Grenzuebergang fuer Menschen


Kerem Shalom ist der Grenzuebergang, ueber den Waren in den Gazastreifen transportiert werden. Wir haben schon gesehen, dass Hamas Kerem Shalom staendig unter Moerserbeschuss nimmt.

Ueber den Grenzuebergang Erez findet der Personenverkehr statt. Das sind vor allem Patienten aus dem Gazastreifen, die zur Behandlung in israelische Krankenhaeuser kommen.

Heute morgen wurde dieser Grenzuebergang von Hamas unter Beschuss genommen und zwar gerade als eine Gruppe Kranker aus dem Gazastreifen nach Israel einreisen sollte. Drei  Vier arabische Israelis, die in diesem Grenzuebergang arbeiten – und zwar als Taxifahrer (vermutlich weil sie mit den Einreisenden in ihrer eigenen Sprache sprechen koennen) – wurden verletzt, zwei davon schwer.

Israel soll wohl gezwungen werden, aus Ruecksicht auf die eigenen Buerger, den Grenzuebergang Erez zu schliessen. Ins Feldlazarett duerfen Kranke und Verletzte aus dem Gazastreifen ja auch nicht, wenn es nach der Hamas und ihren westlichen Unterstuetzern, wie z.B. Frau Kunze geht.

Israel haelt den Grenzuebergang trotzdem offen und laesst Patienten aus dem Gazastreifen zur Behandlung nach Israel.

Humanitaere Katastrophe gefaellig?

Naher Einschlag


Der letzte Einschlag in Beer Sheva war sehr nahe. Das Auto eines Nachbarns auf der anderen Seite des Parks brannte voellig aus. Ein aelteres Ehepaar wurde durch Schrapnell verletzt.

Ich werde nicht versuchen zu schildern, wie es uns mit den staendigen Raketenalarmen geht.

Wer die anti-israelische Propaganda der deutschen Medien schon verinnerlicht hat, wird nur darauf hinweisen, dass es uns noch sehr gut geht im Vergleich mit den Familien im Gazastreifen, die weder Schutzraeume noch Warn- und Abwehrsysteme haben. Und das ist zweifellos richtig.

Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, dass Hamas von Anfang an diesen Krieg wollte, dass alle Waffenstillstaende von Hamas gebrochen wurden. Hamas ist eine Terrororganisation nicht weniger als ISIS. Auch Hamas strebt langfristig das weltweite Kalifat an mit dem Zwischenziel, Israel zu vernichten und dem Kurzzeitziel, die Einfuhr von Waffen in den Gazastreifen zu erleichtern.

 

Waffenstillstand wie gehabt VI


Eigentlich haette die Waffenruhe bis heute Mitternacht eingehalten werden sollen.

Gerade eben wurden aber drei Raketen auf Beer Sheva abgefeuert.

Bei Israellycool musste deshalb das Spiel, wer die genaueste Zeitangabe zur naechsten Rakete schafft, vorzeitig beendet werden.

 

Hamas-Strategie gescheitert


Meine Spekulationen vom 26. Juli waren anscheinend recht zielgenau.

Wie die Jerusalem Post berichtet, plante Hamas mehrere grosse Attentate gegen Israel im oder aus dem Westjordanland heraus. Israels Reaktion sollte dann die dritte Intifada ausloesen und im so entstandenen Chaos wollte Hamas gegen die Fatah im Westjordanland putschen und die Macht uebernehmen.

Soweit, so einleuchtend. Nur frage ich mich, warum Mahmoud Abbas sich mit der “Einheitsregierung” der Hamas geradezu an den Hals warf, obwohl seine Erinnerungen an 2007 wahrscheinlich noch eindringlicher sind als meine?

Ich kann nur annehmen, dass er durch die USA und ihre “Friedensgespraechen” sich mit dem Ruecken zur Wand gedraengt sah. Wie ich immer wieder festhalte, gibt es einen breiten palaestinensischen Konsens fuer die Kein-Staat-Israel-Loesung. Kein PLO Chef kann sich darueber hinwegsetzen. Jedes Abkommen kann nur als Teil des Stufenplans zur Vernichtung Israels verkauft werden.

Durch Kerry und Obama in die Enge gedraengt, ergriff Abbas wohl die Flucht nach vorn. Hamas war zu diesem Zeitpunkt relativ schwach und durch die Wiedereinsetzung von politisch zuverlaessigen oeffentlichen Bediensteten im Gazastreifen erhoffte sich Abbas moeglicherweise einen etwas staerkeren Stand im Gazastreifen. Im Westjordanland konnte er sich darauf verlassen, von Israel gestuetzt zu werden.

Aber auch Hamas ergriff offensichtlich die Flucht nach vorn. Auch wenn ihre Strategie fuer diesen Sommer und Herbst gescheitert ist, sorgt die internationale Gemeinschaft wieder dafuer, dass sie an der Macht bleiben wird und erneut aufruesten kann. Die naechste Runde ist damit vorprogrammiert.

Ferien!


Unsere Familie startet morgen in den Urlaub. Solange ruht der Blog. Ich deaktiviere auch die Kommentarfunktion (bzw. ich versuche das, nicht sicher, ob es klappt), nicht dass Ihr Euch hier virtuell die Schaedel einschlaegt, wenn ich nicht dabei bin oder noch schlimmer ohne mich jede Menge Spass habt.

In ca. zwei Wochen geht es dann weiter.

Palaestinensische Identitaet


Eine absolute Mehrheit der Palaestinenser strebt immer noch die Kein-Staat-Israel Loesung an. Der Hass auf Israel ist das konstitutioniernde Element der palaestinensischen Identitaet.

Der Kontext des Interviews von Abdel Bari Atwan im libanesischen Fernsehen ist natuerlich, dass Hamas sich wuenscht, Hizbollah moege eine zweite Front gegen Israel eroeffnen oder wenigstens Waffen schicken.

BBCWatch (hattip) betont, dass Atwan hier offen zugibt, wie Arafat die 2. Intifada von langer Hand geplant und vorbereitet hatte, waehrend die BBC immer noch die Propagandaluegen von wegen spontanen Protesten gegen Sharons Besuch auf dem Tempelberg verbreitet.

Ich moechte das Augenmerk darauf lenken, was er gegen Ende des Clips (1:34) sagt:

This is the spirit that unifies us, even if ideologically Hamas is the exact opposite of Fatah. Despite this, resistance is what unites [the factions] and gives legitimacy.

Das ist der Geist, der uns eint, selbst wenn Hamas ideologisch das genaue Gegenteil der Fatah ist. Trotzdem, Widerstand verbindet [die Parteien] und verleiht Legitimitaet.

Fuer “Widerstand” kann man getrost Terror lesen. Warum gerade “Widerstand” das konstitutionierende Element der palaestinensischen Identiaet bildet, hat Richard Landes versucht zu erklaerenWegen der Legitimation, die Terror verleiht, kann Fatah nicht voellig abseits stehen, wenn Hamas Raketen auf Israel abschiesst. Die Medien, gerade auch die israelischen Medien haben kein Sterbenswoertchen darueber berichtet.

Das koennte das Konstrukt erschuettern, wonach Abbas ein Mann des Friedens und der Verhandlungen sei, mit dem ein Abkommen mit ein bisschen gutem Willen und Entgegenkommen (natuerlich nur von Seiten Israels) moeglich waere.

Dass Abbas die letzten Verhandlungen abgebrochen hatte, wird allerseits verdraengt. Mir leuchtet seine Position ein: Die abgehalfterte Fatah haelt sich im Westjordanland nur deshalb an der Macht und an den Pfruenden, weil sie diskret von Israel gestuetzt wird. Im Gegenzug haelt Abbas derzeit seine Autonomiegebiete verhaeltnismaessig ruhig. Noch mehr Entgegenkommen kann er aber nicht zeigen, weil die Bevoelkerung das nicht mittraegt und in der palaestinensischen Gesellschaft auf “Kollaboration mit dem Feind” die Todestrafe steht.

Humanitaere Katastrophe – wie bestellt


Hamas hat ein Handbuch herausgegeben, wie menschliche Schutzschilde am besten eingesetzt werden.

Ein indisches Fernsehteam konnte vom Hotel aus filmen, wie ein Raketenwerfer unter dem Schutz eines Zeltes aufgebaut und die Rakete am folgenden Morgen abgeschossen wurde. Der Film wurde erst freigegeben, nachdem das Team den Gazastreifen verlassen hatte.

Zum Schluss werden die Vorteile erwaehnt, die die Zerstoerung von Privatwohnungen mit sich bringt:

The destruction of civilian homes: This increases the hatred of the citizens towards the attackers [the IDF] and increases their gathering [support] around the city defenders (resistance forces[i.e. Hamas]).

Die Zerstoerung von zivilen Wohnungen: Das erhoeht den Hass der Buerger auf die Angreifer [IDF] and sorgt dafuer, dass sie sich um die Verteidiger der Stadt (Widerstandstruppen [z.B. Hamas]) sammeln.

Hamas hatte die humanitaere Katastrophe bestellt und sie tat und tut einiges, um sie moeglichst umfassend zu bekommen:

Wir wissen, dass Hamas viele Privathaeuser in Sprengfallen verwandelt hat. Wenn ein vermintes Haus explodiert, duerfte der Vorteil fuer Hamas derselbe sein, ausser der Wohnungsbesitzer hat die Verminung durch Hamas mitbekommen und wagt es, anderen davon zu erzaehlen. Dass es mehr komplett zerstoerte Gebaeude gibt als Einschlagkrater koennte ein Hinweis sein, dass ein Teil der Gebaeude von innen explosiert sind. Die Photos vorher/nachher zeigen uebrigens auch sehr deutlich, wie zielgenau der Beschuss war. Die von den Medien verbreiteten Aufnahmen suggerieren Flaechenbombardement, aber das war offensichtlich nicht der Fall.

Um die medizinische Versorgung der verletzten Zivilisten zu gewaehrleisten hat Israel direkt an der Grenze ein Feldlazarett aufgeschlagen, aehnlich wie damals in Haiti. Aber im Gegensatz zu Haiti hat das medizinische Team kaum etwas zu tun. Die wenigen Patienten, die dort behandelt werden, sind entweder von IDF Soldaten oder von Personal der UNRWA oder dem Internationalen Roten Kreuz ins Lazarett gebracht worden. Hamas verhindert nach Kraeften, dass Verletzte ins Lazarett kommen koennen.

In den internationalen Medien wird das totgeschwiegen. Anscheinend empfanden manche Journalisten, es sei zynisch von Israel, das Lazarett einzurichten und zu erwarten, dass sich Palaestinenser vom Feind behandeln liessen.

Ueber Kerem Shalom werden Lebensmittel, Treibstoff, Medikamente und andere Hilfsgueter in den Gazastreifen eingefuehrt. Hier eine Liste der Einfuhren waehrend der Militaeraktion Schutzkante, Stand vom 4. August. Das ist natuerlich der Grund, warum Hamas gerade diesen Punkt staendig beschiesst. Abgesehen vom Moerserbeschuss war auch ein Selbstmordattentat geplant, dass aegyptische Truppen verhinderten.

Die Logik der Hamas ist bestechend: Je schlechter es den Menschen im Gazastreifen geht, um so mehr unterstuetzen sie die Terrororganisationen. Und umso eindruecklicher die Bilder vom Elend im Gazastreifen sind, desto schaerfer verurteilen die westlichen Staaten Israel.

Update: Vielleicht sind die Einwohner des Gazastreifens doch nicht so verblendet, wie Hamas meint. Ihr Sprecher Sami Abu Zuhri soll am Samstagabend verpruegelt worden sein, als er sich fuer ein Interview ins Shifa Krankenhaus begab.

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