Abstecher nach Nordkorea


Auch dieses Land gehoerte mit Irak und Iran zur „Achse des Boesen“, diesem in Europa viel verlachten Spruch des Texanercowboys Bush, der nun – endlich! – abtreten muss.

Der Cowboy liess unter fadenscheinigen Vorwaenden in den Irak einmarschieren, um die Oelvorkommen dort zu kontrollieren (komisch nur, dass die Oelpreise so anzogen…).  Er weigerte sich starrsinnig, einen offenen Dialog mit dem Iran zu fuehren, obwohl die EU mit gutem Beispiel voranging und ueberzeugende Erfolge vorweisen konnte. Aber in Nordkorea hat er eigentlich alles richtig gemacht, indem er die schon von Clinton eingefuehrte Politik – Lieferungen gegen Versprechungenweiterfuehrte. Zumindest habe ich von keinen deutschen Demonstrationen oder Protesten gegen diese Vorgehensweise gehoert.

Dementsprechend hat sich Nordkorea geoeffnet, seine Wirtschaft liberalisiert, Verhandlungen ueber eine Wiedervereinigung mit Suedkorea aufgenommen und natuerlich sein Atomwaffenprogramm verschrottet.

Oder jedenfalls muss das so sein in jenem parallelen Universum. Ich habe es zwar noch nie persoenlich erlebt, aber ich kenne jede Menge Leute, die dort leben…

In dem Universum, in dem ich mich bewege, kann eine solche Nachricht dagegen kaum ueberraschen:

(…)

Die Entdeckung, dass Nordkorea – entgegen seinen Beteuerungen im vorigen Jahr, als Gegenleistung für Hilfe und Anerkennung durch Amerika und Japan, sein Atomwaffenprogramm aufzudecken – wieder aktiver daran arbeitet, sein atomares Waffenarsenal zu erweitern, hat Washington und London alarmiert.

Die GCHQ-Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Abschussbasis Pongdong-ni die neueste ballistische Interkontinentalrakete Taepodong, die das Land besitzt, starten kann. Sie hat ein Reichweite von 9.600 Kilometern und kann einen Atomsprengkopf tragen. Man geht davon aus, dass es dort ein Dutzend dieser Raketen gibt.

(…)

Lee Sang-Hee, der südkoreanische Verteidigungsminister, sagte: „Die Situation wird immer ernster. Was auf der neuen Basis passiert, deutet auf ein höchst ehrgeiziges ballistisches Raketenprogramm in großem Maßstab hin. Es kann nicht als rein defensiv eingestuft werden, sondern ist allem Anschein nach offensiv ausgerichtet.“

(…)

Eine Antwort

  1. Erinnerungen werden wach, bspw. an den hübschen „kritischen Dialog“ der deutschen Rotgrün-Regierung. Oder an die nette Frau Beer von den Grünen.
    Joschka Fischer, der mittlerweile im Grundstz halbwegs vernünftige aussenpolitische Meinungen vertritt, hat den zu verantworten.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: