Puzzleteilchen zum Schuhwerfer


In der arabischen Welt und in „progressiven“ Kreisen wird Muntadar al-Zaidi zum Helden stilisiert.

Wir erfahren aus der Washington Post schon im 2. Absatz, dass al-Zaidi von den Misshandlungen in Abu Ghraib niedergedrueckt wurde:

After the U.S.-led invasion in 2003, Zaidi was distraught over the torture of prisoners at Abu Ghraib. He interviewed widows and orphans in his work as a journalist, once telling an editor that he hoped to meet Bush „and hit him with my shoes.“ Earlier this year, Zaidi was arrested during an American raid in his neighborhood and released a day later. And in March he covered a U.S. airstrike in which children were trapped under the rubble.

Auf der dritten Seite des sehr langen Artikels findet sich ein glaubhafterer Hinweis auf al-Zaidis Motivation:

In the southern city of Najaf, several hundred followers of Shiite cleric Moqtada al-Sadr took to the streets Monday, describing Zaidi as a religious warrior.

Der gute al-Zaidi ist wahrscheinlich Schiite und identifiziert sich mit der Terrortruppe um al-Sadr.

Vor einem guten Jahr wurde al-Zaidi von seinem Arbeitgeber, dem al-Baghdadiyah Fernsehen, vermisst gemeldet. Man befuerchtete das Schlimmste:

Muntadhar al-Zaidi, a 28-year-old reporter for the Iraqi satellite channel al-Baghdadiyah, disappeared Friday, according to an editor at the channel. The editor who spoke on condition of anonymity because of safety concerns.

A colleague phoned al-Zaidi around noon Friday, and a stranger answered his cellphone. „Forget Muntadhar,“ the stranger said, according to the editor.

„This is the act of gangs, because all of Muntadhar’s reports are moderate and unbiased,“ the editor told The Associated Press in a phone interview.

Al-Baghdadiyah TV broadcasts from Cairo, and is often critical of the Iraqi government and the U.S. military presence here. It is perceived as pro-Sunni.

Im selben Artikel wird berichtet, wie immer wieder Massengraeber im Irak gefunden werden. Das fand al-Zaidi offensichtlich weniger niederdrueckend als Abu Ghraib.

Ueber sein Wiederauftauchen konnte ich nichts finden.

4 Antworten

  1. Ja, Zaidi ist Schiit. Dafür, dass er Anhänger al-Sadrs ist, gibt es jedoch keine Hinweise. Allein die politische Ausrichtung seines Arbeitgebers al-Baghdadiyah spricht dagegen.

    Wenn man sich anschaut, welche Gruppen für die meisten Entführungen Ende 2007 verantwortlich waren, ist es zudem durchaus wahrscheinlich, dass eine Gruppe aus dem Umfeld der Sadr-Bewegung Zaidi damals entführt hatte.

    Allein aus der Tatsache, dass Sadr-Anhänger nun für ihn auf die Straße gehen, sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ebenso gab es nämlich Demos für Zaidi in Kurdistan, obwohl er kein Kurde ist.

    Zum Hintergrund seiner Freilassung damals hilft die vielleicht dieser Link weiter: http://www.iraqupdates.com/p_articles.php/article/24127

    Ironie der Geschichte ist übrigens, dass Zaidi vermutlich auf Grundlage eines Gesetzes von 1969 angeklagt wird, das vom Baath-Regime noch vor Saddams Machtübernahme erlassen wurde. Ihm drohen wohl bis zu 7 Jahre Haft.

  2. Danke fuer den Link, CSydow.

    Wie haeufig wurden Journalisten unverletzt und ohne Bedingungen innerhalb von Tagen freigelassen? Ist es moeglich, dass al-Zaidi in diesen Tagen unter Druck gesetzt wurde, sich in irgendeiner Weise der Sadr-Truppe anzuschliessen?

  3. Die Amerikaner sind wohl etwas schlauer, weil Sie solche Täter nicht gleich hinrichten lassen würden. Schliesslich geben Sie sich ja auch als Aushängeschild und Verfechter (oder Angreifer) von freier Meinungsäusserung! Ansonsten dürften die Behandlungsmethoden wohl auch an der dortigen Mentalität, resp. Entwicklung der Gesellschaft liegen, soviel hat sich da vielleicht gar nicht geändert;
    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/438048/index.do?_vl_backlink=/home/chrono.do
    Niemand will mit Regierungen wie solchen von Saddam Hussein, oder anderen Tyrannen verglichen werden,zumindest nicht im Westen, so sollte man Sie auch nicht als Masstab nehmen. Im Unterschied zu Ihnen läuft bei den Amis doch einfach alles im Hintergrund…
    Zudem sollte hier wiedermal erwähnt werden welchen Preis diese Freiheit im Irak denn hat, 100000e von Toten

  4. Bloedsinn. Es sind ja gerade keine US Truppen, sondern irakische Polizeikraefte, die al_Zaidi festhalten.

    Und die Lancetstudie mit ihrer Schnapszahl von 100,000 Toten ist auch laengst widerlegt.

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