Und noch etwas Persoenliches


Gestern abend ging ich spaet ins Bett. In einem hausfraulichen Anfall hatte ich am Nachmittag die Fenster geputzt (und natuerlich fuer den kommenden Tag gekocht) und als die Kinder im Bett waren noch den Grosseinkauf erledigt. Weil ich aber einfach jeden Tag eine gewisse Zeit fuer mich allein brauche, sass ich noch lange wach am Computer lesend und mit einem Buch in der Hand, um die Zeit, die der Computer jeweils zum Laden der Seiten braucht, auch auszunuetzen. (Uebrigens lese ich gerade Sebastian Haffner: Germany Jekyll and Hyde und Ian Black, Benny Morris: Israel’s Secret Wars.)

Als ich ins Bett ging, war ich todmuede und schlief sofort fest. In den fruehen Morgenstunden hoerte ich viele Flugzeuge. Ich war nicht sicher, ob ich traeumte und schaute meinen Mann an, der mit offenen Augen dalag, aber nichts sagte. Ich muss sofort wieder eingeschlafen sein und traeumte einen Traum von grenzenloser Einsamkeit. In meinem Traum hatte ich niemanden, der mir nahestand, niemanden, dem ich etwas Persoenliches haette mitteilen koennen oder wollen. Nach dem Aufstehen fragte ich meinen Mann, ob er die Flieger auch gehoert haette. Ja, das seien sicher Uebungen gewesen. Ich glaube mein Traum von der Einsamkeit kommt daher, dass mir scheint, dass Israel ganz auf sich allein gestellt ist. Auf der Geschaeftsreise, von der ich gerade zurueckkomme, sass ich einem Geschaeftspartner gegenueber, der mir stolz vom Irangeschaeft erzaehlte. Der Mann wirkt auf mich sehr sympathisch, und ich gehe davon aus, dass wir gute Geschaefte miteinander machen werden. In diesem Augenblick war ihm einfach gar nicht praesent, wie anders sich diese Dinge mit israelischen Ohren anhoeren.

Spaeter dachte ich dann an andere Menschen, die sich mit ebensoviel oder mit viel mehr Grund verlassen fuehlen. Die Menschen in Georgien, als die Russen einmarschierten. Die Menschen in Dafur, die vor den arabischen Berittenen fliehen. Hausangestellte in Saudiarabien, die so gut wie rechtlos sind usw.

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