Syrische Propaganda in der WELT


Bewohner des Golan wünschen sich den Frieden

so titelt die WELT und vergisst zu qualifizieren, dass es sich ausschliesslich um syrische Bewohner* des Golans handelt. Auf der israelischen Seite sieht man das ein bisschen anders.

„Wir wollen Land für Frieden“, sagt Sulyeman Haddad, im Einklang mit der Deklaration des Gipfels der Arabischen Liga vom März in Damaskus: Israel gibt alle besetzten Gebiete zurück und wird im Gegenzug von den arabischen Staaten anerkannt. Haddad glaubt, dass mit der Lösung dieser Frage auch das Problem des Extremismus in der Region gelöst werde. Der hoch gewachsene Syrer im eleganten schwarzen Anzug war von 1987 bis 1997 Botschafter seines Landes in der Bundesrepublik. Syrien gebe derzeit fast 70 Prozent seines Haushalts für die Rüstung aus und dies, obwohl die Armee aus dem Libanon abgezogen sei. „Der Preis ist Israel“, begründet Haddad. „Und das wollen wir nicht mehr.“

Das allewitische Regime in Damaskus haelt sich ueber seinen Unterdrueckungsapparat an der Macht. Die hohen Ausgaben fuer Geheimdienste, Armee und Waffen haben daher erst mal gar nichts mit Israel zu tun, sondern sind der Preis der Macht. Der Konflikt mit Israel ist aus Sicht des syrischen Regimes ein Asset und kein Nachteil, weil er sich eignet, die Unterdrueckung zu rechtfertigen. Ausserdem fuerchtet das Regime die Entstehung einer wirtschaftlich florierenden und daher notwendig selbstbewussten Mittelschicht wie der Teufel das Weihwasser. Verarmte und eingeschuechterte Buerger lassen sich viel leichter dirigieren.

Richtig ist, dass Syrien Land will und zwar im speziellen den Golan, von dessen Hoehen aus nicht nur der Norden Israels kontrolliert werden kann, sondern auch der ganze Suedlibanon und das Bekkaatal. Das ist deshalb wichtig, weil es die Zone beinhaltet, die bisher von der libanesischen Regierung kontrolliert wurde und die die beiden grossen Einflussgebiete der Hisbollah von einander trennt:

Israel beteiligt sich mit diesen Verhandlungen am Ausverkauf der Zedernrevolution. Und natuerlich bekommt es im Gegenzug nichts Greifbares. Der saudische Versuchsballon, auf den sich Haddad bezieht, ist laengst geplatzt. Er bot keine diplomatischen Beziehungen, keine Normalisierung und natuerlich keinen Verzicht auf das sog. Rueckkehrrecht fuer die Nachkommen von ehemaligen Fluechtlingen aus dem heutigen Staatsgebiets Israel. Ebenso ist heute schon klar, dass in Syrien keine Rede davon sein kann, aus der Allianz mit dem Iran auszuscheren.

Of course, the idea that Syria wants real peace, will recognize Israel, move away from Iran, abandon Hamas or Hizbullah, and cease terrorist meddling in Iraq is the purest nonsense. All these steps are against the regime’s vital interests. Yet, as demonstrated above, it can play the talks game without doing any of these things.

Meanwhile, Lebanon has fallen to Hizbullah, another state added to Iran’s bloc. This catastrophe is intensified by ignoring it.

sagt auch Barry Rubin

*Es ist aber auch ziemlich naiv, in einer Diktatur mit einem Angehoerigen der regierenden Elite herumzulaufen und zu erwarten, dass die befragten, einfachen Buerger ihre Meinung wahrheitsgetreu und unbefangen sagen…

crossposted bei Freunden der Offenen Gesellschaft

2 Antworten

  1. Ja aber Ruth. Jetzt bist Du aber unfair. Hör mal, der Syrer in dem Artikel ist hochgewachsen und trägt nen eleganten dunklen Anzug, der macht doch SO einen vertrauenswürdigen Eindruck…

  2. Macht es das in jedem Fall?

    Ich koennte mir auch andere Assoziationen vorstellen, die naeher dran waeren:

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