Waehrend ich schreibe, floetet es hinter mir den Chor aus der 9. Symphonie.
Die Grosse lernt dieses Jahr im Musikunterricht Floete spielen. Vor zwei Jahren hatte sie aber schon 10 Monate Einzeluntericht mit einer ausgebildeten Floetenlehrerin, so dass sie jetzt vor Freude, es schon zu koennen, das ganze Notenheft durchspielt. Von allen Stuecken gefaellt ihr gerade dieser Auszug aus Beethovens Neunter besonders gut.
Damit sie eine Vorstellung davon bekommt, wie sich das mit dem grossen Orchester und Chor anhoert, habe ich ihr gerade einen Ausschnitt auf dem Computer herausgesucht und vorgespielt.
Ich bin auf Schillers Ode und an Beethovens Vertonung gekommen, waehrend ich Dostojewskis Brueder Karamasov las. Dort zitiert naemlich der aeltere Bruder Dimitrij seinem juengsten Bruder Aljoscha “Suessgier ward dem Insekt gegeben” und eine Fussnote erklaert, dass es im Schillerschen Original zwar “Wollust ward dem Wurm gegeben” heisst, dass aber die russische Uebersetzung (wohl von Karamazin) ziemlich frei war und den Vers sozusagen von Moll ins Dur uebertragen habe. Entweder war ich frueh an Dostoveskij geraten oder spaet an Beethoven: Ich glaube, ich war damals 16, es war Vorfruehling und Fruehling. Ich spazierte oft am Rhein entlang mit “Freude, schoener Goetterfunken” im Ohr und auf den Lippen. Der Duft der bluehenden Linden gehoert fuer mich zur Musik dazu.
Uebrigens liegt die Kleine gleichzeitig baeuchlings auf dem Teppich neben dem Computer und macht ihre Hausaufgaben, nicht gerade fleissig…
Haeusliches Glueck!
Abgelegt unter : Kinder und Alltag, Persoenliches

