Europaeische Werte = Sozialismus


So geht es aus Martin Wokers Artikel in der NZZ von gestern hervor: Israel zwischen Europäischer Union und Arabischer Liga

Von den Befürwortern einer EU-Integration Israels wird der unscharfe Begriff einer «ähnlichen Mentalität» ins Feld geführt.Impliziert werden damit europäische Grundwerte, wie sie für die israelische Gesellschaft in den ersten drei Jahrzehnten nach der Staatsgründung prägend waren.

Die Werte der israelischen Gesellschaft in den ersten drei Jahrzehnten waren stark vom Sozialismus inspiriert. Nicht umsonst war die Kibbutzbewegung bei der Staatsgruendung fuehrend und die mit ihr verbundene Arbeiterpartei regierte ununterbrochen von 1948 bis 1977, fast dreissig Jahre lang. Die Einheitsgewerkschaft, die Einheitskrankenkasse, und sogar bis 1986 das Einheits-Staatsfernsehen praegten das Land nachhaltig. Und weil sich nicht alle Familien einen Farbfernseher leisten konnten, manipulierte der Staatssender alle Farbfilme technologisch so, dass sie schwarz-weiss ausgestrahlt wurden. Natuerlich gab es bald auch die Anti-Technologie zu kaufen und Familien, die sich einen Farbfernseher anschafften, gaben zusaetzlich Geld aus, damit sie Farbe sehen konnten.

Martin Woker faehrt fort:

Die Hoffnung auf einen neuen, demokratischen Grundwerten verpflichteten Alliierten war am 29. November 1947 für die Vereinten Nationen einer der Gründe für die Verabschiedung der Resolution 181, die das britische Mandatsgebiet Palästina zweiteilte und den Grossraum Jerusalem als Corpus separatum vorsah.

Das ist natuerlich geklittert. Die USA und ihre westlichen Verbuendeten mochten auf einen demokratischen Staat gehofft haben. Offensichtlich aber hofften die Sovietunion unter Stalin und ihre Satelittenstatten auf einen sozialistischen Bruderstaat. Nur deshalb kam das Abstimmungsergebnis ueberhaupt zustande:

In favour: 33

Australia, Belgium, Bolivia, Brazil, Byelorussian S.S.R., Canada, Costa Rica, Czechoslovakia, Denmark, Dominican Republic, Ecuador, France, Guatemala, Haiti, Iceland, Liberia, Luxemburg, Netherlands, New Zealand, Nicaragua, Norway, Panama, Paraguay, Peru, Philippines, Poland, Sweden, Ukrainian S.S.R., Union of South Africa, U.S.A., U.S.S.R., Uruguay, Venezuela.

Against: 13

Afghanistan, Cuba, Egypt, Greece, India, Iran, Iraq, Lebanon, Pakistan, Saudi Arabia, Syria, Turkey, Yemen.

Abstained: 10

Argentina, Chile, China, Colombia, El Salvador, Ethiopia, Honduras, Mexico, United Kingdom, Yugoslavia.

Mindestens bei der NZZ empfindet man heute keinen Widerspruch zwischen Demokratie und Sozialismus. Vom Staat wird erwartet, sozialistische Gleichheit herzustellen und das nennt man dann Demokratie:

Grösste Besorgnis wird zudem über jene Gesetzesnovellen geäussert, welche die bestehende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zwischen Juden und Nichtjuden weiter vertiefen.

Wenn denjenigen, die an der Wirtschaft teilnehmen, etwas weniger Steuern abgenommen werden, um damit den unproduktiven Teil der Gesellschaft zu alimentieren, dann mag ein eingefleischter Sozialist von der Vertiefung der Ungleichheit sprechen. Ich kann uebrigens nicht nachvollziehen, an welche Gesetzesnovellen Martin Woker dabei denken mag?! Ganz im Gegenteil hat die Regierung unter dem Druck der Proteste im vergangenen Sommer einige Vorlagen eingebracht, die wieder einmal versuchen, gesetzlich umzuverteilen.

Martin Woker macht fuer die Abkehr von Demokratie (=Sozialismus) u.a. die Einwanderer aus dem Sovietreich verantwortlich:

Die Zuwanderung aus der früheren Sowjetunion korreliert mit dem Erstarken autoritärer Parteien (wie jener des aus der Moldau stammenden Aussenministers).

Tatsaechlich sorgt Erfahrung mit dem real existierende Sozialismus dafuer, dass sich die produktive Bevoelkerung (und zu dieser gehoerten die Juden in der Sovietunion ueberwiegend) nach politischer und wirtschaftlicher Freiheit sehnt.

Herr Woker empfindet es als ueberfluessig zu belegen, inwiefern und warum die Partei von Aussenminister Lieberman “autoritaer” statt demokratisch sein soll. Verunglimpfung des politischen Gegners ersetzt die Argumente.

Passenderweise findet sich in der NZZ vom selben Tag gleich auch das Hohe Lied auf den Kibbutz: Pfade in Utopia

Migwan wird nicht nur den Enthusiasmus seiner Pioniere überleben – diese Avantgarde scheint dazu angetan, einen Strukturwandel der israelischen Zivilgesellschaft herbeizuführen.

Wir ahnen schon, in welche Richtung sich die Struktur wandeln soll, wenn es nach der NZZ ginge.

In Zettels Raum bin ich gerade ueber einen aelteren Text gstolpert, worin Zettel aufzeigt, dass auch Menschenrechte heute mit Sozialismus gleich gesetzt werden.

Mit anderen Worten: Die Menschenrechte werden radikal uminterpretiert.

Sie waren und sind Rechte, die das Individuum gegen den Staat hat. Man sehe sich den Grundrechts- Katalog des Grundgesetzes an.

Da wird festgelegt, daß der Staat die Würde des Menschen nicht antasten darf. Daß jeder das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat. Daß er das Recht auf Leben, Unversehrtheit, Freiheit hat. Daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Daß Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Daß niemand benachteiligt werden darf.

Und so fort. Die Menschenrechte sind Rechte, die der Mensch gegen seine Obrigkeit hat. Was die UNO-Bürokratie aber versucht, das ist eine Umfunktionierung der Menschenrechte: Statt daß sie den Einzelnen gegen den Staat schützen, sollen sie den Staat zwingen, Fürsorge gegenüber dem Einzelnen walten zu lassen. Und zwar Fürsorge im Sinn der Gleichmacherei, des inclusive.

Es ist nichts anders, als Freiheitsrechte zu mißbrauchen, um den Sozialismus durchzusetzen.

Und wieder Luegen um ein totes Kind


In den westlichen Medien wird kaum ueber die Energiekrise im Gazastreifen berichtet, aber Elder of Ziyon hat einen guten AP Artikel in der New York Times gefunden:

Hamas versucht seit Wochen, Aegypten dazu zu zwingen, dem Gazastreifen Treibstoff weit unter dem Marktpreis und direkt via den Uebergang von Rafah zu liefern. Israel ist bereit, Treibstoff zu liefern, aber vor einem guten Jahr beschloss Hamas, keine Lieferungen aus Israel anzunehmen und sich stattdessen lieber auf geschmuggelten Treibstoff aus Aegypten zu verlassen. Aegypten hat aber selber einen Engpass und vor allem sieht der Staat nicht ein, warum subventionierter Treibstoff Hamas zugute kommen sollte, die darauf kraeftig Steuern erhebt. Aegypten will auch nicht direkt liefern, sondern nur via den israelischen Uebergang Keren Shalom, damit ja niemand auf die Idee komme, dass Israel nicht die gesamte Verantwortung fuer den Gazastreifen uebernehmen muesse. Die Notlage der Zivilbevoelkerung im Gazastreifen ist sowohl fuer Hamas wie auch fuer Aegypten nur eine Karte in ihrem Machtpoker.

Da diese Karte bisher nicht sticht, zaubert Hamas ein As aus dem Aermel, das von Ha’aretz natuerlich auch glaeubig weiterberichtet wird: Ein kleines Baby, das beatmet werden musste, sei gestorben, weil Israel die Treibstofflieferung zu spaet durchgelassen habe und die Beatmungsmaschine zum Stillstand gekommen sei.

Zu meiner Ueberraschung glauben nicht einmal die Kommentatoren bei Ha’aretz an diese Geschichte.

Und natuerlich ist sie nicht wahr: Das arme Kind war mit einer Krankheit geboren, die ihm nur wenige Monate Lebenszeit liess. Es starb am oder vor dem 4. Maerz. Ob sein Tod irgendetwas mit der Energiekrise im Gazastreifen zu tun hatte, kann nicht verifiziert werden. Die Eltern und ein Hamasfunktionaer im Gesundheitswesen luegen weiter, der Tod sei erst am 23. Maerz eingetreten trotz der Todesnachricht, die am 4. Maerz veroeffentlicht wurde.

Nur drei Wochen spaeter liest man auch in der WELT, wie Hamas die eigene Bevoelkerung als Geisel nimmt. Danke, Michael Borgstede, fuer einen soliden Artikel.

Antisemitische Mythen: Kindermord


Mit der Erinnerung an den bethlehemitischen Kindermord, als sei er historisch erwiesen, begann Hilary Andersson ihren Bericht ueber die Kindesopfer der sogenannten 2. Intifada vom Juni 2001:

Deep underground in Bethlehem are the remnants of an atrocity so vile, so far back in history, that it almost seems impossible. King Herod’s slaughter of the innocents. All the little children under two were killed.

Die Mutter und Grossmutter des aktuellen Opfers, Mohammed, geben ausdruecklich zu Protokoll, dass sie den Einsatz von Kindern, auch den eigenen Soehnen und Enkeln, befuerworten:

MOTHER:
(TRANSLATION) They want to fight and liberate Palestine. If we all stopped our sons, there would not be a fight. It’s not just up to me.
REPORTER:
But he was only 13 years old. Is it right that children should be fighting an adult war?

MOTHER:
(TRANSLATION):
He’s not a child. He’s a young man. And this is the age when they all go out and throw stones and fight. How can I stop him?

ANDERSSON:
His grandmother went even further. “If they all died and this was the last child we have left, we would send him to fight too,” she said.

Die Reporterin rationalisiert diese moerderische Einstellung in einer Weise, die letzlich Israel die Verantwortung zuordnet:

Many families do try to stop their children from fighting, but this family have lived in a refugee camp for over 50 years. They see no way of ever getting their land back unless every Palestinian is involved

Dazu passt, wie sie am Ende des Berichts dem verantwortlichen israelischen Minister staendig unterstellt, dass israelische Soldaten wissentlich und absichtlich Kinder toeten:

ANDERSSON:
The Israelis say the Palestinians want the children to die to help their propaganda. But to the families whose lives are being ripped apart by it all, the claim is outrageous.

SNEH:
To kill children, it’s against our values, against our very basic and fundamental moral concept and against our values.

REPORTER:
But you’re still shooting.

SNEH:
We are trained…

REPORTER:
You’re shooting them.

SNEH:
Who sent them to the place?

REPORTER:
Who is shooting them?

Hilary Andersson bewies, dass sie den antisemitischen Mythos, dass Juden Kinder toeten, erinnerlicht hatte. Vermutlich war ihr nicht einmal bewusst, dass sie mit ihrer Einleitung explizit diesen Mythos bediente.

Lady Ashton bedient den gleichen antisemitischen Mythos, indem sie auf den kaltbluetigen Mord an juedischen Kindern und Lehrern so reagiert:

And in days when we remember young people who have been killed in all sorts of terrible circumstances, the Belgian children having lost their lives in a terrible tragedy, and a friend of mine’s child being part of that. When we remember what happened in Toulouse today, when we remember what happened when I was in Norway last week, a year ago. When we know what’s happening in Syria, when we see what’s happened in Gaza and Sderot, in different parts of the world, we remember young people and children who lose their lives.

Wie wir wissen, wurden bei den juengsten Luftangriffen im Gazastreifen 20 Terroristen getoetet und vier  Zivilisten getoetet, obwohl die Terrororganisationen ihre Raketen bekanntlich aus dicht bewohnten Gebieten  abfeuern und gern Kinder als menschliche Schutzschilde verwenden. Meines Wissens war keiner der vier Zivilisten minderjaehrig.

Vermutlich geht der Mythos tiefer als der Bethlehemitische Kindermord.  Thematisch gehoert er eindeutig zum Themenkreis “Menschenopfer”.
In der Bibel wird ausfuehrlich beschrieben, dass die Kanaaniter Kinder opferten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise, dass auch die fruehen Israeliten Kindesopferung praktiziert haben mochten. Dass Avraham Avinu bereit gewesen waere, seinen Sohn zu opfern, ist bekannt. In der Geschichte vom Auszug aus Aegypten markieren die Israeliten ihre Tueren mit Tierblut, damit ihre maennlichen Erstgeborenen verschont bleiben. Die Ausloesung des maennlichen Erstgeborenen ist ein bis heute praktiziertes Ritual. Auch die Beschneidung kann als Ersatzhandlung fuer die Opferung verstanden werden.  Waehrend des Zusammenlebens mit den Kanaaniter in der Richter- und Koenigszeit uebernahm ein Teil der israelitischen Bevoelkerung auch immer wieder den Goetzendienst und die Menschenopfer. Erst nach dem babylonischen Exil scheint das endgueltig ueberwunden zu sein.

In der psycholanalytischen Literatur scheint man sich einigermassen einig zu sein, dass der Vorwurf des Kindermordes eine Projektion ist. (Mortimer Ostov, Martin Bergmann,

By their very existence, the Jews, who had abandoned and condemned human sacrifice, became the unwitting accusers of the Christians, who have sacrificed their Christ Jesus to their God the Father, and, by “a perverse move of the spirit,” the Jews became the target of the sacrificer’s unconscious projections of guilt feelings.

(Avner Falk,  Antisemitism: a history and psychoanalysis of contemporary hatred, p. 28)

Heutzutage wirkt das Opfermotiv im Christentum vielleicht weniger stark in der Psyche von modernen Europaeern. Dafuer koennte ein zusaetzliches Motiv an Bedeutung gewonnen haben. In Grossbritannien wird jede 5. Schwangerschaft abgetrieben, bei jungen Maedchen jede zweite.

Wie sich das anfuehlt


Gerade bin ich nach Hause gekommen. Ich stehe mit Laptop und Handtasche ueber der Schulter vor dem Lift. Eine junge Nachbarin wartet mit mir. In diesem Augenblick geht die Sirene los. Die Nachbarin will die Treppen heraufrennen, aber das Treppenhaus hat Fenster – gefaehrlich wegen eventuell herumfliegender Glassplitter –  und der Lift kommt gerade. Ich halte sie am Aermel fest. Wir wohnen im 2. Stock, sie im vierten. Also biete ich ihr an, schnell zu uns mitzukommen. Zu spaet denke ich daran, dass mein Mann noch nicht da ist – sein Auto steht nicht auf dem Parkplatz. Die Kinder sind sicher laengst im Schutzraum, da will ich sie nicht durch Klingeln wieder herausholen. Ich ziehe die Nachbarin  in den Technikraum neben der Wohnung (Wasserrohre, Stromzaehler etc.)  Sie zwaengt sich in eine Ecke. Ich hoere jemanden die Treppe hinaufkeuchen undd erkenne unsere Grosse, die mit ihrer Freundin draussen war. Schnell ziehe ich sie auch in den Technikraum. Eine Sekunde spaeter rumst es. Der Mann der Nachbarin ruft durch’s Treppenhaus nach ihr, sie rennt zu ihm. Wir warten noch ein bisschen, dann klingeln wir, damit uns die Kleine aufmacht. Mein Mann ruft an und fragt, ob wir alle zuhause sind, er kaeme auch gleich. Ich telefoniere mit meiner Mutter. Meinem Vater geht es nicht gut. Ich weiss nicht, ob ich wegen der Raketen Bauchschmerzen habe oder wegen der schlechten Nachrichten. Die Schwiegermutter ruft an. Mein Mann sagt, wir sollten ein langes Wochenende mit den Kindern machen,irgendwo, wo es ruhig ist.

Ich sollte noch den Wocheneinkauf machen und Schwimmen wollte ich eigentlich auch. Ich glaube, das streiche ich fuer heute abend, obwohl das Schwimmbad auf hat.

Morgen haben die Kinder wieder raketenfrei. “Wengistens hatten wir einen Tag, um unsere Freunde zu sehen”‘ kommentiert die Kleine.

Und dann lese ich im Internet, waehrend ich nach guenstigen Fluegen in die Schweiz suche, dass Sigmar Gabriel fuer Kontakte mit Hamas wirbt.

ein bisschen Rechthaberei


Offensichtlich derselbe Sprecher des Gesundheitsdienstes im Gazastreifen, Adham Abu Semija, hier Adham Abu Salmia geschrieben,  dem der Tagesanzeiger so viel Vertrauen entgegenbrachte,  versuchte den Tod eines weiteren Kindes Israel anzulasten.

GAZA CITY, Gaza Strip (AP) — A Palestinian boy accidentally struck by a bullet when militants fired in the air during a funeral died of his injuries Wednesday, family members and witnesses said.

Palestinian health official Adham Abu Salmia initially said that 8-year-old Barka al-Mugrahbi died of wounds sustained in an Israeli airstrike on Monday.

However, Israel’s military said it did not carry out a strike in the area at the time.

The boy’s relatives and witnesses later said the boy was marching in the funeral procession for a Gaza militant Monday when he was struck in the head by an errant bullet.

At the time, gunmen were firing in the air, they said.

Hier haben wir innerhalb von wenigen Tagen einen weiteren Fall, wo der Hamasfunktionaer im Gesundheitswesen – wer auch nur ein bisschen Ahnung von totalitaeren Strukuten hat, weiss, dass solche Posten nach politischer Zuverlaessigkeit vergeben werden – nachweislich luegt. Ausserdem wird damit belegt, dass die bei Feiern verschossenen Kugeln verletzen und sogar toeten koennen, wie ich hier als Erklaerung angeboten hatte.

Mit dem Fall, den ich hier als Update berichtet hatte, liegt uns auch die Bestaetigung vor, dass die Terrororganisationen Jugendliche rekrutieren.

Was sind das nur fuer Eltern, die einen kleinen Jungen mit zu einer Heldenbeerdigung des Islamischen Dschihad nehmen, wohl wissend dass dort heraumgeschossen wird.  Und was sind das fuer Menschen, die einen 15-Jaehrigen beim Raketenabfeuern mithelfen lassen! Golda Meir hatte Recht: Friede ist erst moeglich, wenn die Palaestinenser ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.

 

nachtraeglich noch zu Purim


bzw. dazu, was Peter Muench dazu in der Sueddeutschen formuliert:

Hatte nicht schon vor 2500 Jahren ein Finsterling namens Haman als oberster Beamter des persischen Königs die Tötung aller dort ansässigen Juden geplant? Verhindert wurde dies damals allein durch das Fasten und Beten der Königin Ester. Der Errettung vor dem Genozid, auf die ein Gemetzel an den Feinden folgte, wird seither mit einem fröhlichen Fest gedacht, mit Straßenkarneval, mit Umzügen und mit reichlich Alkohol.

Ein Volk, das solche Feste feiert, ist wahrlich leidgeprüft. Doch Israel hat nicht nur allen Grund, sein Überleben zu begießen. Es hat genauso allen Grund, um seine Existenz zu bangen. Die Verfolgung ist die Grunderfahrung des jüdischen Volkes – bis hin zum Holocaust, der als Kollektivtrauma vererbt wird an die nachfolgenden Generationen. Andere Nationen haben sich ihren Staat erkämpft, die Juden haben ihn sich erlitten.

Nach dem Buch Esther staerkte sich die Koenigin Esther durch Fasten und Beten, um mit ihrem Anliegen zum Koenig vorzudringen und Gehoer zu finden. Fasten und Beten selber aber reichten keineswegs aus, um den Genozid zu verhindern. Die Koenigin erhielt nur die Erlaubnis, dass sich Juden in Persien praeventiv (einen Tag vor dem geplanten Genozid) gegen ihre moechte-gern Moerder wehren durften. Das “Gemetzel an den Feinden” – wie Muench formuliert, folgte nicht auf die Errettung, sondern war die Rettung, naemlich der Sieg in einem Kampf, der andernfalls mit der Vernichtung der juedischen Bevoelkerung in Persien geendet haette.

Der Unabhaengigkeitskrieg 1948/49 wurde nicht durch Transparente mit Schreckensbildern des Holocaust gewonnen, sondern im Kampf. Von allen Kriegen Israels hat der Unabhaengigkeitskrieg die meisten Gefallenen und Verletzten gekostet.

Wer angesichts dieser allgemein bekannten Fakten so formuliert wie Muench, hat ein tiefsitzendes Problem mit Juden, die sich ihrer Haut zu wehren wissen. Dass Muench eigenartige Emotionen in die Quere kommen, zeigt auch sein Schlussatz:

Es ist das Mantra vom “Nie wieder” – verbunden mit dem Anspruch des Anführers, als Retter und vielleicht auch Rächer eine neue Katastrophe abzuwenden.

Als gewaehltes Regierungsoberhaupt hat Netanyahu nicht den “Anspruch” des Anfuehrers, sondern diese Aufgabe. “Retter” mag ja noch hingehen, aber wo kommt der  “vielleicht auch Raecher” her, wenn nicht vom antisemitischen Mythos der juedischen Rachsucht? Meint Muench wirklich, dass Netanyahu sich noch fuer Haman an Persien raechen moechte? Wenn ja, warum waren die Beziehungen zum Iran unter dem Schah so gut?

Waffenstillstand?


Gestern nachmittag  proklamierte der Islamische Dschihad noch (arabisch, ich benutze Google Translate), dass sie keinen Waffenstillstand wollen, weil sie ohnehin gerade siegen.

Die Aegypter meldeten dann nachts, dass man sich geeinigt habe und der Waffenstillstand am 13. Maerz um 01:00 in Kraft trete.

Aber natuerlich kann eine Terrororganisation nicht darauf verzichten, das letzte Wort, bzw. hier die letzte Aggression zu haben.

Waehrend sie sagten, dass sie den Waffenstillstand respektieren , feuerten sie noch ein paar Raketen ab. Die letzte gegen 11 Uhr in Richtung Aschkelon. Nur, dass dieser Raketenabschuss anscheinend fehlerhaft war, so dass sie noch auf dem Gebiet des Gazastreifens niederging.

Waehrend der vier Tage Raketenbeschuss wurden im Gazastreifen 222 Raketen abgefeuert, davon flogen 166 auf israelisches Gebiet., 56 Raketen landeten demnach noch im Gazastreifen, das sind 25% aller Abschuesse. Ich kann mir nicht vorstellen, dass keines dieser Geschosse dort Schaden angerichtet hat. Die Bilder der Zerstoerung kommen sicher noch und werden Israel angelastet.

Inzwischen feiert der Islamische Dschihad natuerlich seinen Sieg.

Update: Anscheinend braucht der Islamische Dschihad noch ein paar letzte (?) Moerser fuer das Ego.

Update1 14.03.12: Der Waffenstillstand haelt nicht. Gestern abend eine Gradrakete auf Netivot, heute abend zwei Gradraketen auf Beer Sheva. Das geht deutlich ueber das hinaus, was dem terroristischen Ego noch zugestanden werden kann, und die Terrororganisationen wissen das auch. Iran hat offensichtlich ein akutes Interesse, die Aufmekrsamkeit der Weltoeffentlichkeit von sich abzulenken.

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