Pfeifen im Wald – Iran, Israel und westliche Welt


Die westliche Welt absolviert auch dieses Jahr mit Bravour das Gedenken an die im Holocaust ermorderten 6 Millionen Juden.

Aus der Rede des deutschen Bundespraesidenten Koehler zum 27.01. Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus / Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust:

Das Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten hat gezeigt, wie dünn der Firnis der Zivilisation ist, wie zweischneidig die Errungenschaften von Wissenschaft und Technik, wie zerbrechlich die kulturellen Sicherungen, auf die wir uns täglich wie selbstverständlich verlassen.

Hitler und seine Leute hätten ihre Verbrechen nicht begehen können, wenn es nicht so viele Mittäter und Mitläufer gegeben hätte: glühende Fanatiker, aber auch „ganz normale Männer“ und Frauen, stumpfe Befehlsempfänger und bedenkenlose Profiteure, in denen uns die Banalität des Bösen begegnet. Und schließlich die vielen, die wegschauten und schwiegen.

Diese Vergangenheit in eine Beziehung zur eigenen Gegenwart und Zukunft setzen und Lehren aus ihr ziehen – das ist der Sinn unseres Erinnerns. Wir erinnern uns aus Respekt vor den Opfern. Wir erinnern uns, um aus der Geschichte zu lernen. Und wir erinnern uns um unserer selbst willen. Denn Erinnerung bedeutet auch: nach der Wahrheit, nach einem festen Grund für das eigene Leben suchen.

Gleichzeitig arbeitet der Iran mit aller Kraft und hoechster Geschwindigkeit daran, sich Atombomben, Langstreckensraketen und die fuer Atomsprengkoepfe noetigen Traegersysteme zu verschaffen.

Vorgestern verkuendete der Stellvertretende Leiter der iranischen Atombehoerde, sein Land werde in einem Monat alle Huerden genommen haben, Atommacht und damit unantastbar geworden sein. Der US Verteidigungsminister wiegelt ab, es wuerde noch ein Jahr dauern. Der NIE Bericht gehoert zur grauen Vorzeit, an die sich niemand erinnern kann.

Noch grauere Vorzeit scheint zu sein, dass die iranischen Drohungen gegen Israel nicht mit Ahmadinejad begonnen haben:

TEHRAN 14 Dec. 2001 (IPS)
One of Iran’s most influential ruling cleric called Friday on the Muslim states to use nuclear weapon against Israel, assuring them that while such an attack would annihilate Israel, it would cost them “damages only”.

“If a day comes when the world of Islam is duly equipped with the arms Israel has in possession, the strategy of colonialism would face a stalemate because application of an atomic bomb would not leave any thing in Israel but the same thing would just produce damages in the Muslim world”, Ayatollah Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani told the crowd at the traditional Friday prayers in Tehran.

Analysts said not only Mr. Hashemi-Rafsanjani’s speech was the strongest against Israel, but also this is the first time that a prominent leader of the Islamic Republic openly suggests the use of nuclear weapon against the Jewish State.

Mohammed El Baradei, der Mann, der durch Persilscheine der IAEO dem Iran massgeblich geholfen hat und dafuer 2005 den Friedensnobelpreis bekam, gibt inzwischen offen zu, dass er fuer Hamas (dessen Schutzmacht der Iran inzwischen ist) samt Terror und gegen Israel Position bezieht. Update: Elder of Zyion ist dem nachgegangen und hat herausgefunden, dass das vorgebliche Interview wohl frei erfunden wurde. Die Frage ist, von wem: Hamas, Iran, Aegypten?

Der Handel der westlichen Welt mit dem Iran boomt. Mit relativ einfachen Tricks koennen bestehende Embargos umschifft werden.

Ernsthafte Sanktionen sind nicht in Sicht, auch wenn die Obamaregierung die asiatische Besonderheit, kein klares Nein auszusprechen, offensichtlich nicht kennt oder nicht zu kennen vorgibt. Die US Regierung selber erwaegt allenfalls Sanktionen, die moeglichst niemandem wehtun. Der Vorstoss des Kongresses wird abgeblockt.

Sarkozy warnt vor einer Eskalation, dabei klingt es so, als waere ein israelischer Angriff auf Iran das schlimmstmoegliche Desaster und keineswegs die atomare Bedrohung durch den Iran. Deutschsprachige Qualitaetsmedien berichten nicht einmal darueber.

Netanyahu ist nicht zum Atomgipfel nach Washington gereist, weil er voraussah, dass Israel in die Enge getrieben werden sollte. Das hindert Obama nicht daran, Erdogans Forderung zu uebernehmen, Israel muesse sein mutmassliches Atomprogramm offenlegen.

Israel steht allein.

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3 Antworten

  1. [...] hat tip: Blick auf die Welt – von Beer Sheva aus. [...]

  2. Israel steht allein.

    Das ist bitter, aber die Wahrheit.
    Vielleicht interessieren sich Deine Leser auch für meinen Artikel “Theaterdonner” vom vergangenen August, wo ich unter anderem geschrieben habe:

    Die „Verschärfung der Sanktionen“, die jetzt von der EU (und wahrscheinlich auch den USA) angepeilt wird, ist nicht ein letzter Versuch, die atomare Bewaffnung des Iran zu verhindern, sondern der Versuch, sich ein politisches Alibi zu verschaffen: In Washington wie in den Hauptstädten Europas geht man davon aus, dass der Iran Tatsachen schaffen wird, und dass man sie hinnehmen wird. Die jetzigen Bemühungen sind purer Theaterdonner, damit man hinterher behaupten kann, man habe alles versucht.
    (…)
    Die einzige Macht, die diese Szenarien möglicherweise noch verhindern kann, ist die israelische Luftwaffe.

  3. Irgendwo war zu lesen:
    “Obama für Regimewechsel”
    dann, ziemlich klein:
    “in Israel”

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