Schweizer Journalist macht in Antizionismus


Nein, diesmal ist es nicht Victor Kocher von der NZZ.

Andre Marty schreibt seinen eigenen Blog, wo er frei seine Eindruecke zum Nahostkonflikt ausbreitet. Bei diesem Artikel blieb mir tatsaechlich die Spucke weg, dabei bin ich doch wirklich schon einiges gewoehnt:

Erntezeit in Gaza

Allein schon der Titel, wie poetisch! Man merkt, dass der Mann etwas von Sprache versteht. Die Assoziation im deutschen Sprachraum wird wohl allgemein auf „Es ist ein Schnitter, heisst der Tod“ hinauslaufen. Mit anderen Worten, Israel ist der Schnitter Tod im Gazastreifen und die Palaestinenser oder jedenfalls dieser Palaestinenser sind das „schoens Bluemelein“.

Der Tote in diesem Fall heisst Hani Naim. Er musste sterben, weil direkt neben der Schule, in der er unterrichtete, Raketenwerfer plaziert waren, die auf Israel feuerten.

Das ist ein Kriegsverbrechen. Im Zusatzprotokoll zur Genfer Konvention vom 8 June 1977 wird unter Absatz 7 deutlich festgehalten:

7. The presence or movements of the civilian population or individual civilians shall not be used to render certain points or areas immune from military operations, in particular in attempts to shield military objectives from attacks or to shield, favour or impede military operations. The Parties to the conflict shall not direct the movement of the civilian population or individual civilians in order to attempt to shield military objectives from attacks or to shield military operations.

Herr Marty moechte aber gern im Widerspruch zum Kriegsvoelkerrecht, dass Terroristen de facto Immunitaet geniessen, wenn sie sich ziviler, menschlicher Schutzschilder bedienen. Also eigentlich immer.

Inzwischen sind in Sderot zwei Brueder durch Kassamraketen verletzt worden. Sie standen nahe neben ihrem Elternhaus. Und die IDF hatte dort keine Tanks oder anderen militaerischen Ziele stationiert. Dem 8-jaehrigen Jungen musste ein Teil des linken Beins amputiert werden. Auch das rechte Bein ist verletzt, aber die Aertze glauben, dass sie es retten koennen.

In diesem Fall interessierten sich die Menschen im Gazastreifen sehr wohl, was die Raketen so anrichten, auch wenn Herr Marty meint:

Manchmal lesen sie in Gaza von den israelischen Zivilisten, die von palästinensischen Raketen verletzt werden. Aber immer weniger.

Die Reaktion ist nicht etwa Gleichgueltigkeit, wie Herr Marty uns suggerieren will, sondern Freude: Gaza: Armed men shooting in air in celebration of Sderot attack

Ich kann mich nicht entsinnen, dass der Tod von Hani Naim bei uns mit Schuessen, Blumen oder Suessigkeiten gefeiert wurde?!

crossposted bei Freunde der offenen Gesellschaft

2 Antworten

  1. Den Blog und die dort praesentierten ‚Meinungen‘ fand ich auch besonders widerlich. Habe ein paar Momente ueberlegt, ob ich nicht einen entsprechenden Kommentar hinterlasse. Allerdings erschien mir der Dreck dort so verrottet, vernagelt und debil, dafuer ist mir sogar ein Schmaehkommentar zu schade.

  2. […] Zivisten zu verstecken, habe ich und nicht nur ich schon mehrfach geschrieben. Segev haelt es wie Marty: Er moechte dieses Taktik gern belohnen, indem er Terroristen im Widerspruch zum Voelkerrecht […]

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