Kollektivstrafe – hausgemacht II


Inzwischen geht die UN mit dem Vorwurf hausieren, die juengsten Feindseligkeiten und natuerlich Israel haetten daran Schuld, dass das Grundwasser im Gazastreifen verunreinigt ist und Abwasser ueberlaeuft.

Wer hier im Blog fleissig mitliest, erinnert sich vielleicht, dass diese Zustaende schon jahrzehntelang herrschen und weder mit der gegenwaertigen Militaeraktion noch mit Israel etwas zu tun haben.

Ganz im Gegenteil versorgt die israelische Wassergesellschaft, Mekorot, den Gazastreifen mit frischem, sauberen Wasser und diese Versorgung laeuft weiter, genau wie die Stromversorgung und die taeglichen LKWs mit Gebrauchswaren.

Update: Der selbst verschuldete Schaden an einer Stromleitung wurde von Israel gestern schon wieder repariert. Die Arbeiter trugen kugelsichere Westen, Spezialhelme und wurden von der Armee bewacht. Trotzdem mussten sie immer wieder mal in Deckung gehen, wenn wieder Raketen auf Ashkelon und Umgebung abgefeuert wurden. (Das waren eine ganze Menge, wie man hier sehr anschaulich beobachten kann.)

Workers of the Israel Electric Corp. take cover as a siren warning of incoming rockets is heard near the Israel and Gaza border on Monday | Photo credit: AP

 

Medizinische Versorgung im Gazastreifen


Nach wie vor liefert Israel Waren in den Gazastreifen. Hier eine Liste der LKW -Ladungen zwischen Sonntag, dem 6. und Donnerstag, den 10. Juli. Wir koennen sehen, dass eine Menge der LKWs Medikamente und anderes Material zur medizinischen Versorgung transportieren.

Gleichzeitig sperrt Aegypten den Grenzuebergang von Rafah fuer europaeische Aerzte und Helfer. Wenn wir uns an die Rolle des norwegischen Arztes, Mads Gilbert*, waehrend Gegossenem Blei, erinnern, haben die Aegypter vielleicht nicht ganz Unrecht. * Das ist er ja wieder und UNRWA empfiehlt ihn als serioesen Interviewpartner. Das wirft ein bezeichnendes Licht auf UNRWA.

Der Blondschopf gehoert dem norwegischen Maoisten und Verschwoerungsanhaenger.

Unter dem Al-Shifa Krankenhaus in Gaza City soll die Hamas ihr Hauptquartier haben.

Natuerlich ist das ein Kriegsverbrechen, genauso wie Trainingslager der Hamas neben SOS Kinderdoerfen, Waffenlager in Moscheen und Abschussrampen in Wohnvierteln.

Update: Die Basler Zeitung hat ein Ruehrstueck zu diesem Thema veroeffentlicht. Ich moechte auf folgenden Punkt hinweisen:

An ihren Betten sitzt Kinans Grossmutter Amal Hammad. «Am Mittwochabend war die ganze Familie im kleinen Garten ihres Hauses beisammen», berichtet die 54-Jährige. Plötzlich sei eine Rakete in dem Haus im Ort Beit Hanun im Norden des Gazastreifens eingeschlagen. Sechs Menschen, drei Männer und drei Frauen, seien getötet worden.

Wenn wir davon ausgehen, dass Amal Hammad die Wahrheit sagt, dann deutet einiges darauf hin, dass diese Familie das Opfer einer zu kurz geschossenen Rakete aus dem Gazastreifen wurde. Die Rakete ging noch im noerdlichen Gazastreifen nieder, anstatt nach Israel zu fliegen. Israel schiesst keine Raketen auf den Gazastreifen, schliesslich gibt es die Luftwaffe, die wesentlich praeziser bombardieren kann. Von allen Seiten, auch von Palaestinensern wurde schon bestaetigt, dass Israel Zivilisten vor einem Angriff warnt und einen Angriff auch mal abbricht, wenn Kinder im Zielfeld erkannt werden. Eine Rakete ohne Vorankuendigung auf eine Familie, die im Garten sitzt (also aus der Luft deutlich erkennbar), das passt viel, viel besser auf eine zu kurz geschossene Rakete aus dem Gazastreifen als auf einen israelischen Luftangriff.

Bei der Militaeraktion Wolkensaeule versuchte Hamas Israel fuer den Tod von mindestens zwei Kindern verantwortlich zu machen, die in Wirklichkeit durch zu kurz geschossene Raketen der Hamas getoetet worden waren. Noch in diesem Juni wurde ein kleines Maedchen auf diese Weise getoetet.

Wenn Juden als Kindermoerder nicht so tief in der europaeischen Psyche verankert waere, koennten Journalisten sich vielleicht auch an solche Vorfaelle erinnern und ein bisschen kritischer nachfragen.

Update 14.07.14: Hamas hat offensichtlich damit begonnen, “Kollaborateure” zu ermorden. Das erklaert wahrscheinlich viele menschliche Schutzschilde. Die Chance, dass ein israelischer Soldat sich erbarmt und nicht schiesst, auch wenn es sich um ein legitimes, militaerisches Ziel handelt, ist mit Sicherheit groesser als sich auf Hamas’ Verstaednis zu verlassen.

Die Toten werden aber mit Sicherheit in der Rubrik “Zivilisten, von Israel getoetet” aufgefuehrt. Eine andere Rubrik gibt es gar nicht.

Der Ehrgeiz der Hamas


Warum genau Hamas gerade jetzt den Krieg wollte, kann ich mir immer noch nicht recht erklaeren.

Aber der Ehrgeiz ihrer Plaene kommt immer deutlicher zum Vorschein.

Waehrend Israel noch sehr ueberlegt, ob es Bodentruppen in den Gazastreifen schickt, hat Hamas inzwischen die zweite Infiltration ueber das Meer versucht.

Das erste Mal am Dienstag, den 8. Juli. Alle Terroristen wurden getoetet (und figurieren jetzt in den Statistiken, mit denen Israel “Massaker” vorgeworfen werden). Das zweite Mal am Mittwoch, den 9. Juli oder war es Fehlalarm?

Wie wichtig diese Aktionen fuer Hamas sind, zeigt sich auch darain, dass Hamas heute ein Youtube Filmchen hochgeladen hat, wonach die Aktion geglueckt und 11 Israelis getoetet worden seien. Solche Propaganda hat Tradition im arabischen Raum. Das Problem fuer unsere Feinde besteht darin, dass sie nach einer Weile dazu neigen, die eigene Propaganda zu glauben.

Auch ihre Raketenangriffe zeigen den Ehrgeiz: der internationale Ben-Gurion Flughafen bei Tel Aviv und die bekannte “Textilfabrik” bei Dimona. Uns allen sollte klar sein, dass bei solchen Zielen die gegenwaertige Zuverlaessigkeit der Eisenkuppel 90+% nicht ausreicht, auch 99.9% wuerden nicht ausreichen.

Es sieht wirklich so aus, als wollte Hamas mit aller Gewalt erreichen, dass Israel einmarschiert und ihnen die Verwaltung des Gazastreifens abnimmt. Amos Gilad meint dagegen, dass sie nur noch einen klaren Erfolg erreichen wollen, bevor sie nach einem Waffenstillstand rufen.

Wetterhahn im Wind


Das Muster ist immer dasselbe: In den ersten Stunden, am ersten Tag nach massivem Raketenbeschuss verkuendet die westliche Welt im Brustton der Ueberzeugung, dass Israel natuerlich das Recht auf Selbstverteidigung habe. Aber dann beginnt der Wetterhahn zu knarzen und setzt sich in Bewegung.

Catherine Ashton von der EU  fuegte schon gestern hinzu, man beklage die steigenenden Opferzahlen im Gazastreifen, darunter Kinder.

Heute bringt die Sueddeutsche die Opferzahlen schon im Untertitel

Bei Luftangriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen sterben mindestens 28 Menschen – unter ihnen auch mehrere Kinder.

Im Text selber erfahren wir dann, dass von diesen 28 Toten 17 Zivilisten gewesen sein sollen (also 11 nachweislich Terroristen). Es ist auch in keiner Weise sicher, dass alle Toten auf Israels Konto gehen. Waehrend der Militaeraktion Wolkensaeule vor weniger als zwei Jahren wurde Israel fuer den Tod von mindestens zwei Kindern verantwortlich gemacht, die in Wirklichkeit durch zu kurz geschossene Hamas-Raketen getoetet worden waren.

Bis Dienstagmittag gab es gar keine Todesopfer, so dass sich die “Pro-Palaestinenser” mit falschen Bildern helfen mussten.

In den deutschen Medien wird weitgehend verschwiegen, dass Israel die Bewohner und Anrainer eines Angriffsziels in vielfaeltiger Weise warnt: Telefonanrufe, Textnachrichten, Warnschuesse, Flugblaetter.

Aus palaestinensischer Quelle wissen wir, dass die ersten Toten (darunter zwei Kinder) die israelischen Warnungen missachtet und sich bewusst Hamas als menschliche Schutzschilder zur Verfuegung gestellt hatten.

Wenn das Ziel der IDF waere, moeglichst viele Hamaskaempfer zu toeten und die “kollateralen Verluste” in Kauf zu nehmen, dann muessten die Opferzahlen um ein Vielfaches hoeher liegen. Israel hat aber selbst nach den strengsten Kriterien von B’Tselem seit Jahren die niedrigste Ratio Kombattant/Zivilist von allen westlichen Laendern in kriegerischen Konflikten.

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht vom Montag (7/7/14) auf Dienstag 150 Ziele im Gazastreifen angegriffen und in der letzten Nacht 160 Ziele. Damit kommen wir auf 0.055 tote Zivilisten pro Angriff.

Bitte behaltet das im Hinterkopf, wenn demnaechst wieder der Vorwurf “exzessive Gewalt” gegen Israel erhoben wird.

Jeder Zivilist kann einem leid tun, der in einem militaerischen Konflikt zu Schaden kommt. Aber damit macht die Hamas ihr Geschaeft:

Je schlimmer die Bilder und Szenen sind, die über das Fernsehen ins Ausland übermittelt werden, desto mehr Hoffnung macht sich die Hamas-Riege auf eine Besserung ihrer Lage.

Wer ihr dabei zuarbeitet, sorgt mit dafuer, dass Terrororganistaionen weltweit Zivilisten im Kampf um die oeffentliche Meinung opfern.

Implizit schwingt beim Vorwurf der “exzessiven Gewalt” mit, dass zu wenig Israelis sterben. Der Staat Israel ist eben keine Terrororganisation und schuetzt das Leben seiner Buerger, auch wenn es teuer wird. Mein Mann ueberlegte gestern schon, welche Steuern demnaechst wohl erhoeht werden. Mit den Baumaterialien fuer die diversen Terrortunnel haetten auch im Gazastreifen Schutzraeume gebaut werden koennen, aber Hamas setzt die Prioritaeten anders.

NZZ und FAZ: unfreiwillig komisch


Mindestens aus isralischer Sicht hat die Berichterstattung in der NZZ etwas Komisches:

Die Redaktion titelt in  bewaehrter Manier:

Israel startet Militäroffensive

Wir wissen ja schon, dass nur Israel Offensiven starten kann. Kein noch so massiver Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen wuerde eine vergleichbare Schlagzeile bekommen.

Israelische Kampfflugzeuge bombardieren zahlreiche Ziele im Gazastreifen. Die Hamas warnt vor Attacken auf Wohnhäuser. Passagiere eines deutschen Kreuzfahrtschiffes geraten ungewollt in den sich zuspitzenden Konflikt. Die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg wächst.

(dpa) Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel eine neue Offensive in dem Küstengebiet gestartet. Laut Vertretern der radikalislamischen Hamas flogen israelische Kampfflugzeuge am frühen Dienstagmorgen Dutzende Angriffe. Auch Wohnhäuser seien beschossen und zerstört worden. (…)

Ausser Raketenabschussrampen wurden gezielt die Haeuser von vier Hamasfunktionaeren zerstoert. Die Menschen wurden jeweils rechtzeitig durch Telefonanrufe, Textnachrichten oder Warnschuesse gewarnt, so dass sie Zeit hatten, sich in Sicherheit zu bringen.

Natuerlich gibt es deswegen keine Toten und relative wenige und leicht Verletzte. Die Logik ist einfach: Wenn die Fuehrer der Hamas selber einen hohen Preis bezahlen muessen, ueberlegen sie sich vielleicht noch einmal, ob sie wirklich Krieg wollen. Dass sie sich einen Dreck um das Leben und das Wohlbefinden der Bevoelkerung im Gazastreifen scheren, ist seit langem bekannt.

Die besagten Hamasfunktionaere sollen alle einem Raketenteam in Khan Yunis angehoeren. Aus dieser Ecke wird ueblicherweise Beer Sheva beschossen. Ob das der Grund ist, dass es in Beer Sheva bisher ruhig geblieben ist?

Das Problem der NZZ ist natuerlich, dass dieses ueberaus vorsichtige Herantasten der IDF – Hamas bekommt immer wieder Gelegenheit, vom Ast herunterzukommen – nicht zu den Vorurteilen gegen Israel passt, die in den Koepfen so vieler Intelektuellen und Linken herumspuken.

Uebrigens hatten wir heute bereits zweimal Raketenalarm in der Firma.


Update: Hans-Christian Roessler, der es mit Sicherheit besser weiss, macht in der FAZ ebenfalls den Clown:

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden in der Stadt Chan Junis neun Menschen durch Splitter verletzt. Berichte über weitere Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht. Viele Gebäude waren vor den Angriffen offensichtlich evakuiert worden.

Und kein Wort zu den israelischen Vorsichtsmassnahmen, die Menschen im Gazastreifen zu warnen! Das koennte das anti-israelische Narrativ stoeren!

Hamas will Krieg


Als Einwohnerin von Beer Sheva kann ich Euch dieses Drohvideo des Islamischen Jihads oder Hamas im Gazastreifen nicht vorenthalten:

Hier die Uebersetzung des (uebrigens fehlerfreien) hebraeischen Textes:

An die Siedler von Beer Sheva:
Eure Fuehrer haben unsere Kinder getoetet,
unsere Haeuser bombardiert
und Euch zum Tod verurteilt
Flieht,
bevor es zu spaet ist.

Fuer die letzten Raketenangriffe auf Ashkelon, Ashdod, Gan Yavne, Gedera (also vom Norden des Gazastreifen aus ins israelische Zentrum) uebernimmt Hamas ausdruecklich die Verantwortung.

 

 

 

3. Intifada?


Schon vor einem Jahr war klar, dass auf das Scheitern der Friedensverhandlungen eine Welle palaestinensischer Gewalt folgen wird.

Der Ausloeser fuer die erste Intifada war ein Autounfall, den Palaestinenser zu einem absichtlichen Mord umlogen.

Der angebliche Ausloeser fuer die zweite Intifada war der Besuch Ariel Sharons zuf dem Tempelberg. Dabei war nach palaestinensischen Aussagen der Gewaltausbruch monatelang vorher schon geplant und Sharons vorher mit der PA koordinierter Spaziergang nur ein Vorwand. Tatsaechlich war die Gewalt durch das Scheitern der Camp-David-II Verhandlungen verursacht worden. Zum Symbol der 2. Intifada wurde bald Muhammed Al-Dura, der nachweislich nicht von Israelis erschossen sein konnte und plausiblerweise ueberhaupt nicht erschossen wurde. Wie Tom Gross im oben verlinkten Video erklaert, wollte die PA unter Arafat damals die Gewalt anheizen.

Inzwischen erleben wir die ersten Stadien einer 3. Intifada. Als Ausloeser soll der Mord an einem palaestinensischen Jungen aus Ostjerusalem dienen. Die Tat wurde vorgestern begangen, und bisher ist voellig ungeklaert, wer der oder die Taeter ist/sind.

Die Gewaltaetigkeiten haben schon laengst begonnen. Seit Wochen werden aus dem Gazastreifen jeden Tag zweistellige Zahlen von Raketen auf den Sueden Israels abgeschossen. Bis jetzt gab es (Baruch HaShem) nur leicht Verletzte, dabei wurde schon eine Fabrik in Brand gesetzt, ein Tages-Ferienlager fuer Kinder und Wohnhaeuser getroffen.

In Jerusalem randalieren Palaestinenser. Auf dem hier verlinkten Video kann man sehen, wie sie einen Palaestinenser (!) fast lynchen. Der Mann verdankt nur den eingreifenden israelischen Soldaten sein Leben. Der Strassenbahnabschnitt, der durch arabische Viertel fuehrt, wurde von den Randalierern schwer beschaedigt.

Die deutschen Medien betonten wochenlang, dass im Fall der drei israelischen Jugendlichen weder die Taeterschaft der Hamas noch ueberhaupt bewiesen war, dass die drei Jungen entfuehrt worden waren. Die gleichen Medien sind derzeit so gut wie sicher, dass Israel oder Israelis fuer den Mord an dem arabischen Jungen verantwortlich sei/seien.

Auch die EU, die sich erst nach fuenf Tagen und israelischem Druck dazu durchringen konnte, die Entfuehrung zu verurteilen, verurteilt in aller Eile den ungeklaerten Mord. Da “normale” ungeklaerte Morde nicht auf EU-Ebene verurteilt werden, bedeutet das, dass die EU Israel und Israelis vorverurteilt. Dank der unaufhoerlichen Gehirnwaesche, wonach Israel stets Vergeltung uebt, ist es ja auch so plausibel einen Rachemord zu unterstellen.

Falls sich spaeter herausstellen sollte, dass der Junge von Palaestinensern ermordet wurde, weil er homosexuell war oder weil er (wie der Mann oben im Video) fuer einen Informanten gehalten wurde, ist das Kind laengst in den Brunnen gefallen.


Update vom 6. Juli 2014: Die Polizei hat im Zusammenhang mit diesem Mord sechs Personen festgenommen, drei wurden wieder auf freien Fuss gesetzt. Bei den dreien, die noch festgehalten und verhoert werden, handelt es sich um juedische Israelis. 

An dieser Stelle moechte ich den grausamen Mord (der arme Junge wurde lebendigen Leibes verbrannt!) in aller Deutlichkeit verurteilen. Wer immer die Taeter waren und welche Motive sie auch bewegt haben moegen, sie muessen mit der vollen Schaerfe des Gesetzes bestraft werden!

 

 

 

Die Zukunftstraeume der palaestinesischen Bevoelkerung


Das Washington Institute hat in der vergangenen Woche durch ein fuehrendes palaestinesisches Meinungsforschungsinstitut eine Befragung der palaestinensichen Bevoelkerung im Gazastreifen und im Westjordanland durchfuehren lassen. Insgesamt 1200 Personen wurden befragt und zwar in persoenlichen Interviews. Die statistische Fehlerbereich ist 3%. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Palaestinenser keinen Staat Palaestina neben einem Staat Israel wollen: Slide1

Der Text auf der Folie ist schwer leserlich, daher hier die zentralen Fragen ins Deutsche uebersetzt mit den Antworten:

 

1. Das wichtigste palestinensische nationale Ziel fuer die naechsten 5 Jahre ist:

Das Ziel sollte sein, Westbank Gaza-streifen Insgesamt
auf die Rueckgewinnung des gesamten histoirschen Palaestinas vom Jordan bis zum Meer hinzuarbeiten 55.4% 68.4% 60.3%
die Besetzung der Westbank und des Gazastreifens zu beeinden und eine 2-Staatenloesung zu erreichen 30.6% 21.8% 27.3%
auf eine 1-Staatenloesung im ganzen Land hinzuarbeiten: ein Staat, in dem Araber und Juden die gleichen Rechte haben, in einem Land, vom Jordan bis zum Meer 11.2% 8.2% 10.1%
Keine Meinung/ Weiss nicht 2.8% 1.6% 2.3%

Slide 2

 

 

 

 

 

2. Wenn es der pal. Fuehrung gelingen sollte, eine 2-Staatenloesung mit Israel auszuhandeln,

Meinen Sie, Westbank Gaza-streifen Insgesamt
Das wuerde das Ende des Konflikts mit Israel sein 32.3% 30.4% 31.6%
Der Widerstand sollte weitergehen, bis das gesamte, historische Palaestina befreit ist 63.2% 65.3% 64.0%
Keine Meinung/ Weiss nicht  4.5%  4.2%  4.4%

3. Wenn die pal. Fuehrung ueber eine 2-Staaten-Loesung mit Israel verhandelt,

Meinen Sie, Westbank Gaza-streifen Insgesamt
Das waere das Endziel 30.7% 21.3% 27.2%
Das waere ein Teil des “Stufenplans” zur Befreiung des gesamten, historischen Palaestinas zu einem spaeteren Zeitpunkt 62.5% 69.8% 65.2%
Keine Meinung/ Weiss nicht 6.8% 8.9% 7.6%

Fuer mein Teil bin ich von diesen Ergebnissen keineswegs ueberracht: “Suddenly!”Die Palaestinenser strebten schon zu der Zeit, als sie sich noch nicht als Palaestinenser definiert hatten, immer die Kein-Staat-Israel Loesung an. Was nach der Zerstoerung Israels kommen soll, blieb und bleibt im Ungewissen: der Staat Palaestina oder Provinz Suedsyrien oder vielleicht Anschluss ein das Kalifat, das derzeit von ISIS in Syrien und Irak gegruendet wird?

Sehr klar kommt zum Ausdruck, dass die pal. Bevoelkerung davon ausgeht, dass ihre Politiker nicht in gutem Glauben mit Israel verhandeln, sondern jedes Zugestaendnis nur als weitere Stufe auf dem Weg zur endgueltigen Zerstoerung Israels auffassen. Und damit vertreten die pal. Politiker auch genau den Bevoelkerungswillen, die auch bei Gruendung eines Staates Palaestina neben Israel den Kampf gegen Israel bis zu dessen Zerstoerung fortsetzen wollen.

Die fehlenden Rufe nach Blutrache bestaetigen: Juden gehoeren nicht in den Nahen Osten


Hier wieder einmal eine uebersetzte Satire von Pre-occupied Territory

Ramallah, 18. Juni – Arabische Experten und Aktivisten verweisen auf die wenig gehaessige, kollektive Reaktion auf die Entfuehrung dreier Jugendlicher durch Hamas als weiteren Beleg, dass die Juden in dieser Weltgegend ein Fremdkoerper sind und keine legitime Souveraeinitaet haben koennen.

Die israelischen Meden haben sich darauf konzentriert ueber Massengebete um die Heimkehr der Jungen zu berichten, die Solidaritaet mit den Familien und die nuechteren Analysen, welche militaerischen Vorgehensweisen noetig sein koennten, um ihre Freilassung zu erreichen. Auffaellig sei, dass der Ruf nach Rache, Voelkermord, Pluenderung und weitreichende Zerstoerungen fehlten, grundlegende Elemente fuer einen im Nahen Osten authentischen Ansatz, wie sie es nennen.

Als Exempel verweisen diese Experten auf den Irak, wo keine der Konfliktparteien irgendwelche Zurueckhaltung in ihren Bemuehungen zeigt, den Feind zu besiegen, einzuschuechtern, abzuschlachten oder in anderer Weise zu ueberwinden. Berichte ueber Hinrichtungen von Gefangenen der irakischen Streitkraefte im grossen Stil durch die Aufstaendischen wurde mit der summarischen Toetung von 44 sunnitischen Gefangenen beantwortet und mit Rufen nach der totalen Ausloeschung der sunnitischen Minderheit im Land. Seit 10 Jahren kommen Selbstmordattentate und Anschlaege mit Schusswaffen fast jede Woche im ganzen Land vor, in dem Kurden, Sunniten und Schiiten um die Vorherrschaft kaempfen. Im Gegensatz dazu waren israelische Reaktionen immer viel schwaecher, wobei der Ruf nach Vertreibung der Palaestinenser als ausserhalb eines legitimen Diskurs angesehen wird. Eine solche Zurueckhaltung, sagen die Aktivisten, hat keinen Platz in der Region und ist ein unnatuerliches Transplant, das entfernt werden muss.

“Kein echter Orientale, der bei Sinnen ist, wuerde eine langfristige Koexistenz als verfolgenswertes Ziel betrachten”, sagt Massik Themal, ein palaestinensischer Aktivist. “Die blosse Vorstellung, den Feind am Leben zu lassen, ganz zu schweigen von Aussoehnung, ist in dieser Gegend fremdartig und muss zusammen mit dem ganzen Rest des zionistischen, kolonialistischen Unternehmes mit den Wurzeln ausgerottet werden.” Er sagte, dass Zugestaendnisse, wonach besiegte Volksgruppen am Leben gelassen wurden, immer eine post facto Anpassung an die tatsaechlichen Gegebenheiten waren und kein akzeptabler a priori Ansatz sein koennen.

“Sie werden bemerkt haben, dass wir keine Massaker durch israelischen Truppen mit Dutzenden oder Hunderten von Toten mehr behaupten”, sagte er. “Das letzte Mal haben wir das 2002 gemacht. Prinzipiell haben wir festgestellt, dass ein solches Vorgehen in diesem Teil der Welt zu Hause ist und jeder, der das nicht unterstuetzt, auch wenn er selbst gerade nicht die Gelegenheit hat, Massaker zu verueben, gehoert einfach nicht hierher.”

Arabische Experten sind verwirrt durch die israelische Betonung von Gebet und guten Wuenschen, da sie mehr an das Schwingen von Waffen als rhetorischem und politischem Mittel der Wahl gewoehnt sind. “Das gibt uns ein unbehagliches Gefuehl und muss draussen bleiben”, sagte Mamser Durrur von der Gruppe der Elf Nationen, die Israel in den Muelleimer der Ewigkeit werfen wollten – [Group of Eleven Nations Operating to Chuck Israel into the Dustbin of Eternity (GENOCIDE)]. “Sie koennten keinen besseren Nachweis verlangen, warum Juden hier nichts verloren haben.”

Al Qaida am Rand der Niederlage


sagte Obama im Maerz vor einem Jahr. Nicht zum ersten Mal: Zwischen dem 11. September 2012 und dem 1. November 2012 wiederholte er diese Aussage insgesamt 32 Mal. Schon im Juni 2011 war sich Obama da sicher.

Leider hat Al Qaida das Script nicht bekommen, oder nicht gelesen oder nimmt es in aehnlicher Weise ernst wie Putin den “Reset” Knopf.

Etwa gleichzeitig mit Obamas Deklarationen machte sich ISIS (Islamischer Staat von Irak und Syrien), ein noch etwas extremistischer Ableger von Al Qaida (wenn das moeglich ist), daran sein Staatsgebiet zu erobern:

Since U.S. troops withdrew from Iraq in December 2011, the al-Qaeda affiliate they spent years battling to vanquish has expanded its reach to the extent that it now controls what amounts to a state of its own across vast areas of Syria and Iraq.
Seit sich die US Truppen im Dezember 2011 aus dem Irak zurueckgezogen haben, hat der Al Qaida Ableger, den sie in jahrelangen Kaempfen zum Verschwinden bringen wollten, seine Reichweite ausgedehnt. Jetzt kontrolliert er weite Gebiete von Syrien und Irak, was auf einen eigenen Staat herauskommt. (Uebersetzung von mir)

Gestern hat ISIS die zweitgroesste Stadt des Iraks, Mosul, ihrem islamistischen Staatsgebiet hinzugefuegt. Und die Eroberungen gehen weiter.

Weitgehend richtig vorausgesehen hat das David P. Goldman alias Spengler in der Asia Times vor vier Jahren. Allerdings hat sich sein Szenario, wonach Israel fuer den unvermeidlichen Buergerkrieg im Irak verantwortlich gemacht werden wuerde, bisher nicht bewahrheitet. Vermutlich reicht der syrische Buergerkrieg aus, um der westlichen Weltoeffentlichkeit zu zeigen, wie zersplittert die arabische Welt ist und wie wenig echten inneren Zusammenhalt die arabischen Staaten haben.

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