Zoosterben im Gazastreifen – Israel ist schuld


Wie Ma’an berichtet, rechneten sich etliche, geschaeftstuechtige Palaestinenser aus, dass die Einwohner des blockierten Gazastreifens dringend Unterhaltung braeuchten. Im „groessten Freiluftgefaengnis der Welt“ wurden mehrere Tiergaerten und Streichelzoos gegruendet. Die dazu benoetigten Tiere wurden durch die Tunnels von Rafah eingefuehrt. (Ich warte immer noch auf die Stellungsnahme verschiedener Tierschuetzer.)

Nun stellt sich heraus, dass die Investition doch nicht so sicher war wie erwartet. Mehrere Zoos muessen schliessen und verkaufen ihre Tiere an andere Zoos, an Geschaefte, die damit Kunden anlocken wollen (Tierschutz?) oder auch an Privatleute.

Und natuerlich ist die israelisch Blockade schuld. Waere die nicht, wuerden alle Bewohner des Gazastreifens mehrmals monatlich in den Zoo gehen und sogar hoehere Eintrittsgelder bezahlen! (Dabei wird uebersehen, dass dieselben Bewohner des Gazastreifens dann ja auch nach Tel Aviv fahren und sich dort amuesieren koennten. Die Blockade war ja gerade die Grundlage der Geschaeftsidee!)

Und jetzt rechnen wir mal wieder ein bisschen. Ich liebe den Basler Zoo, also ist es naheliegend, ihn zum Vergleich heranzuziehen.

Der Kanton Basel Stadt hat 190,000 Einwohner. Der Kanton Basel Land hat 271,000 Einwohner. Macht zusammen 461,000 Einwohner. Natuerlich hat der Zolli ein groesseres Einzugsgebiet (bis nach Israel, was mich und meine Kinder betrifft.) Insgesamt hat die Schweiz 7.6 Millionen Einwohner und acht groessere Zoos. Auf einen Zoo kommen also knapp 1 Million Einwohner plus Touristen.

Der Basler Zoo erhaelt sich aber trotz relativ hoher Eintrittspreise (Erwachsene CHF 16.-, Jugendliche CHF 12.-, Kinder CHF 6.-, IV/Senioren CHF 14.-) keineswegs selbst, sondern wird kraeftig bezuschusst. Nach dem laufenden Abgeltungsvertrag unterstuetzt der Kanton Basel Stadt den Zoo jaehrlich mit insgesamt fast 1.5 Millionen CHF (davon 1,450,000 an direkter Finanzierung, 130,000 an erlassenen Abwassergebuehren und 15,000 an Futter). Auch der Kanton Basel Land traegt sein Scherflein zum Zolli bei, wenngleich viel weniger und unter Murren.

Die Bevoelkerung des Gazastreifens wird mit 1.2 bis 1.5 Millionen Menschen angegeben. Da es keinen nennenswerten Tourismus gibt – ich vermute, dass die Leute von „Free Gaza“ und aehnlichen NGOs selten in den Zoo gehen – duerfte das Einzugsgebiet allenfalls ausreichen, um einen einzigen Zoo halbwegs ueber Wasser zu halten und auch dann waeren staatliche Subventionen noetig.

Merke: Mindestens was die Versorgung mit Tiergaerten angeht, ist der Gazastreifen besser gestellt als die Schweiz. Aber Israel ist natuerlich schuld.

2 Antworten

  1. Zoos, Zirkusunternehmen sowie Privatpersonen die Tiere nicht hinreichend artgerecht halten, machen sich der Tierquälerei schuldig, dass muß mal ganz klar gesagt werden und wenn ich mir den Bericht -Link zur kleinezeitung http://www.kleinezeitung.at/magazin/tiere/1605623/index.do)- sowie das Foto mit den erbarmungswürdigen Löwe (Ma`an) so anschaue, dann werden diese Tiere wie Objekte und nicht wie Lebewesen behandelt – also nicht unähnlich den rumänischen und bulgarischen Braunbären, die an Nasenringen gekettet ihr trauriges Dasein in Quälerei fristen müssen. Die Halter, davon muß ich ausgehen, haben ihren Mitmenschen gegenüber vermutlich eine ähnliche verachtende Haltung. Tja, interessant, dass sich hier PETA oder WWF noch nicht zu Wort gemeldet hat und den Gazaristas mal sagt, wie artgerechte Haltung aussieht (aber leider messen die auch mit zweierlei Maß).

    In Herne (Stadt im Ruhrgebiet) gabs mal Anfang der 70er für kurze Zeit einen kleinen Zoo aber da die Stadt weder Unterhalt noch artgerechte Haltung gewährleisten konnte, gab man den Tierpark auf (Israel wurde dafür übrigens nicht verantwortlich gemacht sondern schlicht und ergreifend die Einsicht, dass man sich übernommen hat).

    Merke: Man kann einen Zoo gründen, muß es aber nicht und Lebensnotwendig ist ein solcher schonmal gleich garnicht.

  2. Perry,

    ich bin ganz positiv ueberrascht von der „Kleine Zeitung“. Das ist ja richtig ausgewogene, faktisch richtige Berichterstattung. Woran das liegen mag? Sollten Zionisten die Presse in Oesterreich schleichend uebernehmen und dort angefangen haben?

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