Sonderfall Israel – Heuchelei um tote Zivilisten


Die US-amerikanische Luftwaffe bombardiert derzeit Ziele in Syrien und im Irak. Angegriffen werden islamistische Terrororganisationen: IS, Al-Nusra-FrontKhorasan-Group.

Auch bei diesen Angriffen werden Zivilisten getoetet. Die Berichte ueber die zivilen Opfer stammen aus Quellen, die kaum als unparteiisch und objektiv bezeichnet werden koennen. Eine weitere Klaerung waere notwendig.

Das war waehrend Aktion “Schutzkante” nicht anders. Damals ueberschlugen sich westliche Medien, Regierungen und Organisationen, Israel unverhaeltnismaessige Gewalt und Brutalitaet anzuwenden. Der US-Aussenminister, John Kerry, befand, dass Israel mehr tun muesse, um Zivilisten zu schuetzen, obwohl selbst die UN anerkannten, dass Israel Zivilisten warnte, und nicht geleugnet werden kann, dass Hamas bewusst und zynisch Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. Die israelische Armee untersucht selber alle Faelle, wo der Verdacht besteht, dass Fehler zum Tod von Zivilisten gefuehrt haben. (Auch wenn Ha’aretz in der Schlagzeile behauptet, das geschehe nur, um gegen eine internationale Untersuchung zu Kriegsverbrechen gewappnet zu sein, laesst sich dem Text des Artikels entnehmen, dass dies seit mehreren Jahren Standard ist, auch in Faellen, wo die UN mit keiner Untersuchungskommission gedroht hat.)

Die USA gehen in aehnlicher Situation ganz anders vor. Als erstes wird geleugnet, dass Zivilisten betroffen sein koennten. Gleichzeitig betont das Pentagon, dass die Terroristen menschliche Schutzschilde verwenden. Im naechsten Schritt wird klar gestellt, dass die von Obama vor einem Jahr noch stringenter gestalteten, strengen Masstaebe zum Schutz von Zivilisten nur dann gelten, wenn das nicht so schwierig ist, aber nicht in einem heissen Konflikt wie derzeit im Irak und in Syrien.

Ich denke, das zweite D – Doppelter Masstab – von Nathan Sharanksys 3D Brille koennen wir inzwischen als eindeutig belegt ansehen.

Bewohner des Gazastreifens sprechen über Kriegsverbrechen der Hamas


Schon 2011 habe ich Texte von Mudar Zahran uebersetzt. Mudar Zahran ist ein Jordanier palaestinensischer Herkunft, der inzwischen als politischer Fluechtling in England lebt. Vergangene Woche hat das Gatestone Institut einen Artikel von ihm veroeffentlicht. Mudar Zahran hat ueber Bekannte im Westjordanland Kontakt zu Menschen im Gazastreifen bekommen und sie zu ihren Ansichten zu Hamas und dem Krieg im Sommer 2014 befragt. Hier ist meine Uebersetzung:

Mudar Zahran
September 19, 2014 at 5:00 am

Bewohner des Gazastreifens sprechen über Kriegsverbrechen der Hamas

“Wenn Hamas dich aus irgendeinem Grund nicht mag , müssen sie dich nur einen Mossadagenten nennen und dann töten.” – A. ein Fatahmitglied im Gazastreifen.

“Hamas wollte uns niedergemetztelt, damit sie den Medienkrieg gegen Israel gewinnen, unsere toten Kinder im Fernsehen zeigen und dann Geld aus Qatar bekommen konnten.” – T. ein ehemaliger Mitarbeiter in einem Hamasministerium.

“Sie schossen Raketen ab und rannten dann schnell weg, und wir hatten dann die israelischen Bomben für das, was sie taten.” – D., ein Journalist im Gazastreifen.

“Hamas verhängte eine Ausgangssperre: Wer auf der Strasse war, wurde erschossen. Auf diese Weise mussten die Menschen in ihren Wohnungen bleiben, selbst wenn sie bombardiert werden sollten. Hamas benutzte die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens als menschlichen Schutzschild.” – K., Student im Aufbaustudium.

“Die israelische Armee erlaubte Hilfslieferungen hereinzukommen und Hamas stiehlt sie. Anscheined kümmern sich sogar die Israelis mehr um uns als Hamas.” – E., Freiwilliger bei der Ersten Hilfe.

“Wir sind von der Hamas besetzt, und wenn Sie die meisten von uns fragen, wir hätten lieber die israelische Besatzung. … Wir sehnen uns nach der Zeit, als wir in Israel arbeiten und gut verdienen konnten. Wir vermissen die Sicherheit und Ruhe, die Israel uns damals lieferte.” – S. ehemaliger Hamas-Sympathisant mit dem Abschluss einer amerikanischen Universität.

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Walid Jumblatts Furcht vor der Al-Nusra-Front


Der Drusenfuehrer Walid Jumblatt hat im Laufe seiner langen politischen Laufbahn immer wieder belegt, dass er die Zeichen der Zeit richtig lesen konnte. Fuer den Fuehrer einer Minderheit im Nahen Osten ist das eine lebensnotwendige Faehigkeit. Seine Einschaetzungen werden deswegen weithin beachtet.

Jumblatts Aufruf an die Drusen, sich enger an den Islam anzuschliessen und ihre eigenstaendige Religion herunterzuspielen, kann nur als Furcht vor den Extremisten von Al-Nusra im Libanon und moeglicherweise auch IS verstanden werden. Furcht vor Hisbollah kann es kaum sein, da diese Terrororganisation schon seit Jahrzehnten im Libanon eine Macht und seit 2008 an der Regierung beteiligt ist.

Die Al-Nusra-Front ist der Al-Qaida-Ableger, der UN-Soldaten auf dem syrischen Golan gefangen nahm. Das Resultat dieser Aktion war, dass es keine UN-Praesenz in Surien mehr gibt und dass die Terroristen von Al-Nusra inzwischen ueber UN Ausruestung, Fahrzeuge, Uniformen und Waffen, verfuegt.

Ob und inwieweit Al-Nusra und IS kooperieren oder sich im Gegenteil bekaempfen, gehen die Meinungen weit auseinander

Offensichtlich gibt es bereits Kaempfe zwischen Al Nusra und Hisbollah auf libanesischem Boden. Wahrscheinlich verfuegt Al Nusra ueber Stuetzpunkte in den ueberwiegend sunnitisch bewohnten Gebieten. Und die grenzen an Drusengebiete.

Nicht nur die Yesiden, Christen und Kurden (und Juden) sind Minderheiten im Nahen Osten, auch die Drusen werden durch das Zerfallen der bisherigen Staaten und den extremen politischen Islam der diversen Terrororganistionen bedroht.

Falsche Zivilisten im Gazastreifen


Elder of Ziyon findet immer mehr Faelle, wo palaestinensische “Menschenrechts”-Organisationen behaupten, ein bestimmter Toter im letzten Krieg sei Zivilist gewesen (und manchmal sogar, er sei ein Kind gewesen), waehrend die Terrororganisationen, denen die Betreffenden angehoerten, stolz Maertyrerposter des Gefallenen veroeffentlichen. Die Bilder sind eindeutig, auch fuer diejenigen, die nicht gut Englisch lesen.

Die Serie wird bisher taeglich auf den neuesten Stand gebracht:

Die UNO und fast alle internationalen Medien beriefen sich auf die Angaben solcher Organisationen, als sie die Verluste im Gazastreifen berichteten.

 

Kaeufliche US Diplomatie


Selbst die ultralinke Zeitung Ha’aretz wundert sich, wie Kerry ernsthaft ein Waffenstillstandsabkommen vorschlagen konnte, das den Hamasforderungen entspricht und Israels Sicherheitsanliegen uebergeht.

It’s not clear what Kerry was thinking when he presented this draft. It’s unclear what he had in mind when he convened the Paris summit. It can only be seen as surreal. Along with foreign ministers from Europe’s major nations Kerry greeted with regal honors Hamas’ Qatari and Turkish patrons, ignoring what Israel, Egypt, and the Palestinian Authority might have had to say.
Es ist nicht klar, was Kerry sich gedacht hat, als er diesen Entwurf vorlegte. Es ist nicht klar, was er im Sinn hatte, als er zum Gipfel in Paris einlud. Das kann nur surreal gesehen werden. Zusammen mit den Aussenministern der wichtigsten europaeischen Staaten begruesste Kerry mit koeniglichen Ehren die Schutzpatrone der Hamas, Qatar und Tuerkei und ignorierte, was Israel, Aegypten und die Palaestinensische Autonomiebehoerde dazu sagen koennten.

Offensichtlich dachte Kerry daran: US strikes $11bn arms deal with Qatar.

Und was faellt fuer die Europaeer ab?

US Secretary of State John Kerry, third from left, stands with from left, Qatari Foreign Minister Khaled al-Attiyah, Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu, French Foreign Minister Laurent Fabius, British Foreign Secretary Philip Hammond, German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier and Italian Foreign Minister Federica Mogherini after their meeting regarding a cease-fire between Hamas and Israel in Gaza, Saturday, July 26, 2014, at the foreign ministry in Paris, France. With a 12-hour humanitarian cease-fire in Gaza Saturday, Kerry is continuing with efforts to reach a longer truce between Israel and Hamas. (photo credit: AP/Charles Dharapak) Read more: Kerry ‘completely capitulated’ to Hamas in ceasefire proposal, say Israeli sources | The Times of Israel http://www.timesofisrael.com/kerry-completely-capitulated-to-hamas-in-ceasefire-proposal-says-israel/#ixzz38fVbbf6z Follow us: @timesofisrael on Twitter | timesofisrael on Facebook

 

Der Ehrgeiz der Hamas III


Seit Beginn der Aktion Schutzkante frage ich mich, warum Hamas ausgerechnet jetzt die Auseinandersetzung wollte. In israelischen Analysen vor der Eskalation hiess es immer wieder, dass Hamas eigentlich gar kein Interesse daran haben koennte. Aber offensichtlich sah Hamas das anders.

Inzwischen reime ich mir folgende Antwort zusammen: Fuer Rosh Hashana, des juedische Neujahrsfest, dass dieses Jahr auf Ende September faellt, plante Hamas eine grossangelegte Offensive. Ueber die verschiedenen Terrortunnel sollte eine grosse Zahl Hamasterroristen in Israel eindringen, wobei die Bewohner der anliegenden Gemeinden massenhaft ermordet und ein paar auch entfuehrt werden sollten, um ein Druckmittel gegen Israel in der Hand zu haben.

Soweit stammen diese Angaben von gefangenen Hamasterroristen. Das weitere ist meine Spekulation: Gleichzeitig sollten Hamasterroristen im Westjordanland die dritte Intifada ausrufen. Bei dieser Gelegenheit haette Hamas dort die Fatah entmachtet und sich an die Herrschaft geputscht, wie sie es 2007 im Gazastreifen gemacht hat.

Und dann kam der Al-Kawasme-Clan von Hebron und entfuehrte die drei Teenager, Naftali, Gilad und Eyal. Waehrend der Suche nach den entfuehrten Jugendlichen verhaftete Israel fast die gesamte Fuehrungsriege der Hamas im Westjordanland. Es wurde auch laut darueber nachgedacht, Hamasfunktionaere in den Gazastreifen zu deportieren.

Damit waere die Haelfte des Plans, der sich im Westjordanland abspielen sollte, verunmoeglicht worden. Hamas erhoehte die Anzahl und bald auch die Reichweite der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel. Als Bedingung fuer Waffenruhe wurde immer an erster Stelle verlangt, dass die waehrend der Suche nach Naftali, Gilad und Eyal Verhafteten frei gelassen werden muessten. Israel liess sich nicht darauf ein. Darauf beschloss Hamas anscheinend, dass der Plan den neuen Gegebenheiten angepasst und jetzt schon durchgefuehrt werden sollte. Vermutlich war das Kalkuel, dass die Palaestinenser in den Autonomiegebieten westlich des Jordans durch die massive Suche noch aufgeruehrt waren und eine dritte Intifada jetzt leichter ausgeloest werden koennte als in drei Monaten, wenn die Raedelsfuehrer schon wochenlang im Gefaengnis sitzen.

Bis jetzt hat mindestens die Hamasfuehrung in Qatar die Hoffnung nicht aufgegeben, den Flaechenbrand schon im Juli zu erreichen. Er scheint sich auch Schuetzenhilfe von Hizbollah zu erhoffen.

Fuer heute hatte John Kerry Israel zu einer 12-stuendigen Waffenruhe gezwungen, die in Paris versammelten Aussenminister verlangten eine Verlaengerung um 4 Stunden bis heute Mitternacht. Die “humanitaere Waffenruhe” sollte natuerlich den Zivilisten im Gazastreifen zugute kommen. Symptomatisch dafuer, wie wenig Ruecksicht Hamas auf die eigene Bevoelkerung nimmt, ist, dass Hamas selber keiner Verlaengerung zustimmte und prompt um 20:00 mit dem Abschiessen von weiteren Raketen begann.

Ich glaube, dass die Kaempfe noch laenger dauern werden. Und zwar selbst dann, wenn die USA wieder per Flugverbot Druck machen wollen. Die wirtschaftlichen Einbussen sind bitter, aber die von der Hamas ausgehende Gefahr ist zu gross, als dass ihr noch einmal Gelegenheit zur Aufruestung gegeben werden kann. Umso mehr, als die westlichen Nationen ja schon Schlange stehen, um die Kassen der Hamas wieder aufzufuellen. Die “Aufbauhilfe” wird mit Sicherheit ebenso zivilen und humanitaeren Zwecken zugefuehrt, wie mit den gesamten Zementlieferungen Krankenhaeuser und Schulen gebaut wurden. Die naechste Bestellung fuer Raketen aus Nordkorea ist schon unterzeichnet.

Hattip Israelmatzav

Al Qaida am Rand der Niederlage


sagte Obama im Maerz vor einem Jahr. Nicht zum ersten Mal: Zwischen dem 11. September 2012 und dem 1. November 2012 wiederholte er diese Aussage insgesamt 32 Mal. Schon im Juni 2011 war sich Obama da sicher.

Leider hat Al Qaida das Script nicht bekommen, oder nicht gelesen oder nimmt es in aehnlicher Weise ernst wie Putin den “Reset” Knopf.

Etwa gleichzeitig mit Obamas Deklarationen machte sich ISIS (Islamischer Staat von Irak und Syrien), ein noch etwas extremistischer Ableger von Al Qaida (wenn das moeglich ist), daran sein Staatsgebiet zu erobern:

Since U.S. troops withdrew from Iraq in December 2011, the al-Qaeda affiliate they spent years battling to vanquish has expanded its reach to the extent that it now controls what amounts to a state of its own across vast areas of Syria and Iraq.
Seit sich die US Truppen im Dezember 2011 aus dem Irak zurueckgezogen haben, hat der Al Qaida Ableger, den sie in jahrelangen Kaempfen zum Verschwinden bringen wollten, seine Reichweite ausgedehnt. Jetzt kontrolliert er weite Gebiete von Syrien und Irak, was auf einen eigenen Staat herauskommt. (Uebersetzung von mir)

Gestern hat ISIS die zweitgroesste Stadt des Iraks, Mosul, ihrem islamistischen Staatsgebiet hinzugefuegt. Und die Eroberungen gehen weiter.

Weitgehend richtig vorausgesehen hat das David P. Goldman alias Spengler in der Asia Times vor vier Jahren. Allerdings hat sich sein Szenario, wonach Israel fuer den unvermeidlichen Buergerkrieg im Irak verantwortlich gemacht werden wuerde, bisher nicht bewahrheitet. Vermutlich reicht der syrische Buergerkrieg aus, um der westlichen Weltoeffentlichkeit zu zeigen, wie zersplittert die arabische Welt ist und wie wenig echten inneren Zusammenhalt die arabischen Staaten haben.

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