Sandmonkey


ist der Blogname von Mahmoud Salem. Salem ist ein westlich gebildeter, intelligenter junger Mann aus einer guten (und wohlhabenden und unter Mubarak politisch einflussreichen) Familie in Kairo.

Ich verfolge seinen Blog seit Jahren und bin ueberwiegend beeindruckt. Nur selten kamen auch bei ihm die anti-israelischen Emotionen durch. Meistens behielt er einen kuehlen Kopf und lieferte plausible Analysen. Sandmonkey sagte nicht nur korrekt Obamas Wahlsieg voraus, sondern auch dessen Inkompetenz als Praesident, waehrend ich noch die Augen und Ohren verschloss und mir McCain als Praesidenten wunschdachte.

Ich kann leicht nachvollziehen, warum und wie sich Sandmonkey mit der “Revolution” in Aegypten identifiziert hat. Dass sie sich voellig anders entwickelt, als er sich wuenschte (aber ich wiederum voraussehen konnte), schmerzt ihn. Fuer mein Teil bin ich dankbar, dass er mich an die Menschen in Aegypten erinnert, die ich hinter der amorphen Bedrohung, die das gegenwaertige Aegypten fuer uns darstellt, uebersehen koennte.

Leider ist es dem Sandmonkey noch nicht gelungen, sich ganz vom Wunschdenken zu loesen. Noch immer sieht er den hauptsaechlichen Feind in der Militaerjunta. Ihr unterstellt er, die Salafisten erfunden zu haben und ihnen per Wahlbetrug Stimmen zuzuschanzen.

So, why would the military be “helping” the Salafi Noor Party get votes? Well, mainly because they invented them. It was a match made possible by State-Security, who probably alerted the military of how reliable were the salafis in their previous “cooperation” to scare the living shit out of the population into submission and supporting the regime.

An Wahlbetrug glaube ich sofort, allerdings keinesfalls ausschliesslich durch die Militaerjunta. Die Muslimbruderschaft hatte als einzige Organisation genuegend Personal, um in allen Wahllokalen “Wahlbeobachter” zu positionieren. Durchaus moeglich, dass die Muslimbruderschaft eine starke Partei rechts von sich moechte, um dasselbe Spiel wie Mubarak zu betreiben: Neben Al-Nour wirkt noch die Muslimbruderschaft “moderat” und das kleinere Uebel.

Sandmonkey weist voellig richtig daraufhin, dass die grosse Masse der Bevoelkerung unter der wirtschaftlichen Misere leidet und diese Stimmen gekauft werden koennen. Aber wer ist der Kaeufer? Der Militaerregierung geht selber das Geld aus. Und die Salafisten werden von anderswo finanziert.

Wahlbetrug durch die Militaerjunta kann das starke Abschneiden der islamistischen Parteien, Muslimbruderschaft und Al-Nour nicht plausibel erklaeren.

In der PEW Umfrage von Anfang Dezember 2010 - also vor Ausbruch des “Arabischen Fruehlings” – ergab sich folgendes Meinungsbild in Aegypten:

Angesichts der grossen Zustimmung fuer drakonische Schariastrafen in Aegypten, wundere ich mich ein bisschen, warum 61% der Aegypter angeben, dass sie sich Sorgen wegen islamistischem Extremismus im eigenen Land machen. Was verstehen diese Menschen wohl unter Extremismus: Steinigung fuer Ehebrecher, Hand abschlagen fuer Diebstahl und Todesstrafe fuer Menschen, die sich vom Islam abwenden, faellt offensichtlich nicht unter Extremismus.

Vor diesem Hintergrund wirkt Sandmonkeys emotionaler Ausbruch noch tragischer:

One of the biggest mistakes of this revolution, and there are plenty to go around, was that we allowed its political aspects to overshadow the cultural and social aspects. We have unleashed a torrent of art, music and creativity, and we don’t celebrate or enjoy it, or even promote it. We have brought the people to a point where they were ready to change. To change who they are and how they act, and we ignored that and instead focused all of our energies in a mismanaged battle over the political direction of this country. We clashed with the military, and we forgot the people, and we let that small window that shows up maybe every 100 years where a nation is willing to change, to evolve, to go to waste. Even the work that was being done, it focused on teaching them their political rights, or superficial behavioral things like “don’t litter” or “don’t break traffic laws”, and nothing regarding respecting the women or the people from other faiths that share this cursed land. Wasn’t a priority back then, because in our arrogance and hubris we assumed that people will change by themselves. That they will act right, despite the fact that throughout the history of humanity, there wasn’t a single proof that people, by themselves, will act right. Sorry everyone, we were arrogant and idealistic. Forgive us.

Die wahre Arroganz zeigt sich natuerlich hier: Er waehnt, dass seinesgleichen es in der Hand gehabt haetten durch Kultur und Kunst, das ganze Volk innerhalb von kurzer Zeit  im Innersten zu verwandeln.

Frohes Lichterfest (christlich)


Frohes Lichterfest (juedisch)


FAZ hetzt gegen Israel


aber natuerlich auf die vornehme Art, durch Weglassen und dezente Zuschreibungen: Palästinenser bei israelischem Luftangriff getötet.
Die Schlagzeile ist nicht informativ. Auch der Untertitel gibt nichts her:

Israelische Kampfflugzeuge haben am frühen Freitagmorgen mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei wurden mehrere Menschen getötet

Warum hat die israelische Luftwaffe gerade an diesem Tag beschlossen, mal wieder Palaestinenser zu toeten? Wird etwa auch fuer Chanukkagebaeck das Blut von Nicht-Juden verwendet?!

Nach israelischen Angaben war einer der Getöteten ein Mitglied der Al-Aksa-Brigaden, des bewaffneten Arms der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland.

Es habe sich um Ismail Batasch gehandelt, der an mehreren Terroranschlägen gegen Israelis beteiligt gewesen sei und weitere vorbereitet habe.

Das muss es sein, denn die Angaben zu den Toten und damit impliziert den Grund fuer den Luftangriff stammen ja nur von den Israelis. Da eine serioese Zeitung wie die FAZ normalerweise solche Angaben verifiziert, wird hier signalisiert, dass sie falsch sind.

Dementsprechend reagieren auch die Leser in den Kommentaren: Israel hat sich diese Angaben aus den Fingern gesogen, in Wirklichkeit hatte die israelische Luftwaffe einfach Lust, mal wieder ein bisschen Palaestinenser zu toeten.

Erstaunlich nur, dass ein Blogger die Bestaetigung zur Personenangabe und die Identitaet des zweiten Toten auf einer pal. Seite findet und noch dazu dieses informative Photo:

Die beiden bei diesem Luftangriff getoeteten Palaestinenser waren Assam Subahi Ismail Batasch, Funktionaer in der Terrororganisation Hamas und sein Neffe, Subhi Batasch, Kaempfer bei der Terrororganisation Fatah. Hier sieht man die beiden  in die Fahnen ihrer jeweiligen Organisationen eingehuellt.

Bei diesem Luftangriff kamen keine unschuldigen Zivilisten zu Schaden.

Ein weiterer Luftangriff galt einer Waffenschmiede der Hamas oder einem Trainingslager, nach pal. Angaben. Offensichtlich waren dort auch Waffen oder Sprengstoffe gelagert und deren Explosionen verursachte den Tod eines Nachbarns und verletzte weitere Anwohner, darunter Kinder und Frauen. Hamas hat also auch dieses Mal die eigene Bevoelkerung als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Und jetzt kann Hamas die Opfer auch noch zu Propagandazwecken ausnuetzen, nicht zuletzt dank der Kooperation von Medien wie der FAZ.

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