Azmi Bishara – Verraeter an Israel?


Seit ein paar Wochen ist Azmi Bishara, Knessethabgeordneter fuer die israelisch-arabische Partei Hadash, ausser Landes. Vorgeworfen wird im Landesverrat und zwar soll er im speziellen waehrend des Kriegs im letzten Sommer Informationen an die Hisbollah weitergeleitet haben und dafuer bezahlt worden sein.

Claudio Casula schreibt dazu in „Spirit of Entebbe“:

Azmi Bishara, inzwischen zurückgetretener Abgeordneter der Knesset, bleibt in Qatar. Das ist eine gute Nachricht, auch für die arabischen Bürger Israels, denn auf einen Vertreter, der mit der Hisbollah kungelt – also genau der Terrortruppe, die ihre Katjuscha-Raketen auch in arabisch-israelische Wohnquartiere im Galil feuerte – können sie gut verzichten.

Leider ist auch das schon mehr frommer Wunsch als Wirklichkeit:

Hadash official: Hizbullah not Israeli Arabs‘ enemy

The Balad movement held a rally in support of former Knesset Member Azmi Bishara, who is under investigation for suspected collaboration with the enemy during the Second Lebanon War last summer.

Over 3,000 supporters attended the rally in Nazareth on Saturday, and protested what they defined as “the cruel campaign against Bishara and the Arab population in Israel”.

The rally was organized by all political Arab factions, and featured speakers such as Hadash chairman MK Mohammad Barakeh, Sheikh Raed Salah, MK Talab El-Sana, and Higher Arab Monitoring Committee Chairman Shawki Khatib.

„What is Bishara accused of? Collaborating with the enemy? Hizbullah isn’t our enemy, the Israeli occupation is the enemy. Olmert, Diskin and Lieberman the immigrant will not succeed in removing us from our land,“ Hadash’s Secretary-General Ayman Auda said.

(…)

Die arabischen Parteien schliessen sich retroaktiv dem mutmasslichen Landesverrat an.

Leider muss auch ich Caroline Glick Recht geben: Column One: Bishara and the Old Guard

Dass Bishara das Land verlassen konnte, verraet, dass der Shin Bet (Innere Sicherheit) ihn lieber im Ausland sieht als in Untersuchungshaft. Der von Glick vermutete Grund (die links orientierte Justiz wuerde zwei Augen zudruecken) ist plausibel, aber nicht die einzig moegliche Erklaerung. Im stillen wuerde ich mir ja wuenschen, dass Bishara umgedreht wurde und nun fuer den Mossad spioniert. Aber das glaube ich selber nicht. Bishara weiss sehr genau, mit wem er es zu tun hat. Seine Familie, seine Anwaltskanzlei, sein Eigentum, ja selbst seine Pensionsansprueche als Abgeordneter werden in Israel nicht angetastet. Wenn er nach Israel zurueckkehren sollte, kann er auf einen fairen bis uebertrieben ruecksichtsvollen Prozess hoffen. Umgekehrt reicht ein Geruecht, dass er fuer Israel arbeitet, um sein Todesurteil durch die Hisbollah zu besiegeln.

Das gleiche gilt natuerlich fuer die israelischen Araber. Sie wissen, dass ihre Rhetorik in Israel nicht sanktioniert werden wird. Dagegen koennen sie sehr wohl den Eindruck haben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Schutzmacht der Hisbollah (Iran – fuer alle, denen das noch nicht gelaeufig sein sollte) im Nahen Osten dominieren wird. Und diese Leute sind empfindlich, wenn jemand nicht ausdruecklich genug Loyalitat bekundet hat.

Wie David Bogner von „Treppenwitz“ schreibt:

Even Israeli Arabs who were once nominally neutral, if not somewhat loyal citizens have become a dangerous fifth column in our midst. It isn’t that they have any particular gripe with Israel. They are simply throwing their lot in with the side they perceive to be winning.

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