Vom Zelten im Speziellen


Das ist der Campingplatz von Be’erot mitten im Ramon Krater. Neben den grossen Beduinenzelten gibt es noch genuegend Platz, private Zelte aufzustellen. Das haben wir gemacht. Auch Grillplaetze und steinerne Picknicktische und Baenke fehlen nicht. Etwas abseits gibt es dann noch extra angelegte runde, etwas vertiefte Plaetze fuer die Lagerfeuerrunde. Toiletten und Duschen sind blitzsauber.

Lila bedauert, dass es keine einsamen Inseln mehr gibt. Im Ramonkrater findet man noch die beste Annaeherung, da vielerorts selbst die Mobiltelefone keinen Empfang haben.

Unglaublich, wieviel Zeug man ins Auto stopfen muss, um zelten zu gehen. Der Kofferraum quoll ueber und trotzdem fiel mir noch so viel ein, was ich auch haette einpacken sollen.

Wir kamen am spaeten Nachmittag an, bauten unser Zelt, pumpten die Luftmatrazen auf. Waehrend mein Mann grillte (Grillen ist in Israel ausschliesslich Maennersache), packte ich die Gitarre und versuchte, mit meinen paar Griffen und Liedern Lagerfeuerromantik zu produzieren. Bald wurde es dunkel. Jetzt mussten noch Marshmellows geroestet und verzehrt werden. Die Maedchen haben es rundum genossen.

Dann krochen wir ins Zelt. Leider stellte sich da heraus, dass meine Improvisation anstelle der verlorenen Stoepsel an der Luftmatraze doch nicht so 100% funktionierte. Im Laufe der Nacht sackten wir immer tiefer. Vor allem aber stoert, dass jede Bewegung eines Familienmitglieds von allen gespuert wird. Beim naechsten Mal schwoere ich nur noch auf Isomatten.

In der Nacht musste die Grosse auf die Toilette. Ich ging mit ihr und war hellauf entzueckt von der Klarheit der Sterne, vor allem der Milchstrasse. Alle Versuche, das Maedchen dafuer zu begeistern, schlugen aber fehl. Ihr war kalt und sie wollte nur schnell wieder in den Schlafsack.

Gegen Morgen hoerte ich die Schakale. Ich hatte sie schon erwartet, bestimmt stoebern sie jede Nacht das Lager nach Essensresten ab. Als sie aber ganz nah ans Zelt kamen, bekam ich Angst um unsere Schuhe. Vor Jahren hatten wir durch wilde Hunde schon einmal eine Kindersandale eingebuesst. Ich kroch aus dem Zelt, als es gerade anfing zu daemmern. Die Schuhe waren noch alle da und ich erlebte den Sonnenaufgang hinter Har Ardon! Bald stand der Rest der Familie auf. Wir fruehstueckten und machten uns auf die Wanderung, die offensichtlich auch Sam schon unternommen hat:

Wadi Nekarot / White Canyon Hiking Walking Trekking Bushwalking Tramping
Days 1 Terrain Deserts / Badlands / Gorges Date Late Nov
Region/Place Negev, Ramon Crater Country Israel    
Dist (kms) 7 Height gain (m) 100 Route finding Easy
Route Ein Saharonim, Wadi Ramon, Wadi Nekarot, White Canyon, Wadi Ardon dykes, Ein Saharonim
Notes A good short loop though good desert scenery.

Wir brauchten zweieinhalb Stunden, was bei dem schwierigen Terrain eine gute Leistung darstellt.

Ein Saharonim ist die einzige Wasserquelle im ganzen Ramonkrater.

Die Gewuerzroute fuehrte durch den Krater.

Auf der Anhoehe neben Ein Saharonim hatten die Nabbataeer daher eine Karawanserei eingerichtet: Ein Eingangstor, das von zwei massiven Tuermen bewacht wurde, einen grossen Hof, wo die Kamele lagern konnten und entlang der Mauer, kleine Raeume fuer die besseren Reisenden.

Wir waren schon beim Abstieg zu Ein Saharonim als die Kleine mich dringend zur Umkehr aufforderte, sie habe „Attikot“ (Altertuemer) gesehen, die mich interessieren wuerde. Ich weigerte mich, versprach aber, dass ich mir ihren Fund auf dem Rueckweg ansehen wuerde, weil wir ja wieder an Ausgangspunkt zuruekkehren wuerden. Sie nahm mich beim Wort und zeigte mir eine Anlage von drei Badezimmern mit imposanten Wannen und daneben etwas, was nur eine Kueche sein koennte und einen weiteren Raum mit grossem Ofen. Die alten Nabbataerleut‘ haben nicht schlecht gelebt!

Die Mittagshitze wollten wir ueberdauern und erst am spaeten Nachmittag wieder aktiv werden. An diesem Tag war es aber so unertraeglich heiss, dass mein Mann schliesslich das Handtuch warf: Wir packten schnell alles zusammen und fuhren nach Hause. Die Fahrt dauert gerade mal anderthalb Stunden und doch gelangt man von einer Welt in eine andere.

Zuhause merkten wir dann so richtig, wie schmutzig wir waren und wie all unsere Sachen nach Rauch stanken. Ich brachte noch die 2. Waschmaschine auf den Weg, dann lud ich die Familie in Restaurant ein – von einem Uebersetzungshonorar, das ich mir in Mitzpe Ramon abgeholt hatte. Das Kontrastprogramm war nett und die kleinen Damen genossen auch das Ausgehen sehr.

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Eine Antwort

  1. hallo ruth,

    danke fuer den tollen bericht und die bilder – das sieht ja wirklich spannend aus.

    ach, ich bekomme gerade wieder lust zu verreisen 😉

    liebe gruesse,
    g.

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