Polittheater im Gazastreifen


Die Inszenierung einer Treibstoffkrise ist der Hamas diesmal nicht gelungen. Sogar die EU konnte den Zynismus nicht ganz uebersehen, dass gleichzeitig die Grenzuebergaenge angegriffen und ueber mangelnde Lieferungen ueber eben diese Grenzuebergaenge geklagt wird.

Daher versucht die Hamas nun, von diesem Ast wieder herunterzuklettern. Zuerst wurden die Betreiber von Tankstellen und Oelhandlungen mit Gewalt zum Boykott gezwungen:

Hamas has also been exerting pressure on the Gaza Petrol Station Owners Association to close down their businesses so as to aggravate the crisis. Some of the station owners and workers said they were afraid to return to work after receiving death threats from Hamas militiamen and ordinary residents desperate to purchase gas and diesel for their vehicles.

Nun schiebt ihnen Hamas die Schuld fuer den Treibstoffmangel in die Schuhe:

Hamas‘ government in the Gaza Strip asked a striking Palestinian fuel association on Sunday to resume deliveries in the impoverished territory, a Hamas official said.

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Zusatz: Die Hamas verfuegt ueber 8000 Polizisten im Gazastreifen. Das entspricht einer Ratio von 5.7 Polizisten pro 1000 in der Bevoelkerung und liegt damit am oberen Ende fuer Industriestaaten. Ob die besondere demographische Struktur im Gazastreifen (55% der Bevoelkerung unter 18 Jahren) mehr oder weniger Polizeikraefte verlangt, kann ich nicht beurteilen.

Zusaetzlich verfuegt die Hamas ueber eine Streitmacht von 20,000 Kaempfern, damit stehen ueber 6% der Maenner im Gazastreifen unter ihrem Kommando.

Und mit dieser geballten Macht und der nachweislichen Unbekuemmertheit um Menschenrechte soll es Hamas nicht moeglich gewesen sein, einen wochenlangen Streik niederzuschlagen?

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NZZ Schlagzeile belegt Antizionismus in der Redaktion


Hamas zum Frieden mit Israel bereit, so titelt die NZZ. Carter haette es nicht schoener ausdruecken koennen.

Im ersten Absatz wird allerdings schon deutlich, dass es sich um etwas ganz anderes handelt:

Der Vorschlag sei eine «Taktik» im Kampf mit dem jüdischen Staat, erklärte Mashaal am Samstag in einem Interview mit dem arabischen Sender al-Jazira Es sei völlig normal für jede Widerstandsbewegung, die im Interesse ihres Volkes operiere, sich manchmal auch etwas zurückzuziehen. «So geht der Kampf und die Hamas ist bekannt dafür. 2003 gab es auch einen Waffenstillstand und dann ging der Kampf weiter.»

Was kann die Redaktion nur davon abgehalten haben, richtig zu titeln, etwa Hamas: „Waffenstillstand ist Taktik im Kampf gegen Israel“?

Vom Zelten im Speziellen II oder mein Mann behaelt auch manchmal Recht


In der Pessachwoche sollten die Maedchen eigentlich bei den Schwiegereltern sein, waehrend mein Mann und ich arbeiteten. Meine Schwaegerin hatte aber die gleiche Idee, was ihre beiden Soehne angeht, so dass meine Schwiegermutter schon Mitte der Woche S.O.S. signalisierte. Wir nahmen also Urlaub und fuhren Mittwoch in den Norden, um unseren Nachwuchs einzupacken. Am Donnerstag morgen brachen wir auf. Trotz des heissen Wetters wanderten wir ein bisschen im Nachal Hashofet,

das aber deutlich weniger Wasser fuehrte als auf dem Bild.

Danach wollten wir auch nicht gleich nach Hause fahren, sondern am Nizzanim Strand zwischen Ashkelon und Ashdod zelten.

Zelt, Grill etc. hatten wir alles schon eingepackt. Leider hatte ich voellig uebersehen, dass genau in diesen Tagen dort das Boombamela Festival stattfand. Dafuer sind die Maedchen noch ein bisschen zu klein, und wir wahrscheinlich schon zu alt und spiessig.

Nun gibt es weiter suedlich ja auch sehr schoene Straende.

ABER sie befinden sich bereits im Kassamradius. Die Maedchen tobten und weinten, weil sie sich schon auf’s Zelten gefreut hatten. Ich haette nachgegeben und mich damit gerechtfertigt, dass das Risiko, von einer Kassam getroffen zu werden, wahrscheinlich auch nicht groesser ist als die Gefahr, auf der Rueckfahrt in einen Autounfall verwickelt zu werden. Mein Mann legte sein kategorisches Veto ein.

Und er hatte Recht: Am Freitag morgen, wenn wir am Strand aufgewacht waeren, gingen vier Kassamrakenten auf den Sueden Ashkelons nieder. Auch wenn wir nicht getroffen worden waeren, so haetten wir doch das Pfeifen der Raketen und die Einschlaege gehoert. Die Kinder haben das schon einmal erlebt, als sie beim Ausbruch des Libanonkrieges bei den Grosseltern im Norden waren.

Schliesslich habe ich das Zelt einfach im Park neben unserem Haus aufgeschlagen und auf unserem Balkon gegrillt. Den Maedchen hat es auch gefallen. Mein Mann durfte im Bett schlafen und ich hatte die Nachtwache im Zelt. Der Park wird nachts zum Treffpunkt von Jugendlichen, die viel Laerm machen, aber – das habe ich bei dieser Gelegenheit festgestellt – eigentlich ganz liebe Kinder sind.

Gesundheit im Gazastreifen


Mehrfach hatte ich schon erwaehnt, dass die Karte „Gesundheit im Gazastreifen“ derzeit von Hamas am meisten gespielt wird.

Die ueblichen Mitwirkenden uebernehmen bereitwillig ihre Stichworte: Hier die Weltgesundheitsorganisation der UN mit Hilfestellung von AFP

Ich stelle mir die Gesundheitslage im Gazastreifen auch nicht besonders erfreulich vor. Menschen vertragen es schlecht, wenn sie ueber laengere Zeitraeume unter Stress stehen. Und spaetestens seit dem Hamasputsch im Juni vor einem Jahr duerfte die Bevoelkerung des Gazastreifens unter Dauerstress stehen. 54% fuehlen, dass ihre Sicherheit und die Sicherheit ihrer Familien nicht gewaehrleistet ist:

Wenn man sich ausmalt, wie es sich unter diesen Umstaenden lebt, leuchtet sofort ein, dass die meisten Bewohner den Gazastreifen verlassen moechten. Fuer alle diejenigen, die sich nicht fuer ein Trainingsprogramm in Syrien oder im Iran qualifizieren, ist einer der wenigen Auswege, als Kranker in Israel behandelt zu werden.

Kein Wunder, dass mit allen Mitteln (inklusive Schmiergeld) versucht wird, an eine entsprechende Genehmigung zu kommen. Kein Wunder auch, dass die Anzahl der gestellten Antraege drastisch angestiegen ist. Natuerlich kann nicht nur die Anzahl der Genehmigungen angesteigen: von 2006 bis 2007 um 52%, im ersten Quartal von 2008, extrapoliert auf das ganze Jahr, wiederum um 28% gegenueber 2007. Bei solchen Zuwachsraten (und solchen Methoden) steigt naturgemaess auch die Anzahl der abgelehnten Antraege.

Und einzig dieser Ausschnitt wird von den Medien berichtet.

Bei diesen Ueberlegungen habe ich noch nicht einmal die legitimen Sicherheitsbedenken einbezogen.

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Victor Kocher, Hamasmann bei der NZZ


Allmaehlich wird es selbst mir langweilig. Beim Lesen von Victor Kochers neuestem Propagandageschreibsel musste ich gaehnen. Aus purem Pflichtgefuehl eine kurze Kritik. Ich kann nicht versprechen, dass mein Pflichtgefuehl auch in Zukunft ausreichen wird.

Mit Düstere Aussichten im Labor für «Smart Sanctions» ist bereits ein ominoeser Titel gelungen.

„Labor“ suggeriert Menschenversuche. Wie schon einmal bemerkt, laesst hier Mengele gruessen und damit der sog. sekundare Antisemitismus. Nur dachte ich eigentlich, der sei mehr eine deutsche Spezialitaet. Sollte die NZZ auch schon fest in der Hand von deutschen Gastarbeitern sein?

Bei seiner Beschreibung der Situation im Gazastreifen stuetzt sich Kocher auf den Sprecher des Islamischen Jihads, einen Parlamentssekretaer (wahrscheinlich von der Hamas, aber nach Kocher „viel weniger militant“) und einen generischen „Akademiker“. Alle sind sich einig darin, dass der Gazastreifen eine menschengemachte Katastrophe ist.

Nun koennte ja jemand auf den Gedanken kommen, dass die Katastrophe etwas mit der gewaltsamen Machtuebernahme der Hamas vor knapp einem Jahr zu tun haben koennte und vielleicht auch etwas mit dem intensiveren „Widerstand“ gegen die (abgezogene) Besatzungsmacht.

Aber das liegt den Propagandafunktionaeren im Gazastreifen fern und Viktor Kocher offensichtlich auch. Die Raketen kommen bei ihm nur am Rande vor: Israel bombardiere „angebliche Werkstaetten zum Raketenbau“, heisst es bespielsweise. Soll das heissen, dass es im Gazastreifen keine solchen Werkstaetten gibt, weil alle Raketen schon fertig ueber die aegyptische Grenze oder ueber’s Meer eingefuehrt werden?

Wieder lesen wir, dass Israel nach Viktor Kocher Freude daran habe, ueber unschuldige Zivilisten kollektive Strafen zu verhaengen. Diesmal erfahren wir aber zu unserer Ueberraschung, dass Israel nicht allein auf diese Idee kommt, sondern offensichtlich von den USA und der EU dazu gedraengt werden muss! (Frau Calmy-Rey uebernehmen Sie, offensichtlich hat nur die Schweizer Aussenpolitik das noetige, moralische Format, endlich klar Partei zu ergreifen.)

Weiter lernen wir, dass die Hamas – die doch in Fortfuehrung guter, pal. Tradition alle 5 Minuten eine humanitaere Krise ausruft – stattdessen vertusche, wie schlecht es den Menschen im Gazastreifen wirklich gehe.

Die einzigen verbliebenen Arbeitgeber sind die palästinensischen Behörden.

Als waere das nicht genau das angestrebte Ergebnis pal. Politik seit Arafat nach dem Muster anderer, arabischer Staaten: Abhaenigkeit der Bevoelkerung vom Machthaber.

Die israelische Blockade erlaubt nur den allernötigsten Nachschub an Treibstoffen. Der Verkehr in den Strassen von Gaza ist zur Stosszeit nicht dichter als anderswo um Mitternacht. Immer wieder versagen Ambulanzen und Notfalldienste mangels Benzins.

Der Leser koennte annehmen, dass auch das von Hamas gewollt ist, wuerde ihm nicht von Kocher und der NZZ vorenthalten, dass die Hamas selber etwa die Haelfte der Treibstofflieferungen fuer eigene Zwecke abzweigt. Widerstand hat eben Vorrang vor Krankenwagen.

Und das umso mehr, als auch Kranke wunderbar fuer Hamaspropaganda eingesetzt werden koennen. Die Hamasluege du jour ist eben die Gesundheitslage.

Press said that while the IDF was stringent with its screening of sick Palestinians – due to daily terror attacks in Gaza and attempts to smuggle suicide bombers into Israel this way – over 90 percent of the requests were approved to visit Israeli hospitals.

In 2007, 7,226 permits were granted to sick Palestinians to travel to Israel, an increase of over 50% from 2006 when 4,754 were allowed in.

All of those who receive permits are allowed to bring a family member to accompany them to Israel. Since the beginning of the year, 2,317 Palestinians have been allowed into Israel for medical treatment.

The 10 percent denied permits – due to security threats – are, however, given the opportunity to take an Israeli shuttle to the Allenby Bridge and cross into Jordan or down to a crossing into Egypt.

Das sind wieder Fakten, mit denen Kocher den Leser nicht verwirren will…

Stattdessen verkuendet er uns, dass bei die Hamas fuer Ordnung und Sicherheit gesorgt hat. Komisch nur, dass die Bewohner des Gazastreifens das selber anders sehen: Frage 17, 54.3% sehen die Sicherheit ihrer Person und Familie nicht gewaehrleistet.

Nur die Kompromisslosigkeit der Hamas gibt Kocher Anlass zur Sorge: Wie soll er weiterhin plausibel dafuer werben, dass Israel mit Hamas verhandeln muesse, wenn selbst Jimmy Carter Minuten nach dessen Presseerklaerungen blamiert wird?!

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War der Autobombenanschlag in Keren Shalom Teil des groesseren Plans?


Nachdem Hamas im Januar erfolgreich die Grenze des Gazastreifens zu Aegypten durchbrochen hatte, kuendigte sie an, auch die Grenze zu Israel durchbrechen zu wollen. Die Menschenkette vom 25. Februar fiel fuer Hamas enttaeuschend aus.

Aber die Achse Iran-Syrien-Hisbollah-Hamas hat laengst unter Beweis gestellt, dass sie langfristig denkt und sich von Rueckschlaegen nicht von ihren Plaenen abbringen laesst.

Am diesem Samstag fand nicht nur der Autobombenanschlag auf den Grenzuebergang von Keren Shalom statt, bei dem nur durch die schnelle Reaktion von Major Wahid (ja, ein arabischer IDF-Offizier im „Apartheidsstaat“) hat eine Katastrophe mit zahlreichen Toten und Verwundeten verhindert.

Gleichzeitig marschierte eine Gruppe von pal. Frauen und Kindern unter Hamasfahnen auf den Grenzuebergang Erez zu.

So begann der Sturm auf den Grenzuebergang von Rafah: Frauen vorneweg und erst hinter ihnen bewaffnete Hamasterroristen. Wenn der Anschlag auf Kerem Shalom geglueckt waere, wenige Stunden vor Pessachbeginn – ob Hamas dann nicht gruenes Licht fuer eine Grenzverletzung gegeben haben koennte?

Mein Senf zum Tod des Reutersfotographen Fadel Shana


Fadel Shana kam am Mittwoch im Gazastreifen um’s Leben. Wegen Pessach komme ich spaet zu dieser Geschichte. Andere Blogger haben die Arbeit schon ziemlich erledigt.

Nicht erst bei seiner Beerdigung wurde deutlich, dass Fadel Shana von den Terrororganisationen als einer der ihren angesehen wurde. Israellycool hat recherchiert, dass Shana bereits im Libanonkrieg Propaganda fuer Hisbollah betrieb.

Laut Ma’an war Shana damit beschaeftigt, eine Gruppe Kinder zu filmen. Das scheint soweit richtig zu sein, wobei naeher erklaert werden koennte, welcher Art diese Aufnahmen waren. Anscheinend sollten „zivile“ Opfer inszeniert werden.

Bild 183

Bild 322

(alle Bilder aus dieser Slideshow)

Die fiktive Szene verwandelte sich in eine richtige Kriegsszene, als sich von hinten ein israelischer Panzer naeherte. Shana richtete seine Kamera auf den Panzer. Aus der Entfernung kann kaum zwischen einer Panzerabwehrwaffe und einer Kamera unterschieden werden.

It’s possible they were mistaken for being an anti-tank team. Considering the physical appearance and silhouette of the AT weapons that wreaked havoc on Merkavas in the 2006 Lebanon war (including Russian-made RPG-29 ‚Vampir‘, AT-5 Spandrel ‚Konkurs‘ (9M113), AT-13 Saxhorn-2 ‚Metis-M‘ (9К115-2), and АТ-14 Spriggan ‚Kornet‘ (9M133) missiles), mistaking a big professional video camera peeking over the vegetation from over a kilometer away for an AT weapon is understandable. And considering how many tank crew members were killed in 2006, taking action in such a situation is certainly reasonable.

Die letzten Bilder aus Shanas Kamera zeigen ein Geschoss, das in der Luft explodiert.

Shanas Jeep wurde offensichtlich erst angezuendet, nachdem echte und fiktive Opfer evakuiert worden waren, und zwar nicht durch ein weiteres Geschoss, wie ein AFP Fotograph uns weismachen moechte:

Colleagues passing by in an Agence France-Presse armoured car noticed the smoke from the burning vehicle and turned back to investigate. An AFP stills photographer, Mohammed Albaba, said they were approaching the burning Jeep when a second missile struck close to it, injuring the freelance photographer Ashraf Abu Amra and several others. Two civilian youths were killed by the first missile.

Wir wissen nicht, ob die beiden Jugendlichen getoetet worden waren. Da sie bereits am Boden lagen, waehrend sie in einer Pallywooddarstellung Verletzte mimten, waren sie weniger gefaehrdet als der Fotograph.

Sollte dieser Junge derselbe sein wie auf Bild 183 und 322 oben, dann ist seine Verletzung nur vorgetaeuscht.

Das hier sieht nach echten Opfern aus:

Bild 285

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat ein Komplize (vielleicht der genannte AFP Fotograph?) das Wageninnere angezuendet (man beachte, dass die Reifen nicht brennen), um Indizien zu vernichten – die Ausruestung fuer gestellte Bilder, rote Farbe und aehnliche Assecoires?

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