Alibijuden: Shlomo Sand


Shlomo Sand oder Zand wurde knapp nach Ende des 2. Weltkriegs in Linz in Oesterreich geboren.

Und schon beginnt meine Phantasie zu arbeiten: Die Eltern haben irgendwie den Holocaust ueberstanden, ihre Traumata koennen wir nicht einmal im Ansatz ermessen. Sie entscheiden sich, dem millionenfachen Mord ihre Affirmation des Lebens entgegenzusetzen, heiraten, bekommen ein Kind und nutzen sehr schnell die Moeglichkeit, das Massengrab Europas zu verlassen, um im zu gruendenden oder gerade gegruendeten Judenstaat ihre Heimat zu finden.

Der abrupte Schlusstrich und Neuanfang, den die Eltern vollzogen haben, hat Auswirkungen auf den Sohn. Shlomo Sand hat nach meinem Empfinden noch mehr Anspruch auf „mildernde Umstaende“ als andere Alibijuden.

In der Auseinandersetzung mit den eigenen Beschaedigungen gelangt Shlomo Sand zu einem Ansatz, der weder besonders neu noch originell ist. Arthur Koestler hat schon 1976 versucht, Antisemitismus als pures Missverstaendnis „aufzuklaeren“. (Ich habe das Buch gerade zu Hause, aus der AACI Bibiliothek mitgenommen, finde es aber unlesbar, weil voellig veraltet.)

Wie Tom Segev voellig richtig (und zustimmend) in seiner Besprechung zu Sands neuem Buch schreibt, geht es um Sands politische Agenda.

His book, „When and How Was the Jewish People Invented?“ (published by Resling in Hebrew), is intended to promote the idea that Israel should be a „state of all its citizens“ – Jews, Arabs and others – in contrast to its declared identity as a „Jewish and democratic“ state.

Ami Isseroff schreibt alles, was sich zu der These sagen laesst. (Hattip SimplyJews)

Witzigerweise sind es oft die gleichen „talking heads“, die aus der sehr jungen Selbstdefinition des pal. Volkes weitreichende politische Rechte ableiten und Juden nicht als Volk gelten lassen wollen. Sobald wir davon ausgehen, dass es sich nicht um rationales Denken handelt, sondern um irrationalen Judenhass (oder Selbsthass), wird der augenscheinliche, logische Widerspruch aufgeloest.

crossposted bei Freunden der Offenen Gesellschaft

6 Antworten

  1. […] (Serie bei Beer7): Shlomo Sand (Shlomo Zand), Jeff Halper Shraga Elam, Uri Davis, Anat Saragosti, Avraham […]

  2. In einer Zeit, in der das zionistische Gebilde wieder einmal unschuldige palästinensische Zivilisten massakriert, sind Juden, die sich der brutalen und völkerrechtswidrigen Gewaltpolitik des zionistischen Gebildes entgegenstellen, dringend notwendig. Denn wenn aus der jüdischen Gemeinschaft keinerlei Protest kommt, könnte die Welt leicht den Eindruck gewinnen, alle Juden seien zu Mördern mutiert, die den Tod unschuldiger Frauen und Kinder, den jahrzehntelangen Bruch des Völkerrechts durch das zionistische Gebilde sowie die jahrzehntelange Knechtung des palästinensischen Volkes durch die zionistischen Aggressoren hinnehmen oder gar aktiv unterstützen. Menschen wie Shlomo Sand, Norman Finkelstein, Uri Avnery u.a. tragen somit einen wichtigen Teil im weltweiten Kampf gegen den Antisemitismus bei.

    Die Defamierung solch kritischer jüdischer Köpfe durch rechtsgerichtete und verblendete zionistische Ideologen als „Alibijuden“, „Nestbeschmutzer“ oder „Selbsthasser“ erinnert an die Rhetorik, mit der im Dritten Reich Regimegegner belegt wurden, und in denen auch heute noch in verbrecherischen Unrechtsregimen überall auf der Welt Kämpfer für Demokratie und Freiheit in den Schmutz gezogen werden. Nicht jeder Jude, der heutzutage Täter und Mörder sein möchte, leidet unter „jüdischem Selbsthass“, im Gegenteil identifizieren sich diese Kritiker oftmals viel intensiver mit jüdischen kulturellen und religiösen Werten als die Zionisten, die ihre jüdische Identität nicht selten einzig auf ihre ethnische Abstammung reduzieren.

    Man kann nur hoffen, dass in einer Zeit, in der die Opfer von einst längst zu Tätern geworden sind, weiterhin aufrechte Streiter für die Gerechtigkeit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft ihre Stimme erheben, und sich der menschenverachtenden Gewaltpolitik der Zionisten in Palästina, auch entgegen aller zionistischer Forderungen nach völkischem Gleichmarsch, mutig entgegenstellen.

  3. Deine Meinung sei Dir unbenommen. Mit der Realitaet hat sie wenig zu tun, umso mehr offensichtlich mit Deinen psychischen Beduerfnissen. Bist Du schon in einer Selbsthilfegruppe? Da bieten sich gerade in Deutschland so viele an.

  4. […] bestünde, nicht weniger jüdisch wäre, fällt für Sand nicht ins Gewicht. Entscheidend ist die Delegitimierung Israels als jüdischer Staat, was Sand denn auch in eurasistischen Kreisen interessant […]

  5. „Die Defamierung solch kritischer jüdischer Köpfe durch rechtsgerichtete und verblendete zionistische Ideologen als “Alibijuden”, “Nestbeschmutzer” oder “Selbsthasser” erinnert an die Rhetorik, mit der im Dritten Reich Regimegegner belegt wurden“

    Du solltest dich vielleicht mal informieren, wie das „Dritte Reich“ mit Regimekritikern umging … und mit jüdischen Köpfen.

    Für dich kein Unterschied!? Naja, das erklärt zumindest, warum die paar verbliebenen Hirnzellen nur ausreichen, irgendwelche Juden- und Israelhassenden Textbausteine zu kopieren… oder glaubst du wirklich, „die Welt“ würde die paar überlebenden „guten“ Juden nicht mehr hassen, wenn das „zionistische Gebilde“ endlich zerstört wär!? Was für Pläne hast du eigentlich für die bisherigen Bewohner des „zionistischen Gebildes“? Umerziehungslager?

  6. […] Shlomo Sand hat sich zum Ziel gesetzt, die historischen Voraussetzungen des Zionismus gründlich zu zertrümmern – so gründlich, dass er selbst das jüdische Volk als eine Erfindung zu entlarven versucht, um […]

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