Was geht uns Israel an?


Joshuapundit hat zum 60. Unabhaengigkeitstag einen langen Text verfasst, der mir so gut gefaellt, dass ich ins Deutsche uebersetzt habe:

Israel feiert also seinen 60. Geburtstag…

Um diese Zeit halten anscheined viele Leute fuer angesagt, sich gedruckt und laut dauerber zu wundern, ob das Land ueberleben kann oder ob es ueberleben sollte.

Im Besonderen gibt es einen sehr grosszuegig finanzierter Versuch, die Geschichte umzuschreiben und der Beziehung zwischen den USA und Israel die Legitimation zu nehmen. Wenn man einigen dieser Leute zuhoert, dann ist Israel der Knackpunkt der Probleme, die wir mit der muslimischen Welt haben, und alles waere in bester Ordnung, wenn wir “ausgewogener”, soll heissen mehr pro-Araber waeren und unsere Unterstuetzung fuer diese aggressiven und halsstarrigen Juden reduzieren wuerden.

Andere verbreiten, dass Israel nicht ueberleben kann, ausser wenn es sich in eine nicht verteidigbare Enklave zurueckzieht und weitere Laendereien im Nahen Osten judenfrei werden, und vielleicht nicht einmal dann. Sie haben vergessen, dass Israel in der Vergangenheit schon bei schlechtere Chancen gewonnen hat. Sie sehen auch die grimmige Ironie in der Ermunterung, Israel solle sich “fuer Frieden” auf Grenzen zurueckziehen, die die Vernichtung des Landes und seiner Bevoelkerung wahrscheinlicher machen.

Aber lasst uns einen objektiven Blick darauf werfen. Also was? Was fuer einen Unterschied macht es fuer uns hier in Amerika, was Israel geschieht? Warum sollte uns das kuemmern? Warum ist das, was Israel passiert, wichtig fuer die USA? Wenn Israel nicht mehr existieren wuerde, machte das einen Unterschied?

Sehr legitime Fragen, besonders da viele Menschen die richtigen Antworten darauf nicht kennen.

Um zu ihnen zu gelangen, lassen wir mal diese wischi-waschi Vorstellungen von Fairness, Gerechtigkeit, Religion, Menschenrechten usw beiseite und halten uns an die kalte, harte, eigennuetzige Realpolitik, warum fuer die USA wichtig ist, was mit Israel geschieht.

Erstens, die Geschichte zeigt, dasdd sie Juden ein Fruehwarnsystem fuer den Westen sind. Die Greuel, die ihnen als ersten angetan werden, suchen spaeter die nicht-juedische Welt heim. Hitler ist ein Beispiel, islamistischer Terror ein anderes.

Die Taktik der Bombenanschlaege von New York, London Mumbai, Bali und Madrid wurde in Israel verfeinert und die Desinformation und Propaganda, mit der solche Aktionen nun gegenueber den USA und Europa gerechtfertigt werden, ebenfalls. Was in Israel geschah, war und ist ein Vorlaeufer dessen, was wir hier erwarten koennen. Israel war nichts weiter als eine Front des Jihads, nicht seine Ursache .

Zweitens, Israel ist einer der wichtigsten und zuverlaessigsten Buendnisparter der USA und einer der wenigen mit einem signifikanten Beitrag an Militaer und Geheimdienst. Israels Vernichtung wuerde die USA bedeutend schwaechen, im besonderen im Nahen Osten und haette strategische Folgekosten. Hier ein paar Beispiele, welche Vorteile uns aus der Beziehung entstehen:

· Israel hat im Kalten Krieg im Alleingang die Sovjets aus dem Nahen Osten verdraengt und Amerika direkten Einblick in die neuesten sovjetischen Waffen und Technologien ermoeglicht, ohne uns nur einen einzigen amerikanischen Soldaten zu kosten.

· Israel hat buchstaeblich Tausende amerikanische Menschenleben gerettet, als es Saddam Husseins Kernreaktor in Osirak zerstoert hat. Andernfalls wuerde die Gefallenenliste vom 1. Golfkrieg ganz anders aussehen.

· Israel mit seinem erstklassigen Geheimdienst Mossad und muttersprachlichen Arabisch- und Persischsprechern hat unermesslich zu US Geheimdienstinformationen hinzugefuegt, indem es seinen Zugang in der Region und seine “humint” (human intelligence) vor Ort beigetragen hat. General Goerge Keagan, der fruehere Leiter des US Airforce Geheimdiensts, hat einmal vor dem Kongress konstatiert: “Israel ist fuenf CIAs wert.” Und sich dabei auf den Wert der Geheimdienstinformationen, die an unser Land weitergeleitet werden, berufen. Als unser einziger, wirklich verlaesslicher Partner und strategischer Aktivposten mitten in der Wiege des Islamofaschismus, bildet es gleichzeitig ein Bollwerk gegen und ein Fenster auf Amerikas Feinde in dieser Weltgegend, wie z.B. Iran. Und Israel sichert de facto die suedoestliche Flanke der Nato.

· Israel, eine der technologisch am weitesten entwickelten Nationen der Welt, ist ein wichtiger Parter der USA bei Waffentechnologie in zahlreichen, gemeinsamen Projekten wie dem Arrow. Israelische Technologie hat den USA in beiden Irakkriegen einen wichtigen Vorteil gesichert. Und die USA haben Zugang zu den Ergebnissen von ein paar der hoechstentwickelten technologischen Einrichtungen in der Welt an der Tel Aviver Universitaet und am Technion, dem MIT Israels. Das Radarsystem, Green Pine, z.B., das sowohl in dem US Raketenschutzschild wie auch in dem geplanten Schutzschild fuer Europa eingesetzt wird, wurde in Israel entwickelt.

· Israelische Truppen und ihre Kenntnis der Kriegsfuehrung im Nahen Osten haben amerikanische Leben gerettet, indem US Soldaten von ihren Erfahrungen in Jenin und anderswo lernen konnten, in staedtischen Kaempfen im Nahen Osten zu kaempfen, Beispiel Falujah. Sie haben einzigartige Technologien entwickelt, speziell fuer den Erkundung und Kriegsfuehrung im Nahen Osten, und all das wurde den USA frei zur Verfuegung gestellt.

· Israel ist das einzige Land – moeglicherweise mit Ausnahme von Australien -, das sich und seine Einrichtungen den USA in jedem Notfall zur Verfuegung stellt. Israel ist Amerikas Stuetzpunkt und verteidigt amerikanische Interessen in dieser Region.

· Israels Regierung unterstuetzt die aussenpolitischen Ziele der USA. In der UN stimmt Israel in ueber 90% aller Antraege mit den USA. Die arabischen und islamischen Staaten, die zusammen weit mehr US Hilfszahlungen erhalten als Israel, stimmen fast immmer gegen die USA.

· Und was ist mit diesen Hilfszahlungen? Israel bekommt jaehrlich 1.8 Milliarden $ militaerischer Hilfe und 1.2 Milliarden $ Writschaftshilfe von den USA. Fast die gesamte Militaerhilfe wird in den USA ausgegeben, was aus Israel einen der wichtigsten Kunden der US Waffenindustrie macht. Fast die gesamte Wirtschaftshilfe wird benutzt um Schulden an die USA zurueckzuzahlen, die aus militaerischen Kaeufen vor vielen Jahren resultieren. Im Gegensatz zu unseren Truppen und Stuetzpunkten in Korea, Japan, Deutschland und anderswo, muss kein einziger amerikanischer Soldaten in Israel stationiert werden. Wenn wir die Kosten pro Soldat in Uebersee pro Jahr auf ungefaehr 200.000 $ veranschlagen – Sicherung und Infrastruktur inbegriffen – und das minimale Kontigent aus etwa 25.000 Soldaten besteht, dann spart die USA jaehrlich allein dadurch 5 Milliarden harte Dollars.

Und dabei wird der Wert der Geheimdienstinformationen, Technologien und der strategische Nutzen nicht eingerechnet, die der USA aus unserem Buendnis mit Israel entstehen.

Auf dieser Grundlage koennte plausibel argumentiert werden, dass die Zahlungen an Israel, mit Sicherheit die Militaerhilfe, eigentlich zum US Verteidigungsetat gerechnet werden muesste und kaum Auslandshilfe genannt werden kann.

· Drittens, Israel ist ein wichtiger Handelspartner der USA und eine Vorhut in Biotechnologie, Landwirtschaft, Solarenergie, Medizintechnik, Computerwissenschaften, Bewaesserungstechnik, synthetische Energie und einer Menge anderer Bereiche. Der Wertzuwachs ueberwiegt dabei den tatsaechlichen Dollarwert. Viele amerikanische Konzerne, wie Intel und Hewlett Pachard haben Einrichtungen in Israel und ziehen Nutzen aus den Talenten, die TAU und Technion hervorbringen. Die Mobiltelefone und mobile Kommunikationstechnologie, z.B. wurden in Israel perfektioniert.

· Viertens, wenn Israel verschwaende, wuerden sich die Probleme der USA mit der muslimischen Welt um kein Jota veraendern oder im Gegenteil viel groesser werden.

Ein oberflaechlicher Blick auf die Geschichte zeigt die fatalen Folgen, wenn ein loyaler Verbuendeter geopfert wird, um einen Feind zu besaenftigen, vor allem in Kriegszeiten. Auch die Beziehungen zwischen den USA und der arabischen Welt wuerden sich nicht verbessern. Den Nachweis haben wir, wenn wir uns die Beziehungen der USA zu den arabischen Laendern anschauen, bevor wir nach dem Sechstagekrieg 1967 Israels wichtigster Allieerter wurden. Das liegt daran, dass echte Buendnisse aus gemeinsamen Werten entstehen, und genau die teilen wir mit dem groessten Teil der islamischen Welt nicht.

Das aufzugeben, was die islamische Welt den Kleinen Satan nennt, wuerde nur den Grossen Satan, Amerika, schwaechen und uns eines starken und wertvollen Verbuendeten berauben. Ein Sieg ueber die verhassten Juden wurden Amerikas Feinde erst recht ermutigen.

· Wenn wir Israel aus der Gleichung herausnehmen, wuerden die Saudis immer noch Jihad in den Westen exportieren, Iran und seine Verbuendeten wuerden immer noch die USA bedrohen und Terroristen wuerden immer noch Amerika und Amerikaner angreifen. Und wie im Fall von Israel, waere das nur fuer das, was wir sind, nicht fuer etwas, was wir getan haben.

Ja, gewoehnliche Amerikaner sollten sich DEFINITIF darum kuemmern, was mit Israel passiert, schon allein aus ganz pragmatischen, eigenuetzigen Gruenden – diese Beziehung ist fuer beide Seiten gut.

Und herzliche Glueckwuensche zum 60. Geburtstag sind die richtige und angemessene Reaktion.

crossposted bei Freunden der Offenen Gesellschaft

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7 Antworten

  1. Hallo Ruth,
    die „5 Billionen“ müssten „5 Milliarden“ heißen – der angelsächsische Sprachgebrauch kennt unsere Milliarden nicht!
    Gruß
    heplev

  2. Danke Heplev fuer den Hinweis, ich hab’s verbessert.

  3. Dieser Link wurde geloescht. Auf meinem Blog Werbung fuer die eigene Seite zu betreiben, deren Ansichten meinen deutlich widersprechen, ist schlechter Stil. (beer7)

  4. http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/German/Mythenindex.html

  5. Ruth, wo bist Du????? Alle gesund und frisch? Du fehlst!!!

  6. @Lila: Stimmt. Ein Platz am Küchentisch ist leer 😦

  7. Aber es geht ihr doch hoffentlich gut? Lila, Du hast doch bestimmt ihre Telefonnummer?

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