Ein Tag in den Grossen Ferien


Zum 1. Juli sind die Grossen Ferien ausgebrochen. Die Kinder geniessen ihre Freiheit und ihre Eltern machen Verrenkungen, um diese Freiheit nicht ausufern zu lassen, vor allem auch, weil die Eltern meistens arbeiten muessen.

Gestern frueh erledigt ich nur das Noetigste im Buero, dann nahm ich mir den Rest des Tages frei. Wir fuhren nach Sde Boker zu dem kleinen Museum, das in und um Ben Gurions Holzhaus im Kibbutz entstanden ist.

Mit dabei war unser Gast . Anschliessend picknickten wir und besuchten dann das Grab von Ben Gurion und seiner Frau.

Dort begegneten wir einer Gruppe von Taglit (Birthright). Ich freute mich ueber diese jungen Menschen und wuerde mir wuenschen, dass moeglichst viele das Leben in Israel waehlen oder uns verbunden bleiben, auch wenn sie ihre Familien einmal woanders gruenden.

Anschliessend bestand ich noch auf einen Abstecher nach Avdat.

So heiss, wie es auf diesem Bild aussieht, war es auch. Die Maedchen wollten gar nicht mehr und drueckten sich vor allem im Schatten herum. Schliesslich gab ich auch nach und wir fuhren nach Hause.

Spaeter dann Abendessen auf dem Balkon, mein Mann erwaehnte Jerusalem und machte ein unglaeubiges Gesicht, als ihm mein Unverstaendnis klar wurde: „Hast Du denn heute keine Nachrichten gehoert?!“ Nein, hatte ich nicht. In Jerusalem hatte ein arabischer Bewohner von Ostjerusalem mit israelischer Staatsbuergerschaft seinen Bulldozer dazu benutzt, um moeglichst viele Menschen zu toeten und zu verletzen. Lila hat schon dazu geschrieben.

Und so endete dieser Tag auf einer sehr israelischen Note: Vor den Fernsehnachrichten, in Gedanken bei den Opfern.

Meine Gedanken sind besonders bei der jungen Mutter, der es gelang, ihr Baby aus dem Auto zu retten, bevor sie selber zu Tode gedrueckt wurde.

Seconds before being crushed to death by a bulldozer, 33-year-old Batsheva Onterman succeeded in unbuckling her 5-month-old baby from the car-seat and passing her out through the window to safety.

„Just as I took the baby out, he reversed on top of the car. The baby is okay, but not the mother,“ Jeremy Aronson, the man who helped save the baby, told The Jerusalem Post quietly as he sat alone in the waiting room of Hadassah-University Hospital in Mount Scopus.

Onterman, who was a kindergarten teacher at Ganei Homat Shmuel, initially had difficulty conceiving a child and had undergone two years of fertility treatments, friends told the Post at her funeral late Wednesday night in the Givat Shaul cemetery.

(…)

Zwar steht es nirgends geschrieben, aber die Abwesenheit eines Vaters laesst liess mich faelschlich vermuten, dass Bathsheva Onterman ihr Baby allein durch kuenstliche Befruchtung bekommen hat. Lila hat mich korrigiert.

Ihre Tochter wird nun aufwachsen, ohne jede Erinnerung an ihre Mutter. Moege ihr spaeter der Gedanke helfen, dass ihre Mutter sie so sehr gewollt hat, dass sie zwei Jahre Behandlungen ueber sich ergehen liess, um sie zu bekommen und dass sie sie so sehr geliebt hat, dass sie ohne jedes Zoegern ihr eigenes Leben fuer ihr Kind hingab. Ihr Angedenken sei uns allen zum Segen!

5 Antworten

  1. Nein nein, der Vater ist schon gefunden und hat das Kind mit nach Hause genommen. Man wußte zu Anfang nicht, wer die Frau und das Kind sind.

    ein ganz ganz winziges Baby.

  2. hallo ruth, ich will nur mal wieder einen ganz kleinen gruss hinterlassen.
    schade, dass das mit berlin nicht geklappt hat. was ist schiefgelaufen?

    die geschichte mit dem kind ist ein wunder, alles andere ist nur grässlich.

    ich wünsche dir und deiner familie schabbat schalom –
    schoschana

  3. Hihi, wo haste denn die Fotos geklaut?

  4. So viel zum froehlichen Teil.
    Ich habe von dem Anschlag am naechsten Tag in der Jerusalem Post gelesen. Fast 6 Seiten!
    Da weiss man nicht, was ueberwiegt, die Wut oder die Trauer.
    Und dann kam mir noch ein trueber Gedanke: Wenn die JP so viel Platz diesem einen Anschlag widmet, wie unnormal ist dann (zum Glueck) dieses Geschehen schon geworden! Allerdings nicht durch ein Nachgeben der Palaestinenser, die versuchen es vehement weiter. Das hier duerfte nur die Eroeffnung einer neuen Front sein, wie immer, wenn eine „geschlossen“ wurde (von vollstaendig kann ja am Gazastreifen keine Rede sein).

  5. Liebe Schoschana,

    bitte entschuldige, dass ich mich nicht gemeldet hatte. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Wir waren in Berlin, aber ich habe eine Freundin wieder getroffen, die ich vor 16 Jahren zum letzten Mal gesehen hatten und so habe ich die meiste Zeit mit ihr verbracht.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: