ein bisschen Hintergrund zu Terroristen und Asylrecht


In meinen Augen leidet Israel daran, dass es allzu humanitaer mit Terroristen umgeht. Auch vor einem Jahr widersprach ich Lila, die meinte, dass Israel den Fatahfluechtlingen Asyl und Schutz schulde.

Inzwischen ist der Kontrast noch groesser. Bei den Fluechtlingen handelt es sich um ausgebildete Terroristen. Auch auf dem Photo ist deutlich zu erkennen, dass keine Frauen, Kinder und Greise unter den Fluechtlingen sind, sondern ausschliesslich junge, wehrfaehige Maenner.

Carl in Jerusalem hat das Video von ihrem Waffenlager, das der Hamas in die Haende fiel.

Lila zeigt Hintergruende auf, warum Abbas diese Maenner nicht in der Westbank haben will.

Inzwischen setzen sich natuerlich israelische Menschenrechtsorganisationen fuer die Fluechtlinge ein.

The Association for Civil Rights in Israel petitioned the High Court of Justice on Sunday to prevent the state from returning the Fatah refugees back to Gaza. The petitioners stated that forcing the Fatah loyalists to return to the Strip could endanger their lives and called it a serious violation of human rights and of Israeli law.

In the petition, ACRI’s lawyers said that sending back people who request political asylum to the place they had escaped from constitutes „one of the most severe human rights violations and is a breach of Israeli law and human morality.“

Wie so oft, kennt sich auch diese Menschenrechtsorganisation nicht mit den Gesetzen aus oder stellt sie wider besseres Wissen falsch dar.

International gilt, dass Terroristen kein Asylrecht zusteht. Ayslgewaehrende Staaten muessen sicherstellen, dass Asylbewerber keine Terroristen sind, siehe UN-Resolution 1373:

3. fordert alle Staaten auf,
(…)
f) bevor sie einer Person Flüchtlingsstatus gewähren, im Einklang mit den entsprechenden Bestimmungen des innerstaatlichen Rechts und des Völkerrechts, einschließlich der internationalen Menschenrechtsnormen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu vergewissern, dass der Asylsuchende keine terroristischen Handlungen geplant oder erleichtert oder sich daran beteiligt hat;

Israel hat bis jetzt kein Gesetz, das politisches Asyl regelt.

Auch das Position Paper des Refugee Rights Programs an der Tel Aviv University haelt klar fest, dass die Convention zum Schutz von Fluechtlingen nicht jedem Fluechtling den Anspruch auf Schutz und Asyl zugesteht:

The Convention establishes three categories of persons, who, notwithstanding that they meet the definition of “refugee”, will not be accorded the protection of the Convention:
(…)
C. Persons who are not entitled to international protection, because they have committed a crime against peace, a war crime, or a crime against humanity; or because they have committed a serious nonpolitical crime prior to being admitted to the country of refuge; or because they have been guilty of acts contrary to the purposes and principles of the United Nations.

Wer moechte ernsthaft bezweifeln, dass die jungen Maenner des Hilles-Clan genau in diese Gruppe fallen?!

Anscheinend hat die IDF unabhaengig von Menschenrechtsorganisationen bereits reagiert:

Nevertheless, after the 35 returned Fatah members were immediately arrested by Hamas, the IDF filed an objection with the Defense Ministry that sending the remaining refugees back to Gaza would risk their lives.

Defense Minister Ehud Barak’s office then contacted Abbas’s office and after talks throughout the night, it was decided that the men would be sent to the West Bank after all. The Defense Ministry said in a statement that it received information that „they were being arrested by Hamas and that their lives were in immediate danger.“

Israelische Sicherheitsbeamte betonen, dass sie ihre Pflicht getan haben (s. auch die oben zitierte UN Res. 1373)

Security officials stressed that the Palestinians had undergone rigorous checks by the IDF and Shin Bet (Israel Security Agency) and that those suspected of involvement in terrorist activity would be detained for questioning.

Und natuerlich bietet auch das Menschenrechtsorganisationen eine Angriffsflaeche.

„Everybody that comes into Israel, we have to question them about the reason they are coming, especially if they are in a terror organization,“ Defense Ministry spokesman Shlomo Dror told AFP.

(…)

Dror is less sympathetic. „I think once a person decides to join a terror organization we do not have to bring them into Israel for treatment… Hamas took over, they should take care of these people.“

(Die beiden Positionen werden im Artikel verschraenkt widergegeben.)

But Miri Weingarten, a spokeswoman for PHR-Israel, says many of those who are interrogated have already received exit permits from Israel.

„We don’t question that Israel has to protect itself and that maybe it needs to find out something about a person who wants to enter. Our problem is that they are questioning (patients) about other people,“ she told AFP.

„You are not allowed to use civilians as part of the conflict,“ she added.

Jedes Mal, wenn ich mit ElAl nach Israel fliege, muss ich mich von Sicherheitsleuten befragen lassen. Unter den ueblichen Fragen ist auch die nach den Namen meiner Kinder, dem Wohnort und der Beschaeftigung meiner Eltern. Auch ich werde also routinemaessig „ueber andere Personen“ ausgefragt!

Ich habe den Eindruck, dass Miri Weingarten Terroristen unter Zivilisten subsumiert, was wieder in deutlichem Gegensatz zu internationalem und israelischem Recht steht.

5 Antworten

  1. Hi Ruth,

    blöde Frage, aber woher weißt du dass es alle(?) Terroristen sind (dass darunter einzelne sind, ist zu vermuten)? Ich meine jetzt keine einzelnen Belege, aber irgendwoher musst du es ja haben, wenn es keine allgemeine, weil annehmbare, Einschätzung ist.

    Schawua tov

    Yael

  2. Liebe Yael,

    wie gesagt, sind keine Frauen und Greise unter den Fluechtlingen, einige Minderjaehrige schon, aber wir wissen, dass auch 15jaehrige an den bewaffneten Konflikten teilnehmen – sie sind also auch Kombattanten.

    Lies mal hier, mit wem wir es zu tun haben:

    The powerful Hilles clan had established their own „mini-state“ in the Gaza Strip, where they had their own extraterritorial „security zone“ and militia.

    The clan, which has long been affiliated with Fatah, had a military training base and a number of small factories for manufacturing various types of weapons.

    Several members of the clan were also involved in various types of criminal activities, including murder, rape, kidnappings and extortion, according to sources in the Gaza Strip.

    Nun koennte man streiten, ob es juristisch einwandfrei ist, alle als Terroristen zu bezeichnen. Vermutlich waere auch ein Etikett wie „Bandenkriminalitaet“ denkbar. Die Konvention zum Schutz von Fluechtlingen gewaehrt aber auch Kriminellen kein automatisches Asylrecht.

  3. Ich denke schon, dass darunter sicher einige sind, die an Terroranschläge gegen Israel beteiligt waren (das zumindest soll durchgesickert sein). Aber im Grunde ist es ja egal, was Israel macht, es ist wie üblich, immer falsch. Danke für deine Antwort.

  4. Ich danke Dir fuer Deine Frage! Ohne sie haette ich mich nicht naeher mit den Banden/Sippen-Kriegen im Gazastreifen beschaeftigt, siehe den neuen Eintrag.

    Die Frage ist eigentlich nach der Definition von „Terrorist“. Wir koennen nicht mit Sicherheit wissen, ob alle der Hilles-Maenner gegenueber Israel Gewalttaten veruebten. Wir koennen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie alle mitwirkten, die pal. Zivilbevoelkerung im Gazastreifen zu terrorisieren.

  5. Über die Definition Terrorismus streiten man sich ja schon, solange es diesen Begriff gibt.
    In Dtl. ist es ja so, dass, wer Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist (allein dafür gibt es schon die Mindeststrafe von 8 Jahren), auch ein Terrorist genannt wird, dabei ist es ja egal, ob derjenige an irgendetwas beteiligt war.
    Die Frage wäre daher, ob die Fatach als eine terroristische Vereinigung angesehen wird bzw. werden kann.

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