Verdammt, wenn sie es tun


Dieser Text von Ralph Peters in der New York Post hat mir so gut gefallen, dass ich ihn in voller Laenge uebersetzt habe, sogar mit Umlauten!

Verdammt, wenn sie es tun

aber Israel ist tot, wenn sie es nicht tun

Tote Juden haben keinen Nachrichtenwert, aber das Töten von Terroristen bringt die Aktivisten weltweit in Rage. Am Samstag begann Israel machtvoll zurückzuschlagen gegen seine Peiniger. Jetzt ist Israel der Schurke. Mal wieder.

Wie lange wird es dauern, bis die UNO Generalversammlung eine internationale Holocaustfeier einführt?

Israels Luftangriffe auf unbestrittene terroristische Ziele der Hamas im Gazastreifen waren überfällig, sorgfältig geplant und präzise durchgeführt. Bis jetzt ist dieser Gegenschlag ein Lehrbuchbeispiel für postmoderne Luftwaffeneinsätze.

Anstatt mitten in der Nacht leere Gebäude zu bombardieren in der Hoffnung, damit blutrünstige Monster in friedensliebende Blumenbinder zu verwandeln – die Version der US-Luftwaffe von “Schock und Erfurcht” – hat sich die Israelische Armee daran gemacht, Terroristen zu töten.

Diesen Teil der Mission haben die israelischen Luftangriffe anscheinend erfüllt. Während ich schreibe, werden etwa 300 tote Terroristen aus dem Gazastreifen gemeldet. Inzwischen bemüht sich die Propagandamaschine der Hamas zu beweisen, daß 20 Zivilisten unter den Toten sind.

Angesichts der Tatsache, daß Hamas entsprechend terroristischer Praxis seine Kommandozentralen, Waffenlager und Übrungsplätze mitten in dicht bewohnte zivile Gebiete platziert, belegen diese Ergebnisse, daß die IDF unterstützt durch erstklassige Geheimdienstinformationen wohl eine Welle der akkuratesten Angriffe der Geschichte gefolgen hat, mit einem Verhältnis von 15 toten Terroristen auf einen getöteten Zivilisten.

Die schlechte Nachricht: das wird nicht reichen. Israel hat der Hamas einen schmerzhaften Schlag versetzt, aber keinen K.O. Die einzige Möglichkeit, eine solche Terrordrohung auch nur für eine begrenzte Zeit auszuschalten, wäre eine Bodenoffensive, bei der jedes Zimmer, jeder Keller und jeder unterirdische Gang in diesem Gebiet durchforstet wird.

Das würde hohe israelische Verluste bedeuten und natürlich die Verurteilung Israels durch jede selbstgerechte, korrupte und bigotte Organisation von Turtle Bay (Hauptquartier der UN in New York) bis Teheran.

Worin bestehen denn Israels “Verbrechen”? Nicht darin, palästinensisches Land zu rauben, sondern das Land fruchtbar zu machen, wodurch die Unfähigkeit und Faulheit der arabischen Kultur ausgestellt wurde.

Israels Verbrechen ist nicht, daß es gegen Terror zurückschlägt, sondern daß es Jahr für Jahr demonstriert, wie ein Land im Nahen Osten regiert werden kann, ohne auf Terror zurückzugreifen. Israels Verbrechen ist nicht, daß es Arabern Rechte verweigert, sondern daß es auf Menschenrechte für Frauen und Minderheiten besteht.

Israels Verbrechen besteht darin, daß es eine funktionierende Demokratie geschaffen hat, wo 5000 Jahre lang Tyrannei herrschte. Israels Verbrechen ist sein Überleben trotz der schlechten Chancen, während Legionen arabischer Nationalisten, islamistischer Extremisten und westlicher Linken jeden Juden tot sehen wollen.

Aber Israels größtes Verbrechen war, den globalen Opferkult bloßzustellen, zu beweisen, daß mit harter Arbeit, Ausdauer und Mut auch die größten Katastrophen der Geschichte überwunden werden können.

War es ein Verbrechen, den Gazastreifen der PA zu überlassen, dem Frieden eine Chance zu geben? Schaut Euch an, was Israel im Gegenzug bekommen hat, als es Land für Frieden tauschen wollte.

Laßt uns nie die grundlegende Wahrheit vergessen. Zwar sehnt sich Israel danach in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben, aber diese Nachbarn geben öffentlich zu Protokoll, daß sie Israel vernichten und seine Bevölkerung ausrotten wollen.

Der arabische und regionale Neid gegenüber Israel ist so allumfassend, so notwendig, um die arabische Kunst des Versagens zu entschuldigen, daß auch diese zielgenauen Luftangriffe kaum eine Kerbe in die Terrordrohung schlagen werden.

Wenn Israel keine langfristige Bodenoffensive durchführt – und tausende IDF Reservisten sind mobilisiert -, dann wird es bestenfalls eine vorübergehende Atempause von den Terrorangriffen geben. Sogar eine erneute Besetzung des Gazastreifens könnte das Problem nicht vollständig lösen.

Wir behüteten Amerikaner wollen nicht verstehen, daß es bei religiösen und ethnischen Konflikten oft keine gute Lösung gibt und nicht einmal eine schlechte, abgesehen von wirklich barbarischen Aktionen.

Nur selten führt ein Konflikt zu andauerndem Frieden. Unabsichtige Nebenwirkungen überwiegen. Manchmal muß nur um Zeit, eine Atempause gekämpft werden oder darum, die Absichten des Feindes eine Zeitlang zu vereiteln.

Mit dieser Situation sieht sich Israel konfrontiert: Keine Hoffnung auf einen ultimativen Sieg, sondern ein ständiger Kampf ums’s Überleben. Feinde, die sich von ihrem Gott beauftragt fühlen, können nicht beschwichtigt werden. Für vom Glauben getriebene Terroristen, wie der harte Kern der Hamas, ist der Kampf gegen Israel ein Nullsummenspiel. Kompromiss kann höchstens als Mittel zum Ziel eingesetzt, nie als Endzustand akzeptiert werden.

Was werden wir in den nächsten Tagen sehen? Viel hängt von Israels Entschlossenheit ab. Das wahrscheinlichts Szenarion ist, daß Hamas noch ein paar Wochen Raketen abschiessen wird, um den verletzten Stolz zu lindern und das Image des “Widerstands” aufrecht zu erhalten, aber schließlich seine Angriffe auf Israel einstellen wird, um die Führungsriege wieder aufzubauen und das Waffenarsenal wieder aufzufüllen.

Israel wird Zeit gewonnen haben, nicht Frieden.

Was hätte Israel besser machen können? Es ist unerläßlich, die Topleute der Terroristen aus dem Verkehr zu ziehen.

Aber die Israelische Regierung zögert die Hamasführung, die sich feige in Damaskus verstehen, und sogar die Hamasführer, die im Gazastreifen geblieben sind, anzugreifen.

Für Terrorbosse sind Offiziere und Fußvolk entbehrlich und ersetzbar. Man kann nicht nur die Kämpfer töten. Man muß die bekannten Namen erwischen.

Wir mögen Mitleid mit der durchschnittlichen palästinensischen Familie haben, die von Generationen korrupter Führer ausgebeutet wurden und nun in eine neue Runde der Gewalt geraten sind. Aber laßt uns nicht vergessen: Israel hat keine Tausende von blinden Rakten in palästinensisch Städte gefeuert, Israelische Selbstmordattentäter jagen keine arabischen Restaurants und Bushaltestellen in die Luft. Israel versucht Zivilisten zu schonen, während Hamas so viele Zivilisten wie möglich töten will.

In einer Welt ohne gute Antworten hat Israel gerade so gut wie möglich reagiert. Die Haltung der Welt? “Was, die Juden wagen es, sich zu verteidigen!”

Die Menschheit macht keine Fortschritte. Sie wechselt nur die Kleider.

Waffengesetze und Gewaltverbrechen


Vor knapp zwei Jahren habe ich mich unter dem Eindruck des Amklaufs am Virginia Tech damit beschaeftigt, der Korrelation von Waffengesetzen und Gewaltverbrechen nachzuspueren.

Meine Schlussfolgerung war, dass es allenfalls eine schwache Korrelation gibt und die umgekehrt zu den ueblichen Erwartungen: Die Verbreitung von Waffen in der Bevoelkerung scheint mit weniger Gewaltverbrechen zu korrelieren.

Die wenigen Terroristen in Mumbai konnten auch deswegen ein solches Blutbad anrichten, weil es in Indien so gut wie keine Waffen in privater Hand gibt.

Kindergaertnerin als Terroristin


Nur Arutz Sheva berichtet ueber diese Verhaftung. Da aber Name und Stadt angegeben sind, die Daten also sehr leicht ueberpruefbar sind, ist davon ausgegangen werden, dass der Fall korrekt wiedergegebn wird.

Samiya Abu-Ghanem ist 21 Jahre alt. Sie wollte studieren, in der Zwischenzeit verdiente sie als Assistentin einer Kindergaertnerin etwas Geld. So weit, so schoen. Ich kann mir ohne weiteres, eine warmherzige junge Frau vorstellen, vergoettert von den Kindern, geschaetzt von den Eltern. Sie lebte und arbeitete in der gemischten Stadt Ramle, wo Juden mit einer signifikanten arabischen Minderheit zusammenleben. In den Nachrichten und in meinem Blog kam Ramle zuletzt vor, weil die Frauen ihrer Sippe der Abu-Ghanem, sich gegen die haeufigen Ehrenmorde zu wehren begannen.

Aus einem Grund, den ich nicht kenne, gingen die Rekrutierer der Al-Aksa-Brigaden davon aus, dass Samiya ein lohnedes Ziel sein koenne. Sie hatten Recht. Samiya liess sich anwerben. Sie sollte mithelfen, einen juedischen Israeli zu entfuehren und einen Selbstmordattentaeter zum geplanten Tatort zu bringen. Dann griff der Shin Bet (Sherut Bitachon – Sicherheitsdienst) ein und verhaftete Samiya.

Ob Samiya erpresst wurde? Hatten die Al-Aksa-Leute etwas gegen sie in der Hand, weswegen sie “geehrenmordet” werden konnte?

Das T-Wort


Paul13 auf “No Blood for Sauerkraut” hat heute einen schoenen Text dazu, auf wen westliche Medien das T-Wort anwenden und auf wen nicht.

Mir faellt zum selben Thema bei der Epoch Times etwas auf: Sucht man dort mit dem Wort “Terrororganisation”, stellt sich schnell heraus, dass Al Kaida anscheinend die Markenbezeichung fuer sich reservieren konnte. Zu Hisbollah wird vermerkt, dass die USA sie als solche sehen, aber die EU nicht. Ausserdem rutschen noch Islamischer Jihad und Asar el-Islam mit einer einzigen Nennung in diese Kategorie, Hamas kein einziges Mal, von so moderaten Gruppen wie den Al-Aksa-Brigaden ganz zu schweigen.

Aber es gibt noch einen Fall, wo die Bezeichnung offensichtlich keinem Zweifel unterliegt:

Vater von Obamas neuem Stabschef war Mitglied einer Terrororganisation

Und im Aufreisser heisst es:

Der Vater vom Stabschef des gewählten Präsidenten Barack Obama war ein Mitglied einer der skrupellosesten Terrororganisationen der Welt, verantwortlich für die Tode vieler britischer Soldaten und unschuldiger Zivilisten im damaligen Palästina. Diese höchst beschämende Enthüllung wird die Debatte bezüglich seiner eigenen früheren Verbindungen zu radikalen Gruppen, die die Wahlkampagne Obamas ständig begleitet hatten, sicher weiter anheizen.

Hier erfahren wir also, dass ETZEL (Irgun Zvai Leumi = Nationale Wehrorganisation) Al-Kaida wohl hinter sich laesst, was Skrupelosigkeit und Opferzahlen angeht. Wer weiterliest, findet im ersten Absatz, woher diese abenteuerliche Einschaetzung stammt. Der britische (!) Geheimdienst hat damals (!) die gegen die britische Mandatsregierung aktive Gruppe so eingeschaetzt. Relativiert die Sache ein bisschen, nicht wahr?

Kurz bevor Großbritannien 1947 schließlich aus Palästina abgezogen wurde – und den Weg pflasterte für die Gründung von Israel

Tststs und ich hatte gemeint, dass Grossbritannien das Mandat ausdruecklich erhalten hatte, um dort eine nationale Heimstatt fuer Juden auf den Weg zu bringen.

Als Erben der Philisophie des zionistischen Eiferers Vladimir Jabotinsky haftet die Irgun-Gruppe dem Traum eines jüdischen Staates vom Jordan bis zum Suezkanal an. Um ihn zu verwirklichen, hat die Gruppe zu den Waffen gegriffen. Ihre Insignien waren ein Gewehr, das mit geballter Faust emporgehalten wird, umrandet von dem Motto „nur das”.

Und hier formuliert der Autor, als ob Etzel weiterhin existierte und aktiv sei. Kleines Update: Ben Gurion hat die Organisation bereits im Juni 1948, also Tage nach der Staatsgruendung, aufgeloest, und Etzel liess sich gewaltlos aufloesen…

Terror in Jerusalem (mal wieder)


Gestern abend hat ein 19jaehriger Araber aus demselben Jerusalemer Vorort, aus dem auch der Moerder des Yeshivaanschlags stammte, sein Auto in eine Menschenmenge gesteuert und dabei 17 Menschen verletzt, einige davon schwer.

Elder of Ziyon hat ein paar Reaktionen aus der Fatahpresse, sie sind durchweg positiv.

Nun wird ueber die Motive spekuliert. Ma’an berichtet, dass eine bisher unbekannte Organisation “Nisour Al-Jalil” den Terroranschlag fuer sich reklamiere. Gleichzeitig weiss man bei Ma’an aber schon genau, dass diese unbekannte Gruppe zum Islamischen Jihad gehoert und dass es sich um eine “natuerliche Reaktion” handle:

The militant group affiliated with Islamic Jihad said the operation was “a natural reaction to the ongoing Israeli atrocities against the Palestinian people,” according to a statement obtained by Ma’an.

Hamas sieht das genauso.

In Y-net mutmasst Hanan Greenberg, dass der junge Mann sich aus unerwiderte Liebe zu dem Attentat entschloss. Dort erfahren wir auch, dass das Mordwerkzeug ein schwarzer BMW war.

Die Jerusalem Post hat noch etwas mehr Information zum Auto:

He left his east Jerusalem home with the car that his parents had bought him and which was to be his when he got his driver’s license, and went on the rampage.

Hier wird uns wieder einmal schlagend vorgefuehrt, dass Armut zu Terror fuehrt. Wahrscheinlich handelte es sich um ein gebrauchtes Fahrzeug anstatt um einen neuen BMW.

Ganz zufaellig fand das Attentat auch im Heiligen Fastenmonat Ramadan statt, obwohl der Widerspruch zur “Religion des Friedens” so eklatant ist, dass nur von einer anti-islamischen Aktion die Rede sein kann.

“Kein Friede im Nahen Osten, solange Israel existiert.”


Danke, Herr Nasrallah fuer die klare Darstellung.

Wenn sich nun auch noch diverse EU-Staaten durchringen koennten, die Hisbollah als Terrororganisation zu deklarieren.

The Europeans are not solidly opposed to listing Hezbollah as a terrorist group, the officials said. The Netherlands, Italy and Poland support the Bush administration’s view, several officials said, while Germany and Britain believe the issue is moot unless the French change their minds. One European diplomat said other countries were “hiding behind” France on the issue.

Auch in Deutschland kann der Fernsehsender der Hisbollah Al-Manar weiterhin empfangen werden, nur Frankreich und Spanien haben in verboten und die Niederlande verstecken sich hinter technischen und buerokratischen Vorwaenden.

Was muss Hisbollah und/oder Nasrallah eigentlich noch tun, um die Europaeer davon zu ueberzeugen, dass die Organisation sich selber nicht als karitative Einrichtung versteht?

Der Verlust eines geliebten Menschen


ist immer ein tiefer Einschnitt. Besonders hart ist er, wenn ein junger Mensch ploetzlich von uns gerissen wird. Seine Angehoerigen und Freunde konnten sich nicht auf den Verlust vorbereiten, wie es bei einer langen Krankheit oder bei hohem Alter geschieht. Am allerschlimmsten ist es wohl, wenn der Tod durch Gewalt verursacht wurde.

Jeder reagiert auf ein solch traumatische Geschehen auf andere Weise. Bei Nurit Peled-Elhanan haben wir eine besonders psychopathische Reaktion gesehen. Sie ist die Ausnahme. Waehrend wir viele Angehoerige von Terroropfern aus den Augen verlieren, so hoeren wir doch in manchen Faellen wieder von ihnen. Die Angehoerigen von Danny und Einat Haran, die von Samir Kuntar brutal ermordet wurden, gaben diesen Sommer zu Protokoll, dass sie einer Freilassung von Kuntar im Austausch fuer lebende Soldaten zustimmen. Wie wir wissen, fand der Austausch gegen Saerge statt. Auch Yitzchak Levy und Stephen Flatow, die beide eine Tochter durch Terror verloren haben, waeren mit einer Freilassung der Moerder einverstanden, wenn dadurch Geiseln gerettet werden koennen. Die angebliche “juedische Rachsucht” wird nicht bestaetigt.

Die Familie Wachsman hat sich zur Erinnerung an ihren Sohn Nachshon dem Shalva-Zentrum in Jerusalem fuer geistig behinderte Kinder gewidmet. Die Eltern von Koby Mandel haben die nach ihm benannte Stiftung ins Leben gerufen, um den Angehoerigen von anderen Terroropfern zu helfen.

Auch die Familie Khoury will mit ihrem Leid in einer Weise umgehen, die anderen Menschen helfen kann. Ihr Sohn George wurde fuer einen Juden gehalten, als er in Jerusalem joggte und von Al-Aksa-Terroristen deswegen ermordet. Jetzt hilft die Familie, die Uebersetzung von Amos Oz “Eine Geschichte von Liebe und Finsternis” ins Arabische zu finanzieren.

Moege der Ewige sie und alle Trauernden in Zion und Jerusalem troesten.

Italien, Terror und die Moral von der Geschicht


Francesco Cossiga war von 1976 bis 1978 Inneminister, von 1979 bis 1980 Ratspraesident, von 1983 bis 1985 Senatspraesident und schliesslich von 1985 bis 1992 Praesident der Republik Italien. Inzwischen gehoert er zu den Verschwoerungstheoretikern, die den CIA und Mossad fuer den 11. September verantwortlich machen.

In Corriere de la Sera, der gleichen, angesehenen und verbreiteten Zeitung, der er im vergangenen November seinen Verschwoerungsmist verzapft hatte, schreibt Cossiga am 15. August, dass es zwischen dem Staat Italien und diversen pal. Terrororganisationen ein “Gentlemen’s Agreement” gegeben habe. Ich neige dazu, ihm diese Information abzunehmen, umso mehr als sie schon im Interview des Corriere mit Bassam Abu Sharif vom Vortag und anschliessend von Giovanni Pellegrini bestaetigt wird.

Der Witz ist, dass alle drei (Abu Sharif, Cossiga, Pellegrini) davon ausgehen, dass Aldo Moro federfuehrend bei diesem gegenseitigen “Nicht-Angriffspakt” war. Als Moro dann von den Roten Brigaden gekidnappt worden war, setzte er seine Hoffnung auf den Einfluss der von ihm geduldeten pal. Terrororganisationen. Seine Annahme, dass ein solcher Einfluss bestand, war richtig. Nur hatten die Palaestinenser offensichtlich kein Interesse daran, sich fuer Moro zu verwenden. Nach 55 Tagen Gefangenschaft wurde Aldo Moro ermordet.

Merke: Mit Terroristen sind keine Gentlemen’s Agreements moeglich – aus dem einfachen Grund, dass es unmoeglich ist, gleichzeitig Terrorist und Gentleman zu sein. Die linke, romantische Verklaerung des Terroristen zum Freiheitskaempfer tut sich schwer mit dieser Erkenntnis. Sie ist aber trotzdem banal.

Irgendwelche Aehnlichkeiten mit dem Verhalten von Claudio Graziano sind natuerlich rein zufaellig, nicht wahr?

Die Frau im Islamismus: Aafia Siddiqui


Aafia Sidiqui stammt aus Pakistan. Sie studierte Biologie am MIT Biologie mit Abschluss 1995 und machte ihren Doktor in Neurologie 2001 an der Brandeis Universitaet. Sie ist oder war mit einem Arzt verheiratet, der ebenfalls aus Pakistan stammt. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder, wobei die Ehe bei der Geburt des Juengsten schon zerruettet oder geschieden war.

She went to MIT and Brandeis, married a Brigham and Women’s physician, made her home in Boston, cared for her children, and raised money for charities. Aafia Siddiqui was a normal woman living a normal American life.

So beginnt ihr Protraet im Boston Magazine vom Oktober 2004. Und warum brachte die Zeitschrift damals ueberhaupt einen Text ueber eine so normale Amerikanerin?

Im Mai 2004 erschien ihr Photo auf einer Fahndungsliste des FBI.

Ein Jahr zuvor, im Maerz 2003 hatten pakistanische Sicherheitskraefte Khalid Sheikh Mohammed verhaftet, dessen Verbindung zum Attentat vom 11. September nicht in Zweifel gezogen wird. Im Verhoer nannte er Aafia Siddiqui eine Al-Kaida Funktionaerin.

Einen Monat spaeter verschwand Aafia mit ihren drei Kindern spurlos.

Interessierte Kreise brachten das Geruecht in Umlauf, sie sei auf amerikanisches Verlangen von pakistanischen Behoerden verhaftet worden und wuerde im US-Gefaengnis in Bagram als Gefangene Nr. 650 gehalten.

Komischerweise finde ich keine Diskussion darueber, dass sie auch untergetaucht sein koennte.

Am 16. Juli 2008 wurde Siddiqui von afghanischen Truppen in Afghanistan verhaftet, die sie am naechsten Tag US-Truppen uebergaben. Dabei gelang es ihr, eine Waffe zu greifen und loeste damit einen Schusswechsel aus, indem sie selber verwundet wurde.

Inzwischen ist ziemlich klar, dass Siddiqui tatsaechlich eine hohe Position bei Al-Kaida innehatte:

When she was arrested in Afghanistan last month, Aafia Siddique allegedly had in her possession maps of New York, a list of potential targets that included the Statue of Liberty, Times Square, the subway system and the animal disease center on Plum Island, detailed chemical, biological and radiological weapon information that has been seen only in a handful of terrorist cases, as well as a thumb drive packed with emails, ABC News has learned.

(…)

Only a “handful” of captured alleged Al Qaeda associates have had the kind of detailed information on weapons of mass destruction that Siddique, who attended MIT as an undergraduate and earned her PhD in neuroscience at Brandeis, had in her handbag, multiple current and former US intelligence and law enforcement officials told ABC News.

“She is a very dangerous person, no doubt about it,” said a senior US counter terrorism official. “This is a major haul, a major capture for the FBI,” said Kiriakou. “To find someone who has such rich information, computer hard drives, e-mails, that is really a major capture.”

(…)

Heute verlangt Pakistan, dass Siddiqui wieder an Pakistan ueberstellt werden solle.

Dass die Geruechte unter den gegebenen Umstaenden wenig Sinn machen, verhindert natuerlich nicht, dass bestimmte “Menschenrechtsorganisationen” sich fuer Siddiqui einsetzen.

Die Berichterstattung in Europa zu Aafia Siddiqui ist erstaunlich duenn. Gefunden habe ich nur diesen Bericht bei BBC, der mehr als deutlich durchblicken laesst, dass Siddiqui wohl amerikanischer Paranoia zum Opfer falle.

Wo ihre drei Kinder sind, scheint nicht bekannt zu sein.

P.S. Siddiquis Wohltaetigkeit beinhaltete, Koranausgaben an Gefaengnisinsassen zu verteilen. Das hat mich an etwas erinnert. Hier ist die Studie von 2006:
Prisons, Radical Islam’s New Recruiting Ground?: Patterns of recruitment in US, and comparison with the UK, Spain and France

Terroranschlag im Libanon und mein Senf dazu


Bomb in northern Lebanese city kills 18

Noch hat sich keine Organisation zu dem Anschlag bekannt, daher sind alle meine Ueberlegungen pure Spekulation:

In diesem Gebiet haben sich im Mai Hisbollah mit Sunniten und Drusen, die die Regierung des 14. Maerz unterstuetzen, heisse Gefechte geliefert. Diese Unruhen, wie auch schon fruehere, waren von der Hisbollah initiiert worden, weil sie mehr Einfluss in der Regierung forderte. Und im Doha-Agreement, das die Maikaempfe beendete, bekam sie genau das: Mit 11 Ministern stellt die Opposition mehr als ein Drittel des Kabinetts und hat nun Vetomacht.

Gestern wurde die entsprechende Regierung installiert.

On Tuesday, after a five-day debate and weeks of negotiations that preceded it, the parliament approved a national unity government that gives Hizbullah a more powerful say in the running of the country, including veto power over major decisions.

Mit anderen Worten, der Hase ist im Sack, weitere Ruecksichten brauchen nicht genommen zu werden, da kann man alte Rechnungen begleichen!

Das Doha-Abkommen war ein Ausverkauf der Demokratie im Libanon, der noch dazu vom Westen in den hoechsten Toenen geruehmt wurde. Befriedungsversuche gegenueber Akteuren wie Hisbollah, Syrien, Iran (Russland kann der Achse, zu der auch Hamas gehoert, vermutlich schon hinzugefuegt werden) ermutigen weitere Gewalt.

Dazu passt, dass deutsche Sicherheitsbehoerden anscheinend auch gerade das mehr oder weniger dumpfe Gefuehl haben, dass Deutschland und Hisbollah vielleicht gar kein Gentlemen’s Agreement haben, sondern dass die “besondere Beziehung” und Duldung als Schwaeche ausgelegt wird und dass Hisbollah sich jederzeit die Option zu Terroranschlaegen auch in Deutschland offen haelt.

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