NZZ Redaktion und Palaestinenser sind sich einig:


Wenn Israel das Patriarchengrab und das Rachelgrab im Westjordanland auf die Liste des juedischen Kulturerbes setzt, dann kann es sich nur um eine Provokation gegenueber den Palaestinensern handeln.

Natuerlich versucht Haniyeh, daraus politisches Kapital zu schlagen. Schliesslich ist im Westjordanland immer noch Fatah am Ruder und Hamas versucht, die Bevoelkerung auf ihre Seite zu bringen, indem sie sich als der entschiedenere Feind Israels praesentiert. Dass kleinere Terrororganisationen zu einem neuen Terrorkrieg aufrufen, ist ebenfalls klar. Das ist schliesslich ihr Rasion d’etre. Bei der Fatah fuehlt man sich genoetigt, mit der harten Position zu konkurrieren. Bemerkenswert finde ich, dass keiner der vermeintlich (Abbas) oder echten (Fayyad) Moderaten sich in der Lage sieht, der pal. Bevoelkerung klipp und klar zu sagen: “Natuerlich sind das uralte, juedische Staetten. Die Platzierung auf der Liste des israelischen Nationalerbes bringt vor allem Gelder fuer die Instandhaltung. Von den Touristen profitieren wir dann auch.” Stattdessen haelt Fayyad es fuer noetig, die Hamashaltung zu steigern, indem er Juden auch die Verbindung zur Jerusalemer Altstadt abspricht.

Wer sich das mal ruhig durch den Kopf gegen laesst, sieht vielleicht ein, warum mindestens in dieser Generation allenfalls ein Konflikt auf niedrigem Niveau, aber kein Friede mit den Palaestinensern moeglich ist.

Dass die NZZ mal wieder versucht, den Konflikt zu schueren, indem sie sich palaestinensische Positionen zu eigen macht, kann mich leider nicht mehr ueberraschen.

Und Juerg Bischoff kann anscheinend allen Ernstes schreiben, das Patriarchengrab sei in erster Linie eine Moschee!

Victor Kocher identifiziert sich mit Hamas


und bedauert, dass die Resolution zum Goldstonebericht im Unmenschen-Rechtsrat nicht einstimmig angenommen wurde. Die Redaktion sieht das nicht anders und titelt in aehnlicher Enttaeuschung “Bescheidenes Resultat des Goldstone-Berichts”

Im schoensten Orwellisch werden Terrororganisationen als “Bürgerrechtsaktivisten” bezeichnet. Und “die Palästinenser und ihre Freunde unter arabischen, islamischen, afrikanischen und blockfreien Staaten” machen eigentlich die “Stosskraft des Menschenrechtsrates” aus, nur werden sie leider durch die Passivitaet oder gar Ablehnung von einigen westlichen Staaten (der Schweiz kann man das nicht vorwerfen!) gebremst.

Palaestinensischen Graeuelpropaganda wird denn auch als “solide Dokumentation der Übergriffe beider Kriegsparteien im Goldstone-Untersuchungsbericht” beschrieben. Nett auch der Verweis auf die “arabische Zivilgesellschaft” und ihr Protest. “Willkommener Vorwand dafür boten die jüngsten Zusammenstösse im Aksa-Bezirk in Jerusalem.” Als waeren die Unruhen und die Proteste nicht sorgfaeltig organisiert und vorbereitet worden!

Und auch die Zusicherungen eines palästinensischen Bürgerrechtsaktivisten, dass die höchste politische Führung der Hamas ihre Bereitschaft zu einer Untersuchung ihrer Kriegsführung garantiert hat, konnte die vorgeschützten Einwände wegen «Einseitigkeit» des Goldstone-Berichts nicht mildern.

Kocher und die NZZ koennen gar nicht verstehen, wie man den Zusicherungen eines Buergerrechtsaktivsten (= Mitglied einer Terrororganisation s.o.) nicht automatisch Glauben schenkt. Die Hamas hat ihre Kriegsfuehrung uebrigens schon untersucht und zwar unter Druck ihrer Geldgeber in Teheran und Damaskus. Das Resultat dieser Untersuchung ist, dass sich Hamas nun mehr an Hizbollah und Al-Kaida-Methoden anlehnen will – bekanntlich handelt es sich dabei nur um vom voelkerrechtlich gebilligte Methoden voller Ruecksicht auf feindliche Zivilisten. Die aussergerichtliche Exekution von mutmasslichen Verraetern (Fatahanhaengern) entsprach ebenfalls allen Anforderungen der Menschenrechte:

Anschlag bei Kissufim vereitelt


Dass Hamas und affiliierte Terroristen regelmaessig die Grenzuebergaenge zwischen Israel und dem Gazastreifen angreifen, habe ich schon geschrieben.

Fuer heute war offensichtlich ein aehnliches Attentat geplant, wie dieses vor einem Jahr, bei dem zwei Soldaten getoetet wurden.

Und so berichtet die NZZ: Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen erschossen. Das klingt, als stellten sich israelisch Soldaten an der Grenze auf, um mal wieder jemanden zu erschiessen, nicht wahr? Dass es anscheinend zu einem Gefecht gekommen ist und ein israelischer Soldat per Hubschrauber ins Sorokakrankenhaus gebracht wurde, erfahren wir aus der NZZ nicht.

Kissufim scheint uebrigens wenigstens derzeit nicht fuer die Lieferung von Lebensmitteln und anderen Guetern des taeglichen Bedarf genutzt zu werden. Erez dient dem Personenverkehr, Kerem Shalom und Karni dem Gueterverkehr und Nahal Oz der Lieferung von Treibstoff. Ueber Kissufim wird “nur” Trinkwasser in den Gazastreifen geliefert: 4 Millionen Kubikmeter pro Jahr, obwohl die Gewaechshaeuser, von denen hier noch die Rede ist, natuerlich laengst durch Terrortrainingslager ersetzt wurden.

Und bisher vier Raketen aus dem Gazastreifen. In Sderot ist eine Frau, die innerhalb von 15 Sekunden einen geschuetzten Ort erreichen musste, beim Rennen gestolpert und hat sich ein Bein gebrochen.

Reinhard Meier schreibt fuer die NZZ, liest sie aber nicht


In seinem Kommentar Bomben statt Politik raetselt Herr Meier:

Auch bei der jetzigen Offensive im Gazastreifen ist vorläufig ein durchdachter Plan mit längerfristigen Perspektiven nicht erkennbar. Soll das Hamas-Regime gestürzt und vertrieben werden? Soll der Gazastreifen mit Bodentruppen erobert und wieder besetzt werden, nachdem die dortigen jüdischen Siedlungen unter internationalem politischem und militärischem Druck vor drei Jahren geräumt worden sind? Oder will Israel nur die Hamas dazu zwingen, den Raketenbeschuss auf sein Territorium einzustellen?

Dabei pfeifen es die Spatzen seit Shabbat von den Daechern und gestern hat auch die NZZ berichtet:

Als Ziel der Offensive nannte die Regierung in Jerusalem die Einstellung der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. Ministerpräsident Ehud Olmert sagte am Samstagabend, es gehe um «eine grundsätzliche Verbesserung der Sicherheitslage», und fügte hinzu: «Das kann einige Zeit dauern.»

Ein Hinweis auf die Voreingenommenheit von Herrn Meier ist auch dieser Satz:

Dass die Regierung Olmert solche Ratschläge (den Tod von Zivilisten moeglichst zu vermeiden, RB) bei den am Samstag begonnenen blutigen Luftangriffen gegen Ziele im Gazastreifen, die zum Machtsystem der Hamas gerechnet werden, berücksichtigt hat, muss man bezweifeln.

Hamas plazierte ihre militaerischen Einrichtungen mitten in Wohnviertel und neben Schulen platzierte. Trotzdem liegt bisher selbst nach pal. Angaben (=Propaganda) der Anteil von Zivilisten bei max. 10%. Das ist ein klarer Hinweis darauf, wie zielgenau die IDF vorgeht und mit welchem Eifer sie zivile Opfer zu vermeiden sucht.

Wer dagegen moeglichst viele zivile Opfer erzielen will, ist Hamas. Deswegen werden Verwundete daran gehindert, sich in aegyptische Krankenhaeuser evakuieren zu lassen.

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