“Neues” von der Arabischen Liga


Wohl wegen dem 1. Mai Feiertag, haben die deutschsprachigen Medien das Thema noch nicht aufgenommen.

Am vergangenen Montag befand sich eine Delegation der Arabischen Liga in Washington. Dabei traf sie auch mit Aussenminister John Kerry zusammen. In der anschliessenden Pressekonferenz gab der Sprecher der Delegation, der Premierminister Qatars, Scheich Hamad Bin Jassem Al Thani, kund, dass die Arabische Liga auch kleinere Gebietstaeusche zwischen den Palaestinensern und Israel akzeptieren koennte.

Das wird nun von der israelischen Opposition und den links tendierenden Medien als grosser Fortschritt, geradezu als Durchbruch auf dem Weg zu einem umfassenden Frieden gehandelt, dem nur Netanyahu wieder einmal im Weg stehen koennte.

Dabei handelt es sich nur um eine nette Geste gegenueber Kerry, der nicht ganz und gar mit leeren Haenden dastellen sollte. Vom tuerkischen Premierminister Erdogan hatte Kerry sich ja schon eine Demuetigung eingefangen, als er diesen bat, den Gazastreifen im Mai nicht zu besuchen, worauf Erdogan mit einer klaren Absage reagierte.

1) Weder der Sprecher noch die Delegation der Arabischen Liga sind in irgendeiner Weise befugt, Entscheidungen fuer die Liga zu treffen. Abstimmungen koennen nur waehrend eines Gipfels der Arabischen Liga stattfinden, wobei jeder der 22 Mitgliedsstaaten eine Stimme hat. Witzigerweise ist jedoch das Abstimmungsergebnis nur fuer diejenigen Staaten bindend, die dafuer gestimmt haben. Mit anderen Worten, die Arabische Liga hat keinen Mechanismus ueberhaupt bindende Entscheidungen zu treffen.

2) Theoretisch hat ja auch die PA schon Gebietstausch akzeptiert, waehrend Hamas offen sagt, dass sie Israel in keinen Grenzen akzeptieren will.

3) Wohlweislich ausgespart in allen Darstellungen dieses “Friedensplans” ist die Frage nach dem sog. Rueckkehrrecht fuer ehemalige Fluechtlinge aus dem Mandatsgebiet und deren Nachkommen. Bei der UNRWA sind etwa 5 Millionen “Fluechtlinge” registriert (4,966,664 im Jahr 2010). 2013 hatte die juedische Bevoelkerung in Israel gerade die 6 Millionen Marke ueberschritten, waehrend 1.658 Millionen arabischer Israelis gezaehlt wurden. Das “Rueckkehrrecht” koennte daher in Kuerze die Mehrheitsverhaeltnisse so veraendern, dass Israel ein weiterer arabischer Staat wuerde, vor allem wenn man die ca. 2.4 Millionen Palaestinenser im Westjordanland und die ca. 1.4 Millionen Bewohner des Gazastreifens noch dazurechnet.

Ein gutes Zeichen sei dieser Bluff dennoch, meint Barry Rubin.

I believe that the Arab states of the Persian Gulf would like to see the Arab-Israeli conflict decline and even end. Bahrain, Kuwait, Oman, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates no longer profit from this battle. They are frightened of Iran and revolutionary Islamists, and the Shia Muslim challenge in general. Such governments view Israel as a positive strategic factor given these real and big threats. You might add Algeria, Morocco, and Jordan to the list of moderates. Iraq doesn’t care anymore, while the Kurds in Iraq and Syria are almost pro-Israel.
(…)
What it does show once again, however, is that the strategic picture in the region has changed dramatically. The Arab-Israeli conflict is a minor issue compared to the Islamist threat at home and from neighbors, the Iranian threat abroad, and the Shia challenge to these predominantly Sunni Muslim, conservative or nationalist, monarchical or dictatorial regimes.

Ich glaube, dass die Arabischen Staaten im persischen Golf den Arabisch-Israelischen Konflikt gern schwinden und sogar verschwinden saehen. Bahrain, Kuwait, Oman, Saudiarbien und die Vereinten Emirate profitieren nicht mehr von dieser Schlacht. Sie haben Angst vor dem Iran und revolutionaeren Islamisten und ueberhaupt vor der schiitischen Herausforderung. Solche Regierungen sehen Israel als positiven, strategischen Faktor gegenueber diesen echten und ernsten Bedrohungen. Man koennte Algerien, Marokko und Jordanien dieser Liste der Moderaten hinzufuegen. Dem Irak ist das inzwischen egal, waehrend die Kurden im Irak und in Syrien fast pro-israelisch sind.
(…)
Was das jedoch zeigt, ist wieder einmal, dass sich die stratische Landkarte in der Region dramatisch veraendert hat. Der Arabisch-Israelische Konflikt ist vernachlaessigbar gegenueber der islamistischen Bedrohung innerhalb der Staaten und durch die Nachbarstaaten, die iranische Bedrohung und die schiitische Herausforderung, der diese ueberwiegend sunnitischen konservativen oder nationalistischen Monarchien und Diktaturen gegenueberstehen.
(uebersetzung von mir)

Schulbeginn mit Raketen


Heute hat nach den zwei-einhalb Wochen Pessachferien die Schule wieder begonnen. Gestern begannen die Aufwaermuebungen im Gazastreifen, mit Moersern auf angrenzende Doerfer.

In Reaktion darauf beschoss die israelische Luftwaffe in der Nacht zwei Ziele im Gazastreifen.

Palestinian sources claimed no one was injured in the IAF strikes. Moreover, the source stated that all security targets and military installations in the Gaza Strip were evacuated.

Man beachte, dass die Palaestinenser sehr gut wissen, dass Israel keine zivilen Ziele angreift. Ansonsten wuerde die Evakuierung von militaerischen Einrichtungen keinen Sinn machen.

Ich hoerte die Nachrichten um 6 Uhr vom Radiowecker. Da wir in der Uebergangszeit in einem alten Haus leben, haben wir derzeit keinen Schutzraum. Vor dem Fruehstueck raeumte ich daher den Stauraum unter der Treppe leer und liess nur einen kleinen Schrank als “Wand” darauf stehen. Als die Maedchen aufstanden, erklaerte mein Mann ihnen, dass sie im Fall eines Alarms sich unter die Treppe hinter den Schrank stellen und nach der Explosion noch mindestens zwei Minuten warten sollten. “Jaja”, gaehnten die Kinder. Waehrend ich sie zur Schule fuhr, fragte ich nach, ob sie den fuer sie vorgesehenen Schutzraum in der Schule kennen. “Jaja.” Keine Aufregung, eine alte Routine wird aufgewaermt.

Die Raketen auf Sderot wurden wie ueblich zeitlich so getimt, dass moeglichst viele Kinder auf dem Schulweg und Erwachsene auf dem Weg zur Arbeit waren.

Ich glaube nicht, dass Beer Sheva heute schon wieder beschossen wird. Beer Sheva ist eine Steigerungsstufe:

1. Moerser auf Kibbutzim und Moschawim, die an den Gazastreifen grenzen.
2. Kassamraketen auf Sderot
3. Kassamraketen auf Ashkelon
4. Gradraketen auf Ashdod und Beer Sheva
5. Weiterreichende Raketen.

Die beiden ersten Stufen haben wir schon abgehakt. Nun kommt es darauf an, ob Hamas jetzt eine Eskalation will. Ich vermute eher nein, aber ich kann es nicht wissen. Iran mag eine Eskalation bestellen, um den Druck von Syrien zu nehmen. Oder Aegypten will von den eigenen Problemen ablenken.

Und wie berichten deutschsprachige Medien?

NZZ: Israelische Kampfflugzeuge greifen Ziele im Gazastreifen an
FAZ: Gazastreifen – Israels Luftwaffe fliegt Vergeltungsangriffe
Spiegel: Israelische Luftwaffe beschießt Gaza-Streifen
Die Welt: Israelische Luftwaffe schlägt gegen Gaza zurück Hier wurde die Schlagzeile offensichtlich nachtraeglich geaendert. Aus den Kommentaren ergibt sich, dass es zuvor “Israelische Luftwaffe greift Gazastreifen an” hiess.

Keine einzige Schlagzeile vermittelt: “Wieder Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel”

Der Spiegel und die Welt versuchen zusaetzlich, Israel als Ausloeser darzustellen, indem ein Bezug zum Tod eines verurteilten und inhaftierten Hamasterroristen hergestellt wird:

Am Dienstag war es nach dem Tod eines palästinensischen Häftlings in einem israelischen Krankenhaus zu Unruhen gekommen. Der israelische Rundfunk meldete am Mittwoch, die Leiche des Mittsechzigers solle obduziert werden. Dabei sollten israelische und palästinensische Experten zugegen sein. Der vor mehr als einem Jahrzehnt verurteilte Mann war an Krebs gestorben. Die Palästinenserführung warf Israel vor, seine medizinische Behandlung vernachlässigt zu haben.

(Spiegel)

Auch der neuerliche Raketenangriff stand laut der Erklärung der Salafisten in Zusammenhang mit dem Tod eines palästinensischen Häftlings.

Maisara Abu Hamdijeh, der eine lebenslange Haftstrafe in Israel verbüßte, war am Dienstag in einem Krankenhaus in Beerscheba an Krebs gestorben. In Hebron und Ost-Jerusalem gab es daraufhin Ausschreitungen, Hunderte Häftlinge verweigerten die Nahrung.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte Israel für den Tod Hamdijehs verantwortlich. “Wir haben versucht, ihn für eine Behandlung freizubekommen, aber die israelische Regierung weigerte sich, ihn freizulassen, was zu seinem Tod führte”, erklärte Abbas. Nach Angaben der israelischen Strafvollzugsbehörden war bei Hamdijeh im Februar Krebs diagnostiziert worden, er sei behandelt worden.

(Die Welt)

Nachdem die Diagnose im Februar erfolgt war und der Haeftling seither im Soraka-Krankenhaus in Beer Sheva medizinisch betreut wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar, worin die Vernachlaessigung bestanden haben soll.

Aber so etwas haelt die Palaestinenser nicht von abstrusen Vorwuerfen ab und die Medien nicht, diese nachzuplappern. Offensichlich begeht Israel allein dadurch Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil die Palaestinenser in israelischer Haft nicht jeden Tag juenger, schoener und gesuender werden.

Gleichzeitig berichtet ein ehemaliger PA-Funktionaer einem Reporter des britischen Daily Mail offen ueber Foltermethoden in palaestinensischen Gefaengnissen, von denen der britische Geheimdienst weiss.

Von deutschsprachigen Medien wurde dieses Interview nicht aufgenommen.

Hamas will dem Gazastreifen die Lebensadern abschneiden


Der Titel dieses Blogeintrags ist ein Echo der NZZ von 2007

Dass Hamas die Bevoelkerung im Gazastreifen zur Geisel genommen hat und weiterhin als Geisel einsetzt, habe ich seit 2007 (die Machtuebernahme fand im Sommer 2006 statt) immer wieder thematisiert.

Das Vorgehen “der palästinensischen Freiheitsbewegung Hamas” (so wird die Terrororganisation im Schweizer staatlichen Sender SRF allen Ernstes beschrieben) zeigt wieder einmal deutlich, wie wenig ihr das Wohl der palaestinensischen Bevoelkerung am Herzen liegt.

In der zweiten Februarhaelfte hatte Aegypten die Tunnel unter der aegyptischen Grenze zum Gazastreifen fluten lassen. Auch Abwasser wurde dabei eingesetzt, ohne dass Umweltorganisationen dagegen protestierten.

Dass 30% der Gueter fuer die Versorgung ueber die Tunnel in den Gazastreifen gelangten, wie Reuters berichtet, ist moeglicherweise uebertrieben. Eine verantwortungsbewusste Regierung wuerde alles daran setzen, die Ausfaelle in der Versorgung auf andere Weise zu kompensieren. Dass sie die zweite, noch wichtigere Versorgungsroute gefaehrden wuerde, erwarten nur diejenigen von Hamas, die die Nachrichten aus dem Gazastreifen im Internet und nicht in den normalen Medien verfolgen.

Genau das aber tut Hamas. Ihr geht es nicht um die Versorung der Bevoelkerung, sondern um die eigenen Kassen. Das Tunnelgeschaeft wurde/wird von Hamas heftig besteuert. Und wenn diese Einnahmen im Moment nicht sprudeln, muss eben anderswo abgeschoepft werden.

Dem bisherigen Lizenzinhaber fuer das Betreiben des Grenzuebergangs Keren Shalom wurde fristlos gekuendigt und das Geschaeft einem eigenen Mann uebertragen. Es ist vollkommen klar und vorhersehbar, dass Israel nicht einfach bereits ist, eine Hamasbehoerde als Gegenueber zu aktzeptieren.

Dann kann die UN und die Weltoeffentlichkeit wieder Israel bezichtigen, durch die “Blockade” des Gazastreifens eine humanitaere Katastrophe ausgeloest zu haben.

Palaestinensische Luegen und die uebliche Leichtglaeubigkeit der internationalen Medien


Am Samstag starb ein 30jaehriger pal. Haeftling ueberraschend im Gefaengnis Meggido. Arafat Jaradat (ein Verwandter der Attentaeterin im Restaurant Maxim 2003?) war fuenf Tage zuvor festgenommen worden, weil er im November an  Steinwuerfen auf israelische Zivilisten beteiligt gewesen sein soll. Wir erinnern uns, waehrend der Militaeraktion Wolkensaeule waren die Proteste in der Westbank besonders gewalttaetig.

Von palaestinensischer Seite wird behauptet, dass Jaradat kerngesund war. Die Gefaengnisverwaltung dagegen sagt aus, dass Jaradat sich vor seinem Tod krank gefuehlt habe und seit seiner Festnahme mehrfach, zuletzt am Donnerstag vom Gefaengnisarzt untersucht worden war.

Ich gehe davon aus, dass jeder Tod in einem israelischen Gefaengnis eine Autopsie nach sich zieht, um die genaue Todesursache zu klaeren.

In diesem Fall wurde ein palaestinensischer Pathologe von den israelischen Behoerden eingeladen, der Autopsie beizuwohnen. Wenn Israel etwas zu vertuschen haette, waere es kontraproduktiv, einen palaestinensischen Zeugen dabei zu haben, will mir scheinen.

Die israelischen Experten fanden bisher nichts, was die Frage nach der Todesursache klaeren wuerde. An der Leiche wurden keine Zeichen von Gewaltanwendung gefunden:

This afternoon (Sunday, 24 February 2013), at the National Center for Forensic Medicine, an autopsy was performed on the body of Arafat Jaradat by Prof. Yehuda Hiss, in the presence of Prof. Arnon Afek, Director of the Health Administration at the Ministry of Health, and Palestinian pathologist Dr. Saber Aloul. During the autopsy, no signs of external trauma were found apart from those pertaining to resuscitation [attempts] and a small graze on the right side of his chest. No evidence of disease was found during the autopsy. Two internal hemorrhages were detected, one on the shoulder and one on the right side of the chest. Two ribs were broken, which may indicate resuscitation attempts. The initial findings cannot determine the cause of death. At this stage, until microscopic and toxicology reports are in, the cause of death cannot be tied to the autopsy findings.”

Heute Nachmittag (Sonntag, den 24. Februar 2013) wurde im Nationalen Zentrum fuer Forensische Medizin von Prof. Yehuda Hiss an der Leiche von Arafat Jaradat eine Autopsie vorgenommen. Anwesend waren Prof. Arnon Afek, Direktor der Gesundheitsbehoerde im Ministerium fuer Gesundheit und der palaestinensiche Pathologe, Dr. Saber Aloul. Waehrend der Autopsie wurden keine Anzeichen fuer ein externs Trauma gefunden, abgesehen von denjenigen, die auf die Wiederbelungsverusche zurueckgingen und eine leichte Schuerfung an der rechten Seite seines Brustkorbs. Kein Anzeichen einer Krankheit wurde waehrend der Autopsie gefunden. Zwei innere Blutungen wurden entdeckt, eine an der Schulter und die andere an der rechten Seite des Brustkorbs. Zwei Rippen waren gebrochen, was auf die Wiederbelebungsversuche hinweisen mag. Die bisherigen Befunde koennen die Todesursache nicht bestimmen. In diesem Stadium, bis die mikroskopischen und toxikologischen Untersuchungsergebnisse eintreffen, kann die Todesursache nicht an die Befunde der Autopsie gebunden werden. (Uebersetzung von mir)

 

Die Prellungen an der Schulter und  auf der rechten Seite kann sich Jaradat zugezogen haben, als er fiel.

Verschiedene Proben wurden zur Analyse geschickt und jetzt muessen die Ergebnisse abgewartet werden. Von einem endgueltigen Untersuchungsergebnis kann daher keine Rede sein.

Das hindert den Chefpathologen der PA, Saber Aloul, aber nicht daran zu behaupten, Jaradat sei zu Tode gefoltert worden.

Seit 1999 ist Folter in Israel illegal.

1) Das einzige Szenario, bei ich mir vorstellen koennte, dass tatsaechlich an Folter grenzende Verhoertechniken zur Anwendung gekommen sein koennten, waere wenn Jaradat als “ticking bomb” (jemand, der ueber ein kurz bevorstehendes Attentat Bescheid weiss und durch dessen Information der Anschlag verhindert werden koennte) eingestuft gewesen waere. Meggido ist jedoch kein Gefaengnis, wo ein solcher Mann verwahrt und verhoert werden wuerde:

Prisoners under interrogation by the General Security Services (GSS) are being held at detention facilities in Petach-Tikva, at the Russian Compound (Al-Muskubiya) in Jerusalem, the Kishon Detention Center (Jalame) in the north, Shikma Prison in Ashkelon, and the Beersheba Prison.

Ganz zu schweigen davon, dass die Verhoerenden enorme Stuemper waeren, innerhalb von Tagen den Mann zu toeten, dessen Aussagen sie brauchen!

2) Die PA suggeriert, dass Jaradat zur Rache gefoltert worden sei. Warum sollte jedoch ausgerechnet dieser junge Mann wegen mutmasslicher Beteiligung an Steinwuerfen zu Tode gefoltert werden, waehrend brutale, mehrfache Moerder, wie z.B. Amjad Awad und Hakim Awau, die 2011 fuenf Mitglieder der Familie Fogel, darunter ein Baby abschlachteten, sich bester Gesundheit erfreuen?

Elder of Ziyon hat sich vor ein paar Jahren den Spass gemacht, auszurechnen, dass palaestinensische Haeftlinge in Israel signifikant bessere Aussichten haben nicht zu sterben, als freie Amerikaner in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre. Freie Palaestinenser derselben Altersgruppe duerften ein noch viel hoeheres Risiko tragen, von wegen Arbeitsunfaellen und so.

Die offensichtlichen Ungereimtheiten hindern auch die internationale Presse nicht, Israel zu beschuldigen:

Sueddeutsche: Foltervorwurf – Palästinenser stirbt in israelischer Haft

Basler Zeitung: Palästinensischer Pathologe bestätigt Folter-Vorwürfe

Der Standard: Pathologe: Palästinenser in Israel zu Tode gefoltert

Noch vor dem Tod Arafat Jaradats veroeffentlicht Khaled Abu Toameh, seine Analyse, wonach die PA vor Obamas Besuch in Israel sehr daran gelegen ist, Unruhen anzufachen. 

 

Markenpraedikat: “Hardliner”


Mein Hirn funktioniert inzwischen so, dass ich beim Ueberfliegen von Texten auf das Wort “Hardliner” anspringe, weil es sich dabei in aller Regel um Artikel zu Israel handelt, vor allem seit die Regierung von George W. Bush abgeloest wurde.

Uebrigens gibt es augenscheinlich nur Hardliner auf der rechten Seite des politischen Spektrums. Nur die NPD spricht mal von linken Hardlinern, und die Financial Times Deutschland attestiert Chavez, dass er kein Hardliner mehr sei.

In der WELT wird der neue Ministerpraesident Japans so beschrieben. Damit liegt die WELT gleichauf mit der taz, die das auch so sieht. Allerdings beschreibt die WELT Abe  im weiteren Text als “rechtskonservativ”, waehrend er fuer die tax “der stramme Nationalist” ist. (Damit niemand auf die Idee kommt, die deutschen Medien waeren gleichgeschaltet …)

Und womit verdient sich Abe, dass er in dieselbe Schublade wie George W. Bush, Nicolas Sarkozy, und natuerlich Benjamin Netanyahu und Avigdor Lieberman gesteckt wird?

1) Mit Abe kehrt ein Befürworter der Kernenergie an die Schalthebel der Macht zurück.

(…)

2) Oberste Priorität hat laut Abe die Ankurbelung der Wirtschaft und die Bekämpfung der Deflation. Bereits in Kürze will er nach Medienberichten ein gewaltiges Konjunkturpaket auflegen.

3) Der neue Regierungschef will zudem Japan an der Seite der Schutzmacht USA auch
4) militärisch und außenpolitisch stärken. (…)

5) Der LDP-Vorsitzende plädiert für eine Revision der pazifistischen Verfassung von 1946, bei der die Amerikaner federführend waren.

(Nummerierung von mir, ansonsten Zitat aus dem o.g. WELT-Artikel)

Atomkraftbefuerworter vs. Atomkraft – nein danke
Will Wirtschaftspolitik betreiben vs Kapitalismus in der Krise
Buendnis mit USA vs. USA am Abgrund
Staerkung des eigenen Landes - nationale Interessen, gibt es so etwas?
Pazifismus neu ueberdenken vs Dank der Friedensbewegung 

Abe tritt mindestens vier deutsche Glaubenssaetze mit Fuessen, er kann nur ein Hardliner sein. Spaeter erfahren wir bestimmt noch mit Schaudern, dass er ausserdem Rassist ist und Klimaleugner obendrein!



Hyperventilation – genauer betrachtet


Alle im UN -Sicherheitsrat vertretenen Staaten ausser den USA haben Israel wegen der Erteilung von Baugenehmigungen in umstrittenem Gebiet verurteilt, darunter auch Deutschland.

Die europaeische Erklaerung faselt  von ethnischer Saeuberung:

According to the European countries, “The reported planning in the E1 area would risk cutting off East Jerusalem from the rest of the West Bank and could also entail the forced transfer of civilian population.”

E1 ist bekanntlich ein kahler Huegel. Also machte ich mich auf die Suche, was mit “forced transfer of civilian population” gemeint sein koennte.

Anscheinend haben Journalisten eine Sippe Beduinen gefunden, die auf diesem Gebiet campen. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Journalisten, sondern um das Team  der Webseite +972 Magazine, das  Israel als juedischen Staat ablehnt.

Obwohl dem Verfasser und dem +972 Magazin offensichtlich daran liegt, den antisemitischen Mythos vom Landraub zu bestaetigen, zeigen die Photos zum Artikel, dass es sich nicht um eine dauerhafte Siedlung handelt.

Das ist eine Beduinensippe, die noch immer als Nomaden lebt. Im Jahr 2010 wohnten laut Wikipedia 100 Beduinen in Khan Al-Ahmar.

Im Sueden Israels gibt es genuegend halbnomadische und sesshafte Beduinensippen:

So sieht die illegale Siedlung einer halbnomadischen Sippe in der Naehe von Dimona aus:

Und so sieht es aus, wenn Beduinen in einer legalen Siedlung sesshaft sind:

Der Unterschied ist mit blossem Auge erkennbar, nicht wahr?

Was die Ansprueche der Beduinen auf Landbesitz angeht und wie der Staat Israel damit umgeht, habe ich in einer mehrteiligen Serie beschrieben.

Haette die Jahali-Sippe in E1 irgendwelche Besitzurkunden wie in der Photounterschrift in der New York Times behauptet, so wuerde der Staat Israel den vollen Wert entschaedigen.

Ein aktuelles Beispiel findet sich in H’aretz. Der Tarabinstamm konnte mit Sicherheit keinen Nachweis bringen, dass das Land um Omer ihm gehoerte, er nahm Gewohnheitsrecht in Anspruch. Trotzdem erhielt jede Familie 180,000 NIS Entschaedigung und 1000 Quadratmeter Land an einem anderen Ort.  An dieser Stelle moechte ich daran erinnern, dass die hohen Wohnungpreise die sozialen Proteste im Sommer 2011 ausloesten. Juedische Familien wuerden sich die Finger lecken, so grosszuegig Baugrund und eine Startsumme fuer’s Bauen zu bekommen.

Die WELT hat die anti-israelische Proganda samt Haken geschluckt. Auf einmal werden aus einer Sippe mit ca. 100 Mitgliedern  2010, eine Bevoelkerung von 2500 Menschen, die angeblich seit Jahrzehnten dort leben! Mich hat die Recherche zu diesem Blogeintrag etwa eine Stunde gekostet, wobei ich zugegebenerweise den Vorteil habe, dass ich mich mit der Problematik um die Beduinen schon vorher befasst hatte. Aber haette Philip Kuhn nicht auch ein bisschen mehr Zeit und Sorgfalt investieren koennen?

Wegen derartiger Propaganda von interessierten Parteien und derartiger Schlampigkeit (bzw. willentlicher Blindheit), mit der sie geschluckt wird, warnt nun die EU vor ethnischen Saeuberungen.

Stimmungsbild bei den Palaestinensern


AWARD hat am Samstag, den 15. Dezember juengsten Umfrageergebnisse veroeffentlicht:

Derzeit meint eine grosse Mehrheit der Befragten, insgesamt 69.8%, dass sich die Dinge fuer die Palaestinenser in die richtige Richtung entwickeln: 65.2% in der Westbank, 77.6% im Gazastreifen. Dementsprechend sind die Menschen auch optimistisch, was die Zukunft betrifft, insgesamt 75.9%, in der Westbank 72.4% und im Gazastreifen (dem groessten KZ der Welt!) 81.6%. Die Stimmung der Palaestinenser ist  euphorisch,  bemerkenswerterweise im Gazastreifen noch deutlich mehr als in der Westbank.

Die Euphorie hat anscheinend zwei Ursache:

Zum einen den “Sieg” im juengsten Krieg des Gazastreifens gegen Israel. Insgesamt 89.7% sind ueberzeugt, dass es sich um einen Sieg handelt, 88.6% im Westjordanland und 91.4% im Gazastreifen.

Zum anderen den Sieg der PA in der UN ueber Israel. Dass es sich dabei um einen Sieg handelt, meinen insgesamt 85.1%, in der Westbank 81.1%  und 91.7% im Gazastreifen.

Gleichzeitig glauben insgesamt 63% der Palaestinenser (64.5% im Gazastreifen, 62% im Westjordanland), dass das Vorgehen in der UN es schwieriger mache, den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen.

Jedoch an Friedensverhandlungen sind die Palaestinenser nicht sonderlich interessiert: Insgesamt 48.4% vs. 43.4% meinen, dass Verhandlungen mit Israel gar nicht der richtige Weg seien. Im Gazastreifen werden  Verhandlungen klar abgelehnt (54.9% dagegen, 41.8% dafuer), waehrend das Westjordanland gespalten ist (44.3% dafuer, 44.5% dagegen).

Eine Pluralitaet zieht die Vorgehensweise der Hamas (Raketen auf israelische Zivilisten und Terror) als Mittel zur Erlangung der pal. Unabhaengigkeit den Methoden der Fatah vor, insgesamt 40.1% fuer Hamasmethoden und 32.8% fuer Fatahmethoden. Im Gazastreifen sieht man das ein bisschen anders (40.2% fuer Fatahmethoden, 37.1% fuer Hamasmethoden) als im Westjordanland (41.9% fuer Hamasmethoden und nur 28.3% fuer die Vorgehensweise der Fatah).

Das mag daran liegen, wie Palaestinensische Unabhaengigkeit definiert ist, wohl eher nicht als Zwei-Staaten-Loesung mit Israel und Palaestina. Dafuer findet sich naemlich keine klare Mehrheit. Insgesamt 46.8% unterstuetzen eine solche Loesung, aber 49.5% lehnen sie ab. Auch hier ist die Stimmung im Westjordanland etwas anders als im Gazastreifen: In der Westbank lehnen 50.7% die 2-Staaten-Loesung ab und nur 44.4% unterstuetzen sie. Im Gazastreifen faenden 50.9% sie gut und 47.6% lehnen sie ab.

Eine ueberwaeltigende Mehrheit (82.6%) ist fuer die Versoehnung von Fatah und Hamas und auch optimistisch, dass beide Seiten es ernst meinen.

Danach wuerden Palaestinenser gern mal wieder zur Wahl gehen duerfen. Eine daraus resultierende Regierung haette wahrscheinlich Mahmud Abbas als Praesidenten und Ismail Haniye als Premierminister. Salam Fayyad dagegen hat keine Chance bei den Waehlern, er bekommt gerade mal von 2% eine postive Bewertung. Im Westjordanland, wo die Menschen seine Regierung direkt erleben, ueberwiegt die negative Einschaetzung 31.4% klar die positive 22.4%. Vor die Wahl gestellt, ob sie lieber eine Regierung unter Fayyad oder unter Haniye haetten, wuerden sich insgesamt 34.4% fuer einen Premierminister der Hamas entscheiden und nur 25.3% fuer Fayyad. Im Gazastreifen, wo man die Regierung der Hamas schon geniesst, ist die Bevoelkerung gespalten: 35.8% fuer Haniye und 32.7% fuer Fayyad. Im Westjordanlang liegt Haniye mit 33.4% klar vor Fayyad mit 20.8%.

Klarer Fall: Israel will keinen Frieden!

Die Umfrage des Palestinian Center for Policy and Survey Research in Ramallah bestaetigt die euphorische Stimmung und ihre Ursachen.

Modefarbe 2013


Eine der Modefarben fuer das Jahr 2013 ist Smaragdgruen.
Zufaellig ist Smaragdgruen auch die Farbe des Propheten Mohammed und des Islam.

Man kann die Modefarbe so tragen:

Klassischer waere jedoch dieser Look:

 

Tod am Berg


Im vergangenen Mai erhielt der israelische Alpinist, Nadav Ben-Yehuda, einen Orden von Praesident Peres, weil er am Mount Everest einem tuerkischen Bergsteiger das Leben gerettet hatte.

(Update vom 17.12.12: Gerade faellt mir noch auf, was fuer einen passenden Namen der junge Mann traegt. Nadav kommt von der Wurzel Nun, Daleth, Beth und kommt in Woertern vor wie lehitnadev = sich freiwillig melden, freiwillig helfen, lenadev = spenden, Nedivut = Grosszuegigkeit. Nadav Ben Yehuda liesse sich also als “Freiwilliger Helfer, Sohn der Juden” uebersetzen.)

Damals habe ich die Nachricht nur am Rande wahrgenommen und hatte im Stillen den Verdacht, dass nur deshalb darueber berichtet wurde, weil die tuerkisch-israelischen Beziehungen gut eine Besserung vertragen wuerden.

Gestern stolperte ich via Simply Jews ueber diesen Artikel. (Achtung: Fotos von toten Bergsteigern, mich haben sie in den Traum verfolgt – und diesen Beitrag schreibe ich wohl, um das zu bewaeltigen.)

Die “Todeszone” ist offensichtlich so lebensfeindlich, dass jeder Bergsteiger in Gefahr ist, durch Erschoepfung oder Hoehenkrankheit zu sterben, vor allem auf dem Rueckweg vom Gipfel. Die Rate fuer erfolgreiche Besteigungen scheint zu sein: Einer von Zehn kommt nicht lebend zurueck. Da viele Bergsteiger vor dem Gipfel umkehren, ist die Rate fuer alle versuchten Besteigungen deutlich niedriger mit 1.6 Prozent fuer Auslaender.

Bergsteiger, die an einem Sterbenden vorbeiklettern, sind nicht notwendig menschenverachtende Egoisten. Moeglicherweise wissen sie, dass eine zusaetzliche Anstrengung ihr eigenes Leben kosten wuerde. Oder sie koennen wegen der extremen Hoehe selber nicht mehr ganz rational denken.

Vor diesem Hintergrund wird mir klar, welche Heldentat Nadav vollbracht hat.

Im Jahr 2005 wurde Lincoln Hall gerettet, nachdem er von seiner Expedition fuer tot am Berg zurueckgelassen worden war. Die Retter kuemmerten sich um ihn, aber sie brachten ihn nicht selber zurueck zum Lager vor der Todeszone, sondern warteten auf ein Rettungsteam von Sherpas.

Nadav dagegen hat den tuerkischen Bergsteiger selbst zurueckgebracht. Er musste dessen Gewicht tragen, und sein Koeper wurde durch die Last im Gleichgewicht gestoert. Sein Sauerstoffvorrat war vermutlich nicht fuer die zusaetzliche Anstrengung ausgelegt. Anscheinend hatte er auch Probleme mit der Gasmaske. Waeren nicht in diesem Augenblick Bergsteiger im Aufstieg vorbeigekommen, die ihm mit Sauerstoff aushelfen konnten, laegen moeglicherweise Nadavs und Aydin Irmaks aneinandergebundene Leichen heute zusammen mit den anderen toten Bergsteigern am Everest.

Auf dem Spruchband steht “Froher Unabhaengigkeitstag”, der fiel 2012 auf den 26. April. Die Rettung muss also noch im April gewesen sein. Nadavs Verband an der Hand ist deutlich groesser als auf dem gemeinsamen Photo mit Aydin Irmaks und er wirkt mitgenommen und duenn. Auf dem Photo mit Praesident Peres traegt er nur noch einen schwarzen Handschuh. Ich kann nicht finden, ob seine Finger alle gerettet werden konnten.

Die “Zweiteilung” des Westjordanlands


Selbst in serioesen Medien wie der FAZ wird unwidersprochen behauptet, die eventuellen Bauten im Gebiet zwischen Jerusalem und Ma’ale Adumim ( E1) wuerden die Westbank in zwei Teile zerschneiden.

In ihrer augenfaelligen Unwahrheit erinnert mich diese Luege an die nachdrueckliche und falsche Behauptung, der Gazastreifen werde von Israel abgeriegelt.

Auch im Fall der aktuellen Luege muss man nur mal eine Karte anschauen:

Oder auch zwei, drei:

Deutlich ist zu erkennen, dass das Westjordanland an seiner engsten Stelle doch ein bisschen breiter ist als die 7 km, die Jerusalem von Ma’ale Adumim trennen.

Gut, es handelt sich um schwieriges Terrain, wo Israel bisher keine Strasse gebaut hat. Aber ein bisschen eigene Arbeit darf der PA zugemutet werden oder nicht?

Und warum sollte nur Israel schmale und daher gefaehrdete Stellen haben?

Besonders laecherlich ist die Aufregung, weil dieselben Staaten, die nun in Israels Baugenehmigungen das Ende des Friedenprozesses postulieren, letzte Woche geschwiegen oder zugestimmt haben, als die PA unter Abbas mit Hamas’ Unterstuetzung die Oslovertraege oeffentlich brach.

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