Kleiner Bericht aus dem Sorokakrankenhaus


QuietusLeo ist Narkosearzt am Sorokakrankenhaus in Beer Sheva, seinen Blog hat er “The Sandman” genannt.

Ich uebersetze seinen Eintrag vom 20. November (waehrend der Raketenwoche – Aktion Wolkensaeule):

Koennen Sie “intrathekal” aussprechen?

Heute habe ich einem armen Maedchen, einem Baby von acht Monaten, eine Narkose verabreicht. Das Baby hat Leukaemie und braucht sowohl eine intrathekale Injektion von Methotrexate, einen chemotherapeutischen Wirkstoff und eine Knochenmarksbiopsie. Kurz bevor ich auf der Station eintraf, gab es Raketenalarm. Wir gingen in den Luftschutzbunker und warteten ab. Wir zaehlten die Explosionen … eins … zwei… drei… Nach etwa zwoelf gaben wir das Zaehlen auf. Spaeter wurde in den Nachrichten berichet. dass gleichzeitig 20 Raketen auf Beer Sheva abgeschossen worden waren. Drei kamen trotz Eisenkuppel durch und schlugen in der Stadt ein. Zum Glueck wurde niemand verletzt. Dieses Kind ist bemerkenswert insofern, als es aus dem Gazastreifen kommt. Eigentlich ist das ganz normal. Wir behandeln viele Patienten aus dem Gazastreifen. Auch waehrend Zeiten wie diesen, wenn wir vom Gazastreifen aus angegriffen werden. Ich fragte meine Kollegin, die Spezialistin fuer Blut- und Krebserkrankungen bei Kindern, ob es solche Spezialisten im Gazastreifen gibt. Sie antwortete, dass es im Gazastreifen nur einen Einzigen gibt. Er hat die noetige Fachkenntnis und die Erfahrung, um diese Kinder zu behandeln. Das Problem liegt anderswo. Sie haben die besonderen Medikamente nicht, um krebskranke Kinder zu behandeln. Offensichtlich verwendet das Terrorregime der Hamas Geld lieber auf Geschosse, Moersergranaten, Raketen und andere Terrorwaffen.

Deswegen werden alle krebskranken Kinder aus dem Gazastriefen, alle, in Israel behandelt.
Auch in Zeiten wie diesen
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6 Antworten

  1. Liebe Ruth,
    es ist an der Zeit Dir zu danken.
    Zu danken für die Informationen zu den “kleinen” Begebenheiten des Alltags, die mir sehr wertvoll sind. Wo sonst sollte ich das erfahren? das ist nur in den Blogs möglich.
    (Auch Lila möchte ich erwähnen. Es mag noch mehr geben, aber ich kenne nur Euch beide, die in Deutsch aus Israel berichten.. Und zwar persönliches.)
    Keine Zeitung, kein Fernsehen, wird darüber berichten. Bisher habe ich noch keinen Fernsehbeitrag eines deutschen Senders aus dem Wohnzimmer eines jüdischen Israelis gesehen, aber schon viele von islamistischen Palästinensern. Kein Bericht von trauernden Juden, die einen Angehörigen durch Kriegseinwirkung verloren haben, aber schon viele Berichte von Palästinensern.
    Das sind unsere Qualitätsmedien, die uns umfassend informieren.

    Ihr habt also eine große Aufgabe.
    Es kann angenommen werden, dass nicht nur ich dankbar bin für Eure Erlebnisschilderungen, die das wahre Leben wiedergeben. Andere werden genauso dankbar dafür sein.
    Ein Teil Eurer Leser wird auch als Multiplikatoren wirken.
    Jedenfalls habe ich Eure Berichte schon vielfältig weitergeben können. Die Berufung auf Euch blockiert auch jeden Zweifel am Wahrheitsgehalt, weil diese Informationen wirklich sehr weit von jeder Propaganda entfernt sind. Meine Weitergabe Eurer Erlebnisse und Erfahrungen bekommt durch die Berufung auf Euch einen unantastbaren Whrheitsgehalt, weil es ungefilterte Informationen aus erster Hand sind.

    Deine Übersetzung aus dem “Sandmann” ist gerade durch die persönliche Note, besonders eindrücklich.
    Da ich ein begnadeter Einsprachler bin, bitte ich Dich, liebe Ruth, dem “Schlafenden Löwen”, (wie sinnig; aber für mich ist er mehr ein “brüllender Löwe”.) meinen Dank zu übermitteln. (Humor hat der Mann auch. Als Narkosearzt das Motto : “Ich schlafe, also bin ich”, zu wählen ist schon bemerkenswert. Darauf muss man erst mal kommen.)
    Besonders die Schlussfolgerung, dass die gesundheitliche Betreuung in Gaza nicht gegeben ist, weil das Geld für Waffen ausgegeben wird, war so nicht in meinem Blickfeld. Bisher dachte ich immer das sind “Solidaritätsgeschenke” der arabischen bzw. islamistischen Brüder. (Schwestern lasse ich bewusst weg, weil die in diesem Kulturkreis in dieser Beziehung nichts zu sagen haben. Sie sind auch mit Trauerkreischen ausgelastet.)

    Also nochmals, vielen Dank an Euch alle. Ihr habt eine große Aufgabe. Vielleicht wird irgend jemand mal untersuchen und feststellen, welche Bedeutung Bloggerinformationen heute haben?
    Lasst nicht nach. Hinter jedem Leser “stehen” noch einige, die auch informiert werden.

    Herzlich Paul

  2. Lieber Paul,
    ich habe Deinen Dank an QuietusLeo weitergeleitet. Ganz so “einsprachig” scheinst Du nicht so sein, denn Latein verstehst Du offensichtlich?

  3. Paul, es gibt sehr wohl noch deutschsprachige Blogs aus Israel. Wenn du Lilas Blogroll durchgehst, wirst du etliche finden, und die haben wiederum Blogrolls etc. Etwas mühsam, diese Art der Suche, aber wenn du wirklich verschiedene Stimmen hören, verschiedene Standpunkte kennenlernen willst, lohnt es sich. Guten Erfolg!

  4. Liebe Ruth,
    vielen Dank für Deine Mühe.
    Mit meinem Latein bin ich auch schnell am Ende. Was lernt man schon in zwei Jahren? Was weiss man davon noch nach 50 Jahren?
    Aber Google ist der treue Helfer. Leider ist bei längeren Texten das Deutsch was dann angeboten wird auch nicht sehr befriedigend. Aber es hilft dann schon mal.
    Im nächsten Leben mache ich das anders. Dann lerne ich Sprachen. Vor meiner Internetzeit habe ich auch nichts vermisst. Jetzt schon. Aber ich wurstele mich so durch.

    Herzlich Paul

  5. [Hamas-Propaganda Film entfernt. Es gibt genuegend anti-israelische Webseite fuer diejenigen, die sich ihren Stoff besorgen moechten. Meinen Blog stelle ich nicht zur Verfuegung. beer7]

    Wir sind alle Menschen! Wir werden alle mißbraucht! Es ist eine Schande, wenn man den Artikel oben liest und diesen Film hier sieht!

  6. Es gibt im Gazastreifen also tatsächlich einen Hämato-Onkologen, nicht schlecht! Damit habe ich nicht gerechnet. Aber selbst wenn er die Medikamente hätte: Es dürfte wohl auch an den ganzen erforderlichen Laborgeräten für eine wirkungsvolle Leukämiebehandlung fehlen.

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