Neuer Beleg fuer Rassismus in Israel


Regelmaessig zum Unabhaengigkeitstag wird das Volk befragt, wie zufrieden es mit dem Staat eigentlich ist.
Bei der Umfrage kommen auch die arabischen Israelis zu Wort, da faengt der Rassismus noch nicht an. Bei der Auswertung wird aber glatt differenziert (erstes Anzeichen fuer institutionalisierten Rassismus!) und dabei entsteht folgendes Bild:

80% der befragten juedischen Israelis bescheiben ihre perosenlichen Lebensumstaende als sehr gut oder gut, aber nur 51% der befragten arabischen Israelis.

Fast 90% der juedischen Israelis beurteilen die Leistungen des Staates als sehr gut oder ziemlich gut, aber nur zwei Drittel der arabischen Israelis.

81% der juedischen Israelis sehen die Zukunft des Staates Israel optimistisch, aber nur zwei Drittel der arabischen Israelis.

Auf die Frage, ob sie weiterhin in Israel leben wollen, antworteten 81% der juedischen Israelis mit ja, 14% wuerden lieber in ein anderes Land ziehen und 5% haben keine Praeferenz. Von den arabischen Israelis wollen 94% in Israel leben, 2% wuerden lieber in ein anderes Land ziehen und 4% haben keine Praeferenz.

Hmmm.

Zum Vergleich bringe ich noch ein paar Zahlen zur Zufriedenheit der Buerger mit der PA:

The data, moreover, point to rising levels of Arab emigration, particularly among young people. According to the survey conducted by Bir-Zeit University, 32 percent of all Palestinians and 44 percent of Palestinian youth would emigrate if they could.[48] The official Palestinian newspaper Al-Hayat al-Jadida has reported similar numbers.[49] A public opinion poll conducted by the Near East Consulting Corporation in the Gaza Strip reveals an even higher rate—47 percent of all Palestinians in the Gaza Strip. [50] Translated into numbers of people, as of 2006, more than a million Arabs in the Palestinian territories wish to emigrate. As journalist Amit Cohen noted in 2007, “Close to 14,000 Palestinians, more than 1 percent of the population in the Strip, have left the Gaza Strip since the implementation of the withdrawal program,[51] largely for financial reasons.[52]

Jom Hasikaron


In fast allen Schulen in Israel findet heute eine Gedenkfeier fuer die Gefallenen fuer die Gruendung und Sicherheit des Staates statt. Hier ein Bild aus der Schule unserer Kinder.

The Defense Ministry said that since 1860, when the first Jewish settlers began establishing Jewish neighborhoods outside the Jerusalem city walls, 22,570 men and women have been killed in defense of the Land of Israel.

jom-hasikaron1

Eines der Kinder las ein Gedicht vor. Es war kurz und ging ungefaehr so: In Israel gibt es kein Grabmal des Unbekannten Soldaten. Wer dort einen Kranz niederlegen will, muss die Blumen in den Wind streuen. In Israel gibt es keinen unbekannten Soldaten. Sie haben alle einen Namen und ihr Grab.

Vogel Strauss oder wie man sich selber etwas vormacht


In den Schlagzeilen heute spielt wieder einmal Ahmadinejad (in passender Gesellschaft neber der Schweinegrippe) eine Rolle.

So sehen die Schlagzeilen aus:
Ahmadinedschad geht überraschend auf Israel zu (Die Welt)

Ahmadinejad ‘fine’ with two-state solution (Y-net)

Tatsaechlich hat Ahmadinejad nichts gesagt, ausser, dass er ganz sicher ist, dass die Palaestinenser sich nicht mit einer 2-Staaten-Loesung zufrieden geben.

AHMADINEJAD: Well, we are asking for the legal rights of the Palestinian people. What we are saying is that the Palestinian people like other peoples have the right to determine their own fate. Muslims, Christians and Jews alike. We should — they should allow them to engage in elections, free elections and a free referendum to determine for themselves their own fate.

Merke, fuer Ahmadinejad sind die Palaestinenser ein Volk, die Juden aber nicht, daher haben sie kein Selbstbestimmungsrecht.

George Stephanopoulos stellt die Frage insgesamt viermal und legt Ahmadinejad die gewuenschte Antwort deutlich in den Mund:

If the Palestinian people negotiate an agreement with Israel and the Palestinian people vote and support that agreement, a two state solution, will Iran support it?

If they choose a two state solution with Israel, that’s fine.

But if they choose a two state solution, if they choose to recognize Israel’s existence, Iran will as well?

If the Palestinians sign an agreement with Israel, will Iran support it?

Dass Stephanopoulos so insistieren muss, sollte schon einiges deutlich machen.
Zum Schluss erntet er folgende Antwort:

AHMADINEJAD: Whatever decision they take is fine with us. We are not going to determine anything. Whatever decision they take, we will support that. We think that this is the right of the Palestinian people, however we fully expect other states to do so as well.

Der Hinweis auf die anderen Staaten bezieht sich offensichtlich auf folgende, vorangegangene Bemerkung:

Let me approach this from another perspective. If the Palestinians decide that the Zionist regime needs to leave all Palestinian lands, would the American administration accept their decision? Will they accept this Palestinian point of view?

Ueber die Zukunft des ehemaligen Mandatsgebietes Palaestina sollen ausschliesslich die Palaestinenser abstimmen. Israelis haben nur dann eine Stimme, wenn sie als juedische Palaestinenser im Sinne der PLO Charter gelten:

Article 6: The Jews who had normally resided in Palestine until the beginning of the Zionist invasion will be considered Palestinians.

Das ist nicht das erste Mal, dass von iranischer Seite eine solche Abstimmung vorgeschlagen wird.

Hier eine Studie des Iran Analysis Quarterly vom Herbst 2004

President Khatami also emphasised on the Palestinian’s rights including self-determination, liberation of Jerusalem, and a free Palestinian homeland. Khatami called for a referendum on the future government of a Palestinian state, and an independent system of government with Jerusalem as its capital. President Khatami said the foreign policy of the Islamic Republic of Iran is based on détente but struggle against the world arrogance and hegemonies is among the principles of the Islamic Republic and Tehran has never abandoned the struggle against Israel and support for the Hezbollah as a strategic principle in its foreign policy.

In March 2002, it was alleged that that Iran was engaged in arms transfers to the Arafat government. These news had a wide backlash throughout the world and especially was interpreted as a sign of renewal between Iran and Arafat. President Bush went so far as to say explicitly that: “Iran’s arms shipments and support for terror fuel the fire of conflict in the Middle East, and must stop”. [xxxvii]

Ayatollah Khamenei immediately rejected President’s Bush’s statements regarding Iranian involvement in Palestinian activities.[xxxviii] He reiterated Iran’s proposal for resolving the Israeli-Palestinian conflict: “There is only one logical solution…All the Palestinian refugees should return from Lebanon, Jordan, Kuwait, Egypt, and other Arab countries to their motherland, Palestine. [Only] the people closely connected to it [the homeland] must return; we are not referring to the people who were brought here from afar [i.e. from Europe]. The people who were in Palestine prior to 1948 are the Palestinian nation – the Muslims, the Christians, and the Jews.[xxxix] They should choose the nature of their desired political system…This is democracy. This proposal, based on the soul of democracy and the rules of human rights, is quite logical, and very practical, and therefore I encouraged all Arab and Islamic countries, as well as all other world nations, governments, and global communities to aim for its realisation”.

Man beachte, dass diese Idee hier vom “moderaten” Khatami vorgetragen wird.

eine Krankheit namens Hausaufgaben und andere Kleinigkeiten


Gestern morgen stand die Kleine ganz zerknittert auf und klagte ueber starke Kopfschmerzen. Ich mass ihr gleich Fieber (keins). Beim Frueckstueck weinte sie still vor sich hin. Das Wetter ist derzeit so wechselhaft, dass viele Menschen darauf reagieren. Ich gab ihr daher einen Kindersyrup gegen Schmerzen. Auf dem Weg zur Schule telefonierte ich noch rasch mit der Lehrerin. Ich war genau 2 Stunden im Buero, da rief die Schulsekretaerin an, ich solle die Kleine bitte abholen kommen.

Irgendwie hatte ich nicht den Eindruck, dass ihr wirklich etwas fehlte. Mein erster Test war, dass ich ihr sagte, ich muesse noch in den Supermarkt, um Zutaten fuer die obligatorische Huehnerbruehe zu kaufen. Ob ich sie erst nach Hause bringe solle oder ob sie mitwolle? Wirklich kranke Kinder haben keinen Spass am Einkaufen. Sie wollte mit. Zuhause steckte ich sie ins Bett. Wirklich kranke Kinder schlafen bald ein und bleiben lange liegen. Die Kleine blieb nur 20 Minuten im Bett. Ob sie wirklich schlief oder nur so tat, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, aber ich tippe auf Letzeres. Weil die Huehnersuppe laenger kochen sollte, machte ich zwischendurch Toast. Sie ass mit gutem Appetit zwei Toasts. Ich regte an, dass sie ja an ihrer Hausarbeit zu den 10 Plagen arbeiten koennte. Der Vorschlag fiel auf fruchtbaren Boden. Die Kleine sass 4 Stunden fast ununterbrochen am Computer und arbeitete. Selbst als ihre Schwester nach Hause kam und einen Film ansehen durfte, blieb sie bei ihrer Arbeit. Sie schaffte es fertigzuwerden, bevor ihr Begabtenunterricht anfing und auf meine Frage hin, antwortete sie, dass sie natuerlich hingehen wolle.

Wie es der Zufall will, ist heute der Abgabetermin.

Waere es nicht effizienter gewesen, wenn die Kleine ihre buehnenreife Vorstellung dafuer verwendet haette, einen Aufschub zu bekommen, anstatt sich die Zeit zu verschaffen, rechtzeitig fertig zu werden?!

Am Unabhaenigkeitstag wollen wir wieder mit Zelt und Grill in den Yattirwald. Diesmal kommen auch die Fahrraeder mit. Spontan habe ich auch die Witwe von G. und ihren Sohn eingeladen. Dabei hatte ich ganz uebersehen, dass wir zur Zeit nur ein Auto haben. Ein Kollege leiht mir aber seinen Wagen, so dass die Logistik geloest ist. Zwei weitere Kolleginnen wollen auch kommen.

Auserwaehltheitsneid


Bei Lila habe ich noch einen Antisemiten voreingenommenen Europaeer gelesen:

Deine durchaus sophistische Frage rekurriert augenscheinlich auf die Auffassung einer Singularität im jüdischen Leiden. Der sophistische Grundton ist daran zu erkennen, dass alleine der Gegenüberstellung zweier Greueltaten ein Maß von Zynismus inhärent ist, welches wirklich schwer zu ertragen ist. Soviel zu deiner Fragestellung. (In Anbetracht deiner Voreingenommenheit lässt sich also keine angemessene Antwort geben)

Was den Artikel von Stephens betrifft, so zeigt sich auch hier eine eklige Blasiertheit, die bereit ist die Auserwähltheit im Leiden so weit zu entgrenzen, bis ihr sogar das Leiden der Anderen, also die eigene Untat zugerechnet werden kann. So macht man sogar das Leiden der Anderen zu seinem eigenen. Bei soviel Kaltschnäuzigkeit bleibt einem nichts mehr zu sagen.

Ich hoffe doch sehr, dass der von dir zitierte Autor seinen Text in geistiger Umnachtung verfasst hat.

Abgesehen vom boesartig ueberheblichen Tonfall faellt mir auf, dass das Ressentiment des Verfassers gegenueber Juden anscheinend vor allem darauf beruht, dass sie sich als auserwaehltes Volk betrachten. Dieselbe Beobachtung habe ich bei vier der hier analysierten Kommentarschreiber gemacht. Dedie, Bernard, Krug und Luethy bestehen darauf, dass der Auserwaehltheitsgedanke des Judentums mit Herrenmenschengehabe und Rassismus gleichzusetzen sei.

Auf diese falche Vorstellung bin ich schon einmal eingegangen und habe sie sowohl historisch (urspruenglich Stammesgott, jeder Stamm hatte mindestens einen zustaendigen Gott, war also auserwaehlt) wie theologisch (Auserwaehlung als Imperativ, sich an Gebote zu halten) widerlegt.

Auf welcher Grundlage dieser Auserwaehltheitsneid entstand hat Manfred hier ausgearbeitet:

Das Christentum entwickelte seine spezifische Identität in Auseinandersetzung mit und in Abgrenzung vom Judentum – es definierte sich geradezu dadurch, dass es nicht jüdisch war, während es zugleich den Anspruch erhob, gleichsam das bessere Judentum zu sein. Dadurch wurde den Juden von Beginn der Christianisierung an der Status der “Sie-Gruppe” (also der Gegengruppe zur “Wir-Gruppe”) zugeschrieben und durch den prägenden Einfluss des Christentums auf die von ihm durchdrungenen Gesellschaften in deren kulturelle DNA eingeschrieben:

(Hervorhebung von mir)

Dieser Anspruch, die christliche Kirche habe das Judentum abgeloest (Neuer Bund im Gegensatz zum Alten Bund) ist in der Befreiungstheologie immer noch praesent und wird in den USA vor allem von schwarzen Klerikern vertreten. Kyle-Anne Shiver zitiert im American Thinker :

To be Christian is to be one of those whom God has chosen. God has chosen black people!
– James H. Cone; Black Theology and Black Power; p. 151

Im selben Werk sieht sie auch den Ausdruck von Holocaustneid:

The whole world knows the Nazis murdered millions of Jews and can suspect that the remaining Jews are having some emotional reaction to that fact. Negroes, on the other hand, are either ignored or thought to be so subhuman that they have no feelings when one of their number is killed because he was a Negro. Probably no week goes by in the United States that some Negro is not severely beaten, and the news is reported in the Negro press.

Every week or maybe twice a week almost the entire Negro population of the United States suffers an emotional recoil from some insult coming from the voice or pen of a leading white man.

The surviving Jews had one, big, soul-wracking “incident” that wrenched them back to group identification. The surviving Negroes experience constant jolts that almost never let them forget for even an hour that they are Negroes.

kleine Beobachtung zum aegyptischen Fernsehen


Mein Mann schaut mitunter den aeygptischen Sender. Er kann genug Arabisch, um halbwegs folgen zu koenenn. Ich schaue insgesamt selten fern und von arabischen Sendern habe ich nichts. Gestern werkelte ich also auch herum. Ploetzlich meinte mein Mann, die Aeypter seien geradezu obsessiv. Seit einigen Tagen wuerde man sich pausenlos mit entweder mit den verhafteten Hisbollahzellen in Aegypten oder mit Ahmadinejad in Genf beschaeftigen.

Spontan antwortete ich, dass es in Wirklichkeit um die Nachfolge Mubaraks geht, was die Intensitaet natuerlich erklaert. Auch nach etwas Nachdenken, scheint mir, dass Aegypten tatsaechlich an einer Wegscheide steht. Hosni Mubarak ist 81 Jahre alt. Seit einigen Jahren wird Mubaraks juengerer Sohn Gamal als Nachfolger aufgebaut. Das Problem bei der Machtuebergabe sind nicht die Konkurrenten aus der eigenen Regierungspartei, alle alten Herren, sondern die Muslimbruderschaft. Bis jetzt steht der Muslimbruderschaft ein aegyptisches Gesetz von 1952 entgegen, wonach keine Partei mit religioesem Programm antreten darf .

Die Regierungspartei NDP ist schon lange an der Macht und so korrupt, dass die Muslimbruderschaft mehr und mehr als einzige ernsthafte Oppositon erlebt wird, umso mehr seit die saekulare Oppositon “Kifiya” (“es reicht”) sich mehr oder weniger aufgeloest hat. Die langsame Aufloesung erfolgte parallel zum Auslaufen der neo-con Ideen von der Demokratisierung der arabischen Welt.

Die Muslimbruderschaft ist sozusagen das Mutterhaus auch der Hamas. Wir wissen, dass Hamas und Hisbollah und zunehmend Hamas und Iran kooperieren. Die Muslimbruderschaft ist also das iranische Pferd im Rennen um die Herrschaft in Aegypten, waehrend Gamal Mubarak das amerikanische Pferd ist. Der Iran setzt dabei darauf, dass der Hass auf Israel (nicht zuletzt dank der jahrzehntelangen Indoktrination durch die gelenkten, aegyptischen Medien) in der aegyptischen Bevoelkerung tief genug sitzt, dass auch die Einmischung durch eine fremde Macht geschluckt wird. Mit der Veranstaltung in Genf sollten wohl auch die Aegypter beeindruckt werden.

Ob die Rechnung aufgeht?

Recycling im Gazastreifen


Nach dem Abzug der IDF aus dem Gazastreifen, Ende Januar sammelten Leute von Hamas und UNRWA (ohnehin gehoert wohl ein grosser Teil der UNRWA-Angestellten der Hamas an) nicht explodierte israelische Munition ein. Eine Delegation von UN-Fachleuten haette die Sprengkoerper detonieren und damit unschaedlich machen koennen.

Aber Hamas sah nicht, warum so viel verwendbarer Sprengstoff verschwendet werden sollte und UNRWA stimmte wohl im Stillen zu. Jedenfalls fand sie nichts dabei, das Lager mit der gesammmelten Munition von Hamasleuten bewachen zu lassen. Erwartungsgemaess verschwanden Wachen samt Munition in kuerzester Zeit.

Ein solches Geschoss ist gestern wieder aufgetaucht, auf einem Parkplatz im Wohnviertel Zeitoun. Es gab vier Verletzte, alle Maenner Anfang 20.

Was wetten wir, dass es sich um Zivilisten wie Nahiz Abu-Namous handelt?

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