Alibijuden: Akiva Eldar


Eigentlich brauche ich nur Akiva Eldars eigene Worte zu verlinken, um zu belegen, dass er die Funktion eines Alibijuden erfuellt und voller Stolz uebernommem hat. Um es meinen Lesern einfacher zu machen, uebersetze ich Kernpassagen ins Deutsche:

Der israelische Botschafter in einer wichtigen europaeischen Hauptstadt hat mir einmal gesagt, dass David Grossman, dessen Artikel oft in der lokalen Presse erschienen und ich ihm seine Aufgabe verunmoeglichen wuerden. Er beschwerte sich, dass ihm jedes Mal, wenn er Israelkritiker wegen ihrer „anti-israelische“ Haltung, wie er es nannte, angreifen wuerde, entgegnet wuerde, unsere Artikel seien noch viel kritischer. John Mearsheimer und Stephen Walt zitieren mich in ihrem umstrittenen Buch „The Israel Lobby“ als einen der israelischen Journalisten, dessen Kritik der Besatzung sogar noch schaerfer sei als ihre eigene.

Der prominente israelische Kolumnist Nahum Barnea schrieb in einer Veroeffentlichung des Israel Democracy Institue im November 2000, „es gibt israelische Reporter, die den „Lynch Test“ nicht bestehen“. Das sind die Journalisten, schrieb er, die sich nicht dazu ueberwinden konnten, die Araber zu kritisieren, als zwei Israelis von einem Mob in Ramallah brutal ermordet wurden. Barnea, der letztes Jahr den Israelpreis fuer Journalismus erhalten hat, argumentierte weiter, dass unsere Unterstuetzung der palaestinensischen Position absolut sei. Er schlussfolgerte: „Sie haben ein Sendungsbewusstsein.“ Ich fuehlte mich geehrt, als einer dieser Journalisten aufgefuehrt zu werden, zusammen mit meinen guten Kollegen Gideon Levy und Amira Hass.

Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage. Ich bin ein Journalist mit einer Sendung und mit einer Menge Leidenschaft. Kein Israeli, der ein Gewissen hat, im besonderen einer, der die Lage vor Ort jeden Tag aus der Naehe sieht, kann vom neutralen Blickwinkel des objektiven Beobachters ueber die Besatzung schreiben. (…)

Nicht nur solche, die vom rechten Fluegel kommen, wie Ehud Olmert, nennen mich und andere wie mich „Israel hassende Linke“. Shimon Peres sieht uns ebenfalls als eine Gang von Defaitisten, denen juedisches Bewusstsein abgeht. (…) Mir bleibt nur uebrig, mir Trost bei meinem aegyptischen Taxifahrer zu holen.

Beeindruckend, nicht wahr?! Da haelt Eldar selber in unzweideutigen Worten fest, dass er weder neutral noch objektiv schreibt und das auch gar nicht vor hat, weil er die Sendung hat, die Palaestinenser absolut zu unterstuetzen. Dass er vom gesamten politischen Spektrum (ausgenommen der kleine linksradikale Kreis von Alibijuden) in Israel abgelehnt wird, stoert ihn nicht, solange er irgendeinen Araber finden kann, der ihn liebt.

Kein Wunder bei solchen Gestalten, dass Ha’aretz auch die pal. Zeitung in Israel genannt wird. Ich lese zugegebenerweise nur in der englischsprachigen Ausgabe, so dass ich die hebraeische Ausgabe nicht beurteilen kann, aber ich finde es bedenklich, dass Lisa hier die Zeitung so beschreibt:

Israels wichtigste Tageszeitung im breiten Format. In Israel gilt es als Binsenweisheit, dass sich zwar niemand leisten kann, Ha’aretz ignorieren, sehr wenige sie aber tatsaechlich lesen. Sie ist ein serioeses Blatt, in einem Hebraeisch geschrieben, das mich immer noch gelegentlich zum Woerterbuch greifen laesst und hat eine erklaerte Agenda, links von der Mitte. Fuer Intellektuelle und Politiker ist sie eine notwendige, taegliche Lektuere.

Ha’aretz kommt somit eine wichtige Funktion dabei zu, in Akademikerkreisen fuer die einheitliche linke Haltung zu sorgen.

crossposted bei Freunden der Offenen Gesellschaft

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