ein bisschen „human interest“ zu einer kleinen Meldung


Rami Zoari war 20 Jahre alt und diente beim Grenzschutz. Am vergangenen Donnerstag hatte er Spaetschicht am Grenzposten von Shuafat im Grossraum Jerusalem. Das ist einer der Grenzposten, bei denen der Israelische Oberste Gerichtshof angeordnet hat, dass sie 24 Stunden am Tag offen sein muessen, um Haerten fuer die pal. Bevoelkerung zu vermeiden [p.6 f. See court decision, AC 405/04, 72/04, 73/04, Residents of Shuafat Village and Others v. Certified Authority – Ministry of Security, (unpublished)]. Rami und seine Kollegin Shoshana Samendoyev haben dafuer bezahlt: Wie Tontauben im Schiesstand waren sie plaziert und genauso wurden sie auch beschossen. Rami Zoari ist tot und seine Kollegin liegt verletzt im Krankenhaus.

Rami Zoari hat eine kleine Schwester und sie besucht die 6. Klasse in derselben Schule, auf die auch meine Toechter gehen. An diesem Freitag war ich auch in der Schule. Das Neujahrsfest der Baeume (TubiShvat) sollte nachgefeiert werden, weil es am Dienstag geregnet hatte. Im Stimmenwirrwarr der Kinder, Lehrerinnen und Eltern hoerte ich immer wieder das Wort „Beerdigung“. Lange Zeit konnte ich nicht einordnen, wer gestorben war, umso weniger, weil ich am Vorabend frueh ins Bett gegangen war und weder die Spaetnachrichten am Donnerstag noch die Fruehnachrichten am Freitag gehoert hatte. Schliesslich feierten etwa Zweidrittel der Schule TubiShvat und ein Drittel war auf dem Friedhof.

Keine 48 Stunden spaeter kam es schon zum naechsten Anschlag auf Grenzpolizisten im Raum Jerusalem. In diesem Fall kannte mein Chef jemanden von der Ambulanz, die zum Tatort kam. Waehrend unserer woechtenlichen Abteilungsbesprechung erzaehlte er uns nebenbei davon. Es ging um rasches Einschaetzen der Situation und Prioritaeten setzen. Die Sanitaeter erkannten, dass die Polizistin nicht in unmittelbarer Lebensgefahr schwebte, der Attentaeter aber wohl. Dementsprechend liessen sie die Polizistin erst liegen und kuemmerten sich um den Terroristen. Beide ueberlebten.

crossposted bei Freunde der offenen Gesellschaft

3 Antworten

  1. […] wie heimlichen Helfer, Geistesgenossen und Entschuldiger so gerne zeichnen. Deshalb habe ich dort den Text geklaut und ein paar Hervorhebungen […]

  2. Hallo, das Handeln der Sanitäter finde ich sehr bezeichnend für die Israelis – es widerspricht dem von den Propagandisten des Terrors so gerne verbreiteten Bild so völlig. Deshalb habe ich mir erlaubt den Text bei mir in Kopie einzustellen. Ich hoffe, das ist in Ordnung!
    Herzlichen Gruß nach Beer Sheva!

  3. Natuerlich ist das in Ordnung. Ich moechte gern so viele deutschsprachige Menschen wie moeglich erreichen. Danke, dass Du mir dabei hilfst.

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