Wie erwartet – Victor Kocher


Wegen Obamas Wahlsieg musste Victor Kocher ein bisschen warten, bis er seine Parteinahme fuer die Hamas in der NZZ veroeffentlichen konnte.

Hier ist sie nun
:

Es war der schwerwiegendste Verstoss gegen die seit Juni herrschende Waffenruhe im Streifen.

Natuerlich. Kocher haelt wie Hamas dafuer, dass nur Israel gegen die Waffenruhe verstossen kann und von Seiten Israels war das wirklich das bisher schaerfste Vorgehen.

Die Palästinenser feuerten zur Vergeltung Granaten gegen Israel.

Wie in Kochers Kreisen allseits bekannt, ist die Hamas eigentlich eine grundpazifistische Organisation, die nur dann Vergeltung uebt, wenn sie bis auf’s Blut gereizt wurde. All die aggressiven Verlautbaren sowie das erklaerte Ziel der Hamas, Israel zu vernichten, gehen auf Uebersetzungsfehler zurueck. [/sarkasmus]

Nett ist auch diese Gemme:

Blutbad unter den Kämpfern eine klare Aggression

Feindliche Kombattanten zu toeten, sieht Kocher wohl als Kriegsverbrechen, wenigstens dann, wenn es sich nicht um einen „fairen Kampf“ (Mann gegen Mann mit gleicher Ausruestung) handelt. Da kann dann schon von einem Blutbad gesprochen werden! Dass diese „Kaempfer“ (das Wort Terrorist bringen weder Kocher noch die NZZ ueber die Lippen) dabei waren, Raketen auf zivile Ziele in Israel abzufeuern (tatsaechlich ein Kriegsverbrechen), scheint irrelevant. Auch das die israelische Luftwaffe in der Folge auf unblutige Weise versuchte, weitere Raketen zu verhindern, wie Kocher selbst schreibt:

Im Laufe des Mittwochs flog die Luftwaffe wiederholt im Tiefflug über den Gazastreifen und täuschte weitere Raids vor.

kann unmoeglich ueber die israelische Blutgier hinwegtaeuschen, nicht wahr?

Ich finde es einen Fortschritt, dass die NZZ die Texte von Victor Kocher nicht mehr unbegleitet einstellt. Die Kombination mit dem korrekten und nicht wertenden Text von George Szpiro ist eine gute Uebergangsloesung, bis die Redaktion eingesehen hat, dass Herr Kocher nicht einfach einen kontroversen Standpunkt einbringt, sondern 1:1 die Hamaspropaganda.

Das wird leider noch ein Weilchen dauern. Wie der Vorspann belegt, ist das antiisraelische Vorurteil in der Redaktion noch ziemlich intakt.

Beim Vorstoss israelischer Soldaten in den Gazastreifen zur Zerstörung eines Tunnels ist es zum ersten Mal seit der im Juni verkündeten Waffenruhe zu Kämpfen zwischen Israeli und Palästinensern gekommen. Die Hamas erwiderte den Angriff, bei dem sechs ihrer Kämpfer getötet wurden, mit einem Raketenbeschuss über die Grenze hinweg.

(Hervorhebung von mir) Das entspricht doch ziemlich deutlich: „Er hat angefangen, als er zurueckgeschlagen hat!“. Bei dem „Angriff“ der Bodentruppen wurde uebrigens nur ein Hamasterrorist getoetet. Die anderen kamen durch Luftangriffe um’s Leben, waehrend sie Raketen abfeuern wollten. Der Raketenbeschuss war also nicht die Antwort auf sechs tote Kaempfer, sondern fuenf der sechs Toten fielen infolge der Entscheidung, mit Raketen auf das Eindringen der isr. Bodentruppen zu reagieren.

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5 Antworten

  1. […] Veröffentlicht in Uncategorized by Mr. Moe am November 6th, 2008 Was Viktor Kocher von der NZZ kann, kann Jörg Bremer von der F.A.Z. schon lange. So titelt Bremer: Bruch der Waffenruhe in Gaza. […]

  2. Jörg Bremer von der F.A.Z. sieht das ähnlich: Israel „bricht“ die Waffenruhe, die Hamas „stört“ sie lediglich ab und an.
    f

  3. Die NZZ soll in nächster Zeit Personal abbauen. Möchtest du der Gescgäftsleitung einen Kandidaten vorschlagen? 🙂

  4. Es gab bzgl. dieses Vorfalls wieder einige „Gewaltspiralen“ zu lesen in der deutschsprachigen Presse. Zu relativistischer Äquidistanz ist Kocher allerdings nicht geneigt; stattdessen setzt er auf die Hamas, was heute in 2008 doch ziemlich bizarr erscheint.

  5. […] israelische Soldaten aus israelischem Staatsgebiet zu entführen und dabei die Frechheit hatte, einen Hamas-Terroristen zu töten, der das verhindern wollte, gab’s mal eben 35 Qassams und Mörsergranaten als Antwort. Es wären […]

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