Mutterliebe


heisst das Buch von Elisabeth Badinter, das zur Grundausstattung einer feministischen Studentin gehoerte. Ich habe mein Exemplar noch, vielleicht sollte ich es jetzt, wo ich selber Mutter bin, noch einmal lesen.

Welche Art Aggression steckt in einer Mutterliebe, die ihre Kinder in den Tod schicken moechte? Suicide bomber’s family: „We’re very proud of him“

The mother of Muhammed Faisal Saksak, the 21-year-old suicide bomber who carried out Monday’s attack in Eilat, said she was aware of her son’s plan to blow himself up and that she had wished him „good luck.“

(…)

The mother of nine said she was proud of her son for carrying out the suicide attack. „I pray to Allah that Muhammed will be accepted as a shaheed [martyr],“ she said shortly after hearing about the Eilat bombing. „I hope that his martyrdom will deliver a message to the Fatah and Hamas fighters to stop the fighting and direct their weapons against the one and only enemy – Israel.“

Ruwaidah said she was prepared to „sacrifice“ all her sons „for the sake of the Aqsa Mosque and Palestine.“ (…)

Bei Dr. Santity finde ich Erklaerungsansaetze Where Have All The Mothers Gone?

Women subjected to institutionalized, societal abuse (such as what we saw under the Taliban; and what we see to a greater or lesser extent in almost all Islamic countries–where physical abuse is sanctioned; where women are sexually demonized; where they are deprived of education, as well as physical, social, economic and political freedom) are hardly in a psychological position to be able to provide effective „nurturing“ to children.

Women whose own aggressive impulses have been savagely constrained by society and who have few options to sublimate those impulses, are at grave risk of encouraging aggressive and violent „acting out“ on the part of their children on their behalf– especially the male child who must be seriously conflicted about his love for and identification with a lowly-regarded woman.

In other words, such women will hardly prevent inappropriate aggression in their offspring, when such aggression vicariously meets their own needs. And the male children will have to assert their separation and distance from the debased female that is their mother, as aggressively and violently as possible.

Uebrigens stelle ich gerade fest, dass Elisabeth Badinter die Tochter von Marcel Bleustein-Blanchet ist. Bleustein ist natuerlich ein juedischer Name und Blanchet hatte er sich als Nom de Guerre in der Resistance zugelegt.

5 Antworten

  1. Kleiner Tip zur besseren Lesbarkeit: setz die Links doch direkt in die Schlüsselworte ein, sonst springt das Auge verzweifelt hin und her…

    Badinter ist da glaub ich nicht die richtige Lektüre, denn bei ihr geht es weniger um Aggression, mehr um Gleichgültigkeit und Vernachlässigung – und sie ist von der Emotionalisierung des Mutter-Kind-Bondings, das mit Rousseau und der bürgerlichen Gesellschaft heraufdämmert, nicht begeistert. Als Anhängerin von Philippe Aries gehört sie zu der Schule der reinen „nurture“-Theorie. M.E. brauchst Du die nicht noch mal zu lesen, es sei denn, Du interessierst Dich gerade ganz doll fürs 18. Jahrhundert.

    Die Sache mit der Aggression und ihrer Geschichte findet sich bei Melanie Klein, ebenfalls jüdisch!, psychoanalytisch verquast – aber von unerfreulicher Ehrlichkeit, wie weit die negativen Gefühle nun mal auch in der schönen Dyade toben. Dann natürlich de Mause, der das endlose Leid prämoderner Kindheit beschreibt, die für längst noch nicht alle Kinder zu Ende ist.

    Auf der anderen Seite der querelle d´enfance stehen Autoren, die in der Mutterliebe eine Konstante sehen, was ebenfalls zu problematischen Ergebnissen führen kann. Sie neigen dann dazu, Mutterliebe zu idealisieren und von Müttern ideale Liebe zu verlangen.

    Aber die relevanteste Lektüre zum Thema Mutter-Kind-Verhältnis, die ich seit langem gelesen habe, war Sarah Blaffer Hrdys Analyse. Eine Soziobiologin, die zu absolut spannenden Einsichten kommt. Das ist eine Lektüre, die mir nicht nur wissenschaftlich, sondern auch für mein eigenes Nähkästchen ein paar neue Impulse gegeben hat.

    Und Bilder zum Thema bei Mideast Youth: http://www.mideastyouth.com/2007/01/26/spiritual-child-abuse/

    Ganz übel, wozu Eltern ihre Kinder mißbrauchen.

    Entschuldige, aber das MUSSTE einfach raus. Ist nun mal mein Thema!

  2. Lila,

    das muss ich morgen am anderen Computer richten. Das Teil, mit dem ich jetzt arbeite, ist diesen Feinheiten nicht gewachsen. Natuerlich haette ich noch warten koennen, bis ich auf „Veroeffentlichen“ druecke, aber ich dachte, um die Zeit schaut eh‘ niemand mehr herein. Wie man sich taeuschen kann!

    Vielen Dank fuer die Literaturtips, ich werde schauen, was ich finden kann. Ich war waehrend meines Studiums hin und weg von den Annalisten. Ich finde es spannend, Buecher nach langer Zeit wieder zu lesen und die Eindruecke zu vergleichen. Vor allem aber sitze ich hier bibliotheksmaessig ziemlich auf dem Trockenen udn „recycle“ daher meinen Buecherschrank.

  3. Und mir haben gerade zwei Familien die Büchersammlungen der seligen Großeltern angeboten, nein sogar drei!, und ich habe abgelehnt. Mein Haus ist voll. Mehr Bücher kann ich beim besten Willen nicht unterbringen. Allerdings genieße ich auch die UB von Haifa. Die ist einfach unerschöpflich. Ich habe da die Dissertation meines alten Deutschlehrers gefunden, wirklich eine abgelegene Scharteke über eine rheinische Heilige des Mittelalters. Da findet man fast alles.

  4. Lila, wenn Du noch einmal Buechersammlungen angeboten bekommst, koenntest Du dann bitte an mich denken?
    Die Bibiliothek der BGU ist sicher nicht so gut wie Haifa, aber ich kann sie bisher nicht nutzen. Fuer Nichtangehoerige der Uni ist sie eine reine Standbibliothek und schliesst ihre Tore um 20:00. Da bringe ich aber erst die Kinder ins Bett…

    Was ich noch fragen wollte, ich dachte, Du bist Kunsthistorikerin? Hast Du auch Psychologie oder Paedagogik studiert?

  5. Echt ich bin beeindruckt, ich komme nicht dazu solche Bücher zulesen, muss mich auf meine Kursliteratur die in meinem Fall gerade um Museen geht beschränken.Nun ja ich handle das Thema dann praktisch ab. Liebe Grüsse an Euch Beide (Bei uns ist heute nu der letzte januargeburtstag und dann erst mal 15 Tage Ruhe🙂

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