“Andere Völker sind mächtig, wir sind moralisch.”

So formuliert Malte Lehming im Tagesspiegel das Selbstverstaendnis der Deutschen heute.

Selber scheint er sich nicht ganz damit zu identifieren. In einem frueheren Kommentar lese ich folgendes:

Wäre es besser, die fünf bulgarischen Krankenschwestern und der palästinensische Arzt säßen immer noch in libyscher Haft? Nein. Wer Menschenleben achtet und retten will, kann sich den Luxus moralischer Reinheit nicht immer leisten. Humanitärer Pragmatismus hat seinen Preis. Das aber bedeutet nicht, die eigene Erpressbarkeit derart hemmungslos öffentlich zu machen wie jetzt. Die Taliban studieren uns nicht, sie verfolgen einfach die Nachrichten.

Die Frage ist dann nur: Kann sich Deutschland den Luxus moralischer Reinheit bei den Menschenrechten und beim Klimawandel leisten?

Die Antwort lautet: Offensichtlich nicht.

Sorge vor UN-Sanktionen gegen Iran

(…)

Waren für 3,5 Milliarden Euro

Die deutschen-iranischen Handelsbeziehungen befanden sich in den vergangenen Jahren in einem steten Aufwärtstrend. Für die deutsche Wirtschaft ist der Iran der wichtigste Markt im gesamten Nahen und Mittleren Osten. 2004 lieferte Deutschland in das Öl produzierende Land Waren für über 3,5 Milliarden Euro.

Im Vergleich zu 2000 war dies eine Verdoppelung und verglichen mit dem Vorjahr ein Zuwachs um ein Drittel. Für 2005 hat der DIHK erneut einen deutlichen Anstieg deutscher Exporte in den Iran auf einen Wert von bis zu 4,5 Milliarden Euro prognostiziert, sofern keine Sanktionen verhängt werden.

MAN und Siemens sind engagiert

Auch die iranischen Lieferungen nach Deutschland nahmen im vergangenen Jahr um 35 Prozent zu. Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Wirtschaftspartner des Landes im westlichen Ausland.

Zu den großen deutschen Unternehmen, die sich im Iran engagieren, gehören der Industriegase-Spezialist Linde, der Nutzfahrzeughersteller MAN und der Technologiekonzern Siemens, der unter anderem im iranischen Mobilfunksektor tätig ist. Linde hatte zuletzt einen Großauftrag aus dem Iran zum Bau einer Petrochemie-Anlage am Persischen Golf erhalten.

Zur Menschenrechtssituation im Iran brauche ich hoffentlich nicht viel zu schreiben?

Und beim Klimawandel?

Klimastreit: Merkel steht zur Autoindustrie

Man leistet sich keine “moralische Reinheit”, sondern heuchelt sich selbst und anderen etwas vor. Heuchelei ist im Gegensatz zu Moral sehr attraktiv im Kosten-Nutzen-Verhaeltnis…

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