Basler Krimi und die Islamisierung Europas


Eine Freundin hat mir unlaengst von einer Schweizreise ein paar Heimwehartikel mitgebracht: Lindt Pralinen, Basler Leckerli, Messmocken und einen Krimi von Hansjoerg Schneider. Ich kannte bisher nur „Der Wels“ und auch das nur vom Hoerensagen, selber habe ich ihn nicht gelesen.

Aber ein Krimi, der in Basel spielt, machte mich natuerlich an. Gefallen hat mir in den ersten Buechern von Donna Leon das venzianische Lokalkolorit (die spaeteren sind auch dadurch nicht zu retten), auch ein paar Eifelkrimis von Jacques Berndorf habe ich mir geleistet, als ich geschaeftlich noch regelmaessig in die Eifel kam.

Basel bleibt Basel und die Schilderungen fand ich insgeseamt zutreffend und anheimelnd, auch wenn mich irritiert, dass Schneider im Lohnhof das Hotel au Violon ansiedelt, statt ihn dem Musikmuseum zu ueberlassen. (Immerhin der Hinweis im Namen des Hotels!)

Als Krimi fand ich das Buch enttaeuschend. Seit wann hat sich das Genre ganz und gar davon verabschiedet, den Leser mit ermitteln zu lassen? Spannung wird ueberhaupt keine aufgebaut, zwischen zwei moeglichen Tathergaengen (Motiven und Taetern) kann sich der Autor nicht entscheiden und laesst sie bis zum Schluss parallel laufen, nur dass zufaellig der eine etwas frueher dran war.

Zum gesellschaftlichen Lokalkolorit: Fast alle Personen, die in der Geschichte auftreten sind alt, entweder knapp vor der Pensionierung oder bereits Rentner. Nur sehr wenige der alten Paare (wie zentral Paarbeziehungen auch oder gerade im Alter sind, ist ein zentrales Thema) haben Kinder. Wir erfahren nur von zweien:

Der Kommissar (fast immer die Sympathiefigut, mit der sich der Leser identifiziert) ist geschieden. Er hat eine Tocher, aber der Kontakt ist schon vor langem abgebrochen oder eingeschlafen. Von Enkelkindern ist nicht die Rede, obwohl rein rechnerisch eine Option.

Das Mordopfer hatte mit einer Frau im Emmental einen Sohn, aber der Ursli lebt nicht mehr, er starb offensichtlich den Drogentod. Seine Mutter traeumt immer noch von ihrem damaligen Lebensgefaehrten, an den Sohn dagegen scheint sie sich nicht zu erinnern.

Kinder gibt es zwar noch in Basel, aber sie scheinen vor allem aus muslimischen Familien zu stammen. Die schwarz verhuellte Mutter schlittelt auch mit ihnen.

Nur eine junge Frau tritt als handelnde Figur auf: Dogan ist Kurdin, ihr Vater bildet sich ein, sie wuerde mit ihm ihr kurdisches Dorf zurueckkehren, aber Dogan wird einen christlichen Tuerken mit Schweizer Staatsbuergerschaft heiraten und den Schrebergarten ihres Vaters uebernehmen. Daraufhin sagt der Kommissar ihr „Willkommen in Basel“. Dogan und der Autor sind verdutzt, weil das Maedchen natuerlich schon lange in Basel lebt und deklarieren, dass Hunkeler ein Museumsstueck sei. Der Kommissar gibt ihnen schliesslich Recht, er stammt von gestern. Die Gegenwart und die Zukunft in Basel gehoeren Dogan. Der Gedanke, dass sich Dogan (der aufgeklaerte Islam) nicht durchsetzen koennte, dass ihr Vater (der nicht-aufgeklaerte Islam) zu drastischen Mitteln greifen koennte – Zwangsverheiratung, Ehrenmord – wird gar nicht zugelassen. Dabei hat der Vater aus innerislamischen Ressentiments bereits Brand gelegt…

Der „Rassismus“ im Roman, zu dem sich DavidW. Aufklaerung wuenscht, findet nur im Geschwaetz der Rentner statt. Auch die „Tschinggen“ (Italiener oder italinisch sprechende Schweizer) kommen dort vor. Das Reden ueber die „Mohammedanerli“, denen die Zukunft gehoere, erweist sich aber innerhalb des Romans als das ohnmaechtige Geifern der Ewiggestrigen. Sie haben ja Recht, koennen aber nichts dagegen machen.

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Eine Antwort

  1. hey…

    Thank you! I would now go on this blog every day!…

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