Informationsquellen zur Klimaveraenderung

Bei Shrinkwrapped gibt es einen Gastbeitrag, der sich nicht nur qualifiert zur Erwaermungstheorie aeussert, sondern auch eine Menge guter Links zum Thema angibt. GLOBAL WARMING, A CITIZEN’S PRIMER (alles auf Englisch, wie ich zugeben muss)

24 Antworten zu “Informationsquellen zur Klimaveraenderung”

  1. micha sagt:

    Ruth,

    dann schmeissen Rückversicherungsgesellschaften wie die Münchner Rück offenbar aus Jux und Dollerei das Geld für aufwendige Klimasimulationsrechnungen zum Fenster raus ;-)
    Ich kann schon verstehen, dass dich das Thema in deiner Wüsteneinsiedelei nicht besonders kratzt. Aber hier wird die Sache massive Auswirkungen haben und einige meinen, dass es diese Auswirkungen auch schon hat. Z.B. - um ein vielleicht ein weniger beängstigendes Beispiel zu bringen - die Weinbauern in Deutschland, die inzwischen Rebsorten anbauen können, die bisher nur in Frankreich und Italien Ertrag abwarfen. Andererseits schlagen auch schon einige Forstämter Alarm, weil manche Baumarten hier möglicherweise verschwinden werden. Und das soll alles nur ein Hoax sein ?
    Offenbar ist alles, was sich nicht irgendwie in dein wirtschaftsliberales Weltbild harmonisch einfügen lässt, irreal und reine Phantasterei. Na dann lass mal die Erde eine Scheibe sein, wenn’s dein Gewissen beruhigt.

  2. micha sagt:

    Ich fürchte, der einzig wirklich ernstzunehmnde Satz auf dieser Seite ist der folgende: “For myself I believe we don’t know the answers yet.” Man achte auf das “believe”. So ein Schmarrn kommt halt raus, wenn ein Psychoanalyst - nicht selten selbst ernannter Experte für alles (was er meist nicht versteht) - sich auf das glatte Eis einer Wissenschaft begibt, die mit sehr fortgeschrittenen mathematischen Modellen (von denen er sehr wahrscheinlich noch nie gehört hat) versuchen muss, ein äusserst komplexes System irgendwie beschreiben zu können. Mein Respekt vor dieser Wissenschaft rührt von zweierlei Erfahrungen: an meiner Alma mater war die Meteorologie eine Vertiefungsrichtung des Studiums, mit der sich einige meiner Kommilitonen beschäftigt haben. Und da ich zeitweise am Uni-Rechenzentrum beschäftigt war, weiss ich ein bisschen was über deren Modellrechnungen und wie sie dabei vorgingen. Leider spricht inzwischen einiges dafür, dass wir näher an den Worst-Case-Szenarien von damals dran sind als an den Best-Cases. Und das, obwohl am Lehrstuhl lange Zeit ein Prof den Lehrstuhl besetzte, der die Klimadiskussion für überzogen und hysterisch hielt.

  3. Jakobo sagt:

    @ Micha:
    Warum glaubst Du, dass es in Deutschland noch
    kein Temoplimit gibt? Oder warum immer wieder
    gesagt wird, das ein Tempolimit nichts bringen
    würde?

    Bei den Diskussionen in Deutschland wird offenbar
    mehr wert darauf gelegt, was andere Länder machen
    sollten/müssen als auf die Situation im eigenen Land.
    Und die Bevölkerung scheint das unhinterfragt zu
    absorbieren. Das sollte zu denken geben finde ich.

    Jakobo

  4. micha sagt:

    Jakobo,

    mich irritieren Ruths ständige Versuche, das Klimaproblem kleiner zu “reden” als es ist. Damit will ich zunächst mal nicht anderen, insbesondere anderen Ländern, vorschreiben, dass und was sie tun sollen.
    Wir können in Deutschland sicher noch einiges mehr machen, allerdings sollte man fairerweise dazusagen, dass bei uns auch schon viel gemacht wird. Deutschland leistet innerhalb der EU einen massiven Beitrag zur Schadstoffreduktion. Nicht umsonst gehören wir in vielen Umwelttechnologien zu den führenden Herstellern.
    Ein Detail noch zum Thema Tempolimit: glaubst du wirklich, dass das Tempolimit auf Autobahnen einen so bedeutenden Beitrag liefern kann ? Aus meiner Sicht nicht, da gibt es viel zu viele andere Bereiche in denen weitaus grössere Beiträge geleistet werden könnten. Das fängt schon mit der Privilegierung des Flugverkehrs durch die Steuerfreiheit des Kerosins an, setzt sich mit der jahrelangen Vernachlässigung des Bahnverkehrs und einer unsinnigen Förderung des Lastwagenverkehrs fort, und hört bei äusserst ungenügenden Verkehrsflusskontrolle(*1) im Stadtverkehr noch lange nicht auf. Verglichen mit den erreichbaren Schadstoffreduzierungen in diesen Bereichen ist ein Tempolimit wirklich ein Witz, aber ein sehr publikumswirksamer, mit dem man sehr leicht von den schlimmeren Schmuddelecken ablenken kann. Deshalb springen ja auch gleich immer alle Politiker wieder auf diesen Zug. Und umgekehrt ist das auch das einzige, was deutsche Journlisten noch so einigermassen mit ihrem Verstand und Wissen nachvollziehen können. Darum ist das so ein Thema, nicht weil’s so viel bringen würde. Wer nur sein Gewissen beruhigen möchte, soll meinetwegen darauf weiter herumkauen, aber ich brauche ihn deswegen nicht unbedingt als Umweltschützer ernst zu nehmen.
    (*1) in unserer oberschwäbischen Provinz haben es die Beamten und Stadtverwaltungen fertiggebracht, auf 6km 23 Ampelanlagen zu installieren. Wenn man Pech hat, darf man an jeder halten. Diese Ampeln sind an einer zentralen Verkehrsverbindung aufgereiht, und halten dort auch jeden 40-Tonner an. Kleine Rechenaufgabe für Schmalspur-Ökos: wieviel Energie wird benötigt, wenn ein vollbeladener 40-Tonner an jeder Ampel angehalten wird ? Man rechne bei einem durchschnittlichen Wirkungsgrad von 17% aus, welchem Verbrauch auf 100 Km dies entspricht.

  5. Jakobo sagt:

    Das mit dem Tempolimit war ein Beispiel wie sich
    in Deutschland gegen eine Umweltschutzmaßnahme
    gewehrt wird, die in den meisten Ländern bereits
    standart ist. Es wundert mich auch nicht dass sowas
    so schwer ist durchzusetzen. Warum man sich trotzdem
    als die wahren umweltritter auf der weltbühne darstellen
    kann ist für mich etwas schwer zu verstehen.

    Ich denke dass unabhängig von der brisans des
    Themas in erster linie Politik damit gemacht wird.
    Und darauf reinzufallen finde ich naiv.

    jakobo

  6. micha sagt:

    Jakobo,

    bist du mal die Route du Soleil Richtung Marseille im Sommer runtergefahren ? Da sausen die wildesten Karren reihenweise an dir vorbei, wenn du dich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hältst. Bitte bleib dann ganz rechts, zu deiner eigenen Sicherheit. Italien: dito.

  7. Jakobo sagt:

    Hast Du ein Auto?

  8. micha sagt:

    Golf 5 mit Dieselpartikelfilter und 6-Ganggetriebe.

    P.S.: wenn man in Deutschland arbeitslos wird, bekommt man u.a. eine Mitteilung von der Agentur für Arbeit, was diese unter Zumutbarkeit versteht: bis zu 1,5h bzw. 80km einfache Strecke.

    P.P.S.: wenn Arbeitnehmer sich erstens um ihren Job und zweitens um die Umwelt kümmern müssen, wird drittens die Familie in den meisten Fällen hintenrunterkippen. Manchmal reicht da erstens alleine schon aus. Und weil man ja nix für die Vermehrung des deutschen Volkes tut, darf man für erstens noch mehr rackern, weil man ja auch noch zusätzliche Belastungen draufgepackt bekommt. Alles ganz logisch, gelle.

  9. Jakobo sagt:

    Na dann sei doch froh dass du dir nicht reinreden
    lassen musst wie schnell du fahren musst und
    dann auch noch mit so lächerlichen “Argumenten”
    wie Umwelt usw… ;-)

    Was die Arbeitsangentur betrifft….. ich weis schon
    warauf du hinauswillst, das mit den 1,5 stunden ist
    aber da noch das geringste denke ich, wenn man sich
    so den rest anschaut…..

  10. micha sagt:

    Jakobo,

    während des Fahrens achte ich inzwischen fast mehr auf die Verbrauchsanzeige als auf den Tacho (meine alte Karre hatte das noch nicht). Ich verwende das Auto manchmal mit einem sehr schlechten Gewissen, weil eigentlich nur der Zeitgewinn die Benutzung rechtfertigt. Ich versuche mehr und mehr meine Fahrten zu planen. Wenn Umwelt für mich ein lächerliches Thema wäre, würde ich mir nicht so viele Gedanken über all die oben erwähnten Dinge machen. Die kleine Physikaufgabe oben liefert kein harmloses Ergebnis. Und die Physik dazu habe ich auf dem Gymnasium schon in der achten Klasse gelernt, so einfach ist das ! (… ok, Deutschland in den 80er Jahren kann man nicht mehr mit DSDS vergleichen ;-)

  11. beer7 sagt:

    Micha,

    wenn Du genauer gelesen haettest, waere Dir nicht entgangen, dass dieser Beitrag nicht von “Shrinkwrapped” selber stammt, sondern von einem seiner Leser als Gastbeitrag verfasst wurde.

    Du solltest Dir mal ueberlegen, warum Du
    1) so ungenau liest: Auch die Argumentation hast Du voellig verpasst. Die Frage ist vor allem, ob menschengemachte und aufhaltbare Ursachen wirklich einen so grossen Anteil haben, dass sie die drastischen Einschnitte rechtfertigen, die fuer noetig gehalten werden.
    2) Du so aggressiv reagierst. Du scheinst wirklich eine Art Glaubensartikel daraus gemacht zu haben, der keine Einwaende vertraegt.

  12. Micha sagt:

    Ruth,

    wie kommt es, dass ich die wichtigsten Argumente mindestens schon seit 1996 kenne, aber weder unsere Politiker noch unsere Journalisten. Ich gebe dir hier einen Link an, der von wissenschaftlicher Seite einige Klarheit bringt, worum es geht. Einen der Mitverfasser, Hr.Grassl, habe ich allerspätestens 1996 selbst als Vortragenden erlebt und er hat damals bereits auf die Brisanz der Wirkung eines atmosphärischen Spurengases wie CO2 hingewiesen. Der damalige Bundesumweltminister Töpfer hatte sich von Herrn Grassl beraten lassen und sich später ein UN Klimaprojekt engagiert.
    Ruth, ich kann beim besten Willen nicht behaupten, dass ich mir sicher bin, dass wir gerade eine Klimakatastrophe herbeiführen. Aber der Mensch hat in den letzten 200 Jahren solche Mengen von Kohlenstoff durch Verbrennung als CO2 freigesetzt, die in paläontologischen Zeiten über sehr viele Zehntausende von Jahren als Lagerstätten unter der Erde entstanden sind, dass es eher ein Wunder wäre, wenn wir damit keinen Einfluss auf das Klima nehmen würden. Die schwäbische Alb war ein mal ein tropisches Meer in dem Korallenriffe gedeihen konnten, unsere Sandsteingebirge stammen aus einer Zeit, in der es hier auf jeden Fall sehr trocken gewesen sein muss. Wir setzen in einem Zeitraum, der kaum einem Prozent dieser damaligen Zeiträume entspricht, die damals oder zuvor in der Erde entstandenen Kohlenstoffreservoirs frei und wollen glauben, das hätte schon keine Auswirkung, welcher Art auch immer. Das kann ich kaum nachvollziehen.

    Hier der Link: http://www.dmg-ev.de/gesellschaft/aktivitaeten/pdf/treibhauseffekt.pdf

    Wenn ich aggressiv wirke, bitte ich um Entschuldigung. Manchmal geht mir mein Temperament durch, aber ich will niemanden angreifen. Ich finde die aktuelle Diskussion etwas bizarr, und fürchte, dass am Ende wieder einmal jene, die am meisten zur Situation beigetragen haben, am besten wegkommen.

  13. Micha sagt:

    Noch eine kleine Ergänzung: es wird immer von einer Klima-Erwärmung gesprochen. Eigentlich meint man damit, dass sich die innere Energie des Systems Klima bzw. Atmosphäre erhöht. In welcher Weise wir und andere Lebewesen dies zu spüren bekommen werden, lässt sich nur sehr schwer modellieren. Ganz grob gesagt kann es einerseits bedeuten, dass tatsächlich überall auf der Welt es ein bisschen wärmer wird, oder dass es stürmischer wird, d.h. die Energie staut sich überwiegend in kinetischen Vorgängen (mehr Stürme, veränderte globale Luft- und Meeresströmungen). Oder irgendwo dazwischen. Hier kann sich das Ökosystem in seiner ganzen Komplexizität fröhlich austoben. Also geht man in den Klimasimulationen schrittweise vor, fängt mit den direktesten Wirkungen an und arbeitet sich dann mühsam zu immer indirekteren vor, wobei dann exponentiell ansteigend immer mehr Parameter in das mathematische Modell eingehen. Dieses Gebiet kann gar nicht genug Rechenleistung bekommen, und dennoch dauern die Simulationsrechnungen immer länger.
    Ohne sich darüber im klaren zu sein, hat der Mensch mit der Industrialisierung zugleich ein riesiges Klima-Experiment in Gang gesetzt. Es wird den Lebensraum vieler Menschen verändern, und die Prognosen zu diesen Auswirkungen sind eher ungünstig. D.h. der für Menschen geeignete Lebensraum wird sich wahrscheinlich verkleinern.
    Wer sich in der Pflicht für seine Mitmenschen und für kommende Generationen sieht, sollte heute besser nicht den Kopf in den Sand stecken. Denn dieses industrielle Klima-Experiment findet in einem Labor statt, in dem wir uns zu wenig auskennen, und dessen Abläufe allein schon wegen seiner Grösse nur sehr langsam von uns beeinflusst werden können. Das Labor ist unsere Erde.

  14. beer7 sagt:

    Micha,

    die Frage bleibt trotzdem bestehen:

    Um den Kohlendioxidausstoss wirksam reduzieren zu koennen, muessen massive Eingriffe in die derzeitige Freiheit des einzelnen Menschen in den westlichen Demokratien gemacht werden. Bevor die Buerger zustimmen, dass ihre Freiheit eingeschraenkt wird, sollte man wirklich eine ernsthafte Debatte darueber fuehren, ob die empfohlenen Massnahmen ueberhaupt eine reelle Chance haben, das Ziel zu erreichen. Die Panikmache und Unredlichkeit in der derzeitigen Diskussion lassen mich vermuten, dass es viel mehr um politischen Einfluss (Macht!) geht als um die Umwelt.

    Die Industrielle Revolution hat seit 200 Jahren die Welt und den Lebensraum der Menschen drastisch veraendert, die zunehmende Verstaedterung sei als Beispiel genannt. Gleichzeitig hat sie aber auch den Wohlstand, die Gesundheit, die Lebenserwartung von einer grossen Zahl von Menschen verbessert. Und das nicht nur in den “reichen” Nationen (England war zu Beginn der Industriellen Revolution keineswegs eine reiche Nation im heutigen Sinn, die Schweiz galt als Armenhaus usw.), sondern gerade auch in der 3. Welt.

    Aus vielen Menschen und wie mir scheint auch aus Dir spricht in erster Linie Verunsicherung und Angst vor Veraenderungen. Das fuehrt zu einer Nostalgie, die ein falsches Bild der Vergangenheit malt. Selbst eine Klimaveraenderung a la Gore (der ja nun wirklich schwer uebertreibt) ist in meinen Augen vorindustriellen Zustaennden klar vorzuziehen. Oder moechtest Du wirklich zurueck zur damaligen Kindersterblichkeit, den periodischen Hungersnoeten, epidemischen Krankheiten usw?

  15. Micha sagt:

    Ruth,

    nun habe ich allerdings den Eindruck, dass du schwarz malst:
    1. die Internationalen Abmachungen zum Verbot halogenisierter Kohlenwasserstoffe haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Wenn ich einigermassen auf dem laufenden bin, so ist das wichtigste Ziel, die rapide Ozonabnahme in den hohen Atmosphäreschichten deutlich zu reduzieren, erreicht worden. Ist deine Freiheit davon belastend eingeschränkt worden ? Ich glaube, dass schon mit relativ simplen Methoden und nicht allzu schwerwiegenden Eingriffen in Wirtschaftsmärkte einiges erreicht werden kann und das sollte man jetzt und so schnell wie möglich machen. Übrigens habe ich gelesen, dass die israelische Eisenbahn seit Ende der 90er Jahre ein enormes Wachstum der Passagierzahlen verzeichnen kann. Grosse Klasse !!! Aktiver Umweltschutz !!! Der beste überhaupt. Wir werden einige Gewohnheiten ändern müssen, aber damit sind wir weit davon entfernt, ins vorindustrielle Zeitalter zurückzukehren.
    2. natürlich fürchten manche um ihren Einfluss. Nicht umsonst stecken beispielsweise manche Industrielobbies irrwitzige Summen in ihre “Gegenmassnahmen”. Andere nutzen die Panik, um wieder das Thema Kernenergie neu aufleben zu lassen, obwohl deren Bilanz, wenn ein neues gebaut wird, kaum besser aussieht, wie die eines Kohlekraftwerkes. Und dann gibt es ja auch noch ein ganz anderes Problem damit …
    3. vielleicht spielt Angst auch bei mir eine Rolle: davor, dass die ungünstigen Szenarien wirklich eintreffen. Wir werden dann kaum noch etwas dagegen tun können. Wir sehen aber schon heute ein paar Auswirkungen, die möglicherweise nur ein sehr kleiner Ausschnitt dessen sind, was tatsächlich erwartet werden kann. Wie lange können wir noch warten, ohne bereits für die Generation unserer Kinder und Enkel gravierende Auswirkungen in Kauf zu nehmen. Was wir heute versäumen, wird dann deren Freiheit umso massiver einschränken. Je länger wir zögern, desto wahrscheinlicher werden schwerwiegende Auswirkung. Wenn ich mir eine anspruchsvolle Bergtour vornehme, soll ich dann sagen, ich hab’s letztes Jahr schon geschafft, also schaffe ich’s heute wieder, selbst wenn ich merke, dass meine Kondition nicht mehr die gleiche ist ? Ich sehe eine ausgesetze Kletterroute und bekomme ein mulmiges Gefühl, mehr als normal. Ist es dann noch vernünftig weiterzugehen ? Wir unterscheiden zu Recht Angst und Panik: die Angst ist ausserhalb einer akuten Bedrohung unser Warnsignal, nochmals genau zu prüfen, ob wir gerade alles richtig machen, ob wir unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten richtig einschätzen. Darum ist es unfair und unverantwortlich Angst ohne konkreten Anlass zu schüren. Aber es ist für eine Gesellschaft auch wichtig, Ängste mitzuteilen, um so die Aufmerksamkeit der Mehrheit zu wecken. Vielleicht hat diese Fähigkeit uns Menschen so besonders weit gebracht (weil dazu eine gute Kommunikation also Sprache erforderlich ist). Und vielleicht können wir auch deshalb darauf vertrauen, dass es weitergehen wird ohne dass wir wieder in Höhlen leben werden.

  16. beer7 sagt:

    Micha,

    der Kohlendioxidausstoss ist auch in Europa gestiegen, anstatt dass er verringert wurde. Die internationalen Abmachungen (Kyoto) wurde von niemandem eingehalten, auch von den Unterzeichnern nicht. Wenn gleichzeitig sich die Ozonabnahme verlangsamt hat (das habe ich noch nicht recherchiert), dann wird das sich das schwerlich auf Kyoto zurueckfuehren lassen, es sei denn, Du willst eine negative Korrelation konstruieren: Je weniger Anspruch und Wirklichkeit der Massnahmen uebereinstimmen, umso mehr nuetzt es der Umwelt.

    Uebrigens ist das Begriffspaar mE nicht Angst und Panik, sondern Furcht und Angst, zumindest habe ich das damals so gelernt.

  17. Micha sagt:

    Ruth,

    das Thema FCKW ist etwas älter und das Kyoto-Protokoll hat damit eher weniger zu tun. Herr Grassl konnte Mitte der 90er Jahre bereits auf Erfolge des FCKW-Verbots hinweisen und nannte damals die CO2-Problematik als kommende grosse, internationale Herausforderung.
    Du weisst völlig zurecht darauf hin, dass auch wir Europäer unsere selbst gestellten Hausaufgaben für das Kyoto-Protokoll nur ungenügend gemacht haben. Das stellt aber den Sinn der vorgeschlagenen Massnahmen nicht in Frage. Und leider hatte die totale Ablehnung dieses Vertragswerks seitens einiger wichtiger Staaten auch zur Folge, dass es nie wirklich verbindlich wurde - im Gegensatz zum FCKW-Verbot (*1).
    Zum politischen: während ich Schröder für seine Standhaftigkeit hinsichtlich der Ablehnung des Irakkrieges gerne lobe, ist seine Bilanz bei Umweltthemen sehr durchwachsen - kein Meisterwerk. Es sind einige Dinge vorangebracht worden, aber leider sind auch viele wichtige Dinge liegengeblieben(z.B. Verkehrsinfrastruktur) bzw. kontraproduktiv gewesen.

    (*1) für die USA hatte die Sache auch noch einen unschönen, wirtschaftlichen Nebeneffekt: die amerikanischen Autohersteller haben den Trend zu sparsamen Fahrzeugen verpennt und können auf die aktuelle Nachfrage kein den Asiaten und Europäern vergleichbares Angebot aus nordamerikanischer Produktion gegenüberstellen.

  18. beer7 sagt:

    Micha,

    warum das Kyotoprotokoll fuer die USA in seiner vorliegenden Form nicht annehmbar ist, habe ich schon ein paarmal hier verlinkt. Es geht nicht um einen wirtschaftlichen “Nebenaspekt”, sondern der ins Auge springende Zweck des Protokolls ist die Fesselung des wirtschaftlichen Gullivers durch die Zwerge.

    In die Thematik um FCKW muss ich mich erst einarbeiten.

    Erinnerst Du Dich noch an DDT und die Kampagne zu dessen Verbot?

  19. beer7 sagt:

    Und Micha,

    Schroeder, Chirac und Putin haben den Irakkrieg erst unausweichlich gemacht. Aber das interessiert Dich wohl nicht? “Standhaftigkeit” hat bei mir eine Nibelungenassoziation.

  20. Micha sagt:

    Ruth,

    ‘tschuldigung, na sowas, da habe ich offenbar einen Nerv getroffen … ;-)

  21. beer7 sagt:

    Micha,

    das ist nicht das Niveau, auf dem ich zu diskutieren pflege. Meine Aussage kann ich mit Argumenten untermauern, nur kennst Du die wahrscheinlich alle schon ganz gut. Daher spare ich mir die Muehe.

  22. Micha sagt:

    Ruth,

    du schreibst: “Es geht nicht um einen wirtschaftlichen Nebenaspekt, sondern …” (vorvorletzte Mail von dir). Klingt dir das nicht ein bisschen zu sehr nach Verschwörungstheorie ? Ich glaube nicht, dass andere Staaten so sehr ein Interesse an der Schwächung der USA haben als viel mehr eines an der Stärkung ihrer eigenen Wirtschaft; so wie Israel ja auch. Die Regierung Bush wird ja nicht nur von aussen kritisiert, sondern z.T. sogar besonders heftig im eigenen Land. Es gibt dort ja nicht nur die Lobby-Institute der Industrie sondern auch etliche Wissenschaftler, die mit ihren Ergebnissen diejenigen aus anderen Ländern überprüfen und leider oft genug bekräftigen - leider, weil man sich in letzter Konsequenz über solche wissenschaftliche Erfolge nur bedingt freuen kann. Die Häme, mit einige über die USA bei diesem Thema herziehen, halte ich weder für klug noch für angebracht.

  23. beer7 sagt:

    Micha,

    Du brauchst das Protokoll nur zu lesen. Warum die Europaeer es lieber wirtschaftlich mit China oder Indien aufnehmen (die laut Kyoto gar nichts einschraenken muessen), muss politische Gruende haben. Ich habe im internationalen Handel ausreichend miterlebt, dass die Zusammenarbeit bzw. die Konkurrenz mit chinesischen Herstellern um einiges schwieriger und riskanter ist als mit US-Herstellern.

    Die Nichtunterzeichnung des Kyotoprotokolls durch die USA geht auf die Clintonregierung zurueck. Auch diesen Punkt habe ich schon mehr als einmal erwaehnt.

  24. War das Ozonloch der Probelauf? « Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus sagt:

    [...] das Ozonloch der Probelauf? Micha verweist in einem seiner Kommentare auf die Wirksamkeit des FCKW (Treibstoffgase)- Verbots. Mir faellt auf, dass ich schon lange nichts [...]

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