Schulbeginn mit Raketen


Heute hat nach den zwei-einhalb Wochen Pessachferien die Schule wieder begonnen. Gestern begannen die Aufwaermuebungen im Gazastreifen, mit Moersern auf angrenzende Doerfer.

In Reaktion darauf beschoss die israelische Luftwaffe in der Nacht zwei Ziele im Gazastreifen.

Palestinian sources claimed no one was injured in the IAF strikes. Moreover, the source stated that all security targets and military installations in the Gaza Strip were evacuated.

Man beachte, dass die Palaestinenser sehr gut wissen, dass Israel keine zivilen Ziele angreift. Ansonsten wuerde die Evakuierung von militaerischen Einrichtungen keinen Sinn machen.

Ich hoerte die Nachrichten um 6 Uhr vom Radiowecker. Da wir in der Uebergangszeit in einem alten Haus leben, haben wir derzeit keinen Schutzraum. Vor dem Fruehstueck raeumte ich daher den Stauraum unter der Treppe leer und liess nur einen kleinen Schrank als “Wand” darauf stehen. Als die Maedchen aufstanden, erklaerte mein Mann ihnen, dass sie im Fall eines Alarms sich unter die Treppe hinter den Schrank stellen und nach der Explosion noch mindestens zwei Minuten warten sollten. “Jaja”, gaehnten die Kinder. Waehrend ich sie zur Schule fuhr, fragte ich nach, ob sie den fuer sie vorgesehenen Schutzraum in der Schule kennen. “Jaja.” Keine Aufregung, eine alte Routine wird aufgewaermt.

Die Raketen auf Sderot wurden wie ueblich zeitlich so getimt, dass moeglichst viele Kinder auf dem Schulweg und Erwachsene auf dem Weg zur Arbeit waren.

Ich glaube nicht, dass Beer Sheva heute schon wieder beschossen wird. Beer Sheva ist eine Steigerungsstufe:

1. Moerser auf Kibbutzim und Moschawim, die an den Gazastreifen grenzen.
2. Kassamraketen auf Sderot
3. Kassamraketen auf Ashkelon
4. Gradraketen auf Ashdod und Beer Sheva
5. Weiterreichende Raketen.

Die beiden ersten Stufen haben wir schon abgehakt. Nun kommt es darauf an, ob Hamas jetzt eine Eskalation will. Ich vermute eher nein, aber ich kann es nicht wissen. Iran mag eine Eskalation bestellen, um den Druck von Syrien zu nehmen. Oder Aegypten will von den eigenen Problemen ablenken.

Und wie berichten deutschsprachige Medien?

NZZ: Israelische Kampfflugzeuge greifen Ziele im Gazastreifen an
FAZ: Gazastreifen – Israels Luftwaffe fliegt Vergeltungsangriffe
Spiegel: Israelische Luftwaffe beschießt Gaza-Streifen
Die Welt: Israelische Luftwaffe schlägt gegen Gaza zurück Hier wurde die Schlagzeile offensichtlich nachtraeglich geaendert. Aus den Kommentaren ergibt sich, dass es zuvor “Israelische Luftwaffe greift Gazastreifen an” hiess.

Keine einzige Schlagzeile vermittelt: “Wieder Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel”

Der Spiegel und die Welt versuchen zusaetzlich, Israel als Ausloeser darzustellen, indem ein Bezug zum Tod eines verurteilten und inhaftierten Hamasterroristen hergestellt wird:

Am Dienstag war es nach dem Tod eines palästinensischen Häftlings in einem israelischen Krankenhaus zu Unruhen gekommen. Der israelische Rundfunk meldete am Mittwoch, die Leiche des Mittsechzigers solle obduziert werden. Dabei sollten israelische und palästinensische Experten zugegen sein. Der vor mehr als einem Jahrzehnt verurteilte Mann war an Krebs gestorben. Die Palästinenserführung warf Israel vor, seine medizinische Behandlung vernachlässigt zu haben.

(Spiegel)

Auch der neuerliche Raketenangriff stand laut der Erklärung der Salafisten in Zusammenhang mit dem Tod eines palästinensischen Häftlings.

Maisara Abu Hamdijeh, der eine lebenslange Haftstrafe in Israel verbüßte, war am Dienstag in einem Krankenhaus in Beerscheba an Krebs gestorben. In Hebron und Ost-Jerusalem gab es daraufhin Ausschreitungen, Hunderte Häftlinge verweigerten die Nahrung.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte Israel für den Tod Hamdijehs verantwortlich. “Wir haben versucht, ihn für eine Behandlung freizubekommen, aber die israelische Regierung weigerte sich, ihn freizulassen, was zu seinem Tod führte”, erklärte Abbas. Nach Angaben der israelischen Strafvollzugsbehörden war bei Hamdijeh im Februar Krebs diagnostiziert worden, er sei behandelt worden.

(Die Welt)

Nachdem die Diagnose im Februar erfolgt war und der Haeftling seither im Soraka-Krankenhaus in Beer Sheva medizinisch betreut wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar, worin die Vernachlaessigung bestanden haben soll.

Aber so etwas haelt die Palaestinenser nicht von abstrusen Vorwuerfen ab und die Medien nicht, diese nachzuplappern. Offensichlich begeht Israel allein dadurch Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil die Palaestinenser in israelischer Haft nicht jeden Tag juenger, schoener und gesuender werden.

Gleichzeitig berichtet ein ehemaliger PA-Funktionaer einem Reporter des britischen Daily Mail offen ueber Foltermethoden in palaestinensischen Gefaengnissen, von denen der britische Geheimdienst weiss.

Von deutschsprachigen Medien wurde dieses Interview nicht aufgenommen.

FAZ hetzt gegen Israel


Wie so oft vor christlichen Festen richten die Medien ihr Augenmerk auf die palaestinensischen Christen. Und regelmaessig wird Israel beschuldigt, ihnen das Leben schwer zu machen, waehrend die tatsaechliche Bedrohung durch Islamisten unerwaehnt bleibt.

Die FAZ mag dabei nicht abseits stehen und Herr Roessler hat den entsprechenden Text abgeliefert.

Oh Schreck: Israel laesst nicht einfach jeden Palaestinenser ungehindert nach Jerusalem, sondern verlangt Antraege, die dann von israelischen Behoerden bearbeitet und groesstenteils genehmigt werden. Vorsichtshalber fehlt jeder Hinweis, dass diese Praxis in irgendeinem Zusammenhang mit Anschlaegen stehen koennte.

Laut FAZ leben insgesamt 40,000 Christen*(siehe Update unten)  in den palaestinensichen Gebieten in der Westbank. Israel hat ein Kontingent von 20,000 Genehmigungen bereitgestellt. Jeder zweite Christ koennte also zu Ostern nach Jerusalem kommen. Fast 36% der palaestinensischen Bevoelkerung im Westjordanland ist unter 15 Jahre alt. Wenn wir noch Alte und Kranke beruecksichtigen, bedeutet das, dass so gut wie jeder Christ ab 15 Jahren an Ostern nach Jerusalem pilgern koennte.

Herr Roessler zitiert Jusuf Daher vom christlichen Dachverband „Jerusalem Inter Church Center“:

Und während die Israelis allen Anträgen der christlichen Gemeinde in Nablus stattgegeben hätten, habe es für Dschenin keinen einzigen Passierschein gegeben, sagt Jusuf Daher – die Verteilung ist für ihn nicht nachvollziehbar.

Fuer mein Teil sagt mir “Jenin” etwas, und ich vermute, auch Herr Roessler hatte seine Gedanken zu dieser Aussage, die er den FAZ-Lesern jedoch vorenthaelt.

Zum einen gibt es in Jenin nur sehr wenige Christen, zum anderen ist diese Stadt eine Hochburg von anti-israelischem Terror, wie leicht geschoent auch Pastor Steven Khoury zugibt.

Bemerkenswert, dass selbst Pastor Khoury erst vor einem Jahr ueberhaupt Kontakt mit der winzigen christlichen Gemeinde in Jenin aufnahm! Man beachte den Abschluss des zuletzt verlinkten Artikels. Brian Schraueger moechte unbedingt eine Stellungsnahme gegen Israel erhalten und hakt mehrfach nach. Zum Schluss wird ihm beschieden:

“If you are really believers in Christ, in your heart and not for the sake of political or financial gain, then stand with your fellow believers who are suffering in the Holy Land. When someone says, ‘I believe in Jesus as my Savior,’ that should link us all. Are we not a part of you? Are you not a part of us? My message then is this: in all your passion, pursue justice for us, your brothers and sisters in Christ.”

Die Auslassung ist auffallend: Gegen welchen Gegner sollten Christen im Westen mit den Christen im Heiligen Land zusammenstehen? Sein Interviewpartner weigert sich, Israel explizit zu nennen. Radikaler Islam wuerde mindestens genauso gut passen. Aber das kann Abu Lias ohne Gefahr fuer Eigentum, Leib, Leben und Familie nicht sagen. Leider ist auch dieser Reporter zu voreingenommen, als dass er diese Moeglichkeit auch nur in Betracht ziehen koennte.

Update: Urs Schmidlin macht mich darauf aufmerksam, dass ueber die Haelfte der palaestinensischen Christen (51% nach dieser Quelle) griechisch-orthodox sind. Das bedeutet, dass ihr Osterfest nach dem gregorianischen Kalender berechnet wird und dieses Jahr auf den 5. und 6. Mai faellt. Sollten die 20,000 Genehmigungen sich nur auf die katholischen (32%) und protestantischen Gemeinden beziehen, die Ostern an diesem Wochenanfang gefeiert haben, dann haette theoretisch jeder Saeugling und Greis nach Jerusalem kommen koennen.

 

Chag sameach vekasher


Pessach Kibbutz 2013

Das Geschenk des Kibbutz’: Organisches Gemuese, Selleriestangen, Roemischer Lattich – beides kann als Bitterkraut auf der Sederplatte mitwirken, und eine Pizzaplatte, Pizza ist Chametz und ganz unvereinbar mit Pessach.

Hamas will dem Gazastreifen die Lebensadern abschneiden


Der Titel dieses Blogeintrags ist ein Echo der NZZ von 2007

Dass Hamas die Bevoelkerung im Gazastreifen zur Geisel genommen hat und weiterhin als Geisel einsetzt, habe ich seit 2007 (die Machtuebernahme fand im Sommer 2006 statt) immer wieder thematisiert.

Das Vorgehen “der palästinensischen Freiheitsbewegung Hamas” (so wird die Terrororganisation im Schweizer staatlichen Sender SRF allen Ernstes beschrieben) zeigt wieder einmal deutlich, wie wenig ihr das Wohl der palaestinensischen Bevoelkerung am Herzen liegt.

In der zweiten Februarhaelfte hatte Aegypten die Tunnel unter der aegyptischen Grenze zum Gazastreifen fluten lassen. Auch Abwasser wurde dabei eingesetzt, ohne dass Umweltorganisationen dagegen protestierten.

Dass 30% der Gueter fuer die Versorgung ueber die Tunnel in den Gazastreifen gelangten, wie Reuters berichtet, ist moeglicherweise uebertrieben. Eine verantwortungsbewusste Regierung wuerde alles daran setzen, die Ausfaelle in der Versorgung auf andere Weise zu kompensieren. Dass sie die zweite, noch wichtigere Versorgungsroute gefaehrden wuerde, erwarten nur diejenigen von Hamas, die die Nachrichten aus dem Gazastreifen im Internet und nicht in den normalen Medien verfolgen.

Genau das aber tut Hamas. Ihr geht es nicht um die Versorung der Bevoelkerung, sondern um die eigenen Kassen. Das Tunnelgeschaeft wurde/wird von Hamas heftig besteuert. Und wenn diese Einnahmen im Moment nicht sprudeln, muss eben anderswo abgeschoepft werden.

Dem bisherigen Lizenzinhaber fuer das Betreiben des Grenzuebergangs Keren Shalom wurde fristlos gekuendigt und das Geschaeft einem eigenen Mann uebertragen. Es ist vollkommen klar und vorhersehbar, dass Israel nicht einfach bereits ist, eine Hamasbehoerde als Gegenueber zu aktzeptieren.

Dann kann die UN und die Weltoeffentlichkeit wieder Israel bezichtigen, durch die “Blockade” des Gazastreifens eine humanitaere Katastrophe ausgeloest zu haben.

Autounfall


Gestern abend fuhr ich wie jeden Abend vom Kibbutz nach Hause, auf der Schnellstrasse Nr. 40. Kurz nach Kreuzung, wo ich auf diese Schnellstrasse nach Sueden abbiege, kommt ein Moshav (eine landwirtschaftliche Siedlung). Die Einfahrt geht direkt von der Schnellstrasse ab. Wer von Norden kommt, hat gar kein Problem. Aber wer von Sueden kommt, muss die zweispurige Fahrbahn von Norden ueberqueren. Es daemmerte, aber ich hatte die Scheinwerfer an. Natuerlich war ich angeschnallt, und ich fuhr mit der erlaubten Geschwindigkeit. Als ich schon ziemlich nahe an der Abbiegung war, sah ich, wie ein weisser Wagen sich daran machte, meine Fahrspur zu kreuzen. Mein Fuss war sofort auf der Bremse, aber Abstand war zu kurz.

Einen Moment dachte ich, das war’s dann wohl, dann kam der Crash und ich fand mich hinter einem Airbag mit einem Geruch von Angebranntem in der Nase. Zuerst konnte ich mich nicht bewegen. Ein Polizist, der zufaellig vorbeigefahren war, half mir beim Aussteigen. Mein rechter Schuh war voller Blut, aber ich spuerte die Wunde am Unterschenkel ueberhaupt nicht. Ich spuerte fast nichts ausser Erleichterung am Leben zu sein. Die Fahrerin des weissen Wagen war noch vor mir aus eigener Kraft aus ihrem Auto gestiegen, schien dann aber einen Nervenzusammenbruch zu haben. Ich hatte meine Handtasche mit aus dem Auto genommen. Als erstes rief ich meinen Mann an, und dann meinen Chef. Der hatte es viel kuerzer zur Unfallstelle und kam gerade, waehrend ich und die andere Fahrerin in den Krankenwagen verladen wurde. Er kam auch mit zur Notaufnahme und blieb bei mir, bis mein Mann eintraf.

Im Krankenhaus wurden alle moeglichen Tests gemacht, mit dem Ergebnis, dass ich jede Menge Prellungen habe und einen tiefen Schnitt im rechten Unterschenkel, der mit zwei Nieten gesichert wurde, aber sonst nichts! Auch die junge Frau im anderen Auto ist mit blauen Flecken und einem grossen Schrecken davongekommen.

Man moechte es nicht glauben, wenn man die Autos sieht:

mein Auto von der Seite

das andere Auto 2

mein Auto

 

 

 

 

 

 

 

das andere Auto

 

 

 

 

 

 

Am kommenden Shabbat werde ich in der Synagoge Birkat HaGomel sagen

Palaestinensische Luegen und die uebliche Leichtglaeubigkeit der internationalen Medien


Am Samstag starb ein 30jaehriger pal. Haeftling ueberraschend im Gefaengnis Meggido. Arafat Jaradat (ein Verwandter der Attentaeterin im Restaurant Maxim 2003?) war fuenf Tage zuvor festgenommen worden, weil er im November an  Steinwuerfen auf israelische Zivilisten beteiligt gewesen sein soll. Wir erinnern uns, waehrend der Militaeraktion Wolkensaeule waren die Proteste in der Westbank besonders gewalttaetig.

Von palaestinensischer Seite wird behauptet, dass Jaradat kerngesund war. Die Gefaengnisverwaltung dagegen sagt aus, dass Jaradat sich vor seinem Tod krank gefuehlt habe und seit seiner Festnahme mehrfach, zuletzt am Donnerstag vom Gefaengnisarzt untersucht worden war.

Ich gehe davon aus, dass jeder Tod in einem israelischen Gefaengnis eine Autopsie nach sich zieht, um die genaue Todesursache zu klaeren.

In diesem Fall wurde ein palaestinensischer Pathologe von den israelischen Behoerden eingeladen, der Autopsie beizuwohnen. Wenn Israel etwas zu vertuschen haette, waere es kontraproduktiv, einen palaestinensischen Zeugen dabei zu haben, will mir scheinen.

Die israelischen Experten fanden bisher nichts, was die Frage nach der Todesursache klaeren wuerde. An der Leiche wurden keine Zeichen von Gewaltanwendung gefunden:

This afternoon (Sunday, 24 February 2013), at the National Center for Forensic Medicine, an autopsy was performed on the body of Arafat Jaradat by Prof. Yehuda Hiss, in the presence of Prof. Arnon Afek, Director of the Health Administration at the Ministry of Health, and Palestinian pathologist Dr. Saber Aloul. During the autopsy, no signs of external trauma were found apart from those pertaining to resuscitation [attempts] and a small graze on the right side of his chest. No evidence of disease was found during the autopsy. Two internal hemorrhages were detected, one on the shoulder and one on the right side of the chest. Two ribs were broken, which may indicate resuscitation attempts. The initial findings cannot determine the cause of death. At this stage, until microscopic and toxicology reports are in, the cause of death cannot be tied to the autopsy findings.”

Heute Nachmittag (Sonntag, den 24. Februar 2013) wurde im Nationalen Zentrum fuer Forensische Medizin von Prof. Yehuda Hiss an der Leiche von Arafat Jaradat eine Autopsie vorgenommen. Anwesend waren Prof. Arnon Afek, Direktor der Gesundheitsbehoerde im Ministerium fuer Gesundheit und der palaestinensiche Pathologe, Dr. Saber Aloul. Waehrend der Autopsie wurden keine Anzeichen fuer ein externs Trauma gefunden, abgesehen von denjenigen, die auf die Wiederbelungsverusche zurueckgingen und eine leichte Schuerfung an der rechten Seite seines Brustkorbs. Kein Anzeichen einer Krankheit wurde waehrend der Autopsie gefunden. Zwei innere Blutungen wurden entdeckt, eine an der Schulter und die andere an der rechten Seite des Brustkorbs. Zwei Rippen waren gebrochen, was auf die Wiederbelebungsversuche hinweisen mag. Die bisherigen Befunde koennen die Todesursache nicht bestimmen. In diesem Stadium, bis die mikroskopischen und toxikologischen Untersuchungsergebnisse eintreffen, kann die Todesursache nicht an die Befunde der Autopsie gebunden werden. (Uebersetzung von mir)

 

Die Prellungen an der Schulter und  auf der rechten Seite kann sich Jaradat zugezogen haben, als er fiel.

Verschiedene Proben wurden zur Analyse geschickt und jetzt muessen die Ergebnisse abgewartet werden. Von einem endgueltigen Untersuchungsergebnis kann daher keine Rede sein.

Das hindert den Chefpathologen der PA, Saber Aloul, aber nicht daran zu behaupten, Jaradat sei zu Tode gefoltert worden.

Seit 1999 ist Folter in Israel illegal.

1) Das einzige Szenario, bei ich mir vorstellen koennte, dass tatsaechlich an Folter grenzende Verhoertechniken zur Anwendung gekommen sein koennten, waere wenn Jaradat als “ticking bomb” (jemand, der ueber ein kurz bevorstehendes Attentat Bescheid weiss und durch dessen Information der Anschlag verhindert werden koennte) eingestuft gewesen waere. Meggido ist jedoch kein Gefaengnis, wo ein solcher Mann verwahrt und verhoert werden wuerde:

Prisoners under interrogation by the General Security Services (GSS) are being held at detention facilities in Petach-Tikva, at the Russian Compound (Al-Muskubiya) in Jerusalem, the Kishon Detention Center (Jalame) in the north, Shikma Prison in Ashkelon, and the Beersheba Prison.

Ganz zu schweigen davon, dass die Verhoerenden enorme Stuemper waeren, innerhalb von Tagen den Mann zu toeten, dessen Aussagen sie brauchen!

2) Die PA suggeriert, dass Jaradat zur Rache gefoltert worden sei. Warum sollte jedoch ausgerechnet dieser junge Mann wegen mutmasslicher Beteiligung an Steinwuerfen zu Tode gefoltert werden, waehrend brutale, mehrfache Moerder, wie z.B. Amjad Awad und Hakim Awau, die 2011 fuenf Mitglieder der Familie Fogel, darunter ein Baby abschlachteten, sich bester Gesundheit erfreuen?

Elder of Ziyon hat sich vor ein paar Jahren den Spass gemacht, auszurechnen, dass palaestinensische Haeftlinge in Israel signifikant bessere Aussichten haben nicht zu sterben, als freie Amerikaner in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre. Freie Palaestinenser derselben Altersgruppe duerften ein noch viel hoeheres Risiko tragen, von wegen Arbeitsunfaellen und so.

Die offensichtlichen Ungereimtheiten hindern auch die internationale Presse nicht, Israel zu beschuldigen:

Sueddeutsche: Foltervorwurf – Palästinenser stirbt in israelischer Haft

Basler Zeitung: Palästinensischer Pathologe bestätigt Folter-Vorwürfe

Der Standard: Pathologe: Palästinenser in Israel zu Tode gefoltert

Noch vor dem Tod Arafat Jaradats veroeffentlicht Khaled Abu Toameh, seine Analyse, wonach die PA vor Obamas Besuch in Israel sehr daran gelegen ist, Unruhen anzufachen. 

 

Erneuter Versuch, das Problem der Beduinen im Negev zu loesen


In meiner Serie zur Situation der Beduinen im Negev hatte ich berichtet, dass der Staat als Angebot auf den Tisch legte, 20% der Ansprueche auf Landbesitz in Grund und Boden zu engelten und fuer die restlichen 80% finanzielle Entschaedigung zu bieten.

Eine Kommission unter Benny Begin hat dieses Angebot deutlich verbessert: Mindestens 50% der Ansprueche auf Landbesitz sollen in Grund und Boden abgegolten werden (im Radio hoerte ich ca. 60%), der Rest wird finanziell entschaedigt.

Die meisten bisher illegalen Beduinensiedlungen sollen legalisiert werden.

Dem Vorsitzenden des  Council of Unrecognized Village, Ibrahim Al-Valkili, reicht das natuerlich nicht:  Er wuerde gern auf der Basis des jetzigen Vorschlags weiterverhandeln, bis alle seine Forderungen erfuellt werden.

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