Ode an ein altes Haus


Wir sind an diesem Wochenende umgezogen, in unsere eigene Wohnung. Die Kartons sind fast alle ausgepackt. Die Wohnung wird langsam zum Zuhause, und dem Garten werden wir uns auch noch widmen, vorlaeufig ist er wuest und leer.

Ich bin immer noch dankbar, dass wir die Zeit zwischen dem Verlassen unserer vorigen Wohnung und dem Bezug der neuen so gut ueberbruecken konnten.

Das Uebergangshaus steht in einem alten Stadtviertel nicht weit vom Konservatorium und Theater. Als wir den Mietvertrag unterschrieben und beim Einzug lernten wir den Mann kennen, der es zum grossen Teil mit eigenen Haenden gebaut und in ihm fuenf Kinder grossgezogen hatte. Als Witwer verliess er das Haus und zog in eine Nachbarstadt. Dann verkaufte er das Haus an einen seiner Soehne. Der wollte eigentlich mit seiner Frau und den drei Buben in diesem Sommer beziehen. Deswegen bekamen wir es fuer ein paar Monate.

Das Haus ist alt und muesste dringend renoviert werden. Aber es hat viel Charme und eine gute Substanz. Vor allem spuert man, dass es mit viel Liebe und Sinn fuer’s Detail gebaut wurde. Der kleine Balkon im Obergeschoss ist z.B. ideal um Bettzeug zu lueften.

Eingang mit Fahne

Hier der Eingang vom Hof mit Fahne, weil kurz vor dem Unabhaengigkeitstag aufgenommen.

Hof mit Sitzecke und Waeschestaender

Das ist eine Ecke des Hofs, mit unserem Balkontisch und Stuehlen. Es war sehr schoen, hier in der Fruehlingssonne zu sitzen.

Gitter vom Hof auf den Weg mit Faehnchen

Blick ueber Mauer und Ziergitter zu den Nachbarn. Im mittleren Haus uebrigens eine sehr nette, arabische Familie aus Nazareth.

Dem Kater hat es auch gut gefallen.

Dem Kater hat es auch gut gefallen.

Die Kueche ist sehr eng und klein, aber etwas zum Naschen findet man(n) immer.

Die Kueche ist sehr eng und klein, aber etwas zum Naschen findet man(n) immer.

Blick von der Kueche

Blick aus der Kueche auf buegelnde Tochter

Kartonberg in der Essnische

Kartonberg in der Essnische

Was vom Wohnraum uebrig blieb

Was vom Wohnraum uebrig blieb

unteres Badezimmer

unteres Badezimmer

Unter der Treppe hatte ich die Kartons beiseitegeraeumt, damit im Fall von Raketenalarm ein halbwegs geschuetztes Fleckchen existiert. Zum Glueck haben wir es nicht gebraucht.

Unter der Treppe hatte ich die Kartons beiseitegeraeumt, damit im Fall von Raketenalarm ein halbwegs geschuetztes Fleckchen existiert. Zum Glueck haben wir es nicht gebraucht.

oberer Flur mit Waeschekorb

oberer Flur mit Waeschekorb

Maedchenzimmer 1 mit dem typischen Durcheinander

Maedchenzimmer 1 mit dem typischen Durcheinander

Maedchenzimmer 2 mit Durcheinander

Maedchenzimmer 2 mit Durcheinander

Schlafzimmer der Eltern

Schlafzimmer der Eltern

Oberes Badezimmer

Oberes Badezimmer

Das vierte Zimmer diente als Speicher fuer leere Kartons und andere Sachen, die wir gerade nicht brauchten.

Das vierte Zimmer diente als Speicher fuer leere Kartons und andere Sachen, die wir gerade nicht brauchten.

Blick in den Garten hinten.Der Olivenbaum und die Palme leben noch und dem Zitronenbaum sind dieses Fruehjahr neue Triebe gewachsen. Dieses verwahrloste Gaertchen bot ideale Bedingungen fuer eine Katzenmutter. Wir haben natuerlich gefuettert und Wasser hingestellt. Die Jungen wurden zwei Tage vor unserem Umzug von der Mutter in die Selbstaendigkeit vertrieben.

Blick in den Garten nach hinten mit jungen Katzen.  Der Olivenbaum und die Palme leben noch und dem Zitronenbaum sind dieses Fruehjahr neue Triebe gewachsen. Das verwahrloste Gaertchen bot ideale Bedingungen fuer eine Katzenmutter. Wir haben natuerlich gefuettert und Wasser hingestellt. Die Jungen wurden zwei Tage vor unserem Umzug von der Mutter in die Selbstaendigkeit vertrieben.

Nahaufnahme

Nahaufnahme

Im vorderen Hof versuchte ich mit Blumentoepfen einen Ersatzgarten zu schaffen. Leider verwackelt

Im vorderen Hof versuchte ich mit Blumentoepfen einen Ersatzgarten zu schaffen. Leider verwackelt

Schulbeginn mit Raketen


Heute hat nach den zwei-einhalb Wochen Pessachferien die Schule wieder begonnen. Gestern begannen die Aufwaermuebungen im Gazastreifen, mit Moersern auf angrenzende Doerfer.

In Reaktion darauf beschoss die israelische Luftwaffe in der Nacht zwei Ziele im Gazastreifen.

Palestinian sources claimed no one was injured in the IAF strikes. Moreover, the source stated that all security targets and military installations in the Gaza Strip were evacuated.

Man beachte, dass die Palaestinenser sehr gut wissen, dass Israel keine zivilen Ziele angreift. Ansonsten wuerde die Evakuierung von militaerischen Einrichtungen keinen Sinn machen.

Ich hoerte die Nachrichten um 6 Uhr vom Radiowecker. Da wir in der Uebergangszeit in einem alten Haus leben, haben wir derzeit keinen Schutzraum. Vor dem Fruehstueck raeumte ich daher den Stauraum unter der Treppe leer und liess nur einen kleinen Schrank als “Wand” darauf stehen. Als die Maedchen aufstanden, erklaerte mein Mann ihnen, dass sie im Fall eines Alarms sich unter die Treppe hinter den Schrank stellen und nach der Explosion noch mindestens zwei Minuten warten sollten. “Jaja”, gaehnten die Kinder. Waehrend ich sie zur Schule fuhr, fragte ich nach, ob sie den fuer sie vorgesehenen Schutzraum in der Schule kennen. “Jaja.” Keine Aufregung, eine alte Routine wird aufgewaermt.

Die Raketen auf Sderot wurden wie ueblich zeitlich so getimt, dass moeglichst viele Kinder auf dem Schulweg und Erwachsene auf dem Weg zur Arbeit waren.

Ich glaube nicht, dass Beer Sheva heute schon wieder beschossen wird. Beer Sheva ist eine Steigerungsstufe:

1. Moerser auf Kibbutzim und Moschawim, die an den Gazastreifen grenzen.
2. Kassamraketen auf Sderot
3. Kassamraketen auf Ashkelon
4. Gradraketen auf Ashdod und Beer Sheva
5. Weiterreichende Raketen.

Die beiden ersten Stufen haben wir schon abgehakt. Nun kommt es darauf an, ob Hamas jetzt eine Eskalation will. Ich vermute eher nein, aber ich kann es nicht wissen. Iran mag eine Eskalation bestellen, um den Druck von Syrien zu nehmen. Oder Aegypten will von den eigenen Problemen ablenken.

Und wie berichten deutschsprachige Medien?

NZZ: Israelische Kampfflugzeuge greifen Ziele im Gazastreifen an
FAZ: Gazastreifen – Israels Luftwaffe fliegt Vergeltungsangriffe
Spiegel: Israelische Luftwaffe beschießt Gaza-Streifen
Die Welt: Israelische Luftwaffe schlägt gegen Gaza zurück Hier wurde die Schlagzeile offensichtlich nachtraeglich geaendert. Aus den Kommentaren ergibt sich, dass es zuvor “Israelische Luftwaffe greift Gazastreifen an” hiess.

Keine einzige Schlagzeile vermittelt: “Wieder Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel”

Der Spiegel und die Welt versuchen zusaetzlich, Israel als Ausloeser darzustellen, indem ein Bezug zum Tod eines verurteilten und inhaftierten Hamasterroristen hergestellt wird:

Am Dienstag war es nach dem Tod eines palästinensischen Häftlings in einem israelischen Krankenhaus zu Unruhen gekommen. Der israelische Rundfunk meldete am Mittwoch, die Leiche des Mittsechzigers solle obduziert werden. Dabei sollten israelische und palästinensische Experten zugegen sein. Der vor mehr als einem Jahrzehnt verurteilte Mann war an Krebs gestorben. Die Palästinenserführung warf Israel vor, seine medizinische Behandlung vernachlässigt zu haben.

(Spiegel)

Auch der neuerliche Raketenangriff stand laut der Erklärung der Salafisten in Zusammenhang mit dem Tod eines palästinensischen Häftlings.

Maisara Abu Hamdijeh, der eine lebenslange Haftstrafe in Israel verbüßte, war am Dienstag in einem Krankenhaus in Beerscheba an Krebs gestorben. In Hebron und Ost-Jerusalem gab es daraufhin Ausschreitungen, Hunderte Häftlinge verweigerten die Nahrung.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte Israel für den Tod Hamdijehs verantwortlich. “Wir haben versucht, ihn für eine Behandlung freizubekommen, aber die israelische Regierung weigerte sich, ihn freizulassen, was zu seinem Tod führte”, erklärte Abbas. Nach Angaben der israelischen Strafvollzugsbehörden war bei Hamdijeh im Februar Krebs diagnostiziert worden, er sei behandelt worden.

(Die Welt)

Nachdem die Diagnose im Februar erfolgt war und der Haeftling seither im Soraka-Krankenhaus in Beer Sheva medizinisch betreut wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar, worin die Vernachlaessigung bestanden haben soll.

Aber so etwas haelt die Palaestinenser nicht von abstrusen Vorwuerfen ab und die Medien nicht, diese nachzuplappern. Offensichlich begeht Israel allein dadurch Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil die Palaestinenser in israelischer Haft nicht jeden Tag juenger, schoener und gesuender werden.

Gleichzeitig berichtet ein ehemaliger PA-Funktionaer einem Reporter des britischen Daily Mail offen ueber Foltermethoden in palaestinensischen Gefaengnissen, von denen der britische Geheimdienst weiss.

Von deutschsprachigen Medien wurde dieses Interview nicht aufgenommen.

Chag sameach vekasher


Pessach Kibbutz 2013

Das Geschenk des Kibbutz’: Organisches Gemuese, Selleriestangen, Roemischer Lattich – beides kann als Bitterkraut auf der Sederplatte mitwirken, und eine Pizzaplatte, Pizza ist Chametz und ganz unvereinbar mit Pessach.

Autounfall


Gestern abend fuhr ich wie jeden Abend vom Kibbutz nach Hause, auf der Schnellstrasse Nr. 40. Kurz nach Kreuzung, wo ich auf diese Schnellstrasse nach Sueden abbiege, kommt ein Moshav (eine landwirtschaftliche Siedlung). Die Einfahrt geht direkt von der Schnellstrasse ab. Wer von Norden kommt, hat gar kein Problem. Aber wer von Sueden kommt, muss die zweispurige Fahrbahn von Norden ueberqueren. Es daemmerte, aber ich hatte die Scheinwerfer an. Natuerlich war ich angeschnallt, und ich fuhr mit der erlaubten Geschwindigkeit. Als ich schon ziemlich nahe an der Abbiegung war, sah ich, wie ein weisser Wagen sich daran machte, meine Fahrspur zu kreuzen. Mein Fuss war sofort auf der Bremse, aber Abstand war zu kurz.

Einen Moment dachte ich, das war’s dann wohl, dann kam der Crash und ich fand mich hinter einem Airbag mit einem Geruch von Angebranntem in der Nase. Zuerst konnte ich mich nicht bewegen. Ein Polizist, der zufaellig vorbeigefahren war, half mir beim Aussteigen. Mein rechter Schuh war voller Blut, aber ich spuerte die Wunde am Unterschenkel ueberhaupt nicht. Ich spuerte fast nichts ausser Erleichterung am Leben zu sein. Die Fahrerin des weissen Wagen war noch vor mir aus eigener Kraft aus ihrem Auto gestiegen, schien dann aber einen Nervenzusammenbruch zu haben. Ich hatte meine Handtasche mit aus dem Auto genommen. Als erstes rief ich meinen Mann an, und dann meinen Chef. Der hatte es viel kuerzer zur Unfallstelle und kam gerade, waehrend ich und die andere Fahrerin in den Krankenwagen verladen wurde. Er kam auch mit zur Notaufnahme und blieb bei mir, bis mein Mann eintraf.

Im Krankenhaus wurden alle moeglichen Tests gemacht, mit dem Ergebnis, dass ich jede Menge Prellungen habe und einen tiefen Schnitt im rechten Unterschenkel, der mit zwei Nieten gesichert wurde, aber sonst nichts! Auch die junge Frau im anderen Auto ist mit blauen Flecken und einem grossen Schrecken davongekommen.

Man moechte es nicht glauben, wenn man die Autos sieht:

mein Auto von der Seite

das andere Auto 2

mein Auto

 

 

 

 

 

 

 

das andere Auto

 

 

 

 

 

 

Am kommenden Shabbat werde ich in der Synagoge Birkat HaGomel sagen

Wahlen sind immer Dienstags


In Israel koennen Wahlen nicht am Shabbat stattfinden, weil das als Entweihung der Shabbatruhe gelten wuerde. Stattdessen werden sie in die Woche verlegt und der Wahltag gilt als nationaler Feiertag. Arbeiten ist nicht verboten, aber der Arbeitgeber bezahlt 200%.

Grundsaetzlich wird an Dienstagen gewaehlt. Die Position in der Mitte der Woche (wir arbeiten ja Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) erschwert das Brueckenbilden. Der Grund fuer die Wahl des Wochentages ist aber ein anderer. Im Schoepfungsbericht steht beim dritten Tag zweimal כי טוב (ki tov = “dass es gut war”. Am 2. Schopefungstag fehlt כי טוב und bei den anderen Tagen kommt es nur einmal vor. Im demokratischen Israel sind Wahlen wichtig, und die Existenz des Staates und seiner Bevoelkerung hat mehrfach und kann immer wieder von der Qualitaet der Regierung abhaengen. Damit “es gut werde”, waehlen wir also immer an Dienstagen.

Mir gefaellt der biblische Bezug und der implizierte Glaube.

Kleines Lebenszeichen


Wir muessen hauruck umziehen.

Vor Jahr und Tag haben wir den Vertrag fuer eine neue, groessere Wohnung mit Garten unterschrieben. Etwas spaeter verkauften wir unsere jetzige Wohnung zum Dezember 2012.

Natuerlich verpasste der Bauunternehmer der neuen Wohnung sukzessive alle Termine, die er uns genannt hatte. Weil wir vermeiden wollten, zweimal umziehen zu muessen, setzten wir uns mit den Kaeufern zusammen und machten aus, dass wir fuer zusaetzliche Monate das Doppelte der ueblichen Miete bezahlen und nur eine Woche Kuendigungsfrist haben. Wir fuehlten uns sicher, weil die Kaeufer ein junges Ehepaar sind, das noch bei den Schwiegereltern wohnt und etwas zusaetzliches Geld fuer Moebel usw. gut brauchen koennte.

Aber wir haben die Rechnung ohne die Schwiegermutter gemacht. Sie moechte vor Pessach ihr Haus renovieren und dazu sollen Tochter und Schwiegersohn umziehen. Am Dienstag vor einer Woche stellte sie uns ein Ultimatum: Entweder wir haben zum 15. Januar die Wohnung geraeumt oder wir bezahlen die 10% der Kaufsumme, die bei Vertragsbruch faellig werden. Es war kein angenehmes Gespraech, aber natuerlich war sie im Recht.

Dem Himmel sei Dank, wir haben sofort eine passende Zwischenunterkunft gefunden – ein Haus mit genuegend Platz fuer uns und alle unsere Besitztuemer. Seither packen wir pausenlos.

10. Tevet


Seit dem gestrigen Sonnenuntergang ist es im juedischen Kalender der 10. Tevet.

Am 10. Tevet begann die Belagerung der Stadt Jerusalem durch die Babylonier unter Nebukadnezar. Sie endete mit der babylonischen Gefangenschaft.

(uebernommen von Israel Matzav)

Die erneuerte Souveraeinitaet des Staates Israels war und ist nicht umsonst zu haben. Gestern abend begingen wir in der Gemeinde auch den vierten Todestag von Alex Mashevitzky.  Seine kleine Schwester hat zusammen mit unserer Kleinen am Vorbereitungskurs fuer die Bat Mitzva teilgenommen, so bin ich der Familie naeher gekommen. Beide Eltern stammen aus Familien, die in der Shoa fast ausgeloescht wurden. Die kleine Schwester traegt den Namen eines Maedchens, um dessen Rettung in der Shoa sich die Familie besonders bemueht hatte, leider zuletzt ohne Erfolg.

Zu Alex’ Gedenken hat die Gemeinde eine kleine Bibliothek eingerichtet. Dort fand nach dem Gebet ein Vortrag statt. Prof. Chaim Hames sprach ueber sein Lieblingsthema. Ich kenne Chaim seit einigen Jahren, unsere Toechter besuchten die gleiche Grundschule und wir haben gemeinsam an verschiedenen Talmud-Shiurim teilgenommen.

Auch gestern hatte ich wieder das Gefuehl, dass er zu provokativ vorging, nicht zuletzt weil die Familie Mashevitzky sich nach der Shoa und in der Sovietunion an ihrem Judentum festhielt.

Kein Zweifel, das rabbinische Judentum unterscheidet sich grundlegend von den israelitischen Vorlaeufern. Die Rabbiner moegen nach dem Verlust des Tempels bewusst einen Ersatz fuer den Verlust der Souveraeinitaet konzipiert haben. Durchsetzen konnte sich das rabbinische Judentum aber nur, weil es an die vorhergehenden Texte und  Gebraeuche anknuepfte.

Die Geschichte des Judentums hat keinen klaren Anfang und sie wird kein klares Ende haben, es wird sich weiter verwandeln, und je nach Definition koennen Eckdaten gesetzt werden. Die Erneuerung juedischer Staatlichkeit ist eine Herausforderung fuer das Judentum und wird dessen weitere Entwicklung beeinflussen. Spaeter moegen dann Historiker vom israelischen Judentum sprechen oder sich einen neuen Namen ausdenken. Fuer mein Teil glaube ich, dass auch diese Phase Teil eines grossen Plans ist.

Frohes Lichterfest


CHANUKKA 2012

Schizophren


Unsere Kunden rufen an und fragen, wie es um die Liefersicherheit steht. Natuerlich fragen sie auch, wie es uns persoenlich geht, aber schliesslich sind das Geschaeftsbeziehungen und sie haben das gute Recht, sich Gedanken ueber die Versorgung zu machen.

Und so schreibe ich Mails, dass in der Produktion kein Einbruch feststellbar ist: Ich habe mir selber die Berichte aus der Fabrik geholt und ausgewertet, da ist kein messbarer Unterschied in den Produktionszahlen zu erkennen.

Am Telefon  erklaere ich dann, warum kein Ausfall messbar ist: Vom Sirenenalarm bis zur Rueckkehr an den Arbeitsplatz vergehen vielleicht 5 Minuten. An heissen Tagen haben wir 6-7 Sirenen, an ruhigen 2-3, das ist zusammengerechnet wenig verlorene Zeit. Ausserdem (aber das sage ich am Telefon nicht) nutzen wir die gemeinsame Zeit im Schutzraum fuer Minikonferenzen. Man sucht sich den Gespraechspartner, mit dem man etwas klaeren muss und erledigt das. Ich berichte von unserem Raketenabwehrsystem, das die meisten Raketen in der Luft unschaedlich macht und davon, dass der Schutzraum im Fall eines Versagens Menschenleben schuetzt.

All das stimmt auch – die Fabrik laeuft weiter, wir produzieren und verschiffen nach Plan. Wo jemand eingezogen wurde, uebernehmen die Kollegen dessen Arbeit, genau wie im Krankheitsfall.

Aber waehrend ich mit munterem Ton alle diese Fakten weitergebe, wuerde ich am liebsten wie Lila in Traenen ausbrechen. Ich sehe hier am Arbeitsplatz die Gvurah (uebersetzt: das Heldentum, der Heroismus von der Wurzel Gimmel, Bet, Resh Gever = Mann) all meiner Kollegen und Kolleginnen. Als ich Gvurah google, werde ich daran erinnert, dass dies auch ein Begriff der Kabbalah ist.

Attentat in Tel Aviv


Telefonanruf von meinem Mann: Unweit seines Buero gab es einen Anschlag auf einen Bus, vermutlich ein Selbstmordattentat, laut Lila, die Radio hoert, nein.

Das war uns angekuendigt worden:

On Saturday, Hamas aired a propaganda clip on its television station threatening in Hebrew to resume suicide attacks in Israeli cities.

“We have missed suicide attacks,” declared the narrator. “Wait for us soon in the bus stations and cafes.”

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