Zivilbevoelkerung im Gazastreifen: menschliche Schutzschilde oder Geiseln?


Das kann ich, obwohl selbst in Raketenreichweite, nicht wirklich feststellen.

Wir wissen, dass sich in der Vergangenheit immer wieder „Zivilisten“ sich der Hamas freiwillig als menschliche Schutzschilde andienten. Nach internationalem Kriegsvoelkerrecht und nach dem Urteil des israelischen Obersten Gerichts verlieren Zivilisten durch solches Verhalten ihren Anspruch auf Schutz.

Andererseits wissen wir auch, dass Hamas alles andere als zimperlich mit der eigenen Bevoelkerung umgeht. Wer nicht freiwillig Schutzschild sein mag, wird eben dazu gezwungen. In diesem Fall haelt Kriegsvoelkerrecht unzweideutig fest, dass solche Geiselnahmen keine Immunitaet verleihen. Und natuerlich stellen sie ein Kriegsverbrechen dar.

7. The presence or movements of the civilian population or individual civilians shall not be used to render certain points or areas immune from military operations, in particular in attempts to shield military objectives from attacks or to shield, favour or impede military operations. The Parties to the conflict shall not direct the movement of the civilian population or individual civilians in order to attempt to shield military objectives from attacks or to shield military operations.

Aber all diese trockene Juristerei kommt nicht gegen Bilder an. Und deswegen liegt Hamas viel daran, Photos von leidenen Menschen zu erhalten. Das ist der Hintergrund, warum Hamas keine Verwundeten ueber den Grenzuebergang Rafah zur Behandlung in Aegypten laesst.

Das Internationale Rote Kreuz macht das Spiel bewusst oder unbewusst mit:

Hospitals in the Gaza Strip are over capacity, overwhelmed by the influx of people wounded in the IDF airstrikes, and are now turning away new arrivals, the International Red Cross reported on Sunday.

Ob die Stuermung der aegyptischen Grenze spontan und gegen die Hamaspolitik erfolgte oder ob sie von Hamas abgesegnet und vielleicht auch organisiert wurde?

Der Reutersjournalist Nidal Al-Mughrabi, der nicht nur mir schon laengst als Hamaspropagandist bekannt ist, berichtet von 297 Toten.

Hamas said 180 of its members were killed and the rest included civilians, among them 16 women and some children.

Hier muessen wir wieder genau lesen. Es kann sein, dass nur 180 Hamasangehoerige unter den Toten sind. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass alle anderen Zivilisten waeren. Bemerkenswerterweise formuliert auch Al-Mughrabi dementsprechend vorsichtig. Schliesslich fehlt es nicht an anderen Terrororganisationen im Gazastreifen. Kaempfer des Jihad Islami und der Al-Aksa-Brigaden sind sicherlich keine Hamasleute, aber ebensowenig Zivilisten. Auch was die „Kinder“ angeht, ist Vorsicht geboten. Nicht jeder unter 18-jaehrige ist ein Zivilist. Dokumentiert ist, dass Hamas auch Jugendliche als Kaempfer und Kanonenfutter einsetzt.

Uebrigens erfahren wir bei AP, dass Israel versucht hat, Nachbarn von angepeilten Hamaseinrichtungen via SMS zu warnen.

Crossposted bei FdoG

20 Antworten

  1. Das ZDF legt auch richtig los:

    Jetzt soll El Kaida verantwortlich für die Raketenangriffe sein! *lach*

    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/6/0,3672,7496806,00.html

    Der „Terrorismusexperte“ Elmar Theveßen gibt alles!

  2. Das ist ja wirklich herrlich! Hamas ist ganz unschuldig, der Iran hat nichts mit ihr zu tun, nur die boese Al-Kaida hat -offensichtlich im Stil der Bodysnatcher – das gute Hamasregime unterwandert.

  3. Ich wusste, dass dieser El Kaida – Blödsinn immer absurder werden würde. Jeder Spinner, der ein paar Leute umbringt und sich dabei zu El Kaida bekennt oder aber dazu gerechnet wird, ist plötzlich ein Mitglied dieser „Terrorgruppe“. El Kaida ist eine Ideologie, keine Terrorgruppe.

    Wie armselig ist es eigentlich, dass das deutsche Fernsehen einen Vogel wie Elmar Therveßen als „Terrorismusexperten“ zu verkaufen versucht?

    Was für eine Leuteverdummung.

  4. Könnt ihr die Inkompetenz der deutschen Presse nicht mal in den israelischen Medien zur Sprache bringen lassen? Vielleicht hilft es ja, wenn man sich in den großen israelischen Zeitungen mal über diesen Quatsch lustig macht.

    Vielleicht merken die Trottel dann mal, dass es so nicht weiter geht.

  5. Natuerlich funktioniert Al Kaida als Franchiseunternehmen. Da aber die Hamas ganz offensichtlich das Territorium des Gazastreifens fest im Griff hat (man beachte ihr Vorgehen gegen Fatah, streikende Lehrer, Aertze!), fiele die Verantwortung fuer das Engagieren von Al-Kaida Terroristen auch auf ihre Schultern. Hat irgendjemand Bush von der Verantwortung freigesprochen, weil Blackwaterleute ruecksichtsloser vorgingen als US Truppen?

    Ich vermute, das Zurueckgreifen auf solche „Experten“ hat vor allem etwas mit Ideologie zu tun. Wenn von vornherein feststeht, dass man es emotional mit Hamas haelt, muessen eben Apologeten gefunden werden. Und wenn die nicht erster Guete sind (der Job wird ja auch immer schwieriger!), dann laesst sich da halt nichts machen.

  6. Elmar Theveßen hat so einige gute und richtige Sachen von sich gegeben, immer wieder. Nur, wenn es um Israel geht, da fängt er gerne an zu spinnen. Sein guter Ruf zu anderen Krisengebieten lässt es wohl nicht zu, dass er in Sachen arabisch-israelische Auseinandersetzungen mal die Meinung gegeigt bekommt – schon gar nicht, wenn der Sender selbst nur allzu gerne in die Richtung schießt, die Theveßen anvisiert hat.

  7. Ganz daneben ist die Analyse nicht. Es ist bekannt, dass vor allem durch den Irak dort untern (wenn ich das von hier aus mal so sagen darf) Gruppierungen existieren, die sich das Ziel setzen wieder globalere Terror-Strukturen aufzubauen. Von daher sind vermutlich Kaida-Kämpfer in Gaza und es ist auch realistisch dass Kaida-Gruppen beim Waffenstillstand versucht haben Kämpfer für sich zu gewinnen.
    Wie hoch der Einfluss solcher Gruppen ist/war, weiß vermutlich keiner außerhalb der Hamas.

    Richtig ist auch, dass die Kaida keine Organisation aller NATO oder ähnliches ist, sondern viel mehr eine Ideologie. Es gibt nicht die eine Kaida. Spätestens seit dem Afghanistan-Krieg der USA. Es gibt einzelne Gruppen, und gewisse „Vorbilder“, deren Wort bei den meisten, die sich der „Bewegung“ zuzählen etwas zählt.
    Gleichwohl gibt es in letzter Zeit wieder mehr Bestrebungen Gruppen zusammenzuschließen, bzw. sich zu verständigen-

  8. Das mit Al Kaida ist totaler Schwachsinn. Gaza wird von Großfamilien beherrscht, dort beweegt sich kein Mensch ohne stillschweigende Zustimmung der Clanchefs.

    Wenn da irgendwo Fremde anfingen paramilitärische Strukturen aufzubauen, dann wüsste das die Hamas und die Fatah innerhalb von Stunden, wenn nicht gar von Minuten.

  9. Die sollen es ja nicht allein gemacht haben, sondern unter Wissen und Tollerierung, bzw. Wunsch der Hamas

  10. Wenn es Al-Kaida Gruppen im Gazastreifen gibt, dann sind das lokale Jungs, die das Markenzeichen cool finden. Die werden dann sowohl von den Clanchefs wie auch von Hamas geduldet, solange sie ihren Kampf gegen Israel richten, auch Aegypten ist akzeptabel, aber die Herrscher im Innern duerfen nicht angetastet werden!

  11. MarkusOliver,
    Dein neuer Avatar gefaellt mir besser als der vorige. Es war ein bisschen komisch, in einen Ausschnitt zu gucken.

  12. Andreas, wenn das mit Wissen und Duldung der Hamas geschehen würde, inwiefern könnte man denn dann bitte noch von „Zwang“ oder „nicht ganz freiwilligen Aktionen“ der Hamas sprechen?

    Davon abgesehen gibt es für die Hamas gar keinen Grund soetwas zu unterstützen. Selbst der Islamische Dschihad hat sich unter der Herrschaft der Hamas auffällig zurückgehalten.

    Es gibt keine Kaida in Gaza und es wird sie wohl auch nie geben.

  13. Das Dir mein neuer Avatar besser gefallen würde, habe ich mir gedacht. Ich habe ihn auch extra für Dich geändert.🙂 Davon abgesehn sollte der andere auch nur provozieren.

  14. Momentan können wir wieder einmal Zionismus in Aktion erleben: In einem Akt barbarischer Rache bombardiert das zionistische Gebilde den Gazastreifen, ohne Rückicht auf die dortige Zivilbevölkerung. Da wird von pro-zionistischen Medien behauptet, das zionistische Militär habe sogar palästinensische Bürger „per SMS“ gewarnt – lächerlicher geht’s ja wohl nicht.

    Wie immer gibt die Propagandamaschinerie des zionistischen Gebildes vor, einzig und allein die Widerstandsgruppe Hamas bekämpfen zu wollen, doch in Wirklichkeit handelt es sich bei der gegenwärtigen zionistischen Aggression – wie auch schon bei der Gaza- und Libanonaggression von 2006 – um einen primitiven Racheakt, getreu dem Motto: „Schaut her, was wir mit euch machen, wenn ihr euch weiter gegen uns auflehnt.“ Diese Racheaktion und Warnung richtet sich an die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens, ebenso wie an alle Araber, und nicht zuletzt an den Iran.

    Das Kriegsvölkerrecht unterscheidet beim Schutz der Zivilbevölkerung nicht zwischen gezielt aufs Korn und durch Billigung in Kauf genommenen Todesopfern. Demnach ist die Mordpolitik der zionistischen Militärmaschinerie, die Todesopfer in der palästinensischen Zivilbevölkerung seit jeher billigend in Kauf nimmt, angesichts ihrer viel größeren Effektivität, die sich in einer ungleich höheren Opferzahl auf palästinensischer Seite niederschlägt, um ein Vielfaches verbrecherischer als die Aktionen der Hamas.

    Hintergrund auch der gegenwärtigen Eskalation – und dies wird leider von den meisten, angeblich „verdummenden“ deutschen Medien gänzlich ignoriert – sind die immer noch anhaltende Besetzung der palästinensischen Gebiete durch das zionistische Gebilde, die weiter betriebene Besiedlung der Westbank und Ostjerusalems durch das zionistische Gebilde, sowie die anhaltende Verletzung des Völkerrechts, der einschlägigen UN-Resolutionen sowie des Urteils des Internationalen Gerichtshofs zum zionistischen Apartheidstrennwall durch das zionistische Gebilde. Die Palästinenser sehen sich nunmehr seit Jahrzehnten Vertreibung, Landraub, Siedlergewalt und Terror ausgesetzt, werden in ihrer eigenen Heimat von Menschen gequält, die nicht einmal in Palästina geboren wurden, und werden in ihrem Kampf um Freiheit von niemandem wirklich unterstützt. Die Menschen in Gaza sehen sich darüber hinaus seit einigen Jahren gezwungen, in einem großen Ghetto dahinzuvegetieren, auf Gedeih und Verderb dem zionistischen Gebilde ausgeliefert, das nach Belieben die Grenzen dichtmachen und die Bewohner Gazas im wahrsten Sinne des Wortes austrocknen kann.

    Es wäre eher als verwunderlich zu bezeichnen, würde unter diesen Umständen der Hass der Palästinenser auf das zionistische Besatzergebilde nicht tagtäglich größer, und würden die Palästinenser nicht mit ihren bescheidenen Mitteln versuchen, sich für ihre grausame Behandlung durch die zionistischen Aggressoren zu rächen.

    Die Zionisten ihrerseits werden das ernten, was sie säen, nämlich noch mehr Gewalt und einen Anstieg des weltweiten Antisemitismus. Kein iranischer Präsident, auch nicht Hamas und Hisbollah, könnten dem „Existenzrecht“ des zionistischen Gebildes jemals derart schaden, wie es das zionistische Gebilde durch seine fortgesetzte Gewaltpolitik selbst tut. Man kann nur hoffen, dass die Welt endlich aufwacht, und den wahren Charakter des Zionismus erkennt, der dieser Tage im Gazastreifen seine hässliche Fratze wieder einmal hervorragend selbst offenbart.

    „Rache“ siehe das alte antijudaistische Motiv des Rachegottes:

    Während die Amerikaner „Sanktionen“ erwägen oder mit einer „militärischen Intervention“ drohen, werden Israels Reaktionen nicht als politische oder militärische „Antwort“ beschrieben, den parteipolitischen oder staatlichen Interessen entsprechend, sondern als die von einem jüdischen Rachegott gelenkte Politik mit archaisch biblischer Motivation.

    „zionistische Gebilde“ = die Wortwahl aller derjenigen, die dem juedischen Staat jedes Existenzrecht absprechen. Bestaetigt dadurch, dass selbst das Wort Existenzrecht nur in Anfuehrungszeichen geschrieben wird.

    Wenn AP pro-zionistisch sein sollte, dann wird diese Tatsache sehr kunstreich verborgen. Ich vermute, wir haben es mit der Juedischen Weltverschwoerung zu tun.

    „Fratze“ – vermutlich so oder aehnlich

    Bastian Tschorn studiert Islamwissenschaft und belegt einmal mehr, dass das Fach in Deutschland anscheinend in einer Weise unterrichtet wird, die die Identifikation mit dem Gegenstand bis hin zur Uebernahme von wilden Verschwoerungstheorien foerdert.

  15. Dieser Beitrag ist so eindeutig antisemitisch, dass ich ihn nicht nur stehenlasse, sondern meine Hervorhebungen und Kommentare einfuege.

    Allerdings ist dies das letzte Mal, dass ich diesem Antisemiten auf meinem Blog eine Buehne biete.

  16. Also hat dieser Bastian Tschorn das geschrieben? Es interessiert mich wo der studiert.

  17. Das habe ich leider auf die Schnelle nicht gefunden. Die IP-Adresse verweist auf Baden-Wuerttemberg. Moeglicherweise besucht er seine Eltern ueber die Feiertage. In Baden-Wuerttemberg kann man Islamwissenschaft in Heidelberg, Tuebingen und Freiburg studieren.

  18. […] Zivilbevölkerung im Gazastreifen: menschliche Schutzschilde oder Geiseln? […]

  19. Selbstverständlich findet sich in meinem Beitrag keinerlei Spur von Antisemitismus, sondern lediglich legitime Kritik am Zionismus und seiner jahrzehntelangen Vorgehensweise in Palästina.

    Wer von meiner Bemerkung über die von den Zionisten praktizierte Rache auf eine angebliche Beziehung zum „jüdischen Rachegott“ verweist, der offenbart höchstens selbst antisemitische Gedanken. Rache ist ein Gefühl, das natürlich jedem Volk und jedem einzelnen Menschen innewohnt, und keineswegs nur den Juden, wie hier von der Blogbetreiberin selbst nahegelegt.

    Starke Ähnlichkeiten der hier getätigten Praxis, kritische Stimmen durch persönliche Attacken und Nachforschungen des persönlichen Hintergrunds einschüchtern zu wollen, anstatt auf das Gesagte inhaltlich einzugehen, finden wir auch in unterdrückerischen Regimes wie dem Iran, China oder Nordkorea, oder auch in der früheren DDR, wo Regimekritikern gleich der persönliche Hintergrund ausgeleuchtet wurde, um diese von weiterer Kritik abzuhalten.

    Rassist ist wohl eher der, der das Recht eines seit Jahrzehnten gequälten Volkes auf einen eigenen Staat ignoriert, das Leid eines seit Jahrzehnten belagerten und besetzten Volkes leugnet, und stattdessen jede Rakete, die irgendwo in der Wüste Negev einschlägt, ohne weiteren Schaden anzurichten, als einen mittleren Weltuntergang behandelt.

    Anstatt in Stasi-Manier Kritiker, die lediglich auf die völkerrechtliche Lage und die Leiden der Palästinenser unter zionistischer Besatzung hinweisen, mittels Stasi-Methoden zu verfolgen, sollte die Blog-Betreiberin lieber die IV. Genfer Konvention und die einschlägigen UN-Resolutionen nicht nur selektiv durchlesen.

    Dass die Blog-Betreiberin mit dem Vorwurf „antisemitisch“ äußerst inflationär umgeht, beweist sie ja selbst in ihrer wundersamen Rubrik „Alibijuden“, in der sie mittels Küchenpsychologie selbst seriöse jüdische Kritker der zionistischen Besatzungsherrschaft zu diskreditieren versucht.

  20. @babu7: Ja, Du hast natürlich Recht: Jeder, der Dir widerspricht und Dir Fehler nachweisst ist StasiNazi.
    Du hast wirklich verstanden, was Demokratie bedeutet😉

    *Applaus*

    Kannst Du auch mal Argumente bringen, so wie Ruth es getan hat, oder nur jammern?

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