Sunni versus Shia – eine Strategielinie des Irans


Bei Publius Pundit finde ich immer wieder ausgezeichnete Analysen. Ich habe ihn nur deshalb noch nicht in meiner Blogroll untergebracht, weil er mein Laender bezogenes Schema sprengt. Wahrscheinlich sollte ich das noch einmal ueberdenken…Auch dieser Beitrag ist so wichtig und erhellend, dass ich zentrale Punkte auf Deutsch uebersetzen und Argumente paraphrasieren werde.

Iran versteht den Zusammenhang (bzw. oft die Kluft) zwischen Innenpolitik und der Fuehrung eines Landes. Die ueberwiegend sunnitischen arabischen Regimes im Nahen Osten unterdruecken ihre shiitischen Minderheiten seit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Sie sind grundlegender Menschenrechte beraubt – sogar mehr als der Rest der Bevoelkerung – in aller Regel arm und Zwaengen ausgesetzt, die verhindern, dass sie irgendetwas fuer sich schaffen koennten. Die Shiiten stellen eine beachtliche Bevoelkerungsgruppe dar, in bestimmten Gebieten besonders konzentriet und daher ein reifes Ziel fuer iranische Infiltration – genau wie im Irak und im Libanon.

Die Dynamik dieser Shia-Revolution entspricht der bolivarischen Revolution von Hugo Chavez. Sie basiert auf dem Resentiment einer unterdrueckten Mehrheit gegenueber den herrschenden Klassen. (…)
Die Gemeinschaft der Shia dagegen ist eine Minderheit in der islamischen Welt, nur 15% der Gesamtbevoelkerung. Aber sie stellen in manchen dicht bevoelkerten Gebieten eine Mehrheit. Ueber 60% der Bevoelkerung von Bahrain ist shiitisch. Im Yemen, Kuwait, den Vereinten Emiraten und Qatat gibt es grosse shiitische Minderheiten, die vor allem in den Hauptstaedten konzentriert sind. Sogar Saudiarabien hat eine grosse Shia-Minderheit, die in der oestlichen Provinzen Al-Hasa und in den westlichen Provinzen Jizan, Najran, Asir, Al-Baha und Abha Mehrheiten bilden. Bedeutungsvollerweise haben Bahrain, Kuwait, Quatar, die Emirate und Oman auch groessere persische Minderheiten. Sie sind meistens Gastarbeiter ohne irgendwelche Rechte und daher anfaellig fuer Radikalisierung.

Dann folgen Hinweise darauf, dass der Iran tatsaechlich eine solche Strategie der Unterwanderung und Radikalisierung verfolgt.

Es koennte ironisch genannt werden, dass der Iran seine Polititk des Ideologieexports beginnt, waehrend die USA ihr eigenes beenden. Manche moegen das als Deeskalation des Konflikts der beiden sehen, dabei ist es in Wirklichkeit eine Travestie. Demokratie und liberale Reformen sind moeglicherweise der einzige Weg, wie die arabischen Regierungen den steigenden innenpolitischen Druck ablenken und weitere iranische Infiltration und Einflussnahme verhindern koennen. Die Shia hat wirklich berechtigte Beschwerden – und der einzige Weg, diesen Zorn wirksam umzulinken, waere Institutionen einzufuehren, durch die diese Punkte angegangen werden koennen. Demokratie und nicht radikaler Islam ist die Antwort.

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