es wiederum an der palästinensischen Seite, dazu konkret Stellung nehmen. So würde wenigstens endlich einmal über die Sache geredet, und nicht nur über schwammige und belieb intgerpretierbare Prinzipien.

Mit freundlichen Grüssen,

Darauf folgte ein kurzer Exkurs in Verhandlungstechnik meinerseits. (Ich arbeite ja im internationalen Verkauf und Verhandlungen sind mein taeglich Brot)

Sehr geehrter Herr Meier,

Natuerlich lassen sich immer auch Israelis finden, die eine bestimmte Meinung vertreten. Ihre Haltung waere innerhalb Israels anscheinend links von Meretz angesiedelt.

Ein konkretes Angebot mit genau definierten Grenzen wuerde als Grundlage fuer weitere Verhandlungen dienen. Kein isr. Regierungschef koennte also die wirklich roten Linien in einem solchen Angebot vermitteln, weil er damit jeden Verhandlungsspielraum vernichten wuerde.

Haben Sie noch nie Verhandlungen gefuehrt, sagen wir Gehaltsverhandlungen? Eine Herangehensweise, wie die von Ihnen empfohlene, fuehrt zu einem double-bind: Entweder Sie definieren wirklich die rote Linie, dann stehen Sie in den Verhandlungen als unflexibel und nicht kompromissbereit da. Oder Sie definieren rote Linie plus Verhandlungsspielraum. Wenn Sie dann in den Verhandlungen von dem abruecken, was Sie bereits als “rote Linie” bezeichnet haben, werden Sie feststellen, dass auch spaetere Positionen niemals als letztes Angebot akzeptiert werden.

Mit freundlichen Gruessen

Darauf die Antwort:

Sehr gehrte Frau Fink,

Nach meiner Meinung wäre man einen Schritt weiter, wenn Olmert ein Angebot Rote Linien (die Sie ja nach aussen nicht als solche definieren müssen) plus Verhandlungsspielraum machen würde.
Aber es sieht doch bisher ganz danach aus, als ob Olmert (und noch weniger sein Koalitionspartner Lieberman) über solche territorialen Fragen gar nicht verhandeln will (er baut offenbar lieber die Siedlungen in Cisjordanien aus, siehe den neuesten Bericht zu diesem Thema von Peace Now und B’Tselem). Und gelten auch die Positionen von David Grossmann, Amos Oz oder dem früheren Aussenminsiter Ben-Ami als “links von Meretz”?

Mit freundlichen Grüssen,

Daraufhin ich:

Sehr geehrter Herr Meier,

Ich sehe wirklich nicht, was ein konkretes Angebot mehr bringen koennte als das konkrete Angebot von Barak, das in Camp David von Arafat nicht einmal einer Erwiderung fuer wert befunden wurde. Welchen Anlass haben Sie, einer pal. Fuehrung am Rande des Buergerkriegs zuzutrauen, was der verehrte Rais nicht in Erwaegung ziehen konnte/wollte?

Es hinge von der konkreten Meinung ab, moechten Sie mir konkrete Texte schicken?

Heute morgen dann schickte mir Herr Meier tatsaechlich konkrete Texte zu: Das Interview mit Shlomo Ben-Ami vom 08.12.06 in der NZZ als pdf-File und den Verweis auf die Rede von David Grossman zum 11. Todestag von Yitzchak Rabin. Ich finde die Auseinandersetzung mit diesen Texten so interessant, dass ich das im Blog machen moechte. Herr Meier, den ich um sein Einverstaendnis gebeten habe, hat mir das Zitieren seiner Mails erlaubt und mir sogar noch weiteres Material fuer die Auseinandersetzung geschickt.

P.S. zur Namensverwirrung: Mein Ehename ist Bracha. Fink fuehre ich eigentlich nur fuer meine Kunden weiter. Auf meinen Visitenkarten steht Fink-Bracha.


Gezielte Toetungen - US Gesetzeslage

Februar 22, 2007

In den USA findet gerade eine Auseinandersetzung zu diesem Thema statt. Alle Beteiligten sind hochrangige Juristen (Juraprofessoren). Glenn Reynolds loeste die Diskussion aus, in dem er oeffentlich darueber nachdachte, ob es nicht sinnvoller waere, iranische Kleriker und Atomwissenschaftler gezielt zu toeten, als einen vollen Krieg zu fuehren. Hugh Hewitt scheint ihm zuzustimmen. Paul Campos haelt dagegen, solche Toetungen entspraechen dem Tatbestand Mord und Kriegsverbrechen: Reynolds und Hewitt befaenden sich mit ihrer Idee in geistiger Nachbarschaft von Faschisten.

John von Powerline hat einen Text dazu verfasst, indem er auch auf die amerikanische Gesetzeslage verweist.

Fascists Everywhere!

Ich bin nicht ungluecklich festzustellen, dass meine Rechtsauffassung zum Thema anscheinend weitgehend auch mit der amerikanischen Rechtslage ueberein stimmt.


Europa und der Iran

Februar 21, 2007

Heute entwirft Hans Ruehle, der ehemalige Chef des Planungsstabes im deutschen Verteidigungsministerium, in der NZZ vier verschiedene Szenarien, wie der Iran zur Atombombe kommen koennte: Iran und die Operation Zeitgewinn

Die vier Szenarien sind nach ihrer Gefaehrlichkeit angeordnet, das vierte das gefaehrlichste, aber schon das erste gibt keinen Anlass zur Beruhigung. Im vierten Szenarium geht es um die Moeglichkeiten, durch Bushehr an waffenfaehiges Plutionum zu kommen.

Allen Beteiligten ist aber klar, dass eine «Zweckentfremdung» der Brennelemente von Bushehr nicht verhindert werden könnte. Mit anderen Worten: Wenn der Reaktor von Bushehr Ende 2007 nach der Lieferung von 80 Tonnen russischen Urans hochgefahren wird, kann Iran innerhalb weniger Jahre, aus eigener Kraft und ohne ein einziges Gramm Uran selbst angereichert zu haben, Nuklearmacht werden.

Vor diesem Hintergrund ist auch zu bewerten, dass Putin Saudiarabien offensichtlich ganz aehnliche Technologien anbietet, siehe
Putin offers Saudi Arabia nuclear energy cooperation from Russia
Saudi foreign minister: kingdom ready for nuclear cooperation with Russia
Russia could help Saudi in atomic energy-Putin

Alle Hintergrundinformationen, die Hans Ruehle zur Verfuegung standen, liegen natuerlich der EU vor. Es scheint niemanden gross zu bekuemmern.

Europe’s Iran Problem

(…)

So now they know. Years of diplomacy have made virtually no difference. Carrots and sticks have been tried and failed. The regime in Tehran is determined to become a nuclear power–the first nuclear power with a yearning for martyrdom. Europe’s strategy has hitherto been merely to play for time–but time is on Tehran’s side.

Europe’s reaction? Nil. By tacit agreement, it has been left to Israel and the United States to hint at possible military action to destroy the nuclear facilities that European companies have helped to create. Europe has done little to isolate Iran or put pressure on its leaders and its people. Germany and other European Union states head the list of trading partners with Iran. (…)

Yet Europe has an overwhelming interest in preventing the emergence of an Islamist bomb. European territory would be directly threatened by a nuclear-armed Iran, equipped with long-range missiles. Europe would also be in greater danger than the United States from terrorist organizations armed with radioactive (”dirty”) or even nuclear bombs from Tehran. Iranian terrorists have a history of setting off bombs in Europe. Nuclear blackmail is far more likely to be used against European states than against the United States, and European states are judged by Tehran to be far less likely to retaliate than Israel.

(…)

Meine Assoziation dazu ist “La Belle Indifference”, wie bei Dr. Sanity gelernt:

Often, one of the hallmark symptoms of such cases is a rather unusual–or even inappropriate– lack of concern expressed by the patient about the very symptoms that have brought them to see medical professionals in the first place. This phenomenon is referred to as “la belle indifference”, literally, “beautiful indifference.”

Let me give you an example from one of my own cases. A middle-aged woman was referred to the psychiatric emergency room when a rather thorough medical examination could not explain the sudden onset of a complete paralysis below the waist. Additionally, the Resident was concerned because her “affect” was rather strange. It seems that, despite what one might normally consider a rather devastatingly traumatic event–the loss of one’s ability to walk or to experience any sensation below the waist–the patient was laughing and joking with the medical Resident.

Natuerlich handelt es sich um eine Form von Realitaetsabwehr. Waehrend solche Abwehrmechanismen kurzfristig zum Wohlbefinden der Betroffenen beitragen koennen, sind die langfristigen Auswirkungen bedenklich: (wieder nach Dr. Sanity)

(…)
• Problem solving and decision-making will deteriorate as the entire focus of energy becomes the maintenance of the denial. In place of rational alternatives, excessive emotionality in general; and specifically anger and rage escalate toward those who are “blamed” for the reality that does not conform to the denier’s worldview. (…)

(…)

But when psychological denial distorts or obscures reality, people are far more likely to make the wrong choices and ignore the serious problems; they are more likely to avoid the difficult decisions then blame others when things don’t come out perfectly

Reality and truth matter–terribly.


ein Beispiel fuer iranische Propaganda und andere Kleinigkeiten

Februar 21, 2007

Eine Woche, nachdem die USA Belege fuer die iranische Beteiligung an Anschlaegen im Irak vorgelegt hatte, kommt es zu einem Anschlag in Zehadan im Suedosten des Irans. Ziel und Opfer des Anschlags sind die iranischen Revolutionsgarden.
Mit einer offensichtlichen Faelschung versuchte der Iran, die USA als Urheber zu deklarieren. Das war aber nicht die einzige Schuldzuweisung, auch Pakistan wurde als Urheber behauptet.

Trotz dieser offensichtlichen Widersprueche hatte die Islamische Rebublik Iran kein Problem damit, einen “Schuldigen” zu fassen, zu verurteilen und gleich hinzurichten:

Name: Nasrollah Shanbhe Zehi (نصرالله شنبه‌‏زهی).

Date of Committing the Crime: 14 February 2007.

End of the Investigations: 15 February 2007 (less than 24 hours after arrest).

End of Trial and Issue of the Verdict: Unknown (probably it was an “order”).

Date of Announcing the Verdict: Unknown.

Date of Appeal: Unknown.

Date of Retrial: No retrial in Allah’s government.

Date of Execution: 19 February 2007 (less than four days after the end of investigations).

gefunden bei Kamangir

Mir scheint die Vermutung von Micheal Ledeen, dass die Vorgaenge mit dem Machtkampf im Iran um die Nachfolge des schwerkranken Khameini zu tun haben koennten, plausibel. Ueber diesen Machtkampf hoert und liest man in westlichen Mainstream Medien ziemlich wenig.


und schon wieder eine neue Partei am Horizont

Februar 20, 2007

Russian-Israeli billionaire to launch new party

Die erste russisch-israelische Parteigruendung war “Israel beAliya” (Wortspiel: Israel im Aufwind=Israel mit Einwanderung) von Nathan Sharansky. Diese Partei hatte ein relativ klares Programm, als sie in den vorletzten Wahlen auf nur noch 2 Mandate kam, schloss sie sich dem Likud noch unter Sharon an.

Die zweite russisch-israelische Parteigruendug ist “Israel Beitenu” (Israel unser Zuhause) Von Avigdor Liebermann. Diese Partei plazierte sich rechts vom Likud, der Parteigruender war lange Jahre der Buerochef von Benjamin Netanyahu. (In dieser Eigenschaft habe ich ihm mal die Hand geschuettelt.)

Und jetzt Arcadi Gaydamak: Der Mann spricht nicht einmal Hebraeisch, sondern schlechtes Englisch, wenn er im Fernsehen interviewt wird. Sein Geschaeftstil entspricht den russischen Oligarchen und sein Verhaeltnis zur israelischen Bevoelkerung dem roemischen “panem et circenses”: Er hat das Vakuum gut genutzt, das die israelische Regierung entstehen liess. Im Sommerkrieg mit dem Libanon errichtete er eine Zeltstadt fuer die Bewohner des noerdlichen Drittels von Israel, das unter staendigem Beschuss stand. Und im Herbst lud er die Bewohner von Sderot fuer ein paar Tage nach Eilat ein, um sich vom Kassambeschuss zu erholen.

Dass dieser Mann meint, sich in die israelische Politik einkaufen zu koennen, beweist, dass mindestens er Israel fuer eine Bananenrepublik haelt. Dass Netanyahu glaubt, ihn benutzen zu koennen, wirft ein weiteres, schiefes Licht auf Bibi. Hoffen wir, dass die israelische Bevoelkerung etwas reifer ist, als er zu unterstellen scheint.

Im uebrigen konkurriert er vor allem mit Shas, deren Strategie ja auch vor allem auf Ressentiments und Almosen beruht. Ob die traditionellen Shaswaehler wirklich fuer einen Russen stimmen koennten? Vielleicht, wenn er seinen franzoesischen Hintergrund etwas mehr betont…


au theatre certains soirs

Februar 20, 2007

Beer Sheva hat ein eigenes Theater (nur Hebraeisch). Seit Nathan Datner(Bild) Intendant ist, hat es sich sehr positiv herausgemacht. Der Spielplan ist zwar nicht gerade metaphysisch, philosophisch anspruchsvoll, aber die Inszenierungen sind alle auf hohem Niveau mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen. So ist es Datner gelungen, eine gute Auslastung durch Abonnement zu bekommen. Mein Mann und ich gehoeren zu den Abonnenten.

Gestern abend sahen wir “Last of the Red Hot Lovers” mit dem Intendanten in der Titelrolle:

Nach der Vorstellung meinte mein Mann zu mir, endlich gingen auch Arsim ins Theater. Ich wusste erst nicht, wie ich reagieren sollte. In unserer Familie sind die Rollen ja so verteilt, dass ich “snobit” bin (was ich wohl nicht uebersetzen muss), waehrend er  den “ars” uebernimmt. Seine Bemerkung war also sehr selbstironisch. Mit etwas Nachdenken kam ich dahinter, dass ich meine  elitaere Einstellung zum Theater wohl laengst abgelegt habe. Wuerde ich noch im Theater arbeiten, haette ich sicher mehr Freude am Publikum in Beer Sheva als am Abonnomentenstamm des Berner Stadttheaters.


eine gute Nachricht fuer Soroka

Februar 19, 2007

Saban gives $14m. to children’s hospital

Haim Saban, the Israeli-American billionaire who first made his fortune from the Power Rangers cartoon characters, has donated $14 million towards the completion of an ultramodern children’s hospital and upgrading delivery rooms on the campus of the Soroka University Medical Center in Beersheba.

The hospital will raise the standards of pediatric medicine in the Negev, where Soroka is the sole medical center.

(…)

Aus eigener Erfahrung kann ich bestaetigen, dass die Entbindungsstation ein Upgrading brauchen kann. Derzeit sieht es so aus: Ein langer und breiter Gang, auf beiden Seiten davon Abteile, die durch duenne Waende voneinander und nur durch Vorhaenge vom Gang abgetrennt sind. In jedem Kabaeuschen ein hochtechnisches Entbindungsbett und gerade genug Platz fuer etwaige Geraete, die auf Raedern von einem ins andere Abteil transportiert werden koennen. Das erste Mal sah ich diese Entbindungsstation, als ich im 5. Monat mit der Grossen durch den Kurz zur Geburtsvorbereitung eine Fuehrung mitmachte. Die Fuehrung war am Vormittag und es was ausgesprochen ruhig und leer. Damals hatte ich den Kopf voll natuerlicher Geburt und war entsetzt, dass ueberhaupt kein Platz da war, um beispielsweise hockend die Geburt anzugehen. Alle meine Bedenken erwiesen sich fuer mich als irrelevant. Das Baby sass verkehrt und musste per Kaiserschnitt geholt werden.

Zwei Jahre spaeter war es wieder soweit und dieses Mal erlebte ich die Entbindungsstation in real life: Der Geraeuschpegel all der schreienden Frauen war fast nicht auszuhalten und auch ich schrie mir die Seele aus dem Leib und benutzte deftige Flueche, ohne dass mich der Mangel an Privatsphaere an irgendetwas hinderte.

Das Soroka-Krankenhaus ist abgesehen von Josefstal in Eilat die einzige Entbindungsstation in der ganzen Negevwueste mit einem hohen Anteil an Beduinen in der Bevoelkerung:

Baby Boom at Soroka

Soroka Hospital officials said Monday morning that 12,500 births, or more than 1,000 a month, were recorded at the Be’er Sheva facility in 2006. They explained that the high birth rate of the growing Bedouin community and of orthodox families are the main reasons.

Polygamy helps fuel the high Bedouin birth rate, and teenaged women often are accompanied to the maternity ward by husbands who are in the 60s and have two or three other wives.

Bei der ersten Geburt war ich in der Station A fuer Erstgebaerende, wo der Anteil von Beduininnen vergleichsweise niedrig war. Bei der zweiten dann hatte ich auch keinen Anspruch mehr auf diese netteste und intimste Station. Auf Station B entsprach das Verhaeltnis Beduininnen und andere etwa 80:20. In der “Cafeteria” (eigentlich nur eine grosse Ausbuchtung des Korridors) traf man haeufig Grossfamilien, die das neueste Mitglied begruessen. kamen Mit der Kommunikation war es schwierig: die wenigsten Beduininnen sprechen Hebraeisch und mit den Maennern wollte ich mich nicht unterhalten. Einmal kam meine Grosse (damals knapp zwei) in einem blauen Hosenanzug zu Besuch, mit ihren blonden Loeckchen war sie ein entzueckendes Kleinkind (sie wird ueberhaupt eine Schoenheit, ebenso wie ihre kleine Schwester) und viele Beduininnen wollten mich zu ihr beglueckwuenschen. Allerdings beruhte das auf einem Irrtum: sie hielten sie fuer einen Sohn. Als ich korrigierte, verwandelte sich der Glueckwunsch in Beileid: 2 Toechter und (bisher) kein Sohn! Man muss sich die Unterhaltung non-verbal mit Haenden und Fuessen vorstellen.

Und hier noch eine gute Nachricht fuer Soroka: First female Bedouin physician in Israel completes studies.

Bedouin make up only 15 percent of the population of southern Israel, but 70 percent of the children who are hospitalized at Be’er Sheva’s Soroka Medical Center are Bedouin. Eighty percent of the children treated at the emergency room are Bedouin. Agbaria explains that in Bedouin society the women bear the responsibility for their children’s health, but many of them do not speak Hebrew. This creates communication problems that can lead to misdiagnoses and incorrect prescriptions. In addition, many Bedouin men are not happy about having male doctors examining their wives.

The main obstacles facing Bedouin who want to study medicine are getting the requisite psychometric exam scores, and the tuition costs. When the program began, medical school candidates needed at least a 700 (out of a possible 800) on the psychometric, which according to Agbaria no Bedouin has yet achieved. The psychometric requirement was waived for graduates of CMD. Their first year of university studies includes all the medical subjects, and students who finish with good grades continue working toward degrees.

“I came to Be’er Sheva as a construction worker in 1980,” Agbaria relates. He is now 45 and the head of BGU’s Clinical Pharmacology Department. “One day I approached the university and asked what you had to do to get in.”

He began taking night courses while continuing to work in construction, and was accepted to the university. Agbaria will never forget the high school teachers who berated him for failing to live up to his potential. After gaining power within the university, he told the administration that unless something was done about the lack of Bedouin women physicians, he would refuse to teach the next year.


Emissionen von Treibhausgasen, USA und Europa

Februar 18, 2007

Post-Kyoto Surprise: America’s Quiet Efforts to Cut Greenhouse Gases Are Producing Results

(…)

Now, I know there is a deeply held view among many in Europe that the U.S. Government doesn’t get it. That we don’t care about climate change, that we are doing nothing to reduce greenhouse gas emissions, and that Europe, while perhaps not perfect, is doing a far better job of tackling the issue than the United States. This proposition–no matter how simple, no matter how widely held, and no matter how much it fits a pop-culture “blame-the-United States” paradigm–is completely wrong, on every point.

es lohnt sich, den ganzen Text zu lesen. Die Zahlen habe ich bisher nicht naeher angeschaut, also fuehlt Euch freundlich eingeladen, sie zu checken, zu widerlegen oder anders zu interpretieren.


unser Mann in Basel

Februar 18, 2007

Noch aus dem Hagalilforum kenne ich Urs Schmidlin:

Am Donnerstag abend fand im Juedischen Gemeindesaal ein Abend mit Henryk Broder statt, und Urs war dort: Henryk M. Broder rockte

Lieber Urs, Henryk Broder ist nach meinem Dafuerhalten so bekannt, dass er die zusaetzliche Publizitaet durch meinen kleinen und bisher weitgehend unbekannten Blog kaum brauchen wird. Was mich zur Veroeffentlichung hier viel mehr interessieren wuerde, waeren Deine eigenen Gedanken und Gefuehle.

Hier der Link zu einem Interview mit Henry Broder (Danke Urs)