Naechtliche Gedanken

Februar 11, 2008

In der Nacht auf Shabbat wachte ich gegen drei Uhr morgens auf und brauchte lange, um wieder einzuschlafen. Die Angst, die wir tagsueber verdraengen, kam zum Vorschein. Ich fragte mich, ob es nicht der helle Wahnsinn ist, dass wir planen, die Wohnung in diesem Fruehjahr zu renovieren. Sollten wir nicht besser jeden Shekel sparen und auf auslaendische Konten verteilen? Wer weiss, wann es soweit ist, dass wir wenigstens die Kinder wegschicken muessen? Zwei, drei Jahre - das sind derzeit die israelischen Schaetzungen - dann hat der Iran die Atombombe und kann sie einsetzen. Ich glaube nicht, dass Benny Morris’ Szenario das wahrscheinlichste ist. Eher werden Terroranschlaege mit schmutzigen Bomben in konzertierten Aktionen der Hamas und Hisbollah den Startschuss geben. Wenn Israel sich wehren wird, dann kann auch der Iran eingreifen…

Vergangene Nacht hatte ich wieder meine Nachtgedanken um diese Zeit. Die Auseinandersetzung mit Andre Marty gestern hatte auch ihr Gutes. Wenn ich daran denke, dass solche Meinungsmacher in der Schweiz den Mainstream vertreten, dann glaube ich wieder, dass es richtig war und ist, in Israel zu leben. Zwar sind alle kleinen Staaten darauf angewiesen, sich an Grossmaechte anzulehnen, aber wenigstens haben wir hier die Souveraenitaet eines kleinen Staates mit einer starken Armee. Alle diejenigen, die uns gern zuerst an das Krododil verfuettern moechten, koennen das nicht ohne weiteres tun.

Und auch fuer die Kinder ist es besser, hier aufzuwachsen als in der Schweiz, wo das Klima in dieser Weise vergiftet ist.


Schweizer Journalist macht in Antizionismus

Februar 10, 2008

Nein, diesmal ist es nicht Viktor Kocher von der NZZ.

Andre Marty schreibt seinen eigenen Blog, wo er frei seine Eindruecke zum Nahostkonflikt ausbreitet. Bei diesem Artikel blieb mir tatsaechlich die Spucke weg, dabei bin ich doch wirklich schon einiges gewoehnt:

Erntezeit in Gaza

Allein schon der Titel, wie poetisch! Man merkt, dass der Mann etwas von Sprache versteht. Die Assoziation im deutschen Sprachraum wird wohl allgemein auf “Es ist ein Schnitter, heisst der Tod” hinauslaufen. Mit anderen Worten, Israel ist der Schnitter Tod im Gazastreifen und die Palaestinenser oder jedenfalls dieser Palaestinenser sind das “schoens Bluemelein”.

Der Tote in diesem Fall heisst Hani Naim. Er musste sterben, weil direkt neben der Schule, in der er unterrichtete, Raketenwerfer plaziert waren, die auf Israel feuerten.

Das ist ein Kriegsverbrechen. Im Zusatzprotokoll zur Genfer Konvention vom 8 June 1977 wird unter Absatz 7 deutlich festgehalten:

7. The presence or movements of the civilian population or individual civilians shall not be used to render certain points or areas immune from military operations, in particular in attempts to shield military objectives from attacks or to shield, favour or impede military operations. The Parties to the conflict shall not direct the movement of the civilian population or individual civilians in order to attempt to shield military objectives from attacks or to shield military operations.

Herr Marty moechte aber gern im Widerspruch zum Kriegsvoelkerrecht, dass Terroristen de facto Immunitaet geniessen, wenn sie sich ziviler, menschlicher Schutzschilder bedienen. Also eigentlich immer.

Inzwischen sind in Sderot zwei Brueder durch Kassamraketen verletzt worden. Sie standen nahe neben ihrem Elternhaus. Und die IDF hatte dort keine Tanks oder anderen militaerischen Ziele stationiert. Dem 8-jaehrigen Jungen musste ein Teil des linken Beins amputiert werden. Auch das rechte Bein ist verletzt, aber die Aertze glauben, dass sie es retten koennen.

In diesem Fall interessierten sich die Menschen im Gazastreifen sehr wohl, was die Raketen so anrichten, auch wenn Herr Marty meint:

Manchmal lesen sie in Gaza von den israelischen Zivilisten, die von palästinensischen Raketen verletzt werden. Aber immer weniger.

Die Reaktion ist nicht etwa Gleichgueltigkeit, wie Herr Marty uns suggerieren will, sondern Freude: Gaza: Armed men shooting in air in celebration of Sderot attack

Ich kann mich nicht entsinnen, dass der Tod von Hani Naim bei uns mit Schuessen, Blumen oder Suessigkeiten gefeiert wurde?!

crossposted bei Freunde der offenen Gesellschaft


Aegyptische Abriegelung des Gazastreifens

Februar 7, 2008

‘Anyone who
violates our borders will get his legs broken’

Egypt’s foreign minister said that no further violations of its borders would be tolerated in the wake of a 12-day breach on its frontier with Gaza and said anyone daring to cross would have their legs broken, the state news agency reported.

(…)

Und hier ein menschliches Drama der aegyptischen Blockade: Irish woman, daughter stuck in Gaza

Ob das je in der NZZ berichtet werden wird?


Landdiebstahl?

Februar 7, 2008

Dass die Israelis den Palaestinenser das Land gestohlen haben und immer weiter stehlen, auch, wenn sie sich aus Gebieten zurueckziehen, weiss jeder Antisemit Kritiker israelischer Politik. Die Gebildeten unter ihnen wissen auch, dass der Landdiebstahl in seiner ersten Phase vor allem aus Landkaeufen bestand. Aber dass Eigentum gleich Diebstahl ist, wissen die linken Antisemiten Israelkritiker natuerlich auch.

Daher Achtung, Augen auf! Moeglicherweise bahnt sich der naechste Landdiebstahl im Nahen Ostan an: Egyptians deny selling Sinai land to Palestinians

Wenn demnaechst Gesetze in Aegypten erlassen werden, die Landverkauf an Palaestinenser unter Todesstrafe stellen, wissen wir, was die Stunde geschlagen hat.


Nicaragua und Iran?

Februar 7, 2008

Nach diesem Bericht in der New York Sun haben sich die Iraner einen strategischen Stuetzpunkt fuer Attentate in den USA geschaffen:

(…)

Until recently, one local boxer’s fortune was about the only story preoccupying the 300-odd Creole of Monkey Point. But perspectives broadened suddenly in March when Iranians and Venezuelans showed up aboard Nicaraguan military helicopters. They had come to scope out Monkey Point’s bay for transformation to a $350 million deep-water shipping port. The port idea is part a new diplomatic relationship between Iran and the Sandinista revolutionary president, Daniel Ortega, that has flown largely under American press and broadcast radar since its August announcement. Iran has since issued fantastic promises that would include financing a rail, road, and pipeline “dry canal” from Monkey Point to an upgraded Port of Corinto on the Pacific, hydroelectric projects, and 10,000 houses in between.

With its latest diplomatic partnership with a time-tested American nemesis, Iran is now just a few porous borders away from President Bush’s home state of Texas. All this matters because of fears the Islamic Republic can now project a threat close to America’s borders and Mexico’s petroleum infrastructure in the event of severe enough sanctions or even war.

(…)


Armut im Gazastreifen III

Februar 7, 2008

Offensichtlich ist der Erkenntnisgewinn gegenseitig:

After excursions to Egypt across a border breached by Hamas militants, some Palestinians pepper their local Arabic dialect with Egyptian expressions while others say they are shocked by the poverty there.

Jihad Jaradeh, 24, a Gazan whose family owns a furniture shop, reached the Egyptian town of El Arish, some 25 miles from the border. Although shop owners doubled and tripled prices, Jaradeh paid up, saying he even gave extra “because they looked so poor.”

Jaradeh is not typical; two-thirds of Gazans live on less than $2 a day. But many travelers remarked on the discrepancy between their more glamorous image of urban Egypt _ derived mostly from movies _ and the run-down border region of unpaved streets and small houses they encountered.

(…)


Armut im Gazastreifen II

Februar 7, 2008

Die Aegypter scheinen zu merken, dass es den Palaestinensern im Gazastreifen so schlecht gar nicht geht.

Zu Sandmonkeys Blogeintrag zum Thema hatte ich schon verlinkt. Auch MemZ schreibt dazu und hier auch Mona Eltahawy:

(…)

But it has been so for decades in the Arab world, where issue after issue is sacrificed at the altar of the Israeli-Palestinian conflict.

I must confess that when Hamas militants blasted holes into Egypt’s border to end an Israeli blockade on Gaza, my first thought was how lucky those Gazans were. Landlocked and living on less than $2 a day, their plight rarely elicits envy, I know. But there are Egyptian slums that swim in more sewage and are submerged in even greater poverty. In those slums, chronic diseases go unchecked and uncured, and children grow up next to the dead in tombs turned into makeshift housing. Yet nobody rushes to blast holes into the imaginary border of poverty that suffocates those slums nor are they sporting t-shirts urging us to sympathize.

Why? Because Israel cannot be blamed.

(…)

Aus demselben Grund interessieren sich NZZ et alii nur fuer die Abriegelung der israelischen Grenze zum Gazastreifen und nicht fuer Aegyptens Abriegelung seiner Grenze…

crossposted bei Freunde der offenen Gesellschaft


Was die NZZ nicht berichtet

Februar 7, 2008

laesst sich bei Lila in Letters von Rungholt nachlesen:

(…)

In einem Kibbuz im Negev gingen gerade große Schwester und kleine Schwester an einem Spielplatz vor einem Kindergarten vorbei, auf dem Weg nach Hause. Ohne Vorwarnung fiel eine Qassamrakete. Beide Mädchen wurden nur leicht verletzt und wurden ins Krankenhaus gebracht. (…)

Doch damit nicht genug, auch ein Haus in Sderot wurde getroffen. Wie gut, daß es gerade leer war. Eine 14jährige und mehrere Erwachsene wurden leicht verletzt.

Die Raketen auf Ashkelon richteten keinen Schaden an.

(…)

Read it all!

Zum Glueck sind wir in Zeiten des Internets nicht mehr ausschliesslich auf die Mainstream Media angewiesen. Wer sich nicht auch alternativ informiert, haette durch die Art der Berichterstattung in der NZZ jetzt den Eindruck, dass Israel einfach wehrlose Palaestinenser aus der Luft toetet, obwohl die dafuer keinerlei Anlass gegeben haben…


Die NZZ berichtet

Februar 6, 2008

Fünf Tote bei Luftangriff auf Polizeistation der Hamas

Selbst die pal. Nachrichtenagentur Ma’an haelt fest, dass alle Toten Hamasleute waren:

Seven Palestinian policemen affiliated to the Gaza-based de facto government

Als Kontext wuerde es auch nicht schaden, daran zu erinnern, dass die PA aufgrund der Oslovertraege keine offizielle Armee haben kann, dabei aber ein dichtes Aufkommen von Polizei/Bevoelkerung hat: 1 “Polizist” auf 60 Einwohner. Zum Vergleich in Israel kommt ein Polizist auf 236 Einwohner.

Mit anderen Worten, Israel hat ausschliesslich feindliche Kombattanten getoetet. Aber das moechten AP und die NZZ gern verschleiern.


Hamas sehnt sich nach der “Belagerung”

Februar 6, 2008

3 Qassam rockets land in Ashkelon

Wir erinnern uns: In Ashkelon steht das Kraftwerk, dass 70% des Strombedarfs im Gazastreifen liefert.

Mortar shell fired at Karni crossing, causing it to close

A mortar shell was fired at the Karni crossing Wednesday morning, causing it to close down, Israel Radio reported.

The crossing had been open in recent days for the transfer of humanitarian aid into the Gaza Strip, the report added.

Aber natuerlich ist Israel schuld, wenn es im Gazastreifen zu einer “humanitaeren Krise” kommt.

crossposted bei Freunde der offenen Gesellschaft

Update:

Mortar shell fired at Sufa crossing, causing it to close