Mal wieder eine Analyse, mit der ich uebereinstimme
Shlomo Avineri: Kein Staat im Werden
(…) ein Blick auf die palästinensische Geschichte enthüllt ein tiefer liegendes strukturelles Versagen, das sie während ihrer gesamten Dauer begleitet: das Unvermögen, Institutionen aufzubauen, die auf einem nationalen Konsens beruhen und die Grundlage eines Staates zu bilden in der Lage wären.
Dieses Versagen begann bereits zur Zeit des britischen Mandats, das Arabern und Juden die Schaffung von autonomen politischen Strukturen für Erziehung, Wirtschaft, Entwicklung und Sozialfürsorge ermöglichte. (…)
Der arabischen Öffentlichkeit gelang es im Gegensatz dazu nicht, ein paralleles System von Institutionen zu entwickeln. „Das Arabische Hohe Komitee“ war nie mehr als eine Versammlung von Honoratioren, die ohne Wahl aufgrund regionaler und familiärer Herkunft (Clan) ernannt wurden und lediglich sich selbst repräsentierte. (…)
(…)

Juli 29, 2007 um 1:52 Uhr nachmittags
Ha, den Artikel wollt ich gerade noch mal bei mir verlinken.
Juli 29, 2007 um 1:55 Uhr nachmittags
Lass’ Dich davon nicht abhalten! Dieser Artikel verdient moeglichst weite Verbreitung.
Ein Stueck Antwort auf die These “Verzweiflung” steckt auch darin, aber ich habe nicht den Eindruck, dass add-a-link das sehen moechte.
Juli 31, 2007 um 4:21 Uhr nachmittags
Ruth,
das von Avineri angesprochene Problem, sich als Gesellschaft zu organisieren, wird auch von Segevs “Es war einmal ein Palästina” hervorgehoben.
Ich finde allerdings, dass der folgende Vergleich Avineris etwas hinkt; er schreibt:
“… . All dies ist wahr – aber irrelevant. Jede Nationalbewegung ist schweren Bedingungen ausgesetzt, die für gewöhnlich mit der Existenz unter fremder Herrschaft zu tun haben. Es ist schwer, sich schwierigere Bedingungen vorzustellen als die, denen der hebräische Yishuv im Land Israel in den 30er und 40er Jahren ausgesetzt war: der Aufstieg des Nationalsozialismus, die Entfremdung von Seiten der Briten, die Bedrohungen durch den Zweiten Weltkrieg und die Shoah. Aber darin besteht die Prüfung einer Nationalbewegung: ob sie fähig ist, eine Krise in einen historischen Kairos umzuwandeln.”
Die Krisen vor und während der Gründung Israels standen nur z.T. der Staatsgründung entgegen, teilweise wurde sie durch diese Situation auch begünstigt.
August 1, 2007 um 11:24 Uhr vormittags
Micha,
es kommt darauf an, die Chancen in den Krisen zu erkennen und zu ergreifen.
Die Palaestinenser spezialisieren sich darauf, Chancen zu verpassen…
August 1, 2007 um 11:59 Uhr vormittags
Schaut ihr hier:
http://flowerkraut.wordpress.com/2007/08/01/2x-palastina/
August 1, 2007 um 12:55 Uhr nachmittags
Danke, Flowerkraut!
P.S. Ich kann nicht behaupten, dass ich Deinen ganzen Blog schon gelesen haette. Aber das Bisherige gefaellt mir so gut, dass ich ihn hier verlinke. Ich erwarte nicht von Dir, dass Du Dich revanchierst!
August 1, 2007 um 4:13 Uhr nachmittags
Zuviel der Ehre, aber ich befürchte mein Ringen mit dem Design und den Textfunktionen von WordPress ist so erbärmlich, dass dies eher einer Antiwerbung für deine Seite gleichkommt.
Nun, meine Seite soll keine Nahostblog werden, aber Beersheva ist ja über Rungholt im erweiterten Gesichtskreis. Duzdar hatte auch einige für Israel negative Aussagen dabei, im wesentlichen beklagt er die mangelnde Kooperation, nur habe ich diese wegen des thematischen Zusammenhang mit Avineris Aussagen weggelassen. Es war trotzdessen ein recht langer Text. Leider ist der Artikel nur noch im Handelblatt-Archiv.