Arabische und US Diplomatie


Am 23. Juli uebernahm Mahmud Abbas eins zu eins die Hamas-Forderungen fuer einen Waffenstillstand. Der US Aussenminister, John Kerry, uebernahm  am 27. Juli die Hamas-Forderungen ebenfalls fast eins zu eins in seinen Entwurf eines Waffenstillstandsabkommen. Das war Mahmud Abbas aber auch nicht Recht. Merke, in arabischer Diplomatie muss man schon unterscheiden, was fuer’s Publikum geaeussert wird und was eigentlich gemeint ist.

Bei dem Vorgehen der gegenwaertigen US-Regierung stellt sich regelmaessig die Frage:  Sind die wirklich so bloed und merken nicht, dass sie das Gegenteil von dem bewirken, was sie nach eigener Aussage erreichen wollen? Oder sind ihre eigenen Aussagen auch nur gezielte Irrefuehrung fuer’s Publikum und sie beabsichtigen genau das, was sie vorantreiben?

Ich neige inzwischen eher zur zweiten Option.

Im Telefongespraech zwischen Obama und Netanyahu, in dem Obama eine sofortige und bedingungslose Waffenruhe (Kapitulation) verlangte, machte er deutlich, dass er Hamas weiterhin bewaffnet sehen will und zwar um damit ein Druckmittel gegen Israel in der Hand zu haben, wenn Israel bei amerikanisch gesponserten “Friedensgespraechen” nicht spurt.

Kerry Warnung vor einer dritten Intifada war also keine unbedachte Aeusserung, sondern als Drohung gedacht. Die vorhersehbaren Folgen der “Friedensgespraeche” waren geplant.

“Die Bedrohung ist hier.”

Und das Geschaeft laeuft mit Qatar und dem Iran. Womit sich meine Frage, was fuer die Europaeer dabei abfaellt, auch schon beantwortet hat.

Der Ehrgeiz der Hamas III


Seit Beginn der Aktion Schutzkante frage ich mich, warum Hamas ausgerechnet jetzt die Auseinandersetzung wollte. In israelischen Analysen vor der Eskalation hiess es immer wieder, dass Hamas eigentlich gar kein Interesse daran haben koennte. Aber offensichtlich sah Hamas das anders.

Inzwischen reime ich mir folgende Antwort zusammen: Fuer Rosh Hashana, des juedische Neujahrsfest, dass dieses Jahr auf Ende September faellt, plante Hamas eine grossangelegte Offensive. Ueber die verschiedenen Terrortunnel sollte eine grosse Zahl Hamasterroristen in Israel eindringen, wobei die Bewohner der anliegenden Gemeinden massenhaft ermordet und ein paar auch entfuehrt werden sollten, um ein Druckmittel gegen Israel in der Hand zu haben.

Soweit stammen diese Angaben von gefangenen Hamasterroristen. Das weitere ist meine Spekulation: Gleichzeitig sollten Hamasterroristen im Westjordanland die dritte Intifada ausrufen. Bei dieser Gelegenheit haette Hamas dort die Fatah entmachtet und sich an die Herrschaft geputscht, wie sie es 2007 im Gazastreifen gemacht hat.

Und dann kam der Al-Kawasme-Clan von Hebron und entfuehrte die drei Teenager, Naftali, Gilad und Eyal. Waehrend der Suche nach den entfuehrten Jugendlichen verhaftete Israel fast die gesamte Fuehrungsriege der Hamas im Westjordanland. Es wurde auch laut darueber nachgedacht, Hamasfunktionaere in den Gazastreifen zu deportieren.

Damit waere die Haelfte des Plans, der sich im Westjordanland abspielen sollte, verunmoeglicht worden. Hamas erhoehte die Anzahl und bald auch die Reichweite der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel. Als Bedingung fuer Waffenruhe wurde immer an erster Stelle verlangt, dass die waehrend der Suche nach Naftali, Gilad und Eyal Verhafteten frei gelassen werden muessten. Israel liess sich nicht darauf ein. Darauf beschloss Hamas anscheinend, dass der Plan den neuen Gegebenheiten angepasst und jetzt schon durchgefuehrt werden sollte. Vermutlich war das Kalkuel, dass die Palaestinenser in den Autonomiegebieten westlich des Jordans durch die massive Suche noch aufgeruehrt waren und eine dritte Intifada jetzt leichter ausgeloest werden koennte als in drei Monaten, wenn die Raedelsfuehrer schon wochenlang im Gefaengnis sitzen.

Bis jetzt hat mindestens die Hamasfuehrung in Qatar die Hoffnung nicht aufgegeben, den Flaechenbrand schon im Juli zu erreichen. Er scheint sich auch Schuetzenhilfe von Hizbollah zu erhoffen.

Fuer heute hatte John Kerry Israel zu einer 12-stuendigen Waffenruhe gezwungen, die in Paris versammelten Aussenminister verlangten eine Verlaengerung um 4 Stunden bis heute Mitternacht. Die “humanitaere Waffenruhe” sollte natuerlich den Zivilisten im Gazastreifen zugute kommen. Symptomatisch dafuer, wie wenig Ruecksicht Hamas auf die eigene Bevoelkerung nimmt, ist, dass Hamas selber keiner Verlaengerung zustimmte und prompt um 20:00 mit dem Abschiessen von weiteren Raketen begannt.

Ich glaube, dass die Kaempfe noch laenger dauern werden. Und zwar selbst dann, wenn die USA wieder per Flugverbot Druck machen wollen. Die wirtschaftlichen Einbussen sind bitter, aber die von der Hamas ausgehende Gefahr ist zu gross, als dass ihr noch einmal Gelegenheit zur Aufruestung gegeben werden kann. Umso mehr, als die westlichen Nationen ja schon Schlange stehen, um die Kassen der Hamas wieder aufzufuellen. Die “Aufbauhilfe” wird mit Sicherheit ebenso zivilen und humanitaeren Zwecken zugefuehrt, wie mit den gesamten Zementlieferungen Krankenhaeuser und Schulen gebaut wurden. Die naechste Bestellung fuer Raketen aus Nordkorea ist schon unterzeichnet.

Hattip Israelmatzav

Pharaohs verhaertetes Herz


Exodus 2. Buch Moses, 10. Kapitel, 1. Vers

Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Pharao! Ich habe sein Herz und das Herz seiner Diener verschlossen, damit ich diese Zeichen unter ihnen vollbringen konnte

So kommt mir das Verhalten von Khaled Meshaal vor:

Die zivile Bevoelkerung im Gazastreifen leidet unsaeglich. Hamas verliert in allen Bereichen, heute morgen haben sich anscheinend zum ersten Mal in dieser Aktion massenhaft Hamasterroristen ergeben.

Khaled Meshaal said Hamas would not agree to a ceasefire until the terms had been negotiated

Aber Meshaal will sich auf keinen Waffenstillstand einlassen, solange die Hamas-Forderungen nicht akzeptiert werden, auch auf keine humanitaere Waffenruhe.

Und das sind die Bedingungen der Hamas:

  1. Abzug der israelischen Panzer von der Grenze zum Gazastreifen.
  2. Freilassung aller Gefangenen, die waehrend der Suche nach den drei entfuehrten Jugendlichen verhaftet wurden.
  3. Aufhebung der Blockade und Oeffnung der Grenzuebergaenge fuer Waren und Menschen.
  4. Aufbau eines internationalen See- und Flughafenshafen unter der Aufsicht der UNO.
  5. Ausweitung der Fischereizone auf 10 km von der Kueste.
  6. Internationalisierung des Rafah Grenzuebergangs (mit Aegypten) unter der Kontrolle der UNO und befreundeter arabischer Nationen.
  7.  Internationale Truppen entlang der Grenze.
  8. Israel muss Erleichterungen bei der Einreise fuer Beter in der Al Aksa Moschee gewaehren.
  9. Israel ist es verboten, sich in palaestinsische Politik hinsichtlich der Versoehnung (Fatah-Hamas) einzumischen.
  10. Wiedereinrichtung der Industrieparts and Verbesserungen fuer die wirtschaftliche Entwicklung im Gazastreifen.

Ich brauche wohl nicht im Einzelnen darauf einzugehen, warum ueber diese Forderungen nicht verhandelt werden kann, oder?

Israel bekommt dadurch die Zeit, weitere Tunnel und versteckte Raketenabschussbunker zu finden und zu zerstoeren.

“Selbstgebastelte Raketen”


Immer mehr internationale Fluggesellschaften setzen ihre Fluege nach Tel Aviv aus. Der Grund: In Yahud, einem Vorort von Tel Aviv in unmittelbarer Naehe zum Flughafen hat eine Rakete  ein grosser Metallrest der von Eisenkuppel noch in der Luft zur Explosion gebrachten Rakete ein Einfamilienhaus getroffen und in eine Ruine verwandelt.

Die Gefahr, dass ein landendes oder startendes Flugzeug getroffen werden koennte, ist real, aber nicht sehr gross. Immerhin hat Eisenkuppel bisher alle Raketen auf den Grossraum Tel Aviv abgefangen. Aber ich kann die Fluggesellschaften verstehen, die kein derartiges Risiko eingehen wollen.

Was ich nicht verstehen kann, ist der Nachdruck, mit der die Staaten dieser Fluggesellschaften bis zum heutigen Tag darauf bestehen, dass Israel dringend die Kontrolle ueber hoeher gelegenes Territorium nur 17 km vom Flughafen entfernt an Palaestinenser abgeben muss.

Update 23/07/14: Ich halte es fuer moeglich, dass die Obamaregierung bei der FAA leicht nachgeholfen hat, damit Kerry einen Stock in der Hand hat, mit dem Israel zum Waffenstillstand gepruegelt werden kann. Uebersehen wird dabei, dass es derzeit Hamas ist, die nicht auf den aegyptischen Entwurf einsteigen mag und die Aegypter, die sich weigern, Hamasforderungen (z.B. nach Oeffnung des Greznuebergangs nach Aegypten Rafiah) zu erfuellen. Aber schon bei den letzten “Friedensgespraechen” war die konstant falsche Praemisse der USA ja, dass Israel nicht willig sei und unter Druck gesetzt werden muesse, obwohl sich in den Verhandlungen immer wieder klar zeigte, dass Abbas kein “Ja” als Antwort akzeptieren konnte. Es waere nicht zum ersten Mal, dass die Obamaregierung eine Bundesbehoerde fuer politische Zwecke missbraucht. Immer mehr weist darauf hin, dass die Steuerbehoerde IRS gezielt auf politische Gegner angesetzt wurde. Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass die FAA die Fluege nach Pakistan nicht eingestellt hat, obwohl es dort zu mehr als einem Angriff auf Flughaefen kam.

Inzwischen habe ich gelernt, dass auch diese Rakete von Eisenkuppel unschaedlich gemacht worden war, nur ein grosser Metalrest – vermutlich das Rohr – ist im Haus eingeschlagen, und das muss extrem leicht gebaut gewesen sein, Bretter, Gips und ein paar Ziegel. Uebrigens gilt das Gleiche auch fuer die Rakete im Schwimmbad in ‘Anschauungsmaterial’. Nur das Rohr landete dort, ohne Explosion. Das Rohr selber ist knapp 2 Meter lang.

Hamas plant die “humanitaere Katastrophe”


Diese Taktik ist alt und erprobt: Wenn es der Bevoelkerung im Gazastreifen schlecht geht, wird der internationale Druck auf Israel erhoeht. Daher hat Hamas ein klares Interesse daran, eine solche Katastrophe herbeizufuehren oder wenigstens vorzutaeuschen.

Zunaechst werden alle Toten im Gazastreifen als “unschuldige Zivilisten” dargestellt.

Als naechstes wird dafuer gesorgt, dass die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen der Zivilisten moeglichst ungenuegend ausfaellt. Raketen auf die Hochspannungsleitungen und das Kraftwerk in Ashkelon, das auch den Gazastreifen mit Strom versorgt, ist eine Methode, fuer Stromausfall zu sorgen.

Der seit Jahrzehnten desolate Zustand des Grundwassers soll auch wieder Israel angehaengt werden.

Ausserdem macht es sich gut, wenn Kinder und/oder Fluechtlinge sterben. Waehrend “Gegossenem Blei” hatte Hamas grossen Erfolg mit dem Vorfall um die Al-Fakhura-Schule der UNRWA.

Mir scheint es offensichtlich, dass dieser Erfolg wiederholt werden soll: Raketen werden in unmittelbarer Naehe von solchen Schulen abgefeuert. Eine Win-win Situation fuer Hamas: Entweder koennen sie von dort ungehindert Raketen auf Israel schiessen oder sie bekommen herzzerreissende Bilder und einen weltweiten Empoerungsschrei gegen Israel. Und die menschlichen Schutzschilde freuen sich darueber:

As the Hamas-made missiles screamed off into the sky, leaving a white vapour trail, the kids all cheered. One older boy of maybe 12, shouted in Arabic “They’re R160s,” named for the late Hamas leader Abdel Aziz Rantisi who was assassinated by Israel in 2004. These are the big, long-range rockets usually reserved for Tel Aviv, Jerusalem or the airport in between.

Die zwanzig Raketen, die in einer UNRWA Schule gelagert waren (und von der UN-Organistion anscheinend der Hamas uebergeben!) , stellen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs dar. Auch Moscheen und natuerlich Wohnhaeuser dienen als Waffenlager.

Bisher kaum bekannt ist ein weiteres Vorgehen: Hamas erzwingt seit Tagen, dass die Banken geschlossen bleiben. Sie wollen verhindern, dass die Fatahangestellten an ihre Gehaelter kommen, solange ihre eigenen Angestellten nicht bezahlt werden. Das bedeutet natuerlich, dass die Versorgung der normalen Bevoelkerung immer prekaerer wird.

But the biggest problem might be the one that A. didn’t want to talk about — the banks. If the branches remain closed, it means that it will not be possible to carry out bank transfers, to withdraw cash, or to order goods (by transferring money). Which means that a Gazan merchant who wants to order goods from Israel will not be able to transfer money to his suppliers on the other side of the border.

And one doesn’t need to be a fortune teller to understand that in another week, more or less, the inventory of goods in Gaza will be drained. However you want to put it, Hamas is intentionally trying to create a humanitarian crisis. It wants to intensify the distress in order to bring international pressure on Israel.

Aber das groesste Problem ist vermutlich der Punkt, ueber den A. nicht reden mag – die Banken. Wenn die Filialen geschlossen bleiben, koennen keine Ueberweisungen durchgefuehrt werden, kein Geld kann abgehoben werden oder Waren bestellt werden (per Ueberweisung). Das bedeutet, dass ein Kaufmann im Gazstreifen, der Waren aus Israel bestellen will, keine Moeglichkeit hat, seine Lieferanten auf der anderen Seite zu bezahlen.

Man muss kein Prophet sein um vorherzusehen, dass in einer oder zwei Wochen, der Lagerbestand im Gazastreifen ausgehen wird. Wie auch immer man das ausdruecken moechte: Hamas versucht mit Absicht eine humanitaere Krise herzustellen. Sie will das Elend steigern, um damit internationalen Druck auf Israel zuzuloesen. (Uebersetzung von mir)

Weil die Medien seit langer Zeit Israel als Kindermoerder, Unterdruecker, Unrechtsstaat usw. darstellen, werden alle diese Vorwuerfe leicht geglaubt. Der tragische Tod der vier Buben am Strand ist noch lange nicht aufgeklaert, reicht aber schon, um “aufrechte Linke” davon zu ueberzeugen, dass Israel mit voller Absicht, unbewaffnete Kinder und Jugendliche ermordet. Als Transportmittel verwenden Hamaskaempfer uebrigens gern Krankenwagen, in denen zur Sicherheit noch mehrere Kinder mitfahren. Und selbst die Washington Post berichtet, dass sie ihr Hauptquartier im Shifa Krankenhaus aufgeschlagen haben.

Waehrend ich diesen Text schreibe, musste ich uebrigens schon zweimal im Bunkerzimmer Schutz suchen. Auch heute wurden wieder mehrere Salven auf Beer Sheva abgefeuert. Die Kinder sind inzwischen zermuerbt und bitten jetzt doch darum, zu ihren Grosseltern gefahren zu werden.

ISIS und Kriegsmaterial


Erinnert Ihr Euch noch daran, wie Goerge W. Bush vorgeworfen wurde absichtlich oder irrtuemlich den Irakkrieg mit falschen Argumenten begonnen zu haben? Die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein konnten nicht gefunden werden, weder die chemischen Waffen, noch die Bestandteile fuer eine nukleare Aufruestung.

Allerdings scheint die Terrororganisation ISIS, die inzwischen weite Teile des Iraks kontrolliert mehr Glueck zu haben: Material fuer Atombomben von der Universitaet Mosul und chemische Waffen in Muthanna. Internationale Gremien sehen im Unterschied zur Regierung im Restirak keine besondere Gefahr.

ISIS hat natuerlich auch die Moeglichkeit, sich in Syrien entsprechendes Material zu beschaffen. 

Zusaetzlich zur amerikanischen Ausruestung, die ihr im Irak in die Haende ist, hat sich nun auch eine von den USA unterstuetzte Miliz in Syrien dem neuen Kalifat angeschlossen.

Hamas will Krieg


Als Einwohnerin von Beer Sheva kann ich Euch dieses Drohvideo des Islamischen Jihads oder Hamas im Gazastreifen nicht vorenthalten:

Hier die Uebersetzung des (uebrigens fehlerfreien) hebraeischen Textes:

An die Siedler von Beer Sheva:
Eure Fuehrer haben unsere Kinder getoetet,
unsere Haeuser bombardiert
und Euch zum Tod verurteilt
Flieht,
bevor es zu spaet ist.

Fuer die letzten Raketenangriffe auf Ashkelon, Ashdod, Gan Yavne, Gedera (also vom Norden des Gazastreifen aus ins israelische Zentrum) uebernimmt Hamas ausdruecklich die Verantwortung.

 

 

 

Al Qaida am Rand der Niederlage


sagte Obama im Maerz vor einem Jahr. Nicht zum ersten Mal: Zwischen dem 11. September 2012 und dem 1. November 2012 wiederholte er diese Aussage insgesamt 32 Mal. Schon im Juni 2011 war sich Obama da sicher.

Leider hat Al Qaida das Script nicht bekommen, oder nicht gelesen oder nimmt es in aehnlicher Weise ernst wie Putin den “Reset” Knopf.

Etwa gleichzeitig mit Obamas Deklarationen machte sich ISIS (Islamischer Staat von Irak und Syrien), ein noch etwas extremistischer Ableger von Al Qaida (wenn das moeglich ist), daran sein Staatsgebiet zu erobern:

Since U.S. troops withdrew from Iraq in December 2011, the al-Qaeda affiliate they spent years battling to vanquish has expanded its reach to the extent that it now controls what amounts to a state of its own across vast areas of Syria and Iraq.
Seit sich die US Truppen im Dezember 2011 aus dem Irak zurueckgezogen haben, hat der Al Qaida Ableger, den sie in jahrelangen Kaempfen zum Verschwinden bringen wollten, seine Reichweite ausgedehnt. Jetzt kontrolliert er weite Gebiete von Syrien und Irak, was auf einen eigenen Staat herauskommt. (Uebersetzung von mir)

Gestern hat ISIS die zweitgroesste Stadt des Iraks, Mosul, ihrem islamistischen Staatsgebiet hinzugefuegt. Und die Eroberungen gehen weiter.

Weitgehend richtig vorausgesehen hat das David P. Goldman alias Spengler in der Asia Times vor vier Jahren. Allerdings hat sich sein Szenario, wonach Israel fuer den unvermeidlichen Buergerkrieg im Irak verantwortlich gemacht werden wuerde, bisher nicht bewahrheitet. Vermutlich reicht der syrische Buergerkrieg aus, um der westlichen Weltoeffentlichkeit zu zeigen, wie zersplittert die arabische Welt ist und wie wenig echten inneren Zusammenhalt die arabischen Staaten haben.

Respekt fuer Heilige Staetten?


Respekt zeigen Muslime auf dem Tempelberg ihrem “Erhabenem Heiligtum” nicht, jedenfalls nicht nach dem westlichem Verstaendnis von Respekt.

Auf dem Tempelberg wird Fussball gespielt, politische Demonstrationen werden durchgefuehrt, Besucher werden beschimpft und belaestigt. Natuerlich werden auch Steine geworfen und Krawall gemacht.

Die letzten, groesseren Krawalle auf dem Tempelberg, als sich junge Muslime in der Al Aksa Moschee verschanzten und vor dort aus die Polizisten angriffen, fanden in der Pessachwoche statt.

Heute ist Jerusalemtag, an dem die Wiedervereinigung der Stadt vor 47 Jahren gefeiert wird, nachdem sie fuer 19 Jahre geteilt gewesen war. Naechste Woche feiern wir Shavuot, das Wochenfest, an dem das Volk Israel die Thora empfangen hat. Und natuerlich bieten sich diese Feste wieder fuer Krawalle auf dem Tempelberg an.

Ueblicherweise wird argumentiert, dass nur wenige Jugendliche hinter solchen Aktionen stecken. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass der Wakf, die muslimische, religioese Behoerde, die den Tempelberg verwaltet, je diese Unruhestifter verurteilt oder auch nur ermahnt haette.

Wir sollten daher von der entgegengesetzten These ausgehen: Der Kampf gegen Unglaeubige ist im Islam eine religioese Pflicht. Insofern sind Unruhen gegen unglauebige Besucher und/oder juedische Polizisten kein Sakrileg , sondern entsprechen der richtigen Praxis des muslimischen Glaubens. Wenn der Kampf gegen die Unglaeubigen fuer das Heiligtum in naechster Naehe zum Heiligtum selber durchgefuehrt wird, dann wird das Heiligtum dadurch in keiner Weise geschaendet, sondern im Gegenteil geehrt.

Dass der Tempelberg gleichzeitig die Heiligste Staette des Judentums ist, wird geleugnet. Aber auch in Faellen, wo die Heiligkeit von bestimmten Orten fuer andere Menschen nicht abgestritten wurde, haben sich Muslime nicht respektvoll in unserem Sinne verhalten. Ja, es waren nie “die Muslime”, immer nur bestimmte Gruppen, aber es fand sich kein “main-stream” Islam, der dagegen aufgestanden waere.

Fair is foul, and foul is fair:

 

Samuel Tadros: Die Urspruenge des Antisemitismus in Aegypten


Dem Namen nach stammt Samuel Tadros aus einer aegyptischen, koptischen Familie, der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist offensichtlich Aegypten.

Sein neuester Text behandelt Antisemitismus in Aegypten und erscheint mir so wichtig, dass ich ihn in voller Laenge ins Deutsche uebersetzen werde. Leider habe ich es nicht mehr rechtzeitig zum Holocaustgedenktag geschafft.

Die Ursprünge des ägyptischen Antisemitismus

Samuel Tadros

Die eine Idee, die Ägypter, vom Liberalen bis zum Islamisten, verbindet, ist der Antisemitismus. Woher kommt er? Warum ist die ägyptische Kultur so durchtränkt mit dieser giftigen Ideologie? Und was bedeutet das für die Welt und Ägyptens Zukunft?

Original veröffentlicht am 21. April 2014

“Sisi ist Jude und Ägypten ist nun zionistisch besetzt!” So kreischte am 21. September 2013 die Schlagzeile von Rasad, dem von der Muslimbrunderschaft gegründeten und unterstütztem Nachrichtenportal. Die Story unter der Schlagzeile benutzt als Quelle die auf antisemitische Verschwörungstheorien spezialisierte Webseite “Veterans Today”, als US-Seite verleiht sie in ägyptischen Augen einen Anstrich von Glaubwürdigkeit. Der Artikel erklärt, General Abdel Fattah al-Sisi, Ägyptens Verteidigungsminister und de facto Herrscher sei Jude nach Abstammung, weil seine Mutter eine marokkanische Jüdin namens Malika Titani sei. Sisis Onkel mütterlicherseits heisse Youri Sabbagh und wird als wichtiger Zionist beschrieben, der in Ben Gurions Partei gedient habe. Die Informationen aus diesem Artikel wurden Tausende Male zitiert, wenn man inzwischen Sisis Name auf Arabisch in Google eingibt, erhält man als erste Suchoption “Sisi Jude”.
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