Pharaohs verhaertetes Herz


Exodus 2. Buch Moses, 10. Kapitel, 1. Vers

Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Pharao! Ich habe sein Herz und das Herz seiner Diener verschlossen, damit ich diese Zeichen unter ihnen vollbringen konnte

So kommt mir das Verhalten von Khaled Meshaal vor:

Die zivile Bevoelkerung im Gazastreifen leidet unsaeglich. Hamas verliert in allen Bereichen, heute morgen haben sich anscheinend zum ersten Mal in dieser Aktion massenhaft Hamasterroristen ergeben.

Khaled Meshaal said Hamas would not agree to a ceasefire until the terms had been negotiated

Aber Meshaal will sich auf keinen Waffenstillstand einlassen, solange die Hamas-Forderungen nicht akzeptiert werden, auch auf keine humanitaere Waffenruhe.

Und das sind die Bedingungen der Hamas:

  1. Abzug der israelischen Panzer von der Grenze zum Gazastreifen.
  2. Freilassung aller Gefangenen, die waehrend der Suche nach den drei entfuehrten Jugendlichen verhaftet wurden.
  3. Aufhebung der Blockade und Oeffnung der Grenzuebergaenge fuer Waren und Menschen.
  4. Aufbau eines internationalen See- und Flughafenshafen unter der Aufsicht der UNO.
  5. Ausweitung der Fischereizone auf 10 km von der Kueste.
  6. Internationalisierung des Rafah Grenzuebergangs (mit Aegypten) unter der Kontrolle der UNO und befreundeter arabischer Nationen.
  7.  Internationale Truppen entlang der Grenze.
  8. Israel muss Erleichterungen bei der Einreise fuer Beter in der Al Aksa Moschee gewaehren.
  9. Israel ist es verboten, sich in palaestinsische Politik hinsichtlich der Versoehnung (Fatah-Hamas) einzumischen.
  10. Wiedereinrichtung der Industrieparts and Verbesserungen fuer die wirtschaftliche Entwicklung im Gazastreifen.

Ich brauche wohl nicht im Einzelnen darauf einzugehen, warum ueber diese Forderungen nicht verhandelt werden kann, oder?

Israel bekommt dadurch die Zeit, weitere Tunnel und versteckte Raketenabschussbunker zu finden und zu zerstoeren.

Kollektivstrafe


Die NZZ ist sich sicher, dass die internationalen Fluggesellschaeften ihre Fluege von und nach Tel Aviv aussetzen, weil sie die Konsequenzen aus der Gewalt ziehen. Und damit keine Zweifel daran aufkommen, welche Gewalt gemeint sein kann, verkuendet der vorhergehende Satz im Untertitel und der Anspann zur Schlagzeile “Mehr als 600 Tote im Gazastreifen”. Mit der in der Naehe des Flughafens niedergegangenen Rakete und der von den Fluggesellschaften beschworenen Sorge um die Sicherheit ihrer Maschinen und Passagiere hat das ja wohl gar nichts zu tun.

Ich moechte noch einmal darauf hinweisen, dass die Fluege nach Pakistan nicht eingestellt wurden, obwohl es dort zu mehr als einem Angriff auf Flughaefen kam.

Mit der Stornierung von so vielen Fluegen, vor allem jetzt in der Urlaubszeit, wird eine Kollektivstrafe ueber Israelis verhaengt. Ich dachte, dass Kollektivstrafen voelkerrechtlich verboten sind?! Oder ist es hier wie auch bei anderen Punkten des Voelkerrechts so, dass ein Recht fuer Israel (witzige Satire zum Thema) und ein anderes fuer den Rest der Welt gilt (und noch eine Extrawurst fuer Muslime).

Wenn wir schon bei Kollektivstrafen sind: Mir scheint, dass die ueberhoehten Strompreise, die der normale israelische Steuerzahler berappen muss, weil die Politik sich nicht erlauben kann, den Palaestinensern den Strom abzuschalten, obwohl sie nicht dafuer bezahlen, auch eine Kollektivstrafe darstellen.

“Selbstgebastelte Raketen”


Immer mehr internationale Fluggesellschaften setzen ihre Fluege nach Tel Aviv aus. Der Grund: In Yahud, einem Vorort von Tel Aviv in unmittelbarer Naehe zum Flughafen hat eine Rakete  ein grosser Metallrest der von Eisenkuppel noch in der Luft zur Explosion gebrachten Rakete ein Einfamilienhaus getroffen und in eine Ruine verwandelt.

Die Gefahr, dass ein landendes oder startendes Flugzeug getroffen werden koennte, ist real, aber nicht sehr gross. Immerhin hat Eisenkuppel bisher alle Raketen auf den Grossraum Tel Aviv abgefangen. Aber ich kann die Fluggesellschaften verstehen, die kein derartiges Risiko eingehen wollen.

Was ich nicht verstehen kann, ist der Nachdruck, mit der die Staaten dieser Fluggesellschaften bis zum heutigen Tag darauf bestehen, dass Israel dringend die Kontrolle ueber hoeher gelegenes Territorium nur 17 km vom Flughafen entfernt an Palaestinenser abgeben muss.

Update 23/07/14: Ich halte es fuer moeglich, dass die Obamaregierung bei der FAA leicht nachgeholfen hat, damit Kerry einen Stock in der Hand hat, mit dem Israel zum Waffenstillstand gepruegelt werden kann. Uebersehen wird dabei, dass es derzeit Hamas ist, die nicht auf den aegyptischen Entwurf einsteigen mag und die Aegypter, die sich weigern, Hamasforderungen (z.B. nach Oeffnung des Greznuebergangs nach Aegypten Rafiah) zu erfuellen. Aber schon bei den letzten “Friedensgespraechen” war die konstant falsche Praemisse der USA ja, dass Israel nicht willig sei und unter Druck gesetzt werden muesse, obwohl sich in den Verhandlungen immer wieder klar zeigte, dass Abbas kein “Ja” als Antwort akzeptieren konnte. Es waere nicht zum ersten Mal, dass die Obamaregierung eine Bundesbehoerde fuer politische Zwecke missbraucht. Immer mehr weist darauf hin, dass die Steuerbehoerde IRS gezielt auf politische Gegner angesetzt wurde. Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass die FAA die Fluege nach Pakistan nicht eingestellt hat, obwohl es dort zu mehr als einem Angriff auf Flughaefen kam.

Inzwischen habe ich gelernt, dass auch diese Rakete von Eisenkuppel unschaedlich gemacht worden war, nur ein grosser Metalrest – vermutlich das Rohr – ist im Haus eingeschlagen, und das muss extrem leicht gebaut gewesen sein, Bretter, Gips und ein paar Ziegel. Uebrigens gilt das Gleiche auch fuer die Rakete im Schwimmbad in ‘Anschauungsmaterial’. Nur das Rohr landete dort, ohne Explosion. Das Rohr selber ist knapp 2 Meter lang.

Leichenfledderei


In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein Truppentransporter mit sieben Soldaten von einer Panzerfaust getroffen. Anscheinend ist es Hamasterroristen geglueckt, eine der Leichen oder einen Leichenteil zu schnappen.

Seit Sonntag feiern Palaestinenser im Gazastreifen und in Ramallah die “Entfuehrung”.

In Facebook haben digitale Leichenfledderer zusaetzliche Seiten fuer Oron Shaul erstellt, verkuenden von dort ihren Hass und bekommen “Like” Klicks.

Find all pages named _Oron Shaul_-1

Find all pages named _Oron Shaul_-2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich glaube nicht, dass irgendjemand ermessen kann, was die Eltern, Verwandten und Freunde von Oron durchmachen muessen.

 

Anschauungsmaterial


Vor einer halben Stunde hatten wir Raketenalarm am Arbeitsplatz. Die Explosionen hoerten sich sehr nah an.

Vor kurzem zeigte uns mein Chef dieses Bild:

Rocket at Pool

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Einschlag war im Schwimmbad des Nachbarorts. Sein Sohn wollte dort schwimmen, als der Alarm kam. Wie alle anderen hat er sich in den Schutzraum des Schwimmbads gefluechtet. Inzwischen (23.07.14) habe ich erfahren, dass die Rakete noch in der Luft von Eisenkuppel neutralisiert wurde. Im Schwimmbad ist nur das etwa 2 Meter lange Metallrohr gelandet, ganz ohne Explosion und daher ohne Schrapnell

Die Gefahr besteht nicht darin, dass einem ein Metallrohr auf den Kopf faellt, sondern von einem oder mehreren der Metallteile, mit der die Rakete bestueckt ist und die durch die Explosion mit hoher Geschwindigkeit verstreut werden, getroffen zu werden.

So sehen die Schrapnell- Einschlaege an einer Hauswand  gestern aus:

Etwa 1500 Raketen wurden seit Beginn der Aktion “Schutzkante” auf Israel abgefeuert. Koennt Ihr Euch vorstellen, wieviele Menschen die haetten toeten koennen, wenn Israel kein Abwehrsystem, keine Raketenalarme, Schutzraeume und eine disziplinierte Bevoelkerung haette, die sich auch an die Anweisungen haelt? Jeder Abschuss einer Rakete durch die “Eisenkuppel” kostet uebrigens eine Menge Geld. Mit Sicherheit werden die Steuern spaetestens 2015 wieder angehoben.

Update 22/07/14: Gestern auf der Heimfahrt nach der Arbeit gab es wieder Raketenalarm. Ich verliess das Auto und legte mich (mit weisser Hose) baeuchlings in ein abgeerntetes Maisfeld. Das naechste Mal nehme ich das Handy mit und mache ein Selfie, damit Ihr etwas zu lachen habt. Die Kinder sind jetzt bei ihren Grosseltern im Norden und koennen ein paar Tage ohne Sirenen geniessen, falls die Hizbollah keine zweite Front eroeffnet, wie hier angedroht. Man sollte meinen, sie waeren in Syrien ausgelastet. Oder haben die Achse Iran-Assad-Hizbollah einerseits und ISIS-Al Qaida-Saudiarabien andererseits das syrische Staatsgebiet schon stillschweigend aufgeteilt und jagen nun jeder fuer sich Moderate und Christen ? Ich sehe gerade, dass die Opferzahlen im syrischen Buergerkrieg deutlich hoeher sind als im Gazastreifen. Aber kaum jemand scheint sich ueber tote Kinder in Syrien zu echauffieren?!

 

Waffenstillstand – wie gehabt II


Heute hat Hamas um einen zweistuendigen, humnitaeren Waffenstillstand fuer das Viertel Saja’iyya in Gaza City gebeten. Man wolle Verwundete und Tote bergen. Israel liess sich darauf ein, obwohl man befuerchtete, Hamas koenne den Waffenstillstand fuer Entfuehrungen oder Gefechtsvorbereitungen ausnutzen. Wie auch immer dauerte es keine Stunde, bis Hamas in der besagten Wohngegend IDF Truppen beschoss. Trotzdem bot die IDF an, den humanitaeren Waffenstillstand in Saja’vyya auf drei Stunden zu verlaengern. Hamas ist nicht interessiert. Ihr ging es darum, grausige Photos zu machen und als “Beleg” fuer israelische “Massaker” um die Welt zu schicken.

In genau diesem Stadtviertel fielen letzte Nacht insgesamt 13 israelische Soldaten. Mir tut das Herz weh, wenn ich die Familien denke, die nun ihre Soehne begraben muessen. Moege der Allmaechtige die Trauernden troesten.

Uebrigens wurden die Einwohner schon seit Tagen aufgefordert, ihre Haeuser zu verlassen, aber Hamas bestand darauf, dass sie als menschliche Schutzschilde dort bleiben muessten.

Wie Yaacov Lozowick ganz richtig bemerkt: Wenn Israel die Bewohner von Sjahija (tausendundeine Transliteration ist moeglich) nicht gewarnt haette, waeren wahrscheinlich weniger israelische Verluste zu beklagen. Mit anderen Worten: aus Ruecksicht auf palaestinensische Zivilisten wurde das Leben von israelischen Soldaten auf’s Spiel gesetzt und das Leben von dreizehn jungen Maennern verspielt.

Dazu passt, dass Israel gleichzeitig Massaker vorgeworfen werden. Jenin laesst gruessen.

 

Beduinen in Israel unter Raketenterror


Gestern Mittag schlug eine Rakete aus dem Gazastreifen in der Naehe von Dimona ein. Dort leben Beduinen in nicht anerkannten Wellblechsiedlungen, Beispiel hier. Ein junger Mann wurde getoetet, sein Baby liegt schwer verletzt im Soroka-Krankenhaus, Mutter und Tante des Babys sind ebenfalls verletzt und im selben Krankenhaus.

Es tut mir sehr leid fuer diese Familie. Vorwuerfe an den Staat Israel sind jedoch fehl am Platz. Man kann nicht gleichzeitig darauf bestehen, in einer nicht anerkannten Siedlung zu leben und fordern, dass der Staat alle Infrastruktur zur Verfuegung stellt.

Auch in anerkannten und legalen beduinischen Staedten und Doerfern sieht es duester aus. Eigentlich verlangen die israelischen Bauvorschriften, dass in jeder Kommune fuer ausreichend Schutzraeume  gesorgt ist. Die beduinischen Kommunen sind diesen Vorgaben nicht nachgekommen. Der Staat Israel wiederum hat seine Aufsichtspflicht nicht erfuellt. Angesichts der jahrelangen und eklatanten Verstoesse gegen die Raumplanungsvorschriften in allen beduinischen Kommunen haette der Staat schon laengst die gewaehlten Ortsvorsteher absetzen und durch staatlich ernannte Buergermeister ersetzen sollen. So wurde z.B. Amram Mitzna zum Buergermeister von Yeruham ernannt, nachdem sein Vorgaenger die arme Kleinstadt in der Wueste ruiniert hatte.

Ich kann nur spekulieren, warum das nicht passiert: Das Thema ist zu heikel, jede staatliche Einmischung wuerde als Diskrimierung der arabischen Buerger empfunden werden und wie schnell internationale Organisationen mit anti-israelischer Agenda auf derartiges anspringen, haben wir ja schon gesehen.

Aus dem Link oben ueber die Zustaende in Rahat vor zwei Jahren:

But a visit to the town Tuesday indicated residents had decided they had nothing to fear, ignoring warnings to stay indoors and to avoid congregating. Those tendencies are a cause of worry for the local officials in charge of their safety.

People in Rahat, one city official said with a grim smile, have a “mental Iron Dome.”

The lively atmosphere in the city — markedly different from the one in the neighboring Jewish city of Beersheba, which feels largely deserted and thoroughly spooked — belies a dangerous reality, according to municipal officials here.

There is not a single public bomb shelter in Rahat — only five small portable rooms of reinforced concrete that were recently delivered and can house a small number of people. Barely half of the homes have safe rooms built to withstand rocket fire, as required by current construction codes. More than half of the residents are under 18, and with schools closed, thousands of children are spending their days wandering around outside.

To make things worse, each building here tends to house an extended clan rather than a small nuclear family, meaning that a direct hit could exact a high toll in human life.

Part of the reason for the lack of safety precautions lies with the government’s long-standing neglect of Israel’s one-fifth Arab minority. Part lies with the fact that Rahat is poor, the local authorities cash-strapped, often dysfunctional, and lacking any meaningful clout with the state offices that dole out funds.

Ein Besuch der Stadt am Dienstag verraet, dass die Einwohner beschlossen haben, sie waeren nicht gefaehrdet. Sie ignorieren die Warnungen, die Haeuser nicht zu verlassen und Menschenansammlungen zu vermeiden. Diese Tendenzen sind ein Grund der Sorge fuer die kommunalen Amtsinhaber, die fuer die Sicherheit zustaendig sind.

“Die Menschen in Rahat haben eine mentale Eisenkuppel”, sagte ein Stadtangestellter mit grimmigen Laecheln.

Die lebhafte Atmosphaere in der Stadt ist deutlich anders als in der juedischen Nachbarstadt Beer Sheva, das sich verlassen und wie eine Geisterstadt anfuehlt und spottet der realen Bedrohung, sagen die Zustaendigen in der Stdtverwaltung.

 Es gibt keinen einzigen oeffentlichen Schutzraum in Rahat – nur fuenf kleine, mobile Raeume aus verstaerktem Beton, die vor kurzem angeliefert wurden und eine kleine Anzahl von Menschen aufnehmen koennen. Nur knapp die Haelfte aller Haeuser haben raketensichere Schutzraeume, wie sie nach derzeitigen Baurecht vorgeschrieben sind. Ueber die Haelfte der Einwohner sind unter 18 Jahre alt und jetzt, wo die Schulen geschlossen sind, verbringen Tausende Kinder ihre Tage draussen.

Was die Lage noch schlimmer macht, in jedem Haus leben ausgedehnte Grossfamilien und keine kleinen Kernfamilien, so dass ein direkter Treffer viele Menschenleben kosten koennte.

Zum Teil wurden die mangelenden Sicherheitsvorkehrungen durch die langjaehrige Vernachlaessigung der arabischen Minderheit durch die Regierung verursacht. Zum Teil liegt es auch daran, dass Rahat arm ist, den kommunalen Behoerden wenig Geld zur Verfuegung steht, sie oft auch unfaehig sind und wenig Einfluss bei den staatlichen Stellen haben, wo Geldmittel bereitgestellt werden. (Uebersetzung von mir)

Viele Beduinen im Negev haben Verwandte im Gazastreifen. So sollen z.B. Schwestern von Ismael Haniye in Tel Sheva verheiratet sein. Ob sie den Beteuerungen glauben, dass die Raketen zwischen Juden und Arabern unterscheiden koennen?

Update 21/07/14: Uebrigens hat der Oberste Gerichtshof einem Eilantrag stattgegeben und geprueft, ob bei der Vergabe von mobilen Schutzraeumen durch die IDF irgendeine Diskriminierung auszumachen sei. Das wurde klar verneint, jedoch verlangt, dass innerhalb von 30 Tagen ein Plan ausgearbeitet und vorgelegt werden soll, wie die Beduinen besser geschuetzt werden koennen.

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