Wie war das noch mit der gemaessigten PLO?

April 14, 2008

Vier Monate ist her, seit Viktor Kocher die Hamas als ebenso moderat wie die Fatah darstellen wollte. Sechs Monate ist es her, seit Shlomo Ben Ami die gleiche Rochade versuchte.

PLO: We’ll drive Israel out of Palestine

“The PLO is the sole legitimate representative [of the Palestinian people], and it has not changed its platform even one iota.”

That’s what the PLO’s ambassador to Lebanon, Abbas Zaki, told Lebanon’s NBN TV in an interview that aired last Wednesday and was translated by the Middle East Media Research Institute (MEMRI).

“In light of the weakness of the Arab nation and the lack of values, and in light of the American control over the world, the PLO proceeds through phases, without changing its strategy. Let me tell you, when the ideology of Israel collapses, and we take, at least, Jerusalem, the Israeli ideology will collapse in its entirety, and we will begin to progress with our own ideology, Allah willing, and drive them out of all of Palestine,” added Zaki.

The clip can be viewed at http://www.memritv.org/clip/en/1738.htm.

Hervorhebungen von mir. Hier haben wir den Etappenplan von Arafat, wie er 1974 vom Palestinian National Council abgesegnet wurde.

Elder of Zyion behandelt das Thema auch
:

Let me make this clear: this is a Palestinian Authority representative, speaking on the record on Lebanese TV, saying that he is only interested in the destruction of Israel and driving out all the Jews, and “harvesting” UN resolutions to help them with this goal.

Fuer alle, die nun argumentieren moechten, dass das nur die Frustration ueber die stockenden Verhandlungen sei: Faisal Husseini gab kurz vor seinem Tod im Mai 2001 (noch im Dezember 2000 wurde in Taba verhandelt und Barak besserte das Angebot von Camp David II nach) der aegyptischen Tageszeitung El Arabi ein Interview, in dem er ebenfalls sehr eindeutig, den Osloprozess als Taeuschung und Teil des Etappenplans erklaert.

Abu Zakis Einschaetzung, dass Jerusalem von zentraler Bedeutung fuer den juedischen Staat ist, scheint mir zutreffend. Ich kann nur hoffen, dass genuegend politische Kraefte das ebenfalls sehen, da Olmert es offensichtlich nicht tut.

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PSR Umfrage von Mitte Maerz: Unterstuetzung fuer Hamas - soso - Terror - oho!

April 8, 2008

Mitte Maerz wurde weithin ueber den Palestinian Public Opinion Poll No (27) berichtet, wonach Hamas politisch gestaerkt aus den Kaempfen gegen die IDF im Gazastreifen hervorgegangen sei.
PSR poll No. 27 - (13-15 March 200 8) Palestinian support for Fatah over Hamas declines

Jetzt, wo ich mir die genauen Fragen und Ergebnisse anschauen kann, bin ich nicht sicher, ob das die richtige Interpretation ist.
Frage 6 ergibt, dass eine Zweidrittelmehrheit der Befragten den Hamasputsch im Gazastreifen ablehnt, auch im Gazasteifen geben 65.1% ihre Ablehnung zu Protokoll (vs. 68.9% in der Westbank).
Frage 7: Im Gazastreifen selber finden es 50.3% der Befragten richtig, dass Hamas die Macht im Gazastreifen nicht aufgibt, gegenueber 47.9%, die das falsch finden. Dieser Unterschied von 2.8% liegt innerhalb der Fehlermarge von 3%.

In Frage 5 geht es um Parlamentswahlen. Im Gazastreifen wuerde die Fatahliste nach den Umfrageergebnissen mehr Stimmen bekommen als die Hamasliste: 42.7% vs. 40.4%. Auch diese Differenz ist innerhalb der Fehlermarge. Witzigerweise bekaeme die Fatah im Westjordanland weniger Stimmen als im Gazastreifen, nur 40.*% (vs. 34.8% fuer die Hamas).

Bei Frage 38, welche Partei die Befragten unterstuetzten, ist Fatah auch im Gazastreifen die Partei mit der meisten Unterstuetzung: 35.8% Fatah vs. 33.5% Hamas. In der Westbank sind es 28 % vs. 19.6%, die relative Mehrheit haben dort diejenigen, die keine Partei unterstuetzen mit 33%.

In Frage 9 wird nach der Legitimitaet der beiden Regierungen gefragt. In der Westbank und im Gazastreifen halten die Befragten die Regierung von Haniyeh fuer legitimitierter als die Regierung von Fayyad. Und der Abstand in der wahrgenommenen Legitimitaet ist in der Westbank groesser als im Gazastreifen: 5.1% vs. 3.4%!

In Frage 10 geht es um die Bedingungen der beiden Konfliktparteien zu einer Beilegung des Konflikts. Auch im Gazastreifen findet sich eine Mehrheit fuer die Fatahpositionen und zwar deutlicher als in der Westbank: 3.5% Differenz vs. 0.9% Differenz.

In beiden Befragungsgebieten ist man sich einig, dass es den Bewohnern des Gazastreifens schlecht oder sogar sehr schlecht geht: Bewohner der Westbank mit 89.2% und die Bewohner des Gazastreifens beschreiben zu 82.9% ihre Lage auch als schlecht/sehr schlecht. (Frage 13) Dem gegenueber meinen 27.3% der Bewohner der Westbank, aber 32% der Bewohner des Gazastreifens, dass es den Leuten im Westjordanland gut/sehr gut ginge. (Frage 14)

Dabei fuehlen sich die Befragten im Gazastreifen deutlich weniger bedroht in ihrer Sicherheit als die Menschen im Westjordanland: 54.3% im Gazastreifen, aber 68% in der Westbank geben an, sie empfaenden keine Sicherheit fuer sich und ihre Familie. (Frage 17)

Inzwischen sollte es uns nicht mehr ueberraschen, dass die Bewohner des Gazastreifens den Friedensprozess mehr unterstuetzen als die Menschen in der Westbank, 72.5% vs. 63% - das ist eine Differenz von fast 10%! (Fraege 16)

Gleichzeitig sind alle pessimistisch, was den Friedensprozess angeht. 80.5% im Gazastreifen und 79.6% im Westjordanland meinen, dass er scheitern wird. (Frage 34)

Ob sie einen Zusammenhang mit ihren Haltungen zu Raketen und Terror erkennen koennen? 65.3% im Gazastreifen und 62.1% in der Westbank finden die Raketen auf Sderot und Ashkelon gut. (Frage 24) Terroranschlaege gegen isr. Zivilisten in Israel finden 73.7% der Bewohner des Gazastreifens gut und auch 62.3% der Bewohner der Westbank. (Frage 35) Das steigert sich auf 91.2% und 79.1% im Fall des konkreten Anschlags in der Mercas HaRav Synogoge, wo 8 Schueler ermordet wurden. (Frage 36) Etwas weniger sexy, aber immer noch attraktiver als abstrakte Anschlaege scheint das Bombenattentat von Dimona zu sein: 89.4% der Bevoelkerung im Gazastreifen und 70.5% der Bevoelkerung im Westjordanland fanden das gut.

Und was die Popularitaet der Hamas angeht: Im Maerz 2006, kurz nach dem Wahlsieg der Hamas hatten wir schon einmal ganz aehnliche Schlagzeilen aus PSR Umfrage Nr. 17:

If elections are held today, 47% would vote for Hamas and 39% for Fateh. In the Gaza Strip, Hamas receives 51% of the vote and Fateh 37%. (In this poll 46% said that on the day of the elections in January 25, they have voted for Hamas and 44% said they have voted for Fateh. The actual official figures of the Palestinian Central Elections commission gave only 44% for Hamas and 41% for Fateh.)

Und so lautet die Pressemitteilung vom Maerz 2008:

If new parliamentary elections were to take place today, Hamas would receive 35%, Fateh 42%, other electoral lists combined 12%, and 11% remain undecided. This represents a significant increase in Hamas’s popularity compared to December 2007 when it received 31% compared to 49% to Fateh, 10% to other lists and 11% undecided. It is worth noting that Hamas’s popularity increased to 34% during the breaching of the Rafah border with Egypt during the last week of January while Fateh’s popularity dropped to 46%.

Innerhalb von zwei Jahren ist die Popularitaet der Hamas um ca. 20% abgesunken. Und selbst die gewaltsame Oeffnung der aegyptischen Grenze und die Kaempfe im Gazastreifen koennen ihre allenfalls einen Bonus von 3-4% verschaffen.

Uebrigens war die Unterstuetzung fuer Terror auch damals vergleichbar hoch, nur dass die Frage sehr suggestiv gestellt wurde:

5-4) Palestinian people have the right to resist occupation by all means but resistance should be concentrated in the lands occupied since 1967 and negotiations and popular resistance should continue

1) Definitely agree

19.1

18.0

20.9

2) agree

54.0

56.7

49.3

3) disagree

17.9

17.3

18.9

4) definitely disagree

6.2

4.4

9.5

5) DK/NA

2.8

3.5

1.5

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