Analysen zum Iran

März 26, 2007

Diese Nachricht von Debka wirkt leicht beruhigend: DEBKA-Net-Weekly Exclusive: Western defense experts ask questions about Iran’s invisible Shehab-3 ballistic missile

A group of Western military experts, who carried out a recent in-depth study of Iran’s high-sounding war games and scary weaponry, has concluded that they are largely a show is put on to conceal a poorly-equipped, under-trained military and elite Revolutionary Guards corps.
(…)
DEBKA-Net-Weekly’s military sources say that no objective observer saw the actual Shehab-3 test – and certainly not the Shehab-4, which was also mentioned. The only proven firings were performed by the Shehab-2 and the Fath-110, both of which are outdated and short on accuracy. It is therefore impossible to establish whether or not the Iranian Shehab-3 lives up to Tehran’s claim that it carries a multiple-bomb warhead.

The researchers argued that, if it were true, Iran would have exhibited the missile in action.

The experts also dissected Iranian footage of the simultaneous firing of a large number of rockets and concluded that this effect was contrived by clever editing of the video film.

Furthermore, the researchers noticed that, in all their practices, Iranian commanders used the same small number of missile-launchers over and over, indicating a severe shortage of launchers.

They are also apparently short of missiles.

Iranian missiles are color-coded according to type. Shehab-3’s colors are red and brown; Shehab 2, green.

After close attention to the film released by Tehran, the analysts were quite sure that the putative Shehab-3s, whose firings were recorded, were in fact Shehab-2 missiles disguised under a coat of red and brown paint to fool viewers.

Bevor wir aber aufatmen, sollte man sich klar machen, dass der Iran keine Langstreckenraketen braucht, um Israel angreifen zu koennen, da er mit der Hisbollah im Suedlibanon quasi eine gemeinsame Grenze mit Israel besitzt.


ach, wie schade

März 25, 2007

Leider verlaeuft die Diskussion mit Rami immer schwieriger:

Israelis haetten mehr Araber getoetet als die Nazis Juden.
Juden haetten mehr und schlimmere Verbrechen begangen als Nazis.

Nach der europaeischen Definition von Antisemitismus sind solche Aeusserungen antisemitisch. Ich kann mir schon vorstellen, was Rami alles ueber Juden gehoert und verinnerlicht hat, waehrend er in Jordanien aufwuchs. Trotzdem kann ich mir schlecht vorstellen, dass er wirklich Antisemit ist oder sein will.

Diese Reaktionen habe ich offensichtlich auf mich gezogen, weil ich sein Weltbild in Frage stelle. Das Weltbild selber wuerde ich als “postmodern” bezeichnen. Klassischerweise sieht Rami sich ja auch als Hippie.

Die Hymne dieser Weltsicht ist John Lennon: “Imagine …”

Das ist der Kult des Wunschdenkens und der ausgelagerten Verantwortung. Religion, Staat, Besitz sind zwar fuer alles Boese auf der Welt verantwortlich, haben aber gar nichts mit dem Menschen an sich zu tun.

Die verleugnete Aggression kommt sehr schnell zum Vorschein, wenn jemand sich nicht dieser “brotherhood of man” anschliessen will.


Erinnert sich jemand noch an “Dieser Ort namens Hoffnung”

März 24, 2007

von Daniel Gordis? Ich hatte den Text ins Deutsche uebersetzt und hier gepostet.

In der Wochenendausgabe der Jerusalem Post schreibt Jonathan Rosenblum eine verspaetete Resonse zu Gordis’ Text: Think Again: Embrace the abnormal

What we need, it seems to me, is an alternative post-Zionism. Rather than decrying the failure of Zionism to normalize the situation of the Jews, let us recognize that failure as the fulfillment of the ancient prophecy, “[I]t will not be! As for what you say, ‘We will be like the nations, like the families of the lands.” (Ezekiel 20:23).

It is time to embrace our abnormal existence.

The enduring, irrational, and protean nature of the hatred directed at us in all generations and all places is the greatest proof of that we have been singled out for a unique mission. The “miracle” of anti-Semitism is something that even non-religious Jews can grasp.


Es war knapp

März 22, 2007

Meine Schwiegerfamilie lebt nahe der Bucht von Haifa. Im Krieg im letzten Sommer war meine grosse Angst, dass die Chemische Industrie dort getroffen werden koennte. Erst jetzt wurde die Nachricht freigegeben, dass nicht viel gefehlt hat.


Mubarak moechte Aegypten noch ein bisschen totalitaerer machen

März 22, 2007

In Aegypten wird ein Referendum ueber eine Verfassungsaenderung vorbereitet.

Professor Marc Lynch erklaert, warum diese Aenderungen darauf hinauslaufen, ein Baath-System in Aegypten einzufuehren. Baathism on the Nile

Sandmonkey haelt nicht viel vom Verhalten der Abgeordneten in diesem Kontext: Bunch of Monkeys


Kleine Bitte

März 22, 2007

ich wollte der Zeit via Kommentar meine Analyse zukommen lassen. Aber ich schaffe es nicht, mich anzumelden und kann mich auch nicht mehr neu registrieren lassen, weil ich das anscheinend schon mit meinen e-mail Adressen getan habe.

Wenn jemand von Euch dort registriert ist, waere ich dankbar, wenn er/sie das fuer mich erledigen koennte.


Neue Irakumfrage und die Berichterstattung darueber in der ZEIT

März 22, 2007

Die ZEIT titelt Keine Hoffnung und fasst die Ergebnisse folgendermassen zusammen:

Die Iraker trauen weder den ausländischen Truppen noch der eigenen Regierung. Sie fürchten die Gewalt und glauben nicht mehr an die Zukunft. Eine deprimierende Bilanz nach vier Jahren Krieg

Das passt gar zu gut zum links-liberalen Schema bzgl. Irak, daher interessierten mich die tatsaechlichen Umfrageergebnisse. Es spricht nicht fuer die ZEIT, dass sie keinen Link anbietet. Mit den gemachten Angaben wurde ich schnell fuendig. Der Denver News Channel berichtet ueber den 4. Jahrestag des Irakkrieges und bringt wie selbstverstaendlich auch den Link zur neuen Umfrage.

Die Schlagzeile und die Zusammenfassung der ZEIT sind so nicht richtig:

Auf die Frage 2: Compared to the time before the war in spring 2003, are things overall in your life much better now, somewhat better, about the same, somewhat worse, or much worse? antworten 43% besser gegenueber 36% schlechter (22% gleich). Deutlich zu sehen ist, dass die Werte ein Jahr beim ersten und zweiten Jahrestag des Krieges (zum dritten wurde anscheinend keine Umfrage durchgefuehrt) positiver waren. Ein Jahr nach dem Krieg 57% besser, 19% schlechter, zwei Jahre danach 52% besser, 29% schlechter. Meine vorsichtige Spekulation ist, dass sich die konkrete Erinnerung an das Leben unter Saddam Hussein mit zeitlichem Abstand abschwaecht, da ich kaum glauben kann, dass ein Jahr nach dem Krieg die allgemeine Situation wirklich deutlich besser war als heute.

What is the single biggest problem facing your life these days?: Security issues fuehrt mit 48% vor social issues mit 22%, dann folgen Wirtschaft 17% und Politik/Militaer 13%. (Q4)
Noch deutlicher ist die Prioritaet der Sicherheit, wenn allgemein gefragt wird: Not personally, but in terms of Iraq, what in your opinion is the single biggest problem facing Iraq as a whole? Sicherheit 53% Politik/Militaer 26%, Soziales 12%, Wirtschaft 9% (Q9)

Auf die Frage, welche Erwartungen man in einem Jahr bezueglich der Sicherheit habe, antworteten 44% besser, 32% gleich und 24% schlechter. (Q12 a)

Offensichtlich traut man der irakischen Armee und Polizei zu, mit dem Problem fertig zu werden: 61% aeussern Vertrauen in die Armee, 64% in die Polizei, dagegen nur 18% in die Koalitionstruppen. (Q16)

Dementsprechend antworten 49%, dass die Truppenerhoehung in Bagdad und Anbar die Lage verschlechtern wuerde, gegenueber 29%, die sich eine Besserung und 22%, die keine Aenderung erwarten (Q26). Und 69% antworten in Q28, dass die Anwesenheit von Koalitionstruppen im Irak die Sicherheitssituation nur verschlechtere. In Frage 31 werden die Koalitionstruppen mit 31% auch am haeufigsten fuer die Gewalt verantwortlich gemacht, gefolgt von Al Qaida und fremden Jihadi mit 18%. Dabei ist die Gewalt, die man am meisten fuerchtet, laut Q34 das Bombenattentat (Autobombe oder Selbstmordattentaeter) 38%. Die USA werden also nicht dafuer verantwortlich gemacht, selber Gewalt auszuueben, sondern nur, sie nicht zu verhindern.

Aber auf die Frage 27 How long do you think US and other Coalition forces should remain in Iraq? Should they leave now, remain until security is restored, remain until Iraqi government is stonger, remain until Iraqi security forces can operate independently, remain longer but leave eventually, or never leave? sprechen sich insgesamt 65% fuer ein laengeres Bleiben aus (verteilt auf die verschiedenen Kriterien Sicherheit 38%, Regierung 14, Sicherheitskraefte 11, ohne Kriterium 2) und nur 35% sprechen sich fuer den sofortigen Abzug aus.

Hier liegt ein Widerspruch vor: Anscheinend wird die Anwesenheit von Besatzungstruppen emotional als Belastung empfunden, obwohl man sich rational darueber im Klaren ist, dass sie vorlaeufig noch gebraucht werden.

Die Besatzer sind keineswegs die einzigen fremden Maechte, die man im Irak verwickelt sieht: 71% sehen Einmischung durch den Iran, 66% durch Syrien und 56% durch Saudiarabien (Q54). Grundsaetzlich wird Einmischung nicht gern gesehen, eine negative Rolle im Irak spielen nach Q29 folgende Staaten:
USA 77%, UK 75%, Iran 67%, Syrien 63%, Saudiarabien 52%, Tuerkei 46%. Nur Russland wird ueberwiegend neutral gesehen.

Einen irakischen Buergerkrieg kann eine Mehrheit von 56% nicht erkennen. Von diesen halten 57% es auch in Zukunft fuer unwahrscheinlich, dass sich ein Buergerkrieg entwickeln koennte. (Q52 und 53)

Die Zukunft der Kinder sieht man vorsichtig optimistisch: Besser 43%, schlechter 37%, gleich 21%. (Q5)
Die eigene unmittelbare Zukunft (in a year from now) sieht man immer noch leicht optimistisch: 35% besser, 32% schlechter, 32% gleich. (Q3)

Auf die Frage nach der bevorzugten Regierungsform sprechen sich 43% fuer Demokratie im gegenwaertigen Irak aus, gefolgt von 34% fuer einen Diktator und 22% fuer einen islamischen Staat. (Q17) Die Frage nach dem islamischen Staat ist natuerlich problematisch, da man sich durchaus eine Kombination von Demokratie und islamischem Staat vorstellen koennte. Klarer waere es gewesen nach einem islamischen Staat nach dem Vorbild des Irans zu fragen. In naher Zukunft (fuenf Jahre von heute) haetten gern 53% eine Demokratie, 26% einen Diktator und 22% einen islamischen Staat. (Q1 8) Offensichtlich decken sich Wunsch und Erwartung ganz gut, denn 53% sind auch zuversichtlich, dass der Irak dann eine Demokratie sein wird, waehrend nur 22% mit einem Diktatur und 24% mit einem islamischen Staat rechnen.

Angesichts der deutlichen Praeferenz fuer Demokratie gegenueber Diktatur und dem klaren Optimismus, dass die Demokratie sich durchsetzen wird, nimmt es wunder, dass der Irakkrieg, durch den Saddam Hussein gestuerzt wurde, von 53% im Nachhinein fuer falsch gehalten wird (Q10). Mir scheint, dass hier wieder zwischen emotionaler und rationaler Einstellung unterschieden werden muss: Zwar fuehlt man sich der Demokratisierung verbunden, sieht es aber mit Ressentiment, dass sie nur durch Gewalt von aussen moeglich war.


Viel zu wenig bekannt

März 21, 2007

ist die notorische Unzuverlaessigkeit von Peace Now שלום עכשיו: Peace Now’s margin of error

Wie bei so vielen ideologisch motivierten Gruppen wird erst geschossen und nachher die Schiesscheibe um das Loch gemalt. Das gelingt nicht immer vollstaendig. Aber wie es so geht bei Verleumdungen, etwas bleibt immer haengen.


Falls jemand sich “zur Lage der Frau” zu Wort melden moechte

März 21, 2007

Ständige Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen.

Laut der Liste Presence in UN Bodies und dieser UN-Pressemitteilung ware es Eibe Riedel im Committee on Economics, Social and Cultural Rights (CESCR), der sich wie zitiert geaeussert hat:

The representative of Germany, speaking on behalf of the European Union, said the text was of a primarily humanitarian nature. The European Union remained the largest contributor of assistance to the Palestinian people and had voted in favour of the text. Deeply concerned about the impact of the conflict on all women in the region, including both Palestinian and Israeli women, the European Union underscored the need for an approach that took into consideration the impact of the conflict on all sides. The role of women in the peace process was worthy of further investment, and the European Union invited the delegation of the Palestinian Permanent Observer Mission to engage in a dialogue on how best to address the issue at the United Nations. The European Union’s vote today was without prejudice to future positions it might take in the Commission and other fora.

Prof. Dr. Eibe Riedel hat auch einen Lehrstuhl an der Universtitaet Mannheim inne und kann dort kontaktiert werden.
e-mail: riedel@uni-mannheim.de
Tel: (0621) 181-1417

Es bietet sich auf jeden Fall an, auch den deutschen Aussenminister anzuschreiben:

Dr. Frank-Walter Steinmeier
Auswärtiges Amt
11013 Berlin
Tel: 030-5000-0
Fax: 030-5000-3402
digital via Kontaktformular

ebenso den Deutschen Botschafter bei der UN:

Ihre Exzellenz Thomas Matussek
The Permanent Mission of Germany to the UN
871 UN Plaza
New York, NY 10017
Telephone (212) 940 04 00
Telefax (212) 940 04 02
Kontaktformular


Zur Lage der Frauen

März 21, 2007

Die UN Kommission zur Lage der Frauen hat in ihrer 51. Session vom 26. Februar bis zum 9. Maerz genau ein Ergebnis gebracht:

Eine Resolution, in der Israel die alleinige Verantwortung fuer die Lage pal. Frauen zugeschrieben wird.

Anscheinend leuchtet jedem ein, dass die teilweise gewaltsame Islamisierung durch die Hamas, die Ehrenmorde usw. einzig und allein auf Israel zurueckgefuehrt werden koennen.

Offensichtlich ist auch, dass es den pal. Frauen von allen Frauen weltweit am schlechtesten geht. Wie bei Harry’s Place so schoen aufgelistet:

Number of resolutions criticizing Iran for beating and imprisoning women’s rights demonstrators or approving the stoning to death of alleged female adulterers: 0

Number of resolutions criticizing Saudi Arabia for prohibiting women from driving, traveling unaccompanied by male relatives or voting in municipal elections: 0

Number of resolutions criticizing Sudan for supporting the Janjaweed militia, which engages in mass rape of women in Darfur: 0

Man muss sich das Abstimmungsergebnis auf der Zunge vergehen lassen:

In favour: Algeria, Armenia, Belgium, Belize, Bolivia, Brazil, China, Congo, Croatia, Djibouti, Dominican Republic, Ecuador, El Salvador, Germany, Ghana, Hungary, Iceland, India, Indonesia, Iran, Japan, Kazakhstan, Malaysia, Mali, Mauritius, Mexico, Morocco, Netherlands, Nigeria, Peru, Qatar, Republic of Korea, Russian Federation, Suriname, Thailand, Togo, Turkey, United Arab Emirates, United Kingdom, United Republic of Tanzania.

Against: Canada, United States.

Absent: Cameroon, Lesotho, Zambia.

Hervorhebungen von mir.

Die Laender der EU stimmen offensichtlich automatisch mit dem muslimischen Block und schaemen sich keine Sekunde lang!