Islamisten sind keine kleine Minderheit


so wuerde ich die Ergebnisse der Studie Muslim Public Opinion on US Policy, Attacks on Civilians and al Qaida zusammenfassen.

Der Link ist im pdf Format, ich kann also nicht per copy & paste Kostproben auftischen. Daher nur ein paar Bemerkungen zu Punkten, die mir aufgefallen sind.

Verglichen werden die Auffassungen der Buerger in vier muslimischen Staaten: Marokko, Aegypten, Pakistan und Indonesien. Die Antworten der Aegypter sind fast durchweg am extremsten, gefolgt von denen der Pakistanis. In Pakistan scheint ein Klima der Angst zu herrschen. Bei mehr als einer Frage ziehen es absolute Mehrheiten von Pakistanis vor, sich gar nicht zu einer Frage zu aeussern.

Anscheinende Widersprueche:
77% der Aegypter halten Anschlaege auf Zivilisten fuer nicht gerechtfertigt. Gleichzeitig halten 41% Selbstmordanschlaege fuer gerechtfertigt und 19% fuer manchmal gerechtfertigt, das sind 60% Unterstuetzung fuer Selbstmordanschlaege. Die Studie kommentiert:

The fact that Egyptians respondents also said that they are strongly opposed to attacks on civilians suggests that Egyptians may tend to think of suicide attacks as being against non civilian targets.

Das kann ich aufklaeren: In Aegypten geniesst der geborene Aegypter, Sheikh Yusuf al-Qaradawi, grosses Ansehen und scheint ueberhaupt den arabisch-muslimischen Mainstream zu repraesentieren und der deklarierte schon 2001, dass es gar keine israelischen Zivilisten gibt:

„I am astonished that some sheikhs deliver fatwas that betray the mujahideen, instead of supporting them and urging them to sacrifice and martyrdom,“ announced Qaradawi.[8] Responding specifically to the imam of Mecca, Qaradawi stated, „It is unfortunate to hear that the grand imam has said it was not permissible to kill civilians in any country or state, even in Israel.“[9] Qaradawi based his opposition to these fatwas on the premise that Israelis were not civilians but rather combatants in a war of occupation waged against the Palestinians. He argued that Israeli society was completely military in its make-up and did not include any civilians … How can the head of Al-Azhar incriminate mujahideen who fight against aggressors? How can he consider these aggressors as innocent civilians?[10]

74% der Aegypter sind dafuer, dass in allen muslimischen Staaten Sharia angewendet werden soll. Gleichzeitig halten 92% die Globalisierung und 82% Demokratie fuer eine gute Sache. Offensichtlich halten viele der so Antwortenden fuer moeglich, dass sich eine Mehrheit fuer die Einfuehrung der Sharia entscheidet. Sie scheinen auch davon auszugehen, dass sich der Islam, so wie sie ihn verstehen, in einer vernetzten Welt durchsetzen wird.

40% der Aegypter stehen Osama Bin Laden positiv gegenueber. Gleichzeitig glauben ihm aber nur 28%, dass Al Qaida die Verantwortung fuer den 9/11 hat. 29% sehen Israel, 9% die USA und 5% andere (zusammen 43%) als die Verantwortlichen.

Nach meinem Verstaendnis wird die Situation vor allem durch die repressive Politik der Mubarakpartei gepraegt. Die Muslimbruderschaft hat sich in der Opposition als Alternative etabliert und verfuegt ueber die Sympathien der Bevoelkerung, ohne dass sie je etwas unter Beweis stellen musste.

Eine Antwort

  1. Schwere Zeiten stehen uns bevor. Insbesondere weil einige dieser Länder mit höchstmodernen Waffen von den USA beliefert werden.

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