Karin Wenger berichtet fuer die NZZ aus Gaza


Zwar hat sie nur alte Nachrichten zu bieten, aber die mit dem zuenftigen anti-israelischen Dreh, wie es sich fuer eine liberal-progessive Zeitung in der Schweiz anscheinend gehoert: Im Ausland studieren bleibt in Gaza ein Traum

Dieser Artikel in Haratz vom 8. August (!) gibt einen guten Hintergrund.

Die Saga beginnt im Mai 2008. Die USA laesst es sich nicht nehmen, jedes Jahr an besonders begabte Studenten im Gazastreifen Fulbright-Stipendien zu verteilen. Und das, obwohl im Oktober 2003 der entsprechend Konvoi einem Terrorattentat zum Opfer fiel. Drei US-Buerger, Angestellte der Botschaft, bezahlten mit ihrem Leben. Bis heute wurden die Verantwortlichen von niemandem zur Rechenschaft gezogen.

Im Mai 2008 erhielten also sieben Studenten im Gazastreifen die frohe Nachricht, dass sie ein Stipendium bekommen hatten, unten ihnen auch Fida Abed und Zuhair Abu Shaban. Aber schon Ende Mai erhielten sie wieder Post, ihre Stipendien seien annulliert. Wie sich herausstellte ging das US State Department einfach davon aus, dass Israel keine Ausreisegenehmigung erteilen wuerde, ohne dass Israel dazu ueberhaupt kontaktiert wurde.

Condoleeza Rice, die sich durch die Palaestinenser an ihre eigene Jugend im rassensegregierten Sueden erinnert fuehlt, geriet ins Hyperventilieren. In Israel war man etwas verdutzt ueber die unnoetige Aufregung und erteilte vier der sieben Stipendiaten sofort Visa. Zu Fida Abed, Zuhair Abu Shaban und Ahmed Ma’ari aber hiess es, da gaebe es Bedenken wegen Verbindungen zum Terrorismus. Rice und das State Department fuehlten sich immer noch auf den Schlips getreten – vermutlich gerade weil es sich um ihr eigenes Versehen handelte – und uebten massiven Druck aus.

Bei Ha’aretz (oben verlinkt) laesst sich nachlesen, mit welchem Taram amerikanische Diplomaten Fida Abed und Ahmed Ma’ari trotz ungueltiger Paesse, mangelder Einreisegenehmigung fuer Jordanien und nach Ende der Dienstzeiten ueber die Grenze nach Jordanien brachten.

Tja und in der Zwischenzeit fiel wohl irgendjemanden im State Department siedendheiss ein, man sollte vielleicht die isr. Vorwuerfe gegen Fida Abed, Zuhair Abu Shaban und Ahmed Ma’ari mal checken.

Das Ende vom Lied war, dass sich die israelischen Bedenken offensichtlich als wohl begruendet erwiesen. Fida Abed war schon in Washington gelandet, als er im Flughafen zurueckgewiesen wurde. Ahmed Ma’ari war noch in Jordanien, als ihm mitgeteilt wurde, Visa und Stipendium seien annulliert. Wo und wann Zuhair Abu Shaban informiert wurde, finde ich auf die Schnelle nicht, es duerfte aber keine Rolle spielen.

In der ganzen Geschichte hat sich vor allem das US State Department blamiert. Deren Diplomaten waren nicht in der Lage, das offizielle und angemessene Prozedere durchzufuehren und dafuer kompensierten sie mit jeder Menge Druck auf Israel und auf Jordanien. Ausserdem waren sie nicht imstande, rechtzeitig ihre eigene Sicherheitsueberpruefung durchzufuehren, so dass die Stipendiaten in allerletzter Minute abschlaegig beschieden werden mussten.

Bei Karin Wenger kommt die Rolle der USA nicht vor, ausser in direkten Zitaten der Betroffenen, die wohlweislich von Amerika und Israel im Doppelpack sprechen:

«Wenn Amerika und Israel wirklich Frieden und Sicherheit wollen, dann sollten sie den Kulturaustausch vorantreiben und nicht blockieren», klagt Fida

Zuhair sagt: «Viele Studenten fühlen sich entmutigt, wenn sie sehen, was mit uns passiert. Die Strategie, die Israel und Amerika verfolgen, ist weder logisch, noch hilft sie Gazas Zukunft.»

Hervorhebungen von mir. Besagte Strategie besteht natuerlich darin, Personen mit Verbindungen zu Terrororganisationen nicht ins Land zu lassen und mir erscheint sie sehr logisch. Ob die Zukunft von Gaza wirklich im Export von Terroristen und Terror liegt, wage ich zu bezweifeln.

Eine Antwort

  1. […] Das US-Außenministerium ist eine der inkompetentesten Einrichtungen der internationalen Politik, die ich kenne. Sie machen Fehler, die nur jemandem unterlaufen können, der keine Ahnung von dem hat, was er tut. Sie versuchen, diese Fehler anderen unterzuschieben. Und doch machen sie einfach weiter, als seien sie die einzigen, die wissen, wo es lang geht und alle anderen die Stümper. Übertroffen werden diese Leute nur noch von Journalisten, die den inkompetenten Müll so verwursten, dass Israel als einzig schuldig da steht. Gibt’s nicht? Und wie’s das gibt! […]

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