Familienzuwachs


Unser Kater ist nicht wieder zurueckgekommen. Seit letzter Woche gehoert Merlin zu unserer Familie. Er ist schneeweiss mit einem blauen und einem gruenen Auge. Er ist vor allem das Baby unserer Kleinen. “Frisch aus dem Krankenhaus” nennt sie das erste Photo. Auf dem zweiten Bild konkurriert Merlin mit dem Premierminister um Aufmerksamkeit.

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Zum Glueck hatten die Maedchen Merlin, waehrend sie wieder eine Woche unter Raketen-Hausarrest standen.

Naher Einschlag


Der letzte Einschlag in Beer Sheva war sehr nahe. Das Auto eines Nachbarns auf der anderen Seite des Parks brannte voellig aus. Ein aelteres Ehepaar wurde durch Schrapnell verletzt.

Ich werde nicht versuchen zu schildern, wie es uns mit den staendigen Raketenalarmen geht.

Wer die anti-israelische Propaganda der deutschen Medien schon verinnerlicht hat, wird nur darauf hinweisen, dass es uns noch sehr gut geht im Vergleich mit den Familien im Gazastreifen, die weder Schutzraeume noch Warn- und Abwehrsysteme haben. Und das ist zweifellos richtig.

Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, dass Hamas von Anfang an diesen Krieg wollte, dass alle Waffenstillstaende von Hamas gebrochen wurden. Hamas ist eine Terrororganisation nicht weniger als ISIS. Auch Hamas strebt langfristig das weltweite Kalifat an mit dem Zwischenziel, Israel zu vernichten und dem Kurzzeitziel, die Einfuhr von Waffen in den Gazastreifen zu erleichtern.

 

Ferien!


Unsere Familie startet morgen in den Urlaub. Solange ruht der Blog. Ich deaktiviere auch die Kommentarfunktion (bzw. ich versuche das, nicht sicher, ob es klappt), nicht dass Ihr Euch hier virtuell die Schaedel einschlaegt, wenn ich nicht dabei bin oder noch schlimmer ohne mich jede Menge Spass habt.

In ca. zwei Wochen geht es dann weiter.

“Beschuss” der UNRWA Schule


Israel wird von allen Seiten heftig verurteilt, weil die IDF eine UNRWA Schule voller Fluechtlinge beschossen haben soll.

Besonders scharf ist dieses Mal die Sprecherin des US State Departments.

We once again stress that Israel must do more to meet its own standards and avoid civilian casualties. UN facilities, especially those sheltering civilians, must be protected, and must not be used as bases from which to launch attacks. The suspicion that militants are operating nearby does not justify strikes that put at risk the lives of so many innocent civilians.

Wir betonen noch einmal, dass Israel mehr tun muss, um seine eigenen Masstaebe zu erfuellen und zivile Opfer zu vermeiden. UN Einrichtungen, besonders die, wohin sich Zivilisten gefluechtet haben, muessen beschuetzt werden und duerfen nicht als Angriffspositionen benutzt werden. Der Verdacht, dass Militante in der Naehe operieren, rechtfertigt jedoch keine Schlaege, die das Leben so vieler unschuldiger Zivilisten gefaehrden.

Ich bin nicht weiter ueberrascht, dass dem duennhaeutigen Obama jedes Mittel Recht ist, um auf das widerspenstige Israel einzudreschen. Allerdings sollte sich das State Department eigentlich darueber im Klaren sein, dass solche Aeusserungen auch gegen die USA verwendet werden koennen.

Kriegsvoelkerrecht ist eindeutig in diesem Punkt: Die Anwesenheit von Zivilisten verleiht keine Immunitaet. US Drohnen in Afghanistan toeten immer wieder Zivilisten. Nach Auffassung des State Departments muesste das als Kriegsverbrechen betrachtet werden.

Oder gelten fuer Israel andere Masstaebe als fuer den Rest der Welt? Der Hinweis auf “seine eigenen Masstaebe” koennte das bedeuten: Als weltweit einziger Staat darf Israel sich nur dann verteidigen, wenn keine Zivilisten gefaehrdet werden, also gar nicht. Mir faellt sofort der Kaufmann von Venedig ein:

Porzia:
Wart noch ein wenig: Eins ist noch zu merken!
Der Schein hier gibt dir nicht ein Troepfchen Blut;
Die Worte sind ausdruecklich: ein Pfund Fleisch!
Nimm denn den Schein, und nimm du dein Pfund Fleisch;
Allein vergiessest du, indem du’s abschneidst,
Nur einen Tropfen Christenblut, so faellt
Dein Hab und Gut nach dem Gesetz Venedigs
Dem Staat Venedigs heim.

Die UNRWA Schule wurde aber gar nicht beschossen. Das Ziel des Angriffs waren Terroristen – niedlich, wie nun auch das State Department lieber von “Militanten” faselt. Und die Terroristen wurden ausserhalb der Schule getoetet. Weil sich das aber nicht so gut macht, schleiften andere Terroristen, die sich offensichtlich ebenfalls in der Naehe der Schule aufhielten, die Leichen in den Schulhof. Die blutige Schleifspur ist auf den Bildern leicht zu erkennen. Woher das kleine Maedchen geholt wird und ob es tatsaechlich tot ist oder nur fuer tot ausgegeben wird, ist nicht klar. Wenn das Maedchen zu einer Fluechtlingsfamilie gehoeren sollte, die in der UNRWA Schule Schutz gesucht hat, dann wuerde ich erwarten, dass sich Familienangehoerige um das Kind draengen und nach einem Arzt rufen wuerden. Stattdessen sehen wir  Maenner im wehrfaehigen Alter, vermutlich Terroristen, die die Leichen arrangieren wie Tischdekoration. Elder of Ziyon hat noch mehr Bilder. Thomas Wictor ist zuversichtlich, dass das kleine Maedchen weder tot noch verletzt ist, auch bei den Terroristen selber sind Zweifel angebracht, ob es sich um Tote handelt, mindestens einer davon ist gesund und munter.

Der Zynismus von Hamas & Co. ist grenzenlos, und die Leichtglaeubigkeit der westlichen Medienschaffenden und Konsumenten arbeitet dem Terror zu. Die besondere Beliebtheit von “Israel = Kindermoerder” dabei ist ein Indiz fuer weitverbreiteten und tiefsitzenden Antisemitismus.

Kibbutz Nir Am


Waehrend der Pessachwoche besuchten mein Mann und ich das kleine Museum im Kibbutz Nir Am. Unsere Fuehrerin war eine aeltere Dame, die sich sehr aufrecht hielt und das Selbstbewusstsein eines alteingesessenen Kibbutzmitglieds ausstrahlte.

Ihre Fuehrung war mit vielen Anekdoten und persoenlichen Geschichten gespickt. Eine davon spielte zu der Zeit, als sie und ihr Jahrgang im Kibbutz etwa 5-6 Jahre alt waren. Zu dieser Zeit schliefen die Kinder im Kibbutz nicht bei ihren Eltern, sondern nach Altersgruppen in Kinderhaeusern. Eines Nachts wachte ein kleiner Junge auf.  Durch das Fenster bei seinem Etagenbett sah er unbekannte Maenner auf dem Kibbutzrasen. Der Kibbutz war noch sehr klein und dieses Kinderhaus lag nahe beim Zaun, der den Kibbutz umgrenzte. Wahrscheinlich hatte der Junge schon von Fedayeen gehoert. Jedenfalls reagierte er sehr besonnen. Er weckte die anderen Kinder, bedeutet ihnen leise zu sein und alle zusammen versteckten sich unter den Betten. Wenig spaeter kamen die Terroristen tatsaechlich ins Kinderhaus, fanden die Betten leer und suchten in der Kueche nach etwas, was sich mitzunehmen lohnte. Die Kinder lagen immer noch unter den Betten und waren ganz still, als einige Zeit spaet der Kibbutznachtwaechter auf seinem Rundgang auch im Kinderhaus vorbeischaute. Die Dame erzaehlte, dass ihre Eltern ihnen nur ueber den Kopf gestreichelt haetten mit einem ‘das habt ihr gut gemacht’ – im Kibbutz der damaligen Zeit wurden Gefuehle zwischen Eltern und Kindern eher unterdrueckt. “Aber eine solche Angst wie damals, habe ich mein ganzes Leben nicht wieder gehabt!”

Es tut mir so leid fuer diese Frau, dass sie jetzt im Alter wieder dieselbe Angst haben musste. Am Montag drangen Hamasterroisten ueber Tunnel ein, ihr Ziel war der Kibbutz Nir Am. Die Bewohner des Kibbutz mussten sich in ihre Haeuser einschliessen und still verhalten. Vier israelische Soldaten fielen im Gefecht mit diesen Terroristen.

 

Anschauungsmaterial


Vor einer halben Stunde hatten wir Raketenalarm am Arbeitsplatz. Die Explosionen hoerten sich sehr nah an.

Vor kurzem zeigte uns mein Chef dieses Bild:

Rocket at Pool

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Einschlag war im Schwimmbad des Nachbarorts. Sein Sohn wollte dort schwimmen, als der Alarm kam. Wie alle anderen hat er sich in den Schutzraum des Schwimmbads gefluechtet. Inzwischen (23.07.14) habe ich erfahren, dass die Rakete noch in der Luft von Eisenkuppel neutralisiert wurde. Im Schwimmbad ist nur das etwa 2 Meter lange Metallrohr gelandet, ganz ohne Explosion und daher ohne Schrapnell

Die Gefahr besteht nicht darin, dass einem ein Metallrohr auf den Kopf faellt, sondern von einem oder mehreren der Metallteile, mit der die Rakete bestueckt ist und die durch die Explosion mit hoher Geschwindigkeit verstreut werden, getroffen zu werden.

So sehen die Schrapnell- Einschlaege an einer Hauswand  gestern aus:

Etwa 1500 Raketen wurden seit Beginn der Aktion “Schutzkante” auf Israel abgefeuert. Koennt Ihr Euch vorstellen, wieviele Menschen die haetten toeten koennen, wenn Israel kein Abwehrsystem, keine Raketenalarme, Schutzraeume und eine disziplinierte Bevoelkerung haette, die sich auch an die Anweisungen haelt? Jeder Abschuss einer Rakete durch die “Eisenkuppel” kostet uebrigens eine Menge Geld. Mit Sicherheit werden die Steuern spaetestens 2015 wieder angehoben.

Update 22/07/14: Gestern auf der Heimfahrt nach der Arbeit gab es wieder Raketenalarm. Ich verliess das Auto und legte mich (mit weisser Hose) baeuchlings in ein abgeerntetes Maisfeld. Das naechste Mal nehme ich das Handy mit und mache ein Selfie, damit Ihr etwas zu lachen habt. Die Kinder sind jetzt bei ihren Grosseltern im Norden und koennen ein paar Tage ohne Sirenen geniessen, falls die Hizbollah keine zweite Front eroeffnet, wie hier angedroht. Man sollte meinen, sie waeren in Syrien ausgelastet. Oder haben die Achse Iran-Assad-Hizbollah einerseits und ISIS-Al Qaida-Saudiarabien andererseits das syrische Staatsgebiet schon stillschweigend aufgeteilt und jagen nun jeder fuer sich Moderate und Christen ? Ich sehe gerade, dass die Opferzahlen im syrischen Buergerkrieg deutlich hoeher sind als im Gazastreifen. Aber kaum jemand scheint sich ueber tote Kinder in Syrien zu echauffieren?!

 

Hamas: Wir wollen keinen Waffenstillstand


Seit gestern Abend liegt ein aegyptischer Vorschlag fuer Waffenstillstandsbedingungen auf dem Tisch. Heute morgen wurde er dem israelischen Kabinett vorgelegt und angenommen. Seit heute 9:00 morgens sollte Waffenruhe herrschen, worauf dann binnen 48 Stunden die endgueltigen Bedingungen ausgehandelt wuerden. Im Entwurf war eine Rueckkehr zum Status Quo vor dieser Runde vorgesehen plus Erleichterungen bei den Grenzuebergaengen fuer Hamas.

Hamas liess mitteilen, dass sie nicht interessiert ist.

Nun ja, vielleicht ist das blosse Rhetorik, dachte man sich in Israel und gab seinerseits zu Protokoll, dass Israel die Luftangriffe ab 9:00 heute morgen einstellen werde.

Wir sind ja schon daran gewoehnt, dass die Uhren im Gazastreifen nachgehen, wenn Waffenstillstaende eingehalten werden koennten. Ueber die Raketen, die etwas nach 9:00 auf israelischem Gebiet einschlugen, wurde daher kein Wort verloren.

Hamas meint aber genau, was sie sagt und zur Bekraeftigung wurden weitere Salven abgefeuert. Ich komme gerade von einem Sprint in den Schutzraum zurueck – wir zaehlten 9 Explosionen.

Ob uns die USA nun freundlichst erlauben moegen, gegen Hamas vorzugehen?!

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