Der Verlust eines geliebten Menschen


ist immer ein tiefer Einschnitt. Besonders hart ist er, wenn ein junger Mensch ploetzlich von uns gerissen wird. Seine Angehoerigen und Freunde konnten sich nicht auf den Verlust vorbereiten, wie es bei einer langen Krankheit oder bei hohem Alter geschieht. Am allerschlimmsten ist es wohl, wenn der Tod durch Gewalt verursacht wurde.

Jeder reagiert auf ein solch traumatische Geschehen auf andere Weise. Bei Nurit Peled-Elhanan haben wir eine besonders psychopathische Reaktion gesehen. Sie ist die Ausnahme. Waehrend wir viele Angehoerige von Terroropfern aus den Augen verlieren, so hoeren wir doch in manchen Faellen wieder von ihnen. Die Angehoerigen von Danny und Einat Haran, die von Samir Kuntar brutal ermordet wurden, gaben diesen Sommer zu Protokoll, dass sie einer Freilassung von Kuntar im Austausch fuer lebende Soldaten zustimmen. Wie wir wissen, fand der Austausch gegen Saerge statt. Auch Yitzchak Levy und Stephen Flatow, die beide eine Tochter durch Terror verloren haben, waeren mit einer Freilassung der Moerder einverstanden, wenn dadurch Geiseln gerettet werden koennen. Die angebliche „juedische Rachsucht“ wird nicht bestaetigt.

Die Familie Wachsman hat sich zur Erinnerung an ihren Sohn Nachshon dem Shalva-Zentrum in Jerusalem fuer geistig behinderte Kinder gewidmet. Die Eltern von Koby Mandel haben die nach ihm benannte Stiftung ins Leben gerufen, um den Angehoerigen von anderen Terroropfern zu helfen.

Auch die Familie Khoury will mit ihrem Leid in einer Weise umgehen, die anderen Menschen helfen kann. Ihr Sohn George wurde fuer einen Juden gehalten, als er in Jerusalem joggte und von Al-Aksa-Terroristen deswegen ermordet. Jetzt hilft die Familie, die Uebersetzung von Amos Oz „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ ins Arabische zu finanzieren.

Moege der Ewige sie und alle Trauernden in Zion und Jerusalem troesten.

5 Antworten

  1. Auch die Familie von Koby Mandell versucht, mit dem Schmerz über den Verlust ihres Sohnes (in einer Höhle bei Tekoa gesteinigt, falls sich jemand nicht erinnert) fertigzuwerden, indem sie anderen hilft. Die Eltern organisieren Sommercamps, Kurse und Hilfe für Angehörige von Terroropfern.

    Meine Hochachtung für diese Menschen ist nicht in Worte zu fassen. Aus ihrem Schmerz wird anderen Segen.

  2. Ach, entschuldige, ich sehe, Du hast die Mandells erwähnt, hatte ich überlesen, pardon pardon.

  3. Ich würde gerne noch die Familie Roth in die Liste bringen. Ihre Tochter Malki (damals 15) wurde Opfer des Selbstmord-Bombers in der Sbarro-Pizzeria. Sie haben die Malki Foundation gegründet, um behinderten Kindern und deren Familien zu helfen. Malki hatte ein Herz für behinderte Kinder und half ihnen in ihrer Freizeit.
    Übrigens: behinderten israelischen UND palästinensisch-arabischen Kindern!
    http://www.kerenmalki.org/
    Es ist schon widersinnig, dass Israel ständig Rachegelüste und -aktionen angedichtet werden, wenn die Angehörigen der Opfer in ihrer allergrößten Mehrheit mit humanitären Aktionen reagieren. Ich finde das Verhalten der Medien und NGO-Propagandisten einfach unanständig.

  4. Unabhängig von den tragischen Ereignissen ist Amos Oz auf arabisch doch eine wirklich tolle Sache. Hoffentlich finden sich auch Händler, die die Bücher beispielsweise auf der Kairoer Buchmesse präsentieren und hoffentlich gibt das keinen dämlichen Streit, den hätte nämlich keiner verdient.

  5. Flowerkraut,

    eigentlich sollte man meinen, dass sich Uebersetzungen ins Arabische selber finanzieren koennten. Schliesslich gibt es ca. 170 Millionen Menschen, deren Muttersprache eine arabische Sprache ist und selbst wenn wir von 40% Analphabeten ausgehen, blieben immer noch 100 Millionen potentielle Leser fuer arabische Buecher. Ein Verleger koennte davon ausgehen, dass hier ein attraktiver Markt auf ihn wartet.

    Uebrigens habe ich eine gute Studie gefunden, die sich dem Problem der arabischen Schriftsprache versus gesprochenen Arabischvarianten widmet, das ich hier gestreift hatte.

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