Gesundheit im Gazastreifen

April 27, 2008

Mehrfach hatte ich schon erwaehnt, dass die Karte “Gesundheit im Gazastreifen” derzeit von Hamas am meisten gespielt wird.

Die ueblichen Mitwirkenden uebernehmen bereitwillig ihre Stichworte: Hier die Weltgesundheitsorganisation der UN mit Hilfestellung von AFP

Ich stelle mir die Gesundheitslage im Gazastreifen auch nicht besonders erfreulich vor. Menschen vertragen es schlecht, wenn sie ueber laengere Zeitraeume unter Stress stehen. Und spaetestens seit dem Hamasputsch im Juni vor einem Jahr duerfte die Bevoelkerung des Gazastreifens unter Dauerstress stehen. 54% fuehlen, dass ihre Sicherheit und die Sicherheit ihrer Familien nicht gewaehrleistet ist:

Wenn man sich ausmalt, wie es sich unter diesen Umstaenden lebt, leuchtet sofort ein, dass die meisten Bewohner den Gazastreifen verlassen moechten. Fuer alle diejenigen, die sich nicht fuer ein Trainingsprogramm in Syrien oder im Iran qualifizieren, ist einer der wenigen Auswege, als Kranker in Israel behandelt zu werden.

Kein Wunder, dass mit allen Mitteln (inklusive Schmiergeld) versucht wird, an eine entsprechende Genehmigung zu kommen. Kein Wunder auch, dass die Anzahl der gestellten Antraege drastisch angestiegen ist. Natuerlich kann nicht nur die Anzahl der Genehmigungen angesteigen: von 2006 bis 2007 um 52%, im ersten Quartal von 2008, extrapoliert auf das ganze Jahr, wiederum um 28% gegenueber 2007. Bei solchen Zuwachsraten (und solchen Methoden) steigt naturgemaess auch die Anzahl der abgelehnten Antraege.

Und einzig dieser Ausschnitt wird von den Medien berichtet.

Bei diesen Ueberlegungen habe ich noch nicht einmal die legitimen Sicherheitsbedenken einbezogen.

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Viktor Kocher, Hamasmann bei der NZZ

April 22, 2008

Allmaehlich wird es selbst mir langweilig. Beim Lesen von Viktor Kochers neuestem Propagandageschreibsel musste ich gaehnen. Aus purem Pflichtgefuehl eine kurze Kritik. Ich kann nicht versprechen, dass mein Pflichtgefuehl auch in Zukunft ausreichen wird.

Mit Düstere Aussichten im Labor für «Smart Sanctions» ist bereits ein ominoeser Titel gelungen.

“Labor” suggeriert Menschenversuche. Wie schon einmal bemerkt, laesst hier Mengele gruessen und damit der sog. sekundare Antisemitismus. Nur dachte ich eigentlich, der sei mehr eine deutsche Spezialitaet. Sollte die NZZ auch schon fest in der Hand von deutschen Gastarbeitern sein?

Bei seiner Beschreibung der Situation im Gazastreifen stuetzt sich Kocher auf den Sprecher des Islamischen Jihads, einen Parlamentssekretaer (wahrscheinlich von der Hamas, aber nach Kocher “viel weniger militant”) und einen generischen “Akademiker”. Alle sind sich einig darin, dass der Gazastreifen eine menschengemachte Katastrophe ist.

Nun koennte ja jemand auf den Gedanken kommen, dass die Katastrophe etwas mit der gewaltsamen Machtuebernahme der Hamas vor knapp einem Jahr zu tun haben koennte und vielleicht auch etwas mit dem intensiveren “Widerstand” gegen die (abgezogene) Besatzungsmacht.

Aber das liegt den Propagandafunktionaeren im Gazastreifen fern und Viktor Kocher offensichtlich auch. Die Raketen kommen bei ihm nur am Rande vor: Israel bombardiere “angebliche Werkstaetten zum Raketenbau”, heisst es bespielsweise. Soll das heissen, dass es im Gazastreifen keine solchen Werkstaetten gibt, weil alle Raketen schon fertig ueber die aegyptische Grenze oder ueber’s Meer eingefuehrt werden?

Wieder lesen wir, dass Israel nach Viktor Kocher Freude daran habe, ueber unschuldige Zivilisten kollektive Strafen zu verhaengen. Diesmal erfahren wir aber zu unserer Ueberraschung, dass Israel nicht allein auf diese Idee kommt, sondern offensichtlich von den USA und der EU dazu gedraengt werden muss! (Frau Calmy-Rey uebernehmen Sie, offensichtlich hat nur die Schweizer Aussenpolitik das noetige, moralische Format, endlich klar Partei zu ergreifen.)

Weiter lernen wir, dass die Hamas - die doch in Fortfuehrung guter, pal. Tradition alle 5 Minuten eine humanitaere Krise ausruft - stattdessen vertusche, wie schlecht es den Menschen im Gazastreifen wirklich gehe.

Die einzigen verbliebenen Arbeitgeber sind die palästinensischen Behörden.

Als waere das nicht genau das angestrebte Ergebnis pal. Politik seit Arafat nach dem Muster anderer, arabischer Staaten: Abhaenigkeit der Bevoelkerung vom Machthaber.

Die israelische Blockade erlaubt nur den allernötigsten Nachschub an Treibstoffen. Der Verkehr in den Strassen von Gaza ist zur Stosszeit nicht dichter als anderswo um Mitternacht. Immer wieder versagen Ambulanzen und Notfalldienste mangels Benzins.

Der Leser koennte annehmen, dass auch das von Hamas gewollt ist, wuerde ihm nicht von Kocher und der NZZ vorenthalten, dass die Hamas selber etwa die Haelfte der Treibstofflieferungen fuer eigene Zwecke abzweigt. Widerstand hat eben Vorrang vor Krankenwagen.

Und das umso mehr, als auch Kranke wunderbar fuer Hamaspropaganda eingesetzt werden koennen. Die Hamasluege du jour ist eben die Gesundheitslage.

Press said that while the IDF was stringent with its screening of sick Palestinians - due to daily terror attacks in Gaza and attempts to smuggle suicide bombers into Israel this way - over 90 percent of the requests were approved to visit Israeli hospitals.

In 2007, 7,226 permits were granted to sick Palestinians to travel to Israel, an increase of over 50% from 2006 when 4,754 were allowed in.

All of those who receive permits are allowed to bring a family member to accompany them to Israel. Since the beginning of the year, 2,317 Palestinians have been allowed into Israel for medical treatment.

The 10 percent denied permits - due to security threats - are, however, given the opportunity to take an Israeli shuttle to the Allenby Bridge and cross into Jordan or down to a crossing into Egypt.

Das sind wieder Fakten, mit denen Kocher den Leser nicht verwirren will…

Stattdessen verkuendet er uns, dass bei die Hamas fuer Ordnung und Sicherheit gesorgt hat. Komisch nur, dass die Bewohner des Gazastreifens das selber anders sehen: Frage 17, 54.3% sehen die Sicherheit ihrer Person und Familie nicht gewaehrleistet.

Nur die Kompromisslosigkeit der Hamas gibt Kocher Anlass zur Sorge: Wie soll er weiterhin plausibel dafuer werben, dass Israel mit Hamas verhandeln muesse, wenn selbst Jimmy Carter Minuten nach dessen Presseerklaerungen blamiert wird?!

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War der Autobombenanschlag in Keren Shalom Teil des groesseren Plans?

April 21, 2008

Nachdem Hamas im Januar erfolgreich die Grenze des Gazastreifens zu Aegypten durchbrochen hatte, kuendigte sie an, auch die Grenze zu Israel durchbrechen zu wollen. Die Menschenkette vom 25. Februar fiel fuer Hamas enttaeuschend aus.

Aber die Achse Iran-Syrien-Hisbollah-Hamas hat laengst unter Beweis gestellt, dass sie langfristig denkt und sich von Rueckschlaegen nicht von ihren Plaenen abbringen laesst.

Am diesem Samstag fand nicht nur der Autobombenanschlag auf den Grenzuebergang von Keren Shalom statt, bei dem nur durch die schnelle Reaktion von Major Wahid (ja, ein arabischer IDF-Offizier im “Apartheidsstaat”) hat eine Katastrophe mit zahlreichen Toten und Verwundeten verhindert.

Gleichzeitig marschierte eine Gruppe von pal. Frauen und Kindern unter Hamasfahnen auf den Grenzuebergang Erez zu.

So begann der Sturm auf den Grenzuebergang von Rafah: Frauen vorneweg und erst hinter ihnen bewaffnete Hamasterroristen. Wenn der Anschlag auf Kerem Shalom geglueckt waere, wenige Stunden vor Pessachbeginn - ob Hamas dann nicht gruenes Licht fuer eine Grenzverletzung gegeben haben koennte?


Mein Senf zum Tod des Reutersfotographen Fadel Shana

April 21, 2008

Fadel Shana kam am Mittwoch im Gazastreifen um’s Leben. Wegen Pessach komme ich spaet zu dieser Geschichte. Andere Blogger haben die Arbeit schon ziemlich erledigt.

Nicht erst bei seiner Beerdigung wurde deutlich, dass Fadel Shana von den Terrororganisationen als einer der ihren angesehen wurde. Israellycool hat recherchiert, dass Shana bereits im Libanonkrieg Propaganda fuer Hisbollah betrieb.

Laut Ma’an war Shana damit beschaeftigt, eine Gruppe Kinder zu filmen. Das scheint soweit richtig zu sein, wobei naeher erklaert werden koennte, welcher Art diese Aufnahmen waren. Anscheinend sollten “zivile” Opfer inszeniert werden.

Bild 183

Bild 322

(alle Bilder aus dieser Slideshow)

Die fiktive Szene verwandelte sich in eine richtige Kriegsszene, als sich von hinten ein israelischer Panzer naeherte. Shana richtete seine Kamera auf den Panzer. Aus der Entfernung kann kaum zwischen einer Panzerabwehrwaffe und einer Kamera unterschieden werden.

It’s possible they were mistaken for being an anti-tank team. Considering the physical appearance and silhouette of the AT weapons that wreaked havoc on Merkavas in the 2006 Lebanon war (including Russian-made RPG-29 ‘Vampir’, AT-5 Spandrel ‘Konkurs’ (9M113), AT-13 Saxhorn-2 ‘Metis-M’ (9К115-2), and АТ-14 Spriggan ‘Kornet’ (9M133) missiles), mistaking a big professional video camera peeking over the vegetation from over a kilometer away for an AT weapon is understandable. And considering how many tank crew members were killed in 2006, taking action in such a situation is certainly reasonable.

Die letzten Bilder aus Shanas Kamera zeigen ein Geschoss, das in der Luft explodiert.

Shanas Jeep wurde offensichtlich erst angezuendet, nachdem echte und fiktive Opfer evakuiert worden waren, und zwar nicht durch ein weiteres Geschoss, wie ein AFP Fotograph uns weismachen moechte:

Colleagues passing by in an Agence France-Presse armoured car noticed the smoke from the burning vehicle and turned back to investigate. An AFP stills photographer, Mohammed Albaba, said they were approaching the burning Jeep when a second missile struck close to it, injuring the freelance photographer Ashraf Abu Amra and several others. Two civilian youths were killed by the first missile.

Wir wissen nicht, ob die beiden Jugendlichen getoetet worden waren. Da sie bereits am Boden lagen, waehrend sie in einer Pallywooddarstellung Verletzte mimten, waren sie weniger gefaehrdet als der Fotograph.

Sollte dieser Junge derselbe sein wie auf Bild 183 und 322 oben, dann ist seine Verletzung nur vorgetaeuscht.

Das hier sieht nach echten Opfern aus:

Bild 285

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat ein Komplize (vielleicht der genannte AFP Fotograph?) das Wageninnere angezuendet (man beachte, dass die Reifen nicht brennen), um Indizien zu vernichten - die Ausruestung fuer gestellte Bilder, rote Farbe und aehnliche Assecoires?

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Chag Pessach sameach

April 17, 2008


Gleichberechtigung auf palaestinensisch

April 16, 2008

Elder of Zyion hat eine ausgezeichnete Zusammenstellung zu einigen der Palaestinenserinnen, die in israelischer Sicherheitsverwahrung sind.

Als aufrechter Antizionist kann man natuerlich auch von Freiheitskaempferinnen sprechen, wie hier anlaesslich der nicht stattgefundenen Reinvasion vom Sommer 2006.

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Die Oellieferung in den Gazastreifen findet heute nicht statt

April 16, 2008

Schon auf dem Weg zur Arbeit hoerte ich im Radio von schweren Feuergefechten und isr. Verletzten. Das ist meistens das Codewort fuer gefallene Soldaten. Inzwischen hat sich das leider bestaetigt:Two IDF soldiers killed in clashes near Gaza border
3 IDF soldiers killed in Gaza fighting
דיין אמת

Hamas said soldiers, backed by helicopters, killed the four militants during fighting east of Gaza city, a few hundred metres from the Nahal Oz border terminal. The terminal was the site of a terrorist attack last week, in which two Israeli civilian workers were shot dead by Gaza gunmen.

(aus dem ersten Link oben, Ha’aretz)

Heute, Mittwoch, sollten die Oellieferungen in den Gazastreifen wieder aufgenommen werden. Da kurz nach der letzten Lieferung die beiden Angestellten der Oelfirma ermordet wurden, macht es sehr viel Sinn, dass die IDF die Umgebung ueberprueft. Dass sich - nach Hamasangaben! - tatsaechlich vier Terroristen in unmittelbarer Naehe aufhielten, weist darauf hin, dass Hamas nicht besonders viel daran lag, die heutige Oellieferung glatt ueber die Buehne gehen zu lassen. Anscheinend sollte nachgebessert werden, s. Wiederholungszwang.

At around 6 am soldiers manning an IDF observation post identified Palestinian gunmen approaching the security fence near Kibbutz Be’eri.

A force from Givati’s Tzabar Battalion that was called to the scene entered 500 meters deep into Palestinian territory. The soldiers were killed in the ensuing exchanges of fire.

The Palestinians managed to flee to a nearby vantage point, from which they opened fire at the soldiers. Two of the soldiers hit died of their wounds a short time later, and another was pronounced dead some two hours later at Beersheba’s Soroka Medical Center.

(aus dem 2. Link oben, Y-net)

Nicht weit davon bei Kibbutz Be’eri sah eine andere Gruppe von Soldaten, wie Terroristen sich der Grenzbarriere naeherten. Das war jedoch offensichtlich eine Falle, wie auch Ma’an berichtet.

Die Schlussfolgerung, dass Hamas tatsaechlich nichts weniger wuenscht als die Wiederaufnahme der israelischen Oellieferungen, draengt sich auf, zumindest all denen, die sich nicht dem Antizionismus verpflichtet fuehlen.

Die Feiertagsstimmung wird wohl bald verflogen sein…

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P.S. Als flankierende Massnahme sorgt Hamas anscheinend dafuer, dass israelische Oellieferungen nicht angenommen werden.


damit ihr es nur wisst

April 16, 2008

Fuer mein Kaffeesatzlesen sass ich bis 2 Uhr nachts vor dem Computer. Das Aufstehen um 6 Uhr kann aber nicht verschoben werden. Dementsprechend fuehle und wirke ich heute. Zum Glueck ist hier schon Feiertagsstimmung ausgebrochen, so dass meine Konzentration nicht sehr gefordert wird.


Lesen im Kaffeesatz III (die grossen Zusammenhaenge)

April 16, 2008

Wie ich schon mehrfach betont habe: Es waere falsch, die Vorgaenge im und um den Gazastreifen als lokale Phaenomene zu begreifen. Hamas gehoert de facto zur Achse Iran-Syrien-Hisbollah.

Iran investiert Geld, Waffen, Training in Hamas. Spontane, emotianale Ausloeser fuer Hamasaktionen wuerden bedeuten, dass der Iran nichts fuer seine Investitionen bekommt. Das mag ein- oder zweimal passieren, dann zieht sich jeder Investor entweder zurueck oder - wenn er die Druckmittel hat - setzt durch, dass seine Interessen den Investitionen entsprechende Prioritaet bekommen. Eine Sichtweise wie von Viktor Kocher, wonach Hamas Selbstkritik betreiben muesste, weil der Anschlag auf Nahal Oz israelische “Kollektivstrafen” ausloese, entpuppt sich vor diesem Hintergrung als oberflaechlich. Eine konzertierte und sorgfaeltig getimte Aktion wie diese ist nicht emotional und einfach so aus dem Aermel geschuettelt worden. Das Ergebnis - israelische Sanktionen - ist leicht vorhersehbar und war offensichtlich beabsichtigt. Ich stehe wirklich nicht allein mit meiner Vermutung, dass dies wieder das Vorspiel fuer ein Durchbrechen der aegyptischen Grenze sein soll. Und ein solcher Plan muesste notwendig in Teheran abgesegnet worden sein.

Welche Gruende koennte es dafuer geben?
1) Der Innendruck im Gazastreifen wird zu gross und es soll ein Ventil gefunden werden.
2) Es steht eine Lieferung von Raketen mit groesser Reichweite an, die nicht so leicht geschmuggelt werden kann.
3) Fuer einen Terroranschlag im Sinai soll der Fluchtweg frei gemacht werden.
4) Aegypten soll destabilisiert werden (Mubarak ist alt und sterblich), um der Muslimsbruderschaft bei der Nachfolgeregelung groesseres Gewicht zuzuschanzen.
5) Das ist ein Ablenkungsmanoever, damit die Welt auf Israel schaut und nicht auf den Iran, der sein Atomwaffenprogramm energisch durchzieht.
6) Iranische, innenpolitische Gruende - da kenne ich mich zu wenig aus, habe aber mehr als einmal gelesen, dass Ahmadinejad und seine Politik in der herrschenden Elite nicht unumstritten sind.
7) Eine Kombination aus den obigen Motiven und weiteren, auf die ich nicht komme.

Der grosse Zusammenhang koennte das hier sein: Iran zieht die Fäden gegen Israel

Großbritanniens Geheimdienst MI6 hat festgestellt, daß Irans Revolutionsgarden Hunderte von Hamas-Kämpfern ausbilden, um sich diesen Sommer auf einen totalen Krieg gegen Israel vorzubereiten.

Die Elitebrigade der Gaza-Organisation Izzedine al-Quassam soll die südliche Front eines Angriffs auf den jüdischen Staat bilden, während die Hisbollah ihren Angriff gleichzeitig von Libanon aus durchführt. MI6-Analysten glauben, daß der Angriff gegen Ende der Bushregierung und der monatelangen demokratischen Kampagne stattfinden wird.

(Hattip Urs Schmidlin)

Die entsprechende Rhetorik hoeren wir schon seit einer Weile aus dem Iran und von Nasrallah.
Der UN Sicherheitsrat verlangt mit neuer Dringlichkeit, was eigentlich schon nach dem Abzug Israels aus dem Gazastreifen haette geschehen sollen, was dann expressis verbis in UN Resolution 1701 vom Sommer 2006 gefordert wurde: die Entwaffnung der Hisbollah und libanesische Souveraenitaet auch im Sueden des Landes. Das werden aber fromme Wuensche bleiben, solange der Elefant im Zimmer ignoriert wird: Libanon ist zu schwach, als dass es sich im Alleingang mit der Hisbollah und deren Schutzmaechten Iran und Syrien anlegen koennte. Schon Res. 1701 wurde vorsorglich nicht unter Chapter 7 verabschiedet, damit UNIFIL nicht etwa in Verlegenheit kommen koennte, selber etwas tun zu muessen. Ich kann es vor diesem Hintergrund niemandem uebel nehmen, wenn man sich zu arrangieren sucht.

Israel ist sich der Gefahr durchaus bewusst, versucht Spannungen abzubauen,
aber rechnet auch mit der Moeglichkeit, dass es nicht in Israels Macht liegt, einen Krieg zu vermeiden.

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Vorbilder in der pal. Gesellschaft

April 16, 2008

Brauchen wir noch Vorbilder? fragte sich und uns die ZEIT im vergangenen September. Die Antwort faellt nicht eindeutig aus.

Die 68er waren wohl die Letzten, die noch Vorbilder kannten, deren Leben so überhöht werden konnte, dass sie einem gemeinsamen Guten dienten und ihre Gegenwart in eine etwas goldenere Zukunft zu führen versprachen. Ob sie nun Rudi Dutschke hießen, Che Guevara oder auch Muhammad Ali: Sie standen für etwas, das noch größer war als sie selbst.

(…)

In allen Fällen war das Ich wichtiger als eine kollektive Moral. (…)

Moral wird also, vielleicht ist das eine speziell deutsche Spielart, als wichtigste gesellschaftliche Kraft gesetzt, als eine Art Ersatzdoktrin, die an die Stelle übergeordneter Entwürfe gestellt wird. Und gesucht wäre heute eine Maxime für richtiges Handeln, die eher aus dem Alltag und aus uns selbst kommt als aus einer abstrakten Idee.

Die palaestinensische Gesellschaft ist in dieser Hinsicht viel ungebrochener als die Gesellschaft, fuer die und ueber die die ZEIT schreibt. Ihre Ideale sind fraktionsuebergreifend.

The Al Kuds Mark of Honor, the PLO’s highest medal, will be given to two female terrorists who helped kill Israelis, Israel Radio reported Wednesday.

Ahlam Tamimi, a Hamas affiliate serving a life sentence for driving the suicide bomber who exploded himself in the Sbarro restaurant in Jerusalem, killing at least half a dozen people, including a whole family and Amra Muna, who seduced Ophir Rahum over the Internet and then lured him to Ramallah where he was murdered, will both be awarded the medal.

Conferring the Al Kuds Mark of Honor is decided at the discretion of the Palestinian Authority’s president, and he alone has the final say when choosing the Palestinians to be honored with the medal.

(…)

Hervorhebungen von mir

Obwohl Fatah und Hamas miteinander konkurrieren, wobei es schon mal vorkommen kann, dass man sich gegenseitig entfuehrt, foltert oder auch toetet, besteht doch eine tiefere Einigkeit. Ehre, wem Ehre gebuehrt. Und Ehre gebuehrt all denen, die Juden toeten.

Friedliche Zweistaatenloesung billig in gute Haende abzugeben…

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Update vom 17.04.08: Offensichtlich war Abbas die Aufmerksamkeit fuer diese Ehrung doch eher peinlich:
Abbas: Awards to terrorists have been revoked