Regierung ohne Hopfen und Malz
Gestern haben sich unsere Regierungsmitglieder mit dumpf-dummen Aeusserungen geradezu ueberschlagen:
Ben-Eliezer: Israel must release Barghouti
Unser Minister fuer Infrastruktur ist mit der gegenwaertigen, pal. Fuehrung unzufrieden. Das bin ich auch. Und da kommt er auf die Idee, es waere doch am praktischsten, wenn Israel einfach eine pal. Fuehrung backen koennte.
Man nehme “einen halben Zentner Zucker von Palermo, einen halben Zentrner ambrosinische Mandeln, dazu vier bis sechs Flaschen Riechwasser und etwas Moschus und Ambra, eine Handvoll Granatsteine und Rubine, ferner vierzig Perlen, zwei Saphire, ausserdem Goldgespinst, vor allem aber einen Backtrog und ein silbernes Schabmesser.” Moment, das war das Rezept fuer Marzipanchen (Lisa Tetzner: Maerchen, p. 90), das hat Ben-Eliezer doch nicht gemeint. Er ist dafuer einen rechtskraeftig verurteilten Moerder zu nehmen…
Noch eine Nuance dumpfer unser Regierungschef
Olmert: ‘Israel’s non-Jews suffer from inequality’
Das ist bei uns aehnlich wie in Daenemark, wo nicht-muslimische Asiaten irgenwie auch ganz verpassen, dass die Daenen allesamt Rassisten sind, vergleiche hiermit Israeli Arabs’ self-inflicted misery. Ueber einen damit verbundenen Aspekt hatte ich auch schon geschrieben:
Ich kann diese katgorische Ablehnung nur so verstehen: Israelifizierung wird als Gefahr empfunden, eben weil die jungen arabischen Israelis daran interessiert sein koennten, als gleichwertige Buerger in einer westlichen Demokratie zu leben, anstatt sich als Kanonenfutter der pan-arabischen Ablehnung des Staates Israels zu definieren. Die arabische Kultur, die geschuetzt werden muss, beinhaltet offensichtlich das konstituierende Element, Israel abzulehnen.
Lisa Goldmann schreibt ueber einen anderen Aspekt: Prime Time Palestinians
(…)
One of those critics is Juliano Mer (Number 15 on Motek’s list, but with a 20 year-old photo). The son of a Jewish mother and an Arab father, Juliano has been working as a Hebrew-speaking actor for years; lately, he has turned most of his attention to activism on behalf of Palestinian causes. He tells Aharish that he disapproves of these actors who behave as the Jews want them to behave, and who give the false impression that Arabs are on the same footing as Jews in terms of rights and benefits in Israeli society. Mer achieved his fame and success as a Hebrew-speaking actor - which didn’t stop him from signing the international artists’ petition for a culture boycott of Israel. He only became politically active after he achieved his fame, but he tells these young actors that they should devote themselves to political activism now (assuming they want to be politically active), rather than enjoying the fleshpots of Tel Aviv.
(…)
Hier haben wir dasselbe Muster: Arabische Israelis, die es in der israelischen Gesellschaft weit gebracht haben, wollen die jungen Leute in ihrer Gemeinschaft daran hindern, sich in Israel zu integrieren. Und die Ermutigung dazu kommt inzwischen von ganz oben in Israel.
Ich kann nur hoffen, dass diese Regierung faellt, bevor sie noch mehr Schaden anrichtet.