Ich bin wieder zurueck


im Buero und damit am Computer.

Bitte habt Verstaendnis, dass ich erst einmal einiges aufarbeiten muss. Ausserdem muss ich mich auch wieder in die Nachrichten einlesen. Ich habe auch Pause von den Tagesnachrichten gemacht und das als sehr erholsam empfunden.

Der Urlaub war wunderschoen: Hier ein paar Bilder. Keines davon habe ich selber aufgenommen. Die Filme kann ich erst morgen zum Entwickeln bringen und wann ich dazu komme, sie abzuholen, weiss ich auch noch nicht.

Bald starte ich in den Urlaub


Bis Ende August duerften die Blogeintraege daher seltener werden und eine persoenlichere Note annehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich in den Ferien in der gleichen, intensiven Weise auf dem Laufenden halten kann.

Demnaechst in diesem Theater


No dialogue between Hamas and Fatah until Gaza Strip is returned to Palestinian Authority rule

Mein Zynismus meint, dass der Dialog so lange geheim gehalten werden wird, bis die Waffenlieferungen und Geldtransfers an Abbas’ Fatah abgeschlossen sind.

Die Wartezeit wird sinnvoll genutzt:

Hamas forms ‘naval’ force to protect the Gaza Strip’s shores

(…)

A Hamas official admitted to Yedioth that the force will not be able to match the abilities of the Israeli Navy, but that it will attempt to interfere and intervene in Israel’s naval operations.

(…)

Auch die finanzielle Lage hat sich etwas beruhigt, seit Fayyads Regierung “versehentlich” die Jahresgehaelter von 3500 Angehoerigen der Hamas Executive Force ueberwiesen hat.

Klappern aber gehoert zum Geschaeft: UNRWA warns of economic collapse in the Gaza Strip and calls for urgent international intervention

Ob die wirtschaftliche Not wohl dazu fuehren wird, dass die Palaestinenser auf den Beschuss der Grenzuebergaenge verzichten?

Sieht nicht so aus…

Rueckkehr in den Gazastreifen mit Hindernissen


Die Rueckkehr durch den direkten Grenzuebergang ist nicht moeglich, weil die EU den Grenzverkehr nicht mehr ueberwacht, seit die Hamas in einem gewalttaetigen Putsch die Macht im Gazastreifen uebernommen hat.

Die Rueckkehr ueber den naechstgelegenen Grenzuebergang wird wochenlang verzoegert, weil Hamas mit Beschuss droht. Teilweise muss ein riesiger Umweg in Kauf genommen werden.

Und um ueberhaupt zurueckkehren zu koennen, muss die Botschaft der PA in Kairo geschmiert werden.

Kognitive Dissonanz in Israel


Vor drei Wochen schloss Israel einen Deal mit Abbas: Israel offers amnesty to boost Fatah

Gesuchte Terroristen, die der Fatah angehoerten (vor allem die Al-Aksa-Brigaden haben viele Anschlaege unternommen) sollten amnestiert werden, sofern sie ihre Waffen abliefern und schriftlich geloben, an keinen weiteren Anschlaegen teilzunehmen.
More than 300 gunmen accept Israel’s amnesty offer

Schon bald war klar, dass auch in diesem Fall die konventionelle pal. Auffassung hinsichtlich Vertragserfuellung greifen wuerde:
Report: Amnesty deal between Israel and Fatah falls through

According to the report, Israel informed the Al-Aqsa Martyrs’ Brigades, affiliated with Fatah that the amnesty offer is no longer on the table as half of the Fatah militants who signed documents promising to refrain from terrorism failed hand over their weapons.

Mit etwas Kreativitaet laesst sich dieses Problem loesen: DEBKAfile Exclusive: Olmert greets Rice with further concessions for Abbas despite discovery of Palestinian fraud over Israel amnesty

It has come to light, according to our military sources, that the weapons handed in two weeks ago by 168 Fatah-al Aqsa Brigade terrorists in return for immunity from Israel military pursuit were World War I vintage Italian carbines left behind by Turkish troops when they quit the country in 1917 and Mauser rifles from the 1930s.

Dieser Bericht erschien nur in Debka, muss also mit Vorsicht genossen werden.

Inzwischen lesen wir aber in WND: Terrorists dupe Israelis on weapons deal

A widely circulated AP article yesterday quoted a senior Palestinian security official stating “all but three Al Aqsa members have surrendered their weapons and sworn off violence, as part of the arrangement.”

But calls yesterday to the Al Aqsa Martyrs Brigades members granted amnesty yielded a much different story.

Abu Yousuf, a senior leader of the Brigades in Ramallah, told WND most Brigades members turned in one of several pieces of weaponry they possess. He said most Brigades members have two to three guns, including one to two personal weapons and one assault rifle issued by the PA, since the majority of Brigades members are also members of Fatah’s security forces.

“It’s true Brigades members turned in one of their weapons as a symbolic act, but they kept the others,” he said.

Und wie bei Debka wird deutlich, dass die Regierung Olmert das Problem nicht als solches wahrnehmen will:

The Brigades’ failure to keep their side of the amnesty deal is well-known to the Israeli security apparatus. Members of the Israel Defense Forces military intelligence unit said they complained to Olmert’s office in recent days, explaining most of the Brigades members did not disarm.

But according to senior Palestinian officials, Olmert officials said the prime minister would strongly consider granting amnesty to 206 Fatah fighters, mostly Brigades members, who haven’t yet officially received amnesty. Some of the 206 are senior Brigades commanders, but most are mid-level militants.

(…)

Regardless of whether Olmert grants amnesty to the remaining 206 militants, according to Palestinian officials the Israeli prime minister already has given de facto immunity to the entire Brigades terror group and to all Fatah fighters in the West Bank.

“We were directly told Fatah fighters will not be targeted regardless of official amnesty,” the Palestinian official said, speaking on condition his name be withheld.

Die Regierung wiederholt alle Fehler von Oslo…

Zum gegenwaertigen Nahost-Friedensplan


Shlomo Ben Ami war unter Barak israelischer Aussenminister. In dieser Eigenschaft hat er auch an den Camp-David-Verhandlungen teilgenommen, auf die dann die sog. Al-Aksa-Intifada folgte. Ben Ami ist ein hoch intelligenter Mann mit vielseitigen Erfahrungen, ausserdem Historiker.

Mit seiner Analyse Bushs fehlerhafter Friedensplan für den Nahen Osten bin ich trotzdem nicht ganz einverstanden.

Dass in Damaskus ein Gipfeltreffen der „Achse des Bösen“ des Nahen Ostens – Iran, Hisbollah, Syrien und Hamas – stattfand, unmittelbar nachdem Präsident George W. Bush die „Gemäßigten“ zu einer Konferenz zur Förderung eines Friedens zwischen Israel und den Palästinensern aufgerufen hatte, zeigt einmal mehr, wie sehr die Probleme der Region miteinander verzahnt sind.

Das Treffen von Damaskus spiegelt die iranische Einschätzung wider, wonach ein israelisch-arabischer Friedensschlusses eine ernste strategische Bedrohung wäre – denn er würde den Iran in einem feindlichen arabischen Umfeld ohne Konflikt mit Israel zur Isolation verdammen. Die Iraner verbanden mit dem Treffen außerdem das Ziel, ein Bündnis gegen einen möglichen Angriff der USA auf die Nuklearanlagen ihres Landes zu schmieden.

Die Ausgangssituation finde ich richtig und praegnant dargestellt.

Tatsaechlich muss der pal.-isr. Konflikt im groesseren Kontext gesehen werden. Die iranischen Hegemoniebestrebungen loesen einige Bedenken bei den arabischen Staaten aus.

Ich stimme nicht zu, dass der pal.-isr. Konflikt den “archimedische(n) Punkt innerhalb des Nahostproblems” darstellt. Das stimmt nur auf der symbolischen, aber nicht auf der faktischen Ebene. Israel und die Juden haben innerhalb der arabischen Welt eine wichtige Funktion. Sie dienen als Ventile fuer Frustration mit der eigenen Situation, als Versatzstuecke fuer Verschwoerungstheorien. Auf dieser Ebene kann der Konflikt nur geloest werden, wenn das Beduerfnis nach Ventilen und Verschwoerungstheorien nachlassen wuerde.

Seit dem ersten UN Arab Human Development Report von 2002 haben die Verfasser – arabische Experten – immer wieder dasselbe Ergebnis verkuendet: Die Ungleichstellung der Frau in der arabischen Welt ist eine der drei hauptsaechlichen Ursachen fuer die Misere der arabischen Welt. Die beiden anderen Faktoren sind schlechte Regierungsformen und unzureichendes Bildungsangebot. Der pal.-isr. Konflikt wird ebenfalls angefuehrt, und zwar als Vorwand der Herrschenden, um Reformen abzuwehren.

The report asserts that the conflict is a contributing factor to the region’s democratic deficit often used as an excuse for distorting the development agenda.

Wenn wir davon ausgehen, dass die herrschenden Eliten selten freiwillig ihre Privilegien aufgeben, dann wird klar, dass der pal.-isr. Konflikt – sofern er denn geloest wuerde – sofort durch einen anderen Vorwand ersetzt werden muesste. Das stellt fuer das saudische Koenigshaus und die politische Clique um die Mubarakdynastie in spe ein echtes Problem dar: Die Aussicht auf einen atomar bewaffneten Iran ist ungemuetlich, aber die Aussicht auf eigenen Machtverlust auch nicht gerade einladend. Dazu kommt, dass durch die systematische Unterdrueckung jeder Opposition bei gleichzeitigen Lippenbekenntnissen zum Islam die islamistische Opposition in der besten Verfassung ist, um die Macht zu uebernehmen. Genau dieser Opposition wuerde die Elite in die Haende spielen, wenn sie sich hinter die USA stellt und ernsthafte Friedensanstrengungen im pal.-isr. Konflikt uebernaehme.

Das Wanken und Wackeln der USA im Irak wird natuerlich sorgfaeltig beobachtet. Die USA koennten sich nach einem verfruehten Abzug aus dem Irak eine (eher kurze) Zeit geniessen, die als Ruhe und Frieden empfunden wird. Die arabischen Staaten im Nahen Osten aber koennen keinen Ozean zwischen sich und den Iran legen. Sie haetten auf das falsche Pferd gesetzt und muessten die Konsequenzen tragen.

Für diese „gemäßigten“ amerikanischen Bündnispartner

Aegypten und Saudiarabien sind gemeint und die Anfuehrungszeichen von Ben Ami verraten, was er selbst von deren Maessigung haelt

geht es bei einem Frieden um israelische Zugeständnisse, nicht darum, für Israel die Kastanien aus dem Feuer zu holen – und dies schon gar nicht, solange Israel sich weigert, dem arabischen Friedensplan zuzustimmen.

Ich bezweifle, ob es wirklich ermutigend auf andere, potentielle Alliierte wirken wuerde, wenn die USA vorfuehrt, wie sie einen langfristigen und strategischen Buendnisparnter, Israel, unter Druck setzt und zu schweren Zugestaendnissen zwingt.

Aber von Israel soll nur dann verlangt werden, sich an Friedensgesprächen zu beteiligen, wenn die Palästinenser hart gegen den Terrorismus vorgehen – das heißt einen weiteren Bürgerkrieg zwischen Fatah und Hamas riskieren – und die Korruption beseitigen.

kritisiert Ben Ami. Wenn ich ihn richtig verstehe, sollte Israel also Friedensgespraeche fuehren, als gaebe es keinen Terror. Die Formel ist bekannt aus den Anfaengen der Oslo-Periode. Die zweite Haelfte hiess damals aber “und der Terror wird bekaempft, als gaebe es keine Friedensgespraeche”. Schon unter Rabin hat diese Schizophrenie nicht zur Vertrauensbildung auf beiden Seiten gefuehrt, sondern im Gegenteil zu wachsender Erbitterung. Arafat erhielt damit auch das deutliche Signal, dass Terror als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln politisch nicht sanktioniert wird. Es war daher eine einleuchtende Entscheidung, nach Camp David wieder auf Terror zu setzen.

Die palästinensischen Milizen jedoch haben wieder und wieder geschworen, dass sie den bewaffneten Kampf nicht aufgeben werden, bevor sie einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 sehen – mit dem arabischen Teil Jerusalems als Hauptstadt.

Hier klittert Ben Ami. Die Hamas hat immer unmissverstaendlich deutlich gemacht, dass sie keinen israelischen Staat in welchen Grenzen auch immer anerkennen wird. Auch aus der Fatah waren Stimmen zu hoeren, die einen Staat Palaestina neben dem Staat Israel nur als Etappenziel auf dem Weg zum Ende des Staates Israels sehen. Ein prominentes Beispiel war Faisal Husseini.
Vor allem aber gibt es keine signifikante pal. Gruppierung, die auf die Forderung verzichtet, Israel muesse das “Rueckkehrrecht” von pa. Fluechtlingen und ihren Nachkommen akzeptieren. Das aber ist nichts weiter als der Code fuer die demographische Zerstoerung des juedischen Staates.

Nur ein vollwertiges, die grundlegenden Ziele des palästinensischen Nationalismus erfüllendes Friedensabkommen dürfte Abbas die öffentliche Legitimität geben, den Radikalen entgegenzutreten.

Genau ein solches Angebot wurde Arafat in Camp David unterbreitet und Ben Ami war mit dabei. Arafat hatte weit weniger Legitimationsprobleme innerhalb der pal. Gesellschaft als Abbas. Warum funktionierte das damals nicht? Warum trat Arafat nicht nur nich den Radikalen entgegen, sondern benutzte sie, um auf Camp David die sog. 2. Intifada folgen zu lassen?

Ich halte die derartigen Anstrengungen von Bush, Rice und Olmert auch nicht fuer das Ei des Kolumbus, aber Ben Amis Ausfuehrungen wirken nicht weniger fehlerhaft auf mich.

Ferienlager


In Israel haben die Schulkinder zwei Monate Sommerferien. Die Eltern dagegen haben max. 18 Urlaubstage, wenn sie nicht selber Lehrer sind. In Israel ist es die Norm, dass beide Eltern berufstaetig sind.

Dieses Jahr hatte der JUli 23 Arbeitstage und der August 22, macht zusammen 45 Tage. Selbst wenn beide Eltern ihren Jahresurlaub nehmen und beide 18 Tage haben, ergibt das nur 36 Tage.

Die Luecke muss irgendwie geschlossen werden. Gluecklich, wer willige und nicht allzu weit entfernt wohnende Grosseltern rekrutieren kann! Ansonsten gibt es Ferienlager. Die meisten davon sind als Daycamps aufgezogen. Sie kommen in allen Formen, Farben und Groessen, die meisten davon eher anspruchslos. Geld spielt natuerlich auch eine Rolle. Bei einer Familie mit drei oder vier Kindern reisst die Sommerbetreuung schon ein tiefes Loch in den Geldbeutel, bevor die Eltern auch nur einen Tag Urlaub gehabt haben.

Hier ein besonderes Beispiel: Co-existence summer camp

Israeli and Palestinian children recently took part in a special summer camp at kibbutz Gat. The summer camp, sponsored by the Peres Center for Peace, was a week long and hosted 180 children.

This is the project’s fifth year and, so far, more than 1,800 children, ages six to fourteen, have participated in it.

(…)

Auch Palaestinenser schicken ihre Kinder gern in Ferienlager, obwohl sehr viel weniger Muetter berufstaetig sind. Ich stelle es mir einfach auch schwierig vor, die Kinder ueber einen so langen Zeitraum waehrend der heissen Zeit beschaeftigt und zufrieden zu halten.

Die Ferienlager muss man sich etwas anders vorstellen: Gazans pull kids from Hamas camp

Some Palestinian parents in the Gaza Strip are up in arms over Hamas summer camps which are being used to train children on the use of weapons and other military equipment.

The families on Tuesday also accused Hamas of inciting their children against Israel and Fatah. Some of the families decided to pull their children out of the camps after discovering the goals of the camp. Most of the children who are participating in the current Hamas summer camps are between the ages of eight and 17.

In the past, Fatah also used summer camps for teaching schoolchildren how to use weapons and for inciting against Israel and the US.

(…)

Dass pal. Kinder in Ferienlager fuer den Jihad trainiert werden, ist keine neue Erscheinung.

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