Pal. Druecken auf die Traenendruese in der ZEIT


Zwei Drittel der Bevölkerung im Gaza-Streifens sind inzwischen von den Hilfslieferungen der Vereinten Nationen abhängig, um zu überleben.

erzaehlt Dr. Usama Antar im Interview in der Zeit

Tatsaechlich ist das ein Dauerzustand, der nichts mit der Hamasherrschaft (gewaehlt im Januar 2006, Putsch im Gazastreifen im Juni 2007) zu tun hat.

Man beachte folgende Tabelle der UNRWA vom Jahr 1998, also lange vor der sog. 2. Intifada und mitten in den hoffnungsvollen Oslojahren. Im Gazastreifen waren damals 785,551 Personen als Fluechtlinge registriert und hatten damit das Recht auf Unterstuetzung durch die UNRWA. Im Maerz 2005 waren es bereits 961,645 Personen.

Philip Rizk gibt in seinem Blog die Gesamtbevoelkerung des Gazastreifens mit 1.49 Millionen an. Wenn wir nun die 961,645 registrierten Fluechtlinge von 2005 durch die Bevoelkerung von 2007 teilen – wobei davon auszugehen ist, 1) dass die Bevoelkerung in diesen zwei Jahren mit Sicherheit gewachsen ist und 2) dass Philip Rizk eher ueber- als untertreibt – dann erhalten wir 64.54%, voila Zweidrittel!

Freundlicherweise haelt Dr. Antar fest, was die UN schon lange leugnet:

Bisher haben wir keine Knappheit an Lebensmitteln, in dieser Hinsicht ist alles vorhanden.

Er faehrt fort:

Allerdings haben wir keine Rohstoffe, was vor allem die kleinen und mittleren Betriebe betrifft.

Die Produktion von Kassamraketen leidet offensichtlich unter keinem Rohstoffmangel und laut NZZ ist der Waffenmarkt wegen Ueberangebot zusammengebrochen.

Owohl Dr. Antar in erster Linie die Hamas fuer die Zustaende im Gazastreifen verantwortlich macht (in zweiter Linie natuerlich Israel fuer die Hamas):

Die Sicherheitslage hat sich, entgegen der Behauptungen der Hamas nicht verbessert, die Lebenssituation ist schlecht. Gaza war und ist ein großes Gefängnis. Ein Menschenrechtler hat das einmal so beschrieben: Die Menschen in Gaza leben wie in einem großen Käfig, sie werden nur mit Lebensmitteln versorgt. Wie Tiere im Zoo.

Es gibt keinerlei Bewegungsfreiheit, keine freie Meinungsäußerung, keine Parteien. Wir haben es mit der Herrschaft einer einzigen Macht zu tun: der Hamas.

greift er mit beiden Haenden zu, als ihm der Interviewer als Loesung nahelegt, man muesse mit der Hamas verhandeln:

ZEIT Online: Da heißt konkret, es führt kein Weg daran vorbei, mit Hamas zu reden?

Antar: Ich denke nicht, denn sie symbolisiert eine große Kraft, sie ist äußerst populär und sie besitzt massenhaft Waffen. Man muss sie in künftige Abkommen einbinden. Abmachungen, die nur zwischen Israel und der Regierung getroffen werden, werden wenig Hoffnung auf Erfolg haben. Außerdem hat man von Hamas schon einige pragmatische Entscheidungen gesehen. Zum Beispiel die Einhaltung der Waffenruhe mit Israel.

Eine Politik der Konfrontation hätte dagegen ungewisse Konsequenzen, die Gefahr, dass im gesamten Nahen Osten Chaos ausbricht, ist eine reale Gefahr. Hamas könnte plötzlich die strategische Entscheidung treffen, die Selbstmordanschläge wieder aufzunehmen. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin hat einmal gesagt, dass nichts jemanden davon abbringen könne, einen Selbstmordanschlag zu verüben.

Gerade bei der Einhaltung von „Waffenruhe“ hat sich die Hamas notorisch „zuverlaessig“ gezeigt: Waffenruhe heisst fuer sie, dass die Gegenseite einseitig auf Aktionen verzichtet, waehrend sie selbst frei ist, weiter zu agieren.

Die Drohung mit einer Wiederaufnahme der Selbstmordanschlaege koennte auch ernster genommen werden, waere nicht dokumentiert, dass die Hamas die ganze Zeit ueber versucht, Selbstmordanschlaege durchzufuehren.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: