Aufgeschnapptes zum Lehrerstreik

Waehrend ich gestern wieder an der Naehmaschine sass, um schwarze Hexenumhaenge zu produzieren, verfolgte mein Mann im Fernsehen eine Diskussion zum Lehrerstreik. Fuer mich war das doppeltes Radio: Ich hoerte die verschiedenen Diskussionsbeitraege und die Kommentare meines Mannes.

Hintergrund: Seit dem 10. Oktober befinden sich die Lehrer der Aufbauschulen (im Unterschied zur Grundschule, die hier von 1. bis zur 6. Klasse dauert) im Streik. Es geht um bessere Bedingungen, nicht zuletzt um ordentliche Gehaltserhoehungen. Dass das isr. Schulsystem dringend reformiert werden sollte, steht ausser Frage. Regelmaessig wurden/werden Kommitees beauftragt, Reformvorschlaege zu machen. Dann berichtet die Presse eine Weile lang ueber die vorgeschlagenen Reformen (die sich ziemlich aehnlich sehen, zumindest fuer meinen von tieferer Beschaeftigung mit dem Thema noch nicht beeintraechtigen Blick), daraufhin setzen sie Staub an. Der letzte Report stammt von 2004 und heisst nach Dovrat. In der Zwischenzeit organisieren sich Eltern mehr und mehr selber. Private und halbprivate Schulprojekte wie unseres sind keine Seltenheiten.

In der Diskussion erzaehlte ein Mann, seine Kinder gingen auf eine ausgezeichnete Schule, Keshet in Jerusalem. Auf Nachfrage gab er zu, dass es sich um eine halbprivate Schule handle und dass er fuer seine beiden Schulkinder im Monat ca. 700 NIS zahle. Der Moderator griff ihn an: Soso, hinter Peretz stehen und fuer Gleichheit in der Gesellschaft eintreten, aber kaum geht es ans Eingemachte… Der Mann ging in die Defensive. Das sei tatsaechlich ein Dilemma fuer ihn.

Etwas spaeter ergriff ein anderer Mann das Wort “chinuch ziburi” (oeffentliche Ausbildung) sei das Stichwort. Es ginge nicht an, dass reiche Eltern (laut Statistik sind wir uebrigens ziemlich genau Durchschnitt) sich Schulen aussuchen koennte. Man muesse dafuer sorgen, dass sich die privaten und halbprivaten Schulen nicht lohnen wuerden. Dann koennte man das Geld ins oeffentliche Erziehungswesen investieren.

Mein Mann aus dem Off: Jaja, macht kaputt, was funktioniert. Wenn es dann nur noch das oeffentliche Erziehungswesen gibt, schafft das Monopol bestimmt den Anreiz zu staendiger Verbesserung.

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