Pal. Propaganda in der Sueddeutschen (mit Update)


Bulldozer vor der Tür
ist heute der zweite Artikel unter „Politik“ in der Sueddeutschen Online. Offensichtlich ist nach Russland nichts so dringend, wie eine angebliche Hauszerstoerung in Jerusalem vor drei Wochen.

Billi Bierling verlaesst sich bei ihren Recherchen in erster Linie auf die Aussagen von Palaestinensern, schliesslich ist noch kein einziger Fall aktenkundig geworden, wo Palaestinenser es mit der Wahrheit nicht genau genommen haetten. An zweiter Stelle stehen dann Organisationen vom Schlag des ICADH. Damit ist ueber die Zuverlaessigkeit des Berichts eigentlich schon alles Noetige gesagt.

Dass in Israel pal. Haeuser selbst dann nicht einfach so eingerissen werden koennen, wenn der Regierungschef und der Verteidigungsminister es selber fordern, hatten wir an diesem konkreten Fall schon erlebt.

Bierling scheint sonst nicht in der Sueddeutschen zu schreiben. Wenn es sich um diesselbe Person handelt
dann hat sie auch keinen Hintergrund und keine Erfahrungen zum Nahen Osten.

Der Text ist so geschrieben, dass man zu der Annahme verleitet wird, die Autorin sei persoenlich anwesend gewesen. Damit wird der Leser jedoch in die Irre gefuehrt. Nach zweimaligem Lesen bin ich zur Auffassung gelangt, dass Bierling einer Fiktion aufgesessen ist und durch die falsche Authentizitaet die duerre Informationslage verschleiern will. Ich kann nur bei absolut unserioesen Quellen Hinweise auf einen solchen Vorfall finden:
Ma’an
PCHR Gaza
Palestine Today (unter imec), dann weiter verbreitet von Indymedia UK

Weder in Ha’aretz* (ueber deren pro-palaestinensische Tendenz wir uns keinen Illusionen hingeben koennen) noch in Y-Net, das sonst auch gern haltlose Vorwuerfe von pal. Organisationen nachdruckt, findet sich irgendetwas.

Es spricht gegen Billi Bierling, dass sie diesen Koeder unbesehen geschluckt hat und in ihrem Text Augenzeugenschaft suggeriert. Entweder ist sie sehr naiv und unerfahren oder sie teilt die anti-israelische Agenda ihrer Gewaehrsleute.

Es spricht gegen die SZ, dass sie einen solchen Text unbesehen druckt, nur weil er den eigenen Vorurteilen entspricht. In den Leserkommentaren toben sich dann auch, wie erwartet, die Antisemiten aus, die allesamt natuerlich nichts gegen Juden haben, sondern nur die Politik des Staates Israels kritisieren.

Update: Es hat mir keine Ruhe gelassen und schliesslich habe ich doch eine kurze Erwaehnung in einem Ha’aretz Artikel gefunden:

Dozens of residents of the northern Jerusalem neighborhood Beit Hanina threw rocks at police Monday, after the Abu Aisha home was demolished. Four of the stone throwers were arrested.

The four-storey house was knocked down by the Jerusalem municipality as it had been built without a permit. Humans rights organizations spent the whole day Monday trying to prevent the demolition, without success.

Im Gespraech mit meinem Mann erinnerten wir uns auch, dass ueber den Vorfall damals im Fernsehen berichtet wurde. Das Haus war nicht nur ohne Genehmigung gebaut worden, vor allem war der Grund gar nicht Eigentum der Familie. Die Familie hatte saemtliche rechtlichen Moeglichkeiten ausgeschoepft, was sich ueber Jahre hingezogen hatte. Der Abriss war weder ploetzlich noch unangekuendigt erfolgt. Dass Hunderte von Demonstranten anwesend waren und sog. „Menschenrechtsorganisationen“ noch am Tag des Abrisses versuchten, ihn zu verhindern, belegt die Vorankuendigung. Wer in diesem Fall von „Willkuer“, „Diskriminierung“ etc. faselt, plaediert mit anderen Worten darauf, dass die Gesetze des Staats Israels nur fuer Juden gelten, waehrend arabische Nicht-Juden davon ausgenommen sind. Rassistische Diskrimierung!

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4 Antworten

  1. Hallo Beer7,

    zu ICADH (und deren Finanzierung), weil du einmal danach fragtest;

    Ich habe ich „leider“ nur eine französische Auskunft auf der Seite von NGO Monitor gefunden. Du kannst aber auch ganz oben rechts am Bildschirmrand auf „hebräisch“ klicken…http://www.ngo-monitor.org/article.php?id=1446

    Hier der entsprechende Ausschnitt auf Französisch (nicht sehr aktuell, so weit ich das aus dem Stegreif übersetzen kann):

    D’après le site internet d’Alternatives, „(…) Approximativement 50 % de nos fonds proviennent des gouvernements (principalement l’Agence canadienne de développement international). Le reste est recueilli auprès de nos 50’000 supporters et de groupes partenaires qui s’associent à la mission d’Alternatives, tels des Églises et des syndicats“. Le dernier rapport disponible sur le site d’Alternatives date de 2002-2003, mais ne liste pas de budget detaillé; toutefois, le rapport annuel de 2001-2002 évoque un budget de „près de 7 millions de dollars“.

    ———————–

    Ich habe im Zusammenhang mit dem Treiben der Friedrich Ebert Stiftung (FES) vor etlichen Monaten auf meinem privaten Kommentarblog (Castollux) einen Beitrag eingestellt, der sich kritisch mit verschiedenen NGO’s in Israel und der PA beschäftigt.

    Hier: http://castollux.blogspot.com/2007/10/money-for-nothing.html

    —————–

    Viele Grüße
    Bernd
    Honestly Concerned

  2. Danke Bernd, fuer die Info und den Link. Mein Franzoesisch ist gut genug, das Zitat lesen zu koennen. Demnach erhaelt das ICAHD ca. 50% seines Budgets von Regierungsorganisationen, allen voran von der kanadischen Agentur fuer Internationale Entwicklung. Der Rest sei Spendenaufkommen von ca. 50,000 Unterstuetzern und Partnerorganisationen wie Kirchen und Gewerkschaften.

    passt!

  3. […] haben wir wieder die eigentliche Forderung der sog. “Progressiven”: Das Gesetz des Landes Israel soll nur fuer juedische Israelis gelten, arabische Nicht-Juden […]

  4. […] für israelische Soldaten gelten Gesetze, aus Willkür wird kein Haus niedergebaggert und auch Land geklaut, wie es der Artikel […]

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